Ein toller Fund
Beginne einen Blogpost damit, dass du deinen Lesern einen aktuellen, attraktiven Fund mitteilst, am besten aus den Medien, der Presse, dem Fernsehen oder dem Internet! Das ist ein guter Tipp. Beispielsweise eröffnet Mark Liberman im Language Log vom 12.01.2011 seinen Post zum Thema „Language skills and the law“ mit einem Hinweis auf einen aktuellen Zeitungsbericht über die Lage eines taubstummen Angeklagten vor Gericht. Gefühlte 66,6% der Posts in diesem Blog beginnen mit derartigen Funden.
Funde haben etwas Erfreuliches, wenn man unerwartet, durch Zufall auf etwas Interessantes stößt. Suchen ist Arbeit, Finden ist Glück. (Natürlich gibt es auch „grausige Funde“, bei Google über 100.000 Hits. Aber über die wollen wir nicht reden.) Gerade auch Wissenschaftler freuen sich über Funde und teilen sie gerne Freunden und Kollegen mit. Nicht umsonst gibt es eine Mathematiker-Online-Kolumne mit dem Namen „This Week‘s Finds“. Und schon vor hundert Jahren gab es in wissenschaftlichen Zeitschriften den Beitragstyp „Miszellen“ oder „Kleine Beiträge“, in denen kleine Entdeckungen mitgeteilt werden konnten, die für einen richtigen Aufsatz zu unbedeutend, aber zu schade zum Wegwerfen waren. Also entspricht diese Praxis in (wissenschaftlichen) Blogs offensichtlich einem tiefen Bedürfnis von Wissenschaftlern.
Ja, und jetzt kommt mein toller Fund, diesmal aus dem alten Gutenbergmedium. Ich habe ihn unter dem Weihnachtsbaum gefunden, also nicht ganz zufällig: Hans Magnus Enzensbergers neues „Album“, 2011 erschienen, aber 2010 schon unterm Weihnachtsbaum. Das „Album“ ist selbst eine Fundsammlung, eine Art Fundbüro für wunderbare kleine Texte und Abbildungen unterschiedlichster Herkunft, viele von Enzensberger selbst, andere von bekannten und (mir) unbekannten Verfassern oder Herstellern, in überraschenden und die Phantasie und das Nachdenken anregenden Konstellationen. Beispielsweise so schöne kleine Schnipsel wie „Politik ist kein Vergnügen, hat wenig damit zu tun, wie man Vorräte sammelt, sich wärmt, sich bildet oder zu Frauen kommt“ (Niklas Luhmann). Oder Lenins Lieblingslied (mit Noten, in f-Moll). Ein „Sammelsurium“, eine „ragbag“, ein „scrapbook“, eine „Wundertüte“. So der Herausgeber und Autor selbst. Und es fängt auch gleich mit einem reflexiven Fund über Funde an: „So wie die Elster mit allem, was sie findet, und sei es noch so unscheinbar, ihr Nest schmückt. Dabei holt sie gerne, was glitzert hervor. Ob Straß oder Diamant, ist ihr ziemlich gleichgültig.“ Und von dort geht’s gleich weiter zur Elsternfarbe im Parzivalprolog. Da freuen sich die Germanisten. – Aus jedem Fund könnte man einen Blogpost machen. Muss aber nicht sein. Hat noch jemand einen schönen, glitzernden Fund?

Ich habe auch etwas gefunden. Ob es schön und glitzernd ist, weiß ich nicht, aber ich fand es sehr interessant und auch amüsierend, obwohl es so ein heikles Thema ist. Es gibt ein Blog über Sicherheitspolitik genauer über die Bundeswehr und ihre Einsätze. Ein Blogbeitrag berichtet von einem Offizier, der von den kriegerischen Afghanistaneinsätzen in einer Fachzeitschrift berichtet. Dann wird munter drauf loskommentiert über Ausrüstung und Taktik der Bundeswehr und wie man den Einsatz vielleicht besser hätte bewältigen können, wo die Fehler und Versäumnisse liegen etc., aber alles recht theoretisch. Und plötzlich schneit ein Soldat herein, der in diesem Einsatz gekämpft hat. Er berichtet davon und stellt einiges aus seiner Sicht dar und klar.
“Weit über 50 Feuerkämpfe”: Erfahrungen der deutschen Quick Reaction Force in Afghanistan
Eine hübsche Formulierung in einer Fernsehansage, die wohl nicht lange nach 1978 gemacht wurde:
http://www.youtube.com/...VcNI&feature=related
"[In] jedem besseren Musikgeschäft kann man eine Gitarrenausrüstung kaufen, mit der sich der dieser angenehm hallige Metheny-Klang erzeugen lässt. Was man nicht für Geld kaufen kann, ist Pat Methenys gemsenhafte Trittsicherheit in Melodik und Rhythmik. 1978 hat der NDR die Metheny-Band bei den Berliner Jazz-Tagen aufgezeichnet".
Arnold Zwicky ist nicht nur linguistischer Blog-Beiträger, er modifiziert auch Postkarten:
http://gallery.me.com/...0008/10&bgcolor=black
@Thomas
Delightful! I love the one on Chomsky's minimalism.
Frauenparkplatz: http://fotowelt.chip.de/...rauenparkplatz_/117438/
Unzuverlässige Parkwächter: http://images.triplem.com.au/...0609-2-600x400.jpg
Waschanleitung für Männer: http://failblog.files.wordpress.com/...ry-fail.jpg