Psychologische Aspekte des Klimaschutzes
Von Katja Schwab
Wenn Ihnen plötzlich ein Löwe gegenüber steht, wird das Adrenalin durch ihren Körper jagen, Ihr Herz wird schneller schlagen, der Puls in Schwindel erregende Höhen schießen und mehr Blutzucker durch Ihren Körper fließen. Ihr Organismus bereitet sich blitzschnell auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vor. Unser evolutionäres Warnsystem sicherte das Überleben, in dem der Mensch schnell und entschlossen handelte, wenn er einer Gefahr ins Auge sah.
Heute drehen sich unsere Sorgen weniger um Löwen, sondern mehr um Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Schweinegrippe, Altersarmut, Weltwirtschaftskrise, Waldsterben, Überbevölkerung, Kriminalität und Klimawandel. Der Klimaschutz ist für die meisten von uns tatsächlich eine wichtige Angelegenheit. Zumindest bescheinigen uns das die verschiedensten Umfragen zum Thema. Ganz aktuell belegt eine Umfrage im Rahmen einer Kampagne von Umweltschützern, dass 9 von 10 Deutschen für eine Teilnahme der Kanzlerin am UN-Klimagipfel in Kopenhagen stimmen.
Der Klimawandel ist auch ein zentrales Thema für Wissens- und Wissenschaftsmagazine. Für ein Hilfspaket für die Entwicklungsländer sind Summen in Milliardenhöhe im politischen Gespräch, um weltweit die negativen Folgen des Klimawandels zumindest zu begrenzen. Obwohl die Menschen durchaus über die Konsequenzen des Klimawandels informiert sind und um die Dringlichkeit des Klimaschutzes wissen, ist „grünes Handeln“ Privatsache. Andere Gefahren zum Beispiel Terrorismus erscheinen bedrohlicher und verlangen daher sofortiges konsequentes Eingreifen. Die Politik erließ im Eiltempo Gesetze, um das terroristische Risikopotenzial zu minimieren. Viele Klima-Experten bescheinigen der Menschheit angesichts der Bedrohung durch fortschreitenden Klimawandel zu langsam zu reagieren und die gravierenden zukünftigen Auswirkungen zu ignorieren.
Eine Arbeitsgruppe der APA (American Psychological Association) hat verschiedene Gründe gesammelt (1), warum der Mensch auf die Gefahren durch den Klimawandel kaum reagiert: Unklarheit über die klimatischen Veränderungen reduzieren die Häufigkeit „grüner“ Verhaltensweisen. Die Experten sind sich zum Thema Klimawandel nicht einig. Forscher wetten z.B. um die künftige Temperaturentwicklung. Es gibt Wissenschaftler, die vom Klimawandel und seinen verheerenden Konsequenzen überzeugt sind und es gibt Wissenschaftler, die keine Klimakatastrophe befürchten. Forscher zeigten, dass die meisten Leute den Warnungen von Wissenschaftlern und Regierungsstellen sowieso misstrauen. Sie erwarten, dass sich unter dem Deckmantel des Umweltschutzes andere Motive verbergen.
Eine beachtliche Minderheit verleugnet, dass menschliches Handeln einen Einfluss auf die Klimaveränderung hat. Einige nehmen an, dass ihr eigenes Verhalten einen zu kleinen Einfluss auf das große Ganze hat und handeln aus einem Gefühl fehlender Kontrollierbarkeit heraus gar nicht. Viele Leute glauben auch, dass sich die Umweltbedingungen erst in 25 Jahren verschlechtern werden. Sie unterschätzen die Risiken und sind fälschlicherweise der Auffassung, dass man auch später noch etwas dagegen tun kann. Aber die wichtigste psychologische Barriere ist laut der APA die Gewohnheit, denn automatisierte Verhaltensweisen sind extrem widerstandsfähig gegenüber Veränderungsversuchen.
Der Klimawandel geschieht schnell, sagen die Experten - aber für unser Gehirn nicht schnell genug.
Dan Gilbert, Psychologieprofessor der Harvard Universität, analysiert treffend und unterhaltsam, warum der Mensch den Klimaschutz zwar für eine wichtige Angelegenheit hält, aber angesichts des Ausmaßes der Bedrohung unerwartet ruhig bleibt:
Der Effekt der „shifting baseline“ ist ein weiterer Grund für das menschliche Unvermögen die globale Bedrohung zu begreifen. Denn die Orientierungspunkte anhand derer Menschen ihre Umwelt bewerten, verschieben sich kontinuierlich.
Die Umweltpsychologie beschäftigt unter anderem die Frage, welcher Umweltzustand als normal empfunden wird. Die klassische Studie zum Thema (2) untersuchte die Wahrnehmung von Fischbeständen an der kalifornischen Küste über drei Generationen. Alle Küstenfischer waren sich einig, dass sich der Fischbestand über die Zeit reduziert hat. Während sich die ältere Generation jedoch noch an elf Fischarten erinnerte, die verschwunden waren, nannten die jüngeren Fischer nur noch zwei Fischarten, die es früher mal gegeben hat. Die Wahrnehmung der Fischer, dass sich der Fischreichtum verschlechtert hat, setzt an völlig unterschiedlichen Referenzpunkten an.
Im Dokumentarfilm „The age of stupid“ von Franny Armstrong (3) blickt ein Bauer in die Vergangenheit: Als er sein Haus in der Natur baute, hatte er die Planungen zum Bau einer Strasse kaum registriert. Auf dieser Strasse fuhren dann jeden Tag mehr Autos vorbei. Bis eines Tages die Strasse zur Autobahn erweitert wurde. Im Hintergrund seines Hauses rasen die Lastwagen über die Autobahn. Im Moment wird geplant, die Spuren zu verdoppeln. Seine Enkel werden sich nicht mehr daran erinnern, dass es hier früher keine Strasse gab. Das zeigt, dass Veränderungen in unserer Umwelt nicht absolut wahrgenommen werden, sondern immer nur relativ zum eigenen Beobachterstandpunkt.
Anhand dieser Beispiele wird deutlich, wie schwierig der Umgang mit Umweltproblemen wird, wenn sich die Orientierungspunkte zu ihrer Bewertung unaufhörlich verschieben. Es ist wichtig um die psychologischen Aspekte zu wissen, wenn man eine Position zum Thema Klimaschutz einnimmt. Die Klimabewegung ist noch jung und braucht Unterstützung.
(1) Report of the American Psychological Association Task Force on the
Interface Between Psychology and Global Climate Change: „Psychology and Global Climate Change“
(2) Sáenz-Arroyo, A. et al (2005): „Rapidly shifting environmental beaselines among fishers of the Gulf of California“
(3) „The age of stupid“ lief am 21. September in den Kinos in UK an.
Live Web TV Shows zur Konferenz in Kopenhagen 7. – 18. Dezember 2009. http://www.ageofstupid.net/




Langsamen Bedrohungen kann man auch gelassener ausweichen.
Es macht einen Unterschied, ob man von einem Jaguar verfolgt wird, oder von einer Raubschnecke.
Menschen können sich an fast alle Umwelten anpassen, ob Eskimo, Tibeter, Südseeinsulaner, oder Pygmäen.
Im Pliozän, vor etwa 5,3 bis etwa 2,6 Millionen Jahren, war die Kohlendioxidkonzentration und die mittlere Temperatur so ähnlich, wie sie in den nächsten Jahrhunderten sein könnte.
Das haben damals auch die meisten Säugetierarten überlebt.
@Karl
Das nachte Überleben ist das Eines, die Qualitat des Überlebens das Andere. Wenn sich nur noch eine kleine, wohlhabende Elite die Technik leisten kann, die das Leben angenehm macht...
@blog
Ich persönlich halte die Entwickling des Erdölpreises für eine Gefahr mit einiges höherer Sprengkraft wie Anderes, das zurzeit durch die durch die Presse geistert.
Eine Panne, ein Unfall oder sonst ein Ereignis, das die Förderung oder den Transport beeinträchtigt – und ziemlich alles kann ziemlich schnell zusammen brechen, je nach Ausmass der Knappheit.
Aber diese Gefahr ist überhaupt nicht wahrnehmbar ausser durch Verständnis der Komplexen zusammenhänge. Diese Problemstruktur erinnert mich an die Finanzkriese...
Vor Jahrtausenden haben die Eskimos ohne jede moderne Technologie Schutzanzüge und Schutzräume entwickelt, um bei sehr niedrigen Temperaturen überleben zu können.
Wir waren auf dem Mond, wir betreiben die internationale Raumstation, und wir haben diese Technologie in höchstens 50 Jahren völlig neu entwickelt.
Die Menschen entwickeln ihre Fähigkeiten gerade dann besonders schnell weiter, wenn sie vor einer Herausforderung stehen.
Arkologien und vertical Farming werden uns auch auf der Erde weiter helfen.
Nicht nur Science Fiction:
http://www.e-stories.de/...geschichten.phtml?23741
Die Niederlande haben in der Zuiderzee schon vor dem Jahre 1932 praktisch vorgeführt, wie man ein vom Meer überflutetes Land durch Deichbau und Entwässerung wieder bewohnbar machen kann.
Die Windmühlen sind nicht nur ein Wahrzeichen der Niederlande, die Windmühlen sind alte Wasserpumpen, die die Landfläche der Niederlande vergrössern helfen.
also sollen wir jetzt einfach alle abwarten was passiert, wenn wir nichts tun? genauso klingen diese kommentare hier. ich persönlich halte es für enorm wichtig nicht nur uns menschen zu schützen, sondern auch die pflanzen- und tierarten, die allein durch unser umweltfeindliches handeln im meer versinken oder durch kälte und hitze verenden würden.
oder sollten wir vielleicht doch einfach abwarten und zusehen, ob die natur in der lage ist sich an die veränderten bedingungen so anzupassen, dass leben auch weiterhin möglich ist? Nein!
es wird zeit für uns zu erkennen, dass wir uns auf diesem planeten falsch verhalten haben und deshalb müssen wir notwendige schlüsse ziehen, um zu retten was zu retten ist!
Ich will und kann auch gar nicht beurteilen, ob ein vom Menschen verursachter Klimawandel
möglich ist. Wirklich eindeutige und unwiderlegbare wissenschaftliche Beweise für oder gegen, kann es derzeit einfach noch nicht geben. So wird der Glaube anstelle der Wissenschaft wieder bemüht.
Zumindest aber da, wo sich Menschen irgendwelche eigenen Vorteile davon versprechen.
Wer daher heute schon eine bevorstehende Klimakatastrophe als schlimmstes alleiniges Problem der Menschheit medial und politisch ausbeutet, lenkt bewusst die Diskussion in eine ideologische Richtung. Ideologen haben jedoch seit alter her der Menschheit immer mehr als jede Naturkatastrophe geschadet.
Tatsache ist aber, dass unsere Population, allein schon in meiner Lebenszeit, erheblich angewachsen ist. Fragt doch mal die Wissenschaftler, wie lange eine Population zunehmen kann, wenn die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht in einem noch größeren Verhältnis ebenfalls zunehmen? Gleichzeitig hat nun aber auch der Lebensstandard, und zwar nicht nur in den Industrienationen, unglaublich zugenommen. Aber die Ansprüche werden noch weiter steigen. Dieses wirft zumindest die Frage auf, wie lange die Menschheit, und zwar unabhängig von einem Klimawandel, ihre jetzige Lebensart überhaupt noch fortsetzen kann. Eine Wachstumsbeschränkung würde allerdings
den evolutionären Fortschritt der Menschheit behindern und verzögern.
Letztendlich ist es alles ein gesellschaftliches Problem, was in absehbarer Zeit sich kaum verändern wird. Der Reichtum dieser Welt, und dazu gehört auch die Energie, aber auch das Wissen und die Moral, sind nun einmal äußerst ungleich unter den Menschen verteilt. Die Besitzenden werden das auch nicht aufgeben und den Menschen selber kann man auch nicht in wenigen Generationen verändern.
Aber es gibt außer einem eventuellen Klimawandel noch viele weitere und größere Gefahren für die Menschheit. Uns heute schon bekannte und solche, die schnell entstehen, aber die wir noch gar nicht voraussehen können. Jetzt kann ich also selber nur glauben, die Menschheit wird sie alle überstehen! Millionen Jahre Evolution können doch nicht vergeblich gewesen sein? Der heutige Mensch scheint danach wohl langfristig auch ein Wesen des Überganges zu etwas Neuem und uns noch Unbekanntem zu sein?
Der grösste Teil aller Lebensformen ist ganz
ohne die Mithilfe des Menschen ausgestorben,
und das waren nicht nur die Saurier.
Die grössten Klimakatastrophen hat die Erde ganz
ohne die Mithilfe des Menschen durchgemacht,
denn es gab ständig Warmzeiten und Kaltzeiten.
Eine Energiewende gibt es dann, wenn neue Energieformen
billiger geworden sind, als die bisherigen Energieformen.
Arkologien und vertical Farming machen die Lebensmittelproduktion
unabhängig von Witterung, Schädlingen und Landschaftsverbrauch.
Eine grobe Abschätzung zum Energieverbrauch:
Die Solarkonstante beträgt 1370 Watt pro Quadratmeter.
Wenn der Gesamtwirkungsgrad inclusive der Nacht nur 7,3 Prozent
betragen würde, dann wären das 100 Watt pro Quadratmeter,
oder 100.000.000 Watt pro Quadratkilometer (10^8 W/km^2).
Für eine sehr großzügige Menschheit:
Nehmen wir an daß jeder Mensch ständig 10.000 Watt benötigt (10^4 W),
und daß es 10.000.000.000 Menschen dieser Art gibt (10^10 M), bei
10.000 Watt pro Person kann jeder ständig bei offenem Fenster heizen.
Eine solche Menschheit benötigt also 100.000.000.000.000 Watt (10^14 W).
Bei einer Produktion von 100.000.000 Watt pro Quadratkilometer
(10^8 W/km^2) benötigt man für den Verbrauch von 100.000.000.000.000 Watt
(10^14 W) eine Fläche von 1.000.000 Quadratkilometern (10^6 km^2).
1.000.000 Quadratkilometer (10^6 km^2) befinden sich in einem Quadrat
von 1000 Kilometern Kantenlänge.
Die Größe der Sahara beträgt 9.000.000 Quadratkilometer (9*10^6 km^2),
sie ist also 9 mal größer.
Der Aufwand pro Person:
Bei einer Produktion von 100 Watt pro Quadratmeter benötigt man für
den Verbrauch von 10.000 Watt (10^4 W) eine Fläche von 100 Quadratmetern.
100 Quadratmeter befinden sich in einem Quadrat von 10 Metern Kantenlänge.
Das ist die Grundfläche einer größeren Wohnung.
Die Energetische Amortisationszeit beschreibt die Zeit, über die
eine Energiegewinnungsanlage betrieben werden muss, bis die für
ihre Herstellung aufgewendete Energie wieder gewonnen wurde.
Die energetische Amortisationszeit von:
Photovoltaikanlagen in Mitteleuropa liegt zwischen 2,9 Jahren
und 4,6 Jahren (das liegt an den hochwertigen Materialien),
solarthermischen Parabolrinnenkraftwerken liegt bei etwa fünf Monaten
(ist nur Blech),
Windkraftanlagen liegt bei etwa 4 Monaten (wenn sie aus Holz sind,
dann noch viel kürzer).
Wenn sich also die solarthermischen Parabolrinnenkraftwerke alle
halben Jahre verdoppeln lassen, dann gibt es in 5 Jahren 1024
( 2^10 = 1024 ), in 10 Jahren 1.048.576 ( 2^20 = 1024^2 ),
und in 15 Jahren 1.073.741.824 solarthermische Parabolrinnenkraftwerke.
Die Zusammensetzung der Erdkruste in Gewichts-Prozenten:
Sauerstoff 46,6 % (dabei spielt die Atmosphäre kaum eine Rolle)
Silizium 27,7 % (Glas, Keramik, Prozessoren)
Aluminium 8,1 % (Stromleiter, Lichtreflektor, Oxide: Isolator, Schleifmittel)
Eisen 4,7 % (Träger, Magneten)
Psychologische Aspekte der Zukunftsangst.
Zwischen 1945 und 1989 hatten alle Angst vor dem dritten Weltkrieg.
Dabei hat gerade der "Overkill" oder die "Mutual assured destruction" den dritten Weltkrieg verhindert.
Vermutlich hatten sogar die chronisch schwachsinnigen Politiker Angst vor ihrer eigenen Auslöschung.
Zwischen 1918 und 1939 hatten alle Angst vor einem zweiten grossen Krieg.
Zitat: "Es zittern die morschen Knochen".
Österreich hatte damals 6 Millionen Einwohner.
300.000 davon starben während des zweiten Weltkrieges.
Das waren gerade fünf Prozent oder einer von zwanzig.
Im Jahre 1945 gab es so gut wie gar nichts, keine Infrastruktur, keine Regierung, keine Kommunikationssysteme, keine Energieversorgung, und schon gar keine Computer.
Seltsamerweise haben das 95 Prozent aller Österreicher überlebt.
Im Jahre 1910 kam der Halleysche Komet bei uns vorbei, der noch dazu das Giftgas Dicyan enthält.
Zitat: "Die Welt steht ja nimmer lang, lang".
Überflüssig zu sagen, dass überhaupt nichts passiert ist.
2012
FÜRCHTET EUCH
UNTERGANG
Natürlich kümmert sich die Erde herzlich wenig um Planetenkonstellationen, denn sonst hätte sie schon öfter einmal untergehen müssen.
Wie schon mein Vater gesagt hat:
Der Ängstliche stirbt tausend Tode, der Mutige nur einen.