Potsdam – Mit dem Shuttlebus in Richtung Zukunft

Von Zugbegleiter, 13. Oktober 2009, 11:39

Potsdam. Etwas außerhalb liegt unser Ausstellungszug in Potsdam. Schuld ist Berlin – jedenfalls die S-Bahn-Situation in Berlin. Da die S-Bahnen dort momentan nicht fahren, gibt es Ausweichzüge. Letztere benötigen leider auch das Gleis im Potsdamer Hauptbahnhof, an dem der Science Express ursprünglich stehen sollte. Also sind wir auf den Bahnhof Potsdam-Rehbrücke ausgewichen. Es wirke „pampaesk“, kommentiert unser Presenter Jan. Anders gesagt: Wir stehen in der Pampa. Zum Ausgleich für diesen Umstand pendelt ein Bus zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Science Express. Ein ziemlicher Luxus: Die Besucher werden am Zugeingang abgeliefert und am Ausgang wieder abgeholt – bei über 300 Metern Zuglänge ein Umstand, der nicht zu verachten ist.

 
Jede Viertelstunde holt der Shuttle-Bus die Besucher am Ausgang des Zuges wieder ab.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo

 
Auch einen weiteren „Luxus“ gönnen wir uns. Um die hereinströmende Kälte abzuhalten, haben wir einen wunderbaren Gummi-Vorhang an den Aushang gehängt. Denn wir müssen den ganzen Tag in diesem Wagen verbringen. Je kälter es draußen wird, desto kälter wird es leider auch an diesem Arbeitsplatz. Hoffen wir mal, dass etwas dieser Kälte von nun an draußen bleibt.
 

Dorte hält einigen Besuchern den Vorhang auf.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo
 
Was aufgrund des Standorts und der gelinde gesagt geringen Besucherzahl am ersten Tag nicht mehr zu erwarten war, ist am dritten Tag eingetroffen: Es bildet sich eine Schlange mit circa anderthalb Stunden Wartezeit. Bei der immer länger werdenden Schlange fühlt sich ein Besucher berufen, uns einen heißen Tipp zu geben: „Lassen Sie doch die Leute etwas schneller rein, dann muss ich nicht so lange warten.“ Spitzenidee. Wer einmal im überfüllten Wagen 2 gestanden hat, weiß, dass wir schon so viele Besucher hereinlassen, wie es möglich ist. Uns machen Warteschlangen auch keinen Spaß...

 

Circa anderthalb Stunden warten die Besucher am Sonntag auf ihren Einlass.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo

 
Projektleiter Peter hat in Potsdam ein kleines Wellness-Erlebnis. Zwar keine Sauna und keine Massagen, aber einmal so richtig geschminkt werden, das hat er sich verdient. Indem er dem ZDF-Team eine Führung versprochen hat. Und die wollen natürlich keine glänzende Haut in ihrem Film. Also wird Peter einmal komplett abgepudert. Ein schönes Bild.

 

Die Maskenbildnerin vom ZDF-Fernsehteam pudert Peter das Gesicht.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo

 
In unserer Freizeit scheuen wir keine Mühen und reisen abends noch nach Berlin, um kulturell aktiv zu bleiben. Das Ziel unserer Fahrt: das DDR-Museum direkt an der Spree. Das Alltagsleben in der DDR ist hier das Thema, zum Beispiel der Reisealltag und die allgemeine Nacktbadekultur. Sehr gefallen hat uns die Museumsabteilung, die an die alte Kleidung im Osten erinnert. „100 Prozent Dederon“ steht auf dem Etikett eines der Kleider, die unsere Gruppenführerin Kathrin Pfitzner aus einem Schrank hervorzaubert. Übersetzt bedeutet das nichts anderes als „100 Prozent Polyester“. Fühlt sich nicht besonders angenehm an. Und sorgte wohl auch für nicht so angenehmen Körpergeruch. In der Straßenbahn habe sie deswegen stets am Fenster gesessen, erzählt Kathrin Pfitzner. Nicht vorzustellen, wenn unsere Besucher diese Kleidung tragen würden. In unserem Zug gibt es nämlich keine Fenster.


Ulrike probiert eine wunderschöne Kunstlederjacke mit Tapetenmuster auf dem Innenfutter an.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo

Am letzten Tag müssen wir uns von gleich zwei unserer Kolleginnen verabschieden. Presenterin Lisa, unsere Sommervertretung, muss wieder zurück an die Uni, weiterstudieren. Auch Cornelia aus dem Mitmachlabor muss an die Uni – sie allerdings zum arbeiten. Wir werden euch vermissen! Als Dankeschön für die gemeinsame Zeit werden die beiden mit Abschiedsgeschenken überhäuft. Ein hübsches Science-Express-Podest mit Überraschungen darunter für Lisa, und eine von und allen signierte Science-Express-Kaffeetasse für unsere Nele. Auf dass sie sich immer an unsere gemeinsame Zeit erinnern.


Lisa lüftet das selbstgebastelte Science-Express-Podest.
Expedition Zukunft /
Ulrike Richter

 


Cornelia mit ihrer neuen Science-Express-Kaffeetasse.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo
 
Meike Jotzo


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