"Das Problem ist, dass Antibiotika die Patienten tastächlich heilen" - Interview mit Thomas A. Steitz

22. August 2011, 08:00

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Thomas A. Steitz erhielt 2009 zusammen mit Ada Yonath und Venkatraman Ramakrishnan den Nobelpreis in Chemie für sie Strukturaufklärung des Ribosoms. Wie diese Forschungen zu neuen Antibiotika führen werden, warum es immer Resistenzen geben wird und was es noch zu erforschen gibt, darüber redet er in diesem Interview. Steitz ist nach wie vor aktiver Forscher am Lehrstuhl für Molekulare Biophysik und Biochemie der Universität Yale. » weiter

Ein Mann, der Gott spielt? – Ham Smith über synthetische Biologie

04. Juli 2011, 08:24

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Vor gut einem Jahr ging ein Aufschrei durch die Medienwelt. 'Ein Mann spielt Gott', wurde etwa geschrieben. Der Mann, auf den alle anspielten, ist Craig Venter. In seinen Laboren entstand erstmals sozusagen Leben vom Reißbrett: Das meinte eine DNA aus dem Labor, wurde in eine leere Zellhülle geschoben. Dies wurde als erste ‚synthetische Zelle’ gefeiert und ethisch hinterfragt. Der Mann, der bei Craig Venter die entsprechende Abteilung seiner Labore zur synthetischen Biologie in La Jolla und Rockville leitet und tatsächlich im Labor steht, ist Hamilton O. Smith. Smith war 1978 gemeinsam mit Werner Arber und Daniel Nathans für die Entdeckung und Anwendung von Restriktionsenzymen mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden.

Smith begleitet Venter bereits seit 1993 und war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschlichen Genoms bei Venters Firma Celera Genomics beteiligt. In jüngster Zeit widmet er sich den Grundbausteinen des Lebens auf andere Weise. Mir fiele kein anderer Genomforscher ein, der wie Ham Smith über Jahrzehnte eine vergleichbar zentrale Rolle in der Genetik einnimmt. Er verbringt noch immer die Hälfte seiner Zeit im Labor, wie er sagt, und wäre „sehr gerne wieder Post-Doc“.

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Quallen ärgern für die Medizin - Roger Y. Tsien

30. Juni 2011, 16:30

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Es mag auf den ersten Blick vermessen erscheinen, sich mit Charles Darwin zu vergleichen, aber Roger Tsien findet eine Parallele zumindest bemerkenswert: Wie Darwin sei er der jüngste Bruder in der Familie und habe so eine Neigung zur Rebellion erworben, dazu, neue Wege zu gehen und an unerwarteten Orten anzukommen. Der aus einer Ingenieursfamilie stammende Tsien begann seine Laufbahn 1976 in der organischen Chemie. Der Rest ist Geschichte.  » weiter

Harry Kroto über Neuroenhancement - ein Interview

28. Juni 2011, 14:44

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Heute habe ich zusammen mit Spektrum-Chefredakteur Carsten Könneker ein ausführliches Interview mit dem Chemie-Nobelpreisträger Harry Kroto geführt, von dem ich ja bekanntermaßen ein großer Fan bin. Er hat sich fast eine Stunde Zeit für uns genommen, und unter anderem haben wir ihn auch nach dem Thema Hirndoping gefragt:

"Wir tun das bereits, indem wir Google und vergleichbare Werkzeuge benutzen. Aber natürlich ist etwas anderes gemeint, nämlich Medikamente und ähnliches. Insgesamt ist das Gehirn so extrem kompliziert, dass wir die meisten Eingriffe in seine Funktion nur vornehmen weil wir wirklich müssen, zum Beispiel aus medizinischen Gründen. Man würde ja auch nicht einfach so Krebsmedikamente schlucken, schon weil einige dieser Substanzen ziemlich giftig sind. Also ich würde jedenfalls nicht am Gehirn herumfuhrwerken, weil es so kompliziert ist, dass man dabei wohl Schaden anrichten würde.» weiter

Ordnung aus dem Chaos - die Zukunft der Medizin beginnt jetzt

23. Juni 2011, 09:20

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Ashutosh Jogalekar: In den frühen 40er Jahren, als in Europa Krieg herrschte, gingen der britische Mathematiker Freeman Dyson und der indische Physiker Harish Chandra einmal gemeinsam in Cambridge spazieren. Chandra studierte beim legendären Paul Dirac theoretische Physik, während Dyson sich anschickte, eine quälende Zeit mit Bombenstatistiken bei der Luftwaffe zu verbringen.

"Ich habe beschlossen, von der Physik zur Mathematik zu wechseln", bemerkte Harish Chandra. "Ich finde Physik unordentlich, unpräzise und trügerisch." "Interessant", antwortete Dyson, "Ich wollte aus exakt den gleichen Gründen von der Mathematik zur Physik wechseln." Beide haben dann ihre jeweiligen Disziplinen verlassen, und beide machten anschließend in ihren neuen Ressorts am Institute for Advanced Study in Princeton Karriere.

Ich berichte diese Anekdote, weil exakt die gleiche Konversation heute zwischen einem Biomediziner und jedem anderen Naturwissenschaftler stattfinden könnte. Es ist tatsächlich interessant, den heutigen Zustand der Medizin mit der Lage in der Physik zu Zeiten von Chandra und Dyson zu vergleichen.

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Ursprung des Lebens: Die Rolle der Membran

14. Juli 2010, 10:12

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Es ist vielleicht ein guter Moment, noch einmal auf die Frage nach dem Ursprung des Lebens zurückzukommen. Ich hatte auf der Bodensee-Fahrt vom Freitag die Gelegenheit, ein paar Worte mit Professor Jack Szostak zu wechseln, und habe erfreut festgestellt, dass er einige Dinge ähnlich sieht wie ich. Am meisten Probleme habe ich mit der verbreiteten Vorstellung von der ersten Protozelle, die auch Szostak in seinem Lindau-Vortrag wieder einmal bemüht hat: Eine Membranblase mit einem wassergefüllten Hohlraum im Innern, in dem sich mehr oder weniger einfache Moleküle zu selbstreplizierenden Ketten zusammen lagern.

Die Membran ist in diesem Bild kaum mehr als ein kleines Schutzbläschen, während die ganze interessante Chemie im Innenraum geschieht. Und das leuchtet mir nicht ein. Hand aufs Herz: Welche spannenden chemischen Reaktionen laufen schon in verdünnter wässriger Lösung ab? Zumal die Bildung eines langkettigen Replikators aus den Monomeren entweder eine klassische Kondensationsreaktion ist oder eben eine Reaktion aktivierter Partner – in beiden Fällen ist die konkurrierende Hydrolyse unerwünscht. » weiter

Arno Penzias, die kosmische Hintergrundstrahlung und das Deutsche Museum

13. Juli 2010, 08:21

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Ich hatte in Robert Wilson über das Echo des Urknalls kurz erwähnt, dass die Empfangsanlage, die den ersten Nachweis dieses Echos, nämlich der kosmischen Hintergrundstrahlung, geliefert hatte, mittlerweile im Deutschen Museum steht. Und meiner Verwunderung Ausdruck gegeben, wie sich die US-Science Center und Wissenschaftsmuseen (von denen es ja einige gibt!) dieses Ausstellungsstück haben entgehen lassen.

Ich wusste bereits, dass dafür Arno Penzias verantwortlich war, der  » weiter

Ein Interview mit Robert Horvitz II - Krankheiten und das Internet

06. Juli 2010, 09:09

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Den zweiten Teil des Interviews mit Robert Horvitz (hier Teil I) führte der ägyptische Journalist Ashraf Amin, der uns ein Transkript erlaubt. (1)

In der Region aus der ich komme, gibt es immer weniger Menschen, die in die Naturwissenschaften oder in die Mathematik gehen. Welchen Ratschlag geben Sie Entscheidungsträgern, wie sie das Interesse an Mathematik und den Naturwissenschaften bei den jungen Leuten stärken können?

Für Mathematik und die anderen Naturwissenschaften im Allgemeinen ist es wichtig, dass man Menschen so früh wie möglich dafür begeistert.

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Von Mäusen, Menschen und Medizin

02. Juli 2010, 06:53

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Nach dem potentiellen Manowar-Albentitel «Die by programmed cell death» den Robert Horvitz vorgelegt hat nun ein Vortragstitel der Metallica (Of Wolf & Man) entstammen könnte. Hier gehalten von Sir Martin Evans. » weiter

Protein-Müllentsorgung - Ein Interview mit Aaron Ciechanover

01. Juli 2010, 16:53

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Nachdem Robert Horvitz über den gezielten Zelltod referiert hat, ging es auch um den gezielten Abbau von Proteinen. Aaron Ciechanover erklärte, wie verhindert wird, dass unsere Zellen vor Protein-Müll überquellen. » weiter

szmtag