Thomas A. Steitz erhielt 2009 zusammen mit Ada Yonath und Venkatraman Ramakrishnan den Nobelpreis in Chemie für sie Strukturaufklärung des Ribosoms. Wie diese Forschungen zu neuen Antibiotika führen werden, warum es immer Resistenzen geben wird und was es noch zu erforschen gibt, darüber redet er in diesem Interview. Steitz ist nach wie vor aktiver Forscher am Lehrstuhl für Molekulare Biophysik und Biochemie der Universität Yale. » weiter
Ham Smith: Craig Venter würde Nobelpreis verdienen
12. Juli 2011, 08:37
Im zweiten Teil unseres Interviews (Teil I) mit Hamilton O. Smith sprachen wir über die Vergangenheit – Restriktionsenzyme, Entschlüsselung des Genoms – bis heute und das Arbeiten mit Craig Venter: Im Frühjahr 1993 lernten sich der Marketing versierte Craig Venter und Hamilton O. Smith, seines Zeichens schon damals Nobelpreisträger (Medizinnobelpreis 1978 gemeinsam mit Werner Arber und Daniel Nathans für die Entdeckung und Anwendung von Restriktionsenzymen), im spanischen Bilbao kennen. Zurück in den USA besuchte Smith Venters neues Institut in Gaithersburg. Venter bot ihm an Mitglied im wissenschaftlichen Beirat zu werden und Ham Smith nahm an. Seit 18 Jahren nunmehr treibt das 'Wissenschaftspaar' die Genomforschung voran.
1994 begannen sie schließlich mit einer ersten Zusammenarbeit um die Gene von Haemophilius influenzae mittels der sogenannten Schrotschuss-Methode nach Frederick Sanger zu sequenzieren. Hierbei wird nicht der ganze Strang nach und nach abgelesen, sondern die DNA in Stücke ‚zerschossen’. Die Stücke werden vermehrt, sequenziert und anschließend die gewonnene Information zusammengesetzt.
Wie bei allen Entschlüsselungsmethoden, spielen die Restriktionsenzyme, für die Ham Smith mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, eine zentrale Rolle: Sie sind die molekularen Scheren, mit deren Hilfe DNA gezielt in Stücke geschnitten werden kann. Venter hatte die Schrotschuss-Methode durch den Einsatz von Bioinformatik 1994 beschleunigt und bereits ein Jahr später konnte das Team die Genomsequenz von Haemophilius influenzae in Science publizieren.
» weiterEin Mann, der Gott spielt? – Ham Smith über synthetische Biologie
04. Juli 2011, 08:24
Vor gut einem Jahr ging ein Aufschrei durch die Medienwelt. 'Ein Mann spielt Gott', wurde etwa geschrieben. Der Mann, auf den alle anspielten, ist Craig Venter. In seinen Laboren entstand erstmals sozusagen Leben vom Reißbrett: Das meinte eine DNA aus dem Labor, wurde in eine leere Zellhülle geschoben. Dies wurde als erste ‚synthetische Zelle’ gefeiert und ethisch hinterfragt. Der Mann, der bei Craig Venter die entsprechende Abteilung seiner Labore zur synthetischen Biologie in La Jolla und Rockville leitet und tatsächlich im Labor steht, ist Hamilton O. Smith. Smith war 1978 gemeinsam mit Werner Arber und Daniel Nathans für die Entdeckung und Anwendung von Restriktionsenzymen mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden.
Smith begleitet Venter bereits seit 1993 und war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschlichen Genoms bei Venters Firma Celera Genomics beteiligt. In jüngster Zeit widmet er sich den Grundbausteinen des Lebens auf andere Weise. Mir fiele kein anderer Genomforscher ein, der wie Ham Smith über Jahrzehnte eine vergleichbar zentrale Rolle in der Genetik einnimmt. Er verbringt noch immer die Hälfte seiner Zeit im Labor, wie er sagt, und wäre „sehr gerne wieder Post-Doc“.
» weiterAm Ende die Hoffnung - Proteinabbau als therapeutisches Ziel - Avram Hershko und Aaron Ciechanover
02. Juli 2011, 14:17
Kleingehäckselt, in Aminosäuren zerlegt. So enden sie, die Proteine. Während am Anfang des Lebens eines Proteins das Ribosom steht, kommt das Ende im Proteaseom (1). Die Regulierung dieses letzen Schrittes im Leben von Proteinen war das Thema der Vorträge von Avram Hershko und seines ehemaligen Doktoranden Aaron Ciechanover, die zusammen mit Irwin Rose 2004 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung des Ubiquitin-abhängigen Proteinabbaus erhielten.
Gesundheitsforschung interaktiv entdecken - Ausstellung auf der Mainau 2011
01. Juli 2011, 15:23
Auf eines war ich während dieser Tagung die ganze Zeit besonders gespannt: den Abschlusstag, die Fahrt auf die Mainau und endlich einen Blick in den Pavillon werfen, den ich inhaltlich gestaltet habe. Zwar kenne ich die Entwürfe und Layouts natürlich auf Papier und auch als pdfs, aber wie sieht es dann wirklich aus und wie wird es genutzt?
Der Abschlusstag der Nobelpreisträgertagung führt traditionell auf die Mainau. Dort finden seit drei Jahren nicht nur zusätzliche Paneldiskussionen statt – in diesem Jahr 'Global Health', entsprechend dem Leitthema der Tagung. Zusätzlich gibt es die Ausstellung, die auch als Brücke von der wissenschaftlichen Nobelpreisträgertagung zur breiten Öffentlichkeit dient. » weiter
Rythm of Science – Master Class mit Roger Tsien
30. Juni 2011, 17:50
Eine ‚Master Class’ bezeichnet im eigentlichen Sinne eine öffentliche Unterrichtsstunde, gehalten von einem herausragenden Musiker, der einzelnen fortgeschrittenen Schülern den letzten Schliff mit auf den Weg gibt. Nun ist Roger Y. Tsien kein Musiker, sondern Zellbiologe, aber er brachte sowohl die Vortragenden als auch die Zuhörer in beschwingte Stimmung. Der Rhythm of Science hat den Saal erfasst. » weiter
Neue Antibiotika durch Strukturbiologie - Tom Steitz und Ada Yonath
30. Juni 2011, 16:19
Ein Leitmotiv des diesjährigen Treffens ist die Frage, wie die Medizin der Zukunft aussehen könnte. Harald zur Hausen hat betont, dass möglicherweise in der Prävention von Krankheiten größeres Potential steckt als in der Entwicklung von Therapien. Martin Evans, der den Nobelpreis für Isolierung embryonaler Stammzellen erhielt, sprach die Möglichkeiten und Hürden der personalisierten Medizin an. Eine konkretere Antwort lieferte Tom Steitz. Er erklärte in seinem Vortrag, wie in seiner Arbeitsgruppe strukturbiologisches Forschungsergebnisse genutzt werden um neue Antibiotika zu entwickeln. » weiter
Money, Party, Royalty und Stickstoffmonoxid - Ferid Murad
29. Juni 2011, 18:49
Der letzten Vortrag vor dem Mittagessen ist nicht die beste Zeit um fast eine halbe Stunde zu überziehen. Ferid Murad kümmerte das nicht, er ging auf Slides seines Vortrags ausführlich, und sogar doppelt ein, während die hungrigen Nachwuchswissenschaftler vermutlich nur noch an die zu erwartende lange Schlange vor dem Essenszelt dachten und dementsprechend unruhig mit den Füssen scharrten, aus Höflichkeit aber sitzen blieben, während Murad weiter in aller Ruhe erklärte, wie der Körper Stickstoffmonoxid herstellt um damit den Blutdruck zu regulieren.
Daher - sozusagen als Kontrapunkt zu dem bislang längsten Vortrag der Tagung - hier die Zusammenfassung in ein paar Zeilen wofür Murad 1988 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt: » weiter
Die Biochemie des Bettnässens - Aquaporine - Peter Agre
28. Juni 2011, 11:47
Ist Ihr Kind Bettnässer obwohl es dem Windelalter eigentlich schon entwachsen sein sollte? Es müssen keine traumatischen Erlebnisse sein, die diese für alle beteiligten doch lästige Angewohnheit verantwortlich sind. Wahrscheinlich ist einfach die Wasserresorption aus dem Urin noch nicht richtig reguliert. Die Anzahl der Aquaporine, Wasserkanäle in den Nieren, spielt dabei eine wichtige Rolle. Für deren Entdeckung erhielt Peter Agre 2003 den Nobelpreis.
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Mein Start in Lindau - Educate - Inspire - Connect
28. Juni 2011, 11:16
Educate. Inspire. Connect. - ist das imperative Motto von Lindau. Wie hat sich das denn nun am Anfang der Konferenz für mich bewährt? » weiter






22. August 2011, 08:00
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