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Schwere Erdbeben vor Sumatra

11. April 2012, 21:02

Heute um 10:38 MESZ hat es im Meer rund 435 Kilometer vor der Küste Sumatras (Indonesien) ein schweres Seebeben mit der Magnitude 8,6 gegeben, dem um 12:43 MESZ ein Nachbeben der Magnitude 8,2 folgte. Die Gegend dürfte vielen noch in unguter Erinnerung sein, denn unweit des heutigen Bebens ereignete sich am 26. Dezember 2004 ein schweres Erdbeben der Magnitude 9,1. Der daraus resultierende Tsunami tötete mehr als 230 000 Menschen an den Küsten des Indischen Ozeans.

Anders als damals wurde sofort nach den Beben eine Tsunami Warnung herausgegeben. Doch diesmal konnte die Warnung schon bald darauf aufgehoben wurden, denn es trafen keine Tsunami auf die angrenzenden Küsten. Warum haben die heutigen Erdbeben anders als das Weihnachtbeben von 2004 keine nennenswerten Tsunamis erzeugt? » weiter

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Schweres Erdbeben vor Japan, Tohoku Erdbeben (Update 14. 04. )

11. März 2011, 10:03

 

Erdbeben in Japan, 11 März 2011

  Ort des Epizentrums vom aktuellen Erdbeben vor Japan mit Störungen und Plattengrenzen. USGS.

Heute, um 14:46:23 Uhr lokaler Zeit (06:46:23 Uhr MEZ) gab es an der Ostküste Japans ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude 8,9 (USGS) bzw. 8,8 (GFZ). Wenn sich die Magnitude in den nächsten Stunden bestätigt, wäre dieses Erdbeben das fünftstärkste jemals gemessene Erdbeben. Mittlerweile (19:45) wurde die Magnitude des Erdbebens auf 9,1 hochgesetzt. Damit verdoppelt sich die freigesetzte Energie und das Erdbeben war demnach das viertstärkste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Für ein derart starkes Erdbeben lag das Hypozentrum mit 24,4 Kilometern sehr flach. Die nächste größere Stadt, Sendai, liegt nur rund 130 Kilometer westlich, der durch das Erdbeben ausgelöste Tsunami hatte dort also nur eine sehr kurze Vorwarnzeit. Am Epizentrumm bewegt sich die pazifische Platte mit gut 83 mm pro Jahr in Richtung Westen unter einen Keil der nordamerikanischen Platte (Die Plattentektonische Situation am Ort ist recht kompliziert, grob gesagt spielen die eurasische, die nordamerikanische, die philippinische und die pazifische Platte mit. Manche Autoren sehen in der Region noch etliche Mikroplatten mit beteiligt.). Die Herdflächenlösung deutet ebenfalls auf ein subduktionsbezogenes Beben hin, das an einer flach nach Westen einfallenden bzw. einer steil nach Osten einfallenden Subduktionszone entstand. Chris Rowan hat dazu eine eindrucksvolle Grafik in seinem Blog. Japan liegt in einer komplizierten geologischen Situation, in der drei Subduktionszonen aufeinandertreffen.  » weiter

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Christchurch-Erdbeben - Bodenverflüssigung

04. März 2011, 00:18

Einer der Gründe für die verheerende Wirkung des Erdbebens von Christchurch / Neuseeland am 22. Februar ist das Phänomen der Bodenverflüssigung. Ich hatte das bereits zum Erdbeben von 4. September 2010 geschrieben. Die Stadt Christchurch steht auf pleistozänen Gletscherablagerungen, die gegen Ende der Eiszeit von größeren Flüssen wie beispielsweise dem Waimakariri River, Rakaia River, Selwyn River und dem Rangitata River aufgearbeitet wurden. Lockere, unverfestigte Sedimente zeigen, zumal wenn sie zusätzlich noch wasserhaltig sind (und das sind sie ziemlich oft) infolge starker Erschütterungen ein Phänomen, das man Bodenverflüssigung nennt. Der Boden verhält sich dann in etwa so, wie es eine Flüssigkeit tut. Durch die Bewegung während des Bebens werden die Körner der Sedimente zusammengedrückt, wobei sich das Wasser in den Poren jedoch nicht zusammendrücken lässt. Dabei setzt sich dann eine Druckwelle durch das Sediment fort, das seine Scherfestigkeit verliert. Wie diese Bodenverflüssigung auf die Lockersedimente wirkt, zeigt dieses Video eines Bewohners von Christchurch, der die vom Erdbeben verflüssigten und dabei hochgespülten Sedimente einfach in eine Schubkarre lädt und sie über einen holperigen weg schiebt. Man kann sehr gut beobachten, wie die nach dem Beladen noch fest erscheinenden Sande langsam immer mehr die Konsistenz und die Eigenschaften einer Flüssigkeit annehmen. Sobald die Erschütterungen nachgelassen haben, wird das Sediment wieder fest.

Das untere Video zeigt die Sedimente, die durch das Erdbeben von 22. Februar verflüssigt und dadurch an die Erdoberfläche gespült wurden.

Im folgenden Video zeigt Ellen Rathje wie Wirkung von Bodenverflüssigung.

Dieses Video wurde von mir schon einmal anlässlich des Christchurch Bebens vom 4. September gepostet. Es zeigt sehr schön, wie der verflüssigte Boden seine mechanischen Eigenschaften verliert und für Gebäude gefährlich wrden kann.



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Das Erdbeben von Christchurch am 22. Februar 2011

23. Februar 2011, 15:53

Am 22. Februar 2011 hat sich in Christchurch, Neuseeland, ein verheerendes Erdbeben der Magnitude 6,3 (USGS) bzw. 6,4 (Geofon) ereignet. Das Erdbeben hat mindestens 64 Todesopfer gefordert. Die Zahl der Todesopfer kann angesichts der Zerstörungen durchaus noch steigen. Dieses Erdbeben kann durchaus als ein stärkeres Nachbeben des Bebens vom 3 / 4. September 2010 (über das ich hier im Blog auch berichtete) gelten, das selber eine Stärke von 7,1 hatte. Wenn man sich die Karte der Erdbeben (Abb. 1) seit dem 3. September 2010 anschaut, so scheinen das Hauptbeben und die Nachbeben (schwarze Kreise) bis zum Beben vom 22. Februar und seinen Nachbeben (rot) entlang einer verborgenen Störung zu verlaufen. Die Kreisgröße steht für die Stärke der Erdbeben, je größer, desto stärker war das Beben. Die dicht besiedelten Gebiete der 400 000 Einwohner zählenden Stadt Christchurch sind gelb eingezeichnet.

Erdbebenvon Christchurch 22. Februar 2011

Abb. 1. Image: NASA

Die Lage der Bebenherde macht auch schon deutlich, warum das aktuelle Beben so viel schlimmere Auswirkungen hatte, als das eigentlich doch stärkere Hauptbeben vom letzten Jahr. Beide Bebenherde lagen sehr flach, in rund 5 Kilometern tiefe. Je flacher der Bebenherd liegt, desto gefährlicher kann es für uns Oberflächenbewohner werden. Das Hauptbeben lag aber rund 50 Kilometer außerhalb der Stadt, während das aktuelle Beben erheblich näher an dem Zentrum der Stadt lag. Die Ebenen der Canterbury Plains bestehen aus pleistozänen Sedimenten und machen die Stadt zusätzlich verwundbar. Bei einem Erdbeben zeigen sie das Phänomen der Bodenverflüssigung. Die Sedimentkörner werden durch die Bewegung während des Bebens zusammengedrückt, der Wassergehalt hingegen lässt sich nicht zusammenpressen. Der Boden verliert seine Scherfestigkeit und verhält sich ähnlich einer Flüssigkeit, mit verheerenden Auswirkungen auf Gebäude. Möglicherweise waren viele der Gebäude, die jetzt nachgaben, auch schon durch das Erdbeben vom 4. September vorgeschädigt. Der Zeitpunkt des Erdbebens hat sicher auch eine Rolle gespielt. Das Erdbeben vom September 2010 ereignete sich in den frühen Morgenstunden, das vom 22. Februar hingegen um die Mittagszeit. Die Straßen waren entsprechend voll mit Leuten, die dort von herab fallenden Trümmerteilen getroffen wurden.

Die Auswirkungen des Erdbebens vom 22. Februar waren bis in mehr als 200 Kilometer Entfernung zu spüren. An der Westküste im Aoraki/Mount Cook National Park brach ein rund 1,2 Kilometer langes, 75 m breites und 30 Millionen Tonnen schweres Eisstück infolge des Erdbebens vom Tasman Gletscher ab und rutschte in den Tasman Lake. Das Ergebnis war ein Tsunami, der eine Wellenhöhe von 3,5 m erreichte.
Problematisch für die Abschätzung der zukünftigen Gefährdung für Christchurch scheint mir zu sein, dass die Störung, die bei der aktuellen Bebenserie aktiv wurde, bislang anscheinend unbekannt war oder nicht beachtet wurde. Zum einen war sie unter den Sedimenten der Canterbury Plains gut verborgen, zum anderen haben sich fast alle paläoseismischen Untersuchungen auf die Alpine Störung konzentriert, an der die Asiatische und die Pazifische Platte zusammenstoßen.

Das Erdbeben hat auch größere Bergstürze ausgelöst

Die Folgen der Bodenverflüssigung durch das Beben kann man auf diesem Video gut erkennen.

 Luftaufnahmen der Schäden durch das Erdbeben

Im letzten Video erläutert Bill Fry vom geologischen Dienst Neuseelands das Erdbeben vom 22. Februar 2011 und seine Nachbeben.

 

Update 25. Februar 2011

Auf Highly Allochthonous kam die Idee auf, dass auch bestimmte geologische Strukturen zu der verheerenden Wirkung des Bebens beigetragen haben könnten.  Die Hügelkette südöstlich von Christchurch, an deren Rand der Bebenherd lag, stellt die übereste zweier rund 10 Millionen Jahre alter basaltischer Schildvulkane dar. Der starke Kontrast in den physikalischen Eigenschaften zwischen dem Basalt auf der einen und der alluvialen Sedimente der Canterbury Palins auf der anderen kann dazu geführt haben, dass die seismischen Wellen dort erneut in Richtung der Stadt reflektiert wurden.

Auf Flickr kann man viele Aufnahmen der Schäden durch das Erdbeben finden

http://blog.flickr.net/en/2011/02/22/earthquake-hits-christchurch-nz/

Auf News.com sind viele zerstörte oder beschädigte Gebäude zu sehen, und wie sie vor dem Erdbeben aussahen.

http://www.news.com.au/world/christchurch-cathedral-before-and-after/story-e6frfl00-1226010081646



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Erdbeben und Tsunami vor Sumatra / Indonesien

29. Oktober 2010, 00:15


 
(Credit: NASA)

Am 25. Oktober um 21:42 lokaler Zeit (14:42 UTC) hat sich vor Sumatra ein Erdbeben der Magnitude 7,7 (USGS)bzw. 7,8 (GFZ)ereignet. Das Hypozentrum lag in einer Tiefe von rund 20,6 Kilometern und erzeugte einen rund 3 m hohen Tsunami auf der Insel Pagai. Laut Spiegel wurden bisher 343 Leichen gefunden und es werden noch mehr als 300 Menschen vermisst, so dass die zahl der Toten mit großer Sicherheit noch ansteigen wird. Die Insel ist nur mit Booten zu erreichen und schwere See hat das Eintreffen von Hilfskräften verzögert. Das Tsunami-Warnsystem, welches nach dem verheerenden Tsunami von 2004 dort auch mit deutscher Hilfe installiert worden war, hatte allerdings wohl rechtzeitig vor den Wellen gewarnt. In einigen Meldungen direkt nach der Katastrophe waren Vorwürfe laut geworden, die Bojen, welche vor den Tsunamis warnen sollten, seien fehlerhaft. Laut Spiegel online soll das Tsunami-Warnzentrum bereits 21.47, also rund 5 Minuten nach dem Beben, Alarm ausgelöst haben, aber der Alarm oftmals nicht die Menschen vor Ort erreicht haben. Für die Mentawai-Inseln war jedoch jede Warnung zu spät, da sie zu nahe am Epizentrum des Bebens lagen.

Die obige Grafik zeigt die Region um die Mentawai-Inseln und den Epizentren des Hauptbebens ( roter Stern) sowie etlicher Nachbeben (Kreise). Vor der Westküste Sumatras liegt eine ganze Kette von Inseln. Diese Inseln stellen die Gipfel des akkretionären Keils einer westlich von Sumatra und der Inselkette gelegenen Subduktionszone dar. An dieser Subduktionszone gleitet die australische Platte unter die Sunda Platte. Dabei bewegt sich die australische Platte mit einer Geschwindigkeit von 57 bis 69 Millimeter relativ zur Sunda Platte nach Nordwesten. Auch das extrem starke Erdbeben vom Dezember 2004 erfolgte an dieser Subduktionszone, nur rund 800 Kilometer nördlich von dem aktuellen Beben. Die Subduktionszone ist nicht nur für die Häufung von starken Erdbeben in der Region verantwortlich, sondern auch für die vielen Vulkane, die sich in Indonesien finden. Aktuell ist der Vulkan Merapi auf Java wieder aktiv und spuckt größere Mengen an Asche.

Bureau of Meteorology. (2010, October 26). Volcanic Ash Advisory. Australian Government. Accessed October 26, 2010.  

Yahya, A.F. (2010, October 26). Merapi eruption claims one life, several injured. Bernama. Accessed October 26, 2010.

Warum das deutsche Tsunami-Warnsystem nicht helfen konnte, Spiegel online  

Dieses Video zeigt die Erfahrungen, welche Neuseeländer mit Tsunamis wie dem von 2004 gemacht haben. Diese Erfahrungen können helfen, Menschenleben zu retten. Denn wer die Warnzeichen und die Charakteristiken eines Tsunamis rechtzeitig erkennt, der hat vergleichswesie gute Chancen, mit dem Leben davonzukommen.

Update vom 29: 10. 2010 Tsunami-Warnung wurde ausgelöst; die Inseln im Sunda-Bogen stehen unter hohem Risiko

Folgende Pressemitteilung gab das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam heraus:

Informationen zum Tsunami-Alarm in Indonesien vom 25.10.2010 Am 25.10.2010 um 14:42:21 Uhr UTC (= 21:42:21 lokaler Zeit) ereignete sich etwa 25 km südwestlich der Pagai-Inseln im Sundabogen vor Sumatra (Indonesien) ein starkes, untermeerisches Erdbeben mit der Magnitude 7,8. Dadurch wurde ein Tsunami ausgelöst, der insbesondere die Mentawai-Inseln, zu denen Pagai gehört, stark verwüstete. Über die genaue Zahl der Erdbeben- und Tsunami-Opfer ist derzeit nichts genaues bekannt, erste Schätzungen gehen von mehr als 300 Toten aus.

Bereits um 14:47:06 Uhr UTC (21:47:06 Lokalzeit, also nach 04 Min 46 sec) wurde vom Warnsystem des Tsunami-Warnzentrums in Jakarta der Tsunami-Alarm ausgelöst. Aufgrund ihrer direkten Nähe zum Erdbebenherd traf der Tsunami etwa zeitgleich bereits auf die Insel Pagai, die wohl am stärksten betroffen ist, hier wurden viele Häuser durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami zerstört. Die Tsunami-Warnung ging vom Warnzentrum über Satellit an rund 400 Einrichtungen wie Polizei, lokale Katastrophenschutzeinrichtungen. Auch über die Medien (TV, Radio, Internet) wurde zusätzlich gewarnt. Die Mentawai-Hauptinsel empfing diesen Alarm ebenfalls. Entgegen anderslautender Meldungen haben sämtliche Komponenten des Tsunami-Frühwarnsystems GITEWS funktioniert; Meldungen über defekte oder gar mutwillig zerstörte Systemeinheiten entbehren jeglicher Grundlage. Die Erfassung des verursachenden Bebens durch das seismologische Netz erfolgte nahezu in Echtzeit, das zugehörige Lagebild zeigte relevante Warnstufen besonders für die westlichen Küstenabschnitte der Mentawai Inseln. Die Messung des Tsunamis an Pegelstationen auf den Inseln und an der Küste Sumatras erfolgte präzise, so zeigte die Station Padang den nach 55 Min. eintreffenden Tsunami mit 31 cm Wellenhöhe korrekt an. Der Unterschied in der Wellenhöhe zwischen der Pagai-Insel und der Küste Sumatras erklärt sich durch den Bebenprozess selbst: der größte Teil der Energie wurde in Richtung Südwest, auf das offene Meer abgestrahlt, zudem wirkten die Mentawai-Inseln wie ein Wellenbrecher in Richtung Sumatra-Hauptinsel. Daher konnt der Tsunami-Alarm bereits nach 56 Minuten wieder aufgehoben werden. Wie beim Tsunami von Samoa vom 30.09.2009 zeigt sich hier, dass es einen umfassenden Schutz vor Erdbeben und Tsunamis nicht geben kann: direkt am Entstehungsort sind das Erdbeben und das Eintreffen des Tsunamis nahezu zeitgleich. Je größer die Entfernung zum Erdbebenort ist, desto länger ist die Vorwarnzeit. Für die Bewohner der Inselkette vor Indonesien ist das Risiko sehr hoch. Das Vorhandensein eines funktionierenden Tsunami-Frühwarnsystems darf nicht in einen kompletten Schutz vor der Katastrophe umgedeutet werden. Gerade dieses trügerische Sicherheitsgefühl zu bekämpfen, ist Teil der Arbeiten für das Tsunami-Frühwarnsystems für Indonesien.

 

via Informationsdienst Wissenschaft



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Geo Video: Virtueller Flug über die Wellington Störung

04. Oktober 2010, 17:45

 

Lage der Wellington Störung und benachbarter Störungen. Wikimedia, user Mikenorton

Auf dem Video unten ist ein virtueller Flug über die Wellington Störung zu sehen. Die Wellington Störung gehört zu einem größeren und aktiven Störungssystem, welches sich auf der Nordinsel Neuseelands befindet und die Grenze zwischen der Indo-Australischen Platte auf der einen und der Pazifischen Platte auf der anderen Seite darstellt. Dieses Störungssystem ist für einige der schwersten Erdbeben in Neusseeland verantwortlich. Auf dem Video ist gut zu erkennen, wie die Störung die Morphologie der Landschaft beeinflusst. Häufig folgen Flüsse und damit Täler diesen geologischen Schwächezonen.



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Erkundung von Erdbebengebieten mit LiDAR

27. September 2010, 18:27

Erdbeben stellen eine der wohl gefährlichsten Ausprägungen unseres aktiven Planeten dar. Sicher, große Vulkanausbrüche können auch ganze Landschaften verändern, und manche machen sie auch für die großen Aussterbewellen der Erdgeschichte zumindest mitverantwortlich. Aber diese Ereignisse sind zum Glück sehr selten, und auch kleinere Vulkanausbrüche lassen sich mittlerweile relativ gut vorhersagen. Erdbeben dagegen sind, trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte und so mancher anders lautender Behauptungen, nach wie vor nicht mit präziser Sicherheit vorherzusagen. Als einziges lassen sich die aktiven Störungen überwachen und eine annähernde Wahrscheinlichkeit für deren erneutes Aktiv werden aussagen. Eines der Hilfsmittel, um Störungen und die Auswirkungen von Erdbeben in der Landschaft zu erforschen ist LiDAR, eine dem RADAR verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Sarah Robinson und Andrew Whitesides haben mit Unterstützung des SCEC (Southern California Earthquake Center) einen informativen Film über den Einsatz von LiDAR bei der Erforschung von Erdbeben produziert.





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Erdbeben von Christchurch - Neuseeland am 3. bzw. 4. September 2010

14. September 2010, 20:38

Am Freitag, 16:35:46 UTC (Sonnabend 04:35:46 Ortszeit) gab es in Neuseeland South Island ein Erdbeben der Stärke 7.0 (USGS) bzw. 6.7 (GEOFON). Seither erschüttern viele Nachbeben die Ebene, die Unruhe der Erde ist hier sehr schön in einer Animation zu erkennen.

Die Abbildung unten aus den Daten der Shuttle Radar Topography Mission zeigt die Lage des Epizentrums rund 45 Kilometer westlich von Christchurch. Deutlich ist auch der Einfluss der Geologie auf die Topographie und die Verwundbarkeit der Stadt. Neuseeland liegt direkt an der Plattengrenze der Pazifischen und der Australischen Platte. Die beiden Platten bewegen sich auf der Südinsel an der Alpinstörung aneinander vorbei, einer rechtshändigen Blattverschiebung. Diese Bewegung hat über geologische Zeiträume die Südalpen entstehen lassen.

Epizentren des Erdbebens vom 3. September und größerer Nachbeben. Credit: NASA


Am 4. September war es aber nicht die Alpine Verwerfung, welche das Beben auslöste, sondern entlang einer Ost-West streichenden Störung, die bislang unbekannt war.
Die Südinsel Neuseelands wird von vielen Störungen durchzogen, die alle ihre Ursache in der Bewegung der beteiligten Platten haben, und die sich meist durch entsprechende Spuren an der Oberfläche verfolgen lassen. Die Störung vom Beben am 4. September jedoch blieb unter den Sedimenten der Canterbury Plains, einer Ebene zwischen den Südalpen und dem Pazifik, verborgen.  Nach dem Beben lässt sie sich jetzt dagegen gut verfolgen, wie das Video unten zeigt.

 

Diese Ebene entstand aus pleistozänen Gletscherablagerungen, die gegen Ende der Eiszeit von größeren Flüssen wie beispielsweise dem Waimakariri River, Rakaia River, Selwyn River und dem Rangitata River aufgearbeitet wurden. Dabei überdeckten die Ablagerungen nicht nur die oberflächlichen Spuren der Störung, sie sorgten auch noch zusätzlich dafür, dass die Folgen des Erdbebens stärker ausfielen als ohne sie. Sedimentäre Aufschüttungen, ebenso wie Aufschüttungen aus menschlichen Aktivitäten verstärken Erdbeben, eine Erfahrung, die schon in mancher erdbebengefährdeten Stadt gemacht wurde. Die Sedimente übertragen die seismische Energie sehr gut,
Zudem zeigen lockere Sedimente, zumal wenn sie zusätzlich noch wasserhaltig sind (und das sind sie ziemlich oft) infolge starker Erschütterungen ein Phänomen, das man Bodenverflüssigung nennt. Der Boden verhält sich dann in etwa so, wie es eine Flüssigkeit tut. Durch die Bewegung während des Bebens werden die Körner der Sedimente zusammengedrückt, wobei sich das Wasser in den Poren jedoch nicht zusammendrücken lässt. Dabei setzt sich dann eine Druckwelle durch das Sediment fort, das seine Scherfestigkeit verliert.  Im unteren Video ist das sehr gut zu erkennen.

 



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Erdbeben von Haiti – doch nicht die Enriquillo-Störung?

15. August 2010, 17:41

 
Die Enriquillo-Plantain Garden Verwerfung, die ursprünglich für das verheerende Magnitude 7 Erdbeben in Haiti vom 12. Januar 2010 mit seinen über 200 000 Toten verantwortlich gemacht wurde, ist daran möglicherweise unschuldig. Das wurde letzte Woche auf einem AGU Treffen bekannt. Vielmehr soll eine bisher unbekannte Störung das Beben ausgelöst haben. Dadurch wird das tektonische Bild, das wir bisher von der Region hatten, komplizierter als es ohnehin schon ist.
 
Herdflächenlösung für das beben von Port-au-Prince am 12. Januar 2010.

 Das zeigte sich schon an der Herdflächenlösung, die zwar deutlich auf eine Blattverschiebung deutet, aber es zeigen sich auch andere Elemente. Das Ganze ähnelt in gewisser Hinsicht einer Schrägaufschiebung. Die Nodalflächen, welche die dunklen und die hellen Bereiche des „Wasserballs“ voneinander trennen, sind nicht exakt vertikal, und sie sind leicht gebogen anstatt gerade. Das bedeutet, dass neben einer Bewegung aneinander vorbei, wie er für „normale“ Blattverschiebungen anzunehmen wäre, auch noch eine konvergente, also gegeneinander gerichtete Bewegung zu finden ist. Während also ein großer Teil der beteiligten Krustenblöcke aneinander entlang schiebt, findet sich auch eine leichte Aufschiebung des einen gegenüber dem anderen Block. Das zeigen auch Radar-Höhenmessungen, wie sie von Satelliten durchgeführt wurden.
 
Radar Hebungsmessungen Haiti
Gebiete mit Hebung (rot) und Senkung (blau) des Erdbebens vom 12. Januar 2010. Grün eingezeichnet ist die Enriquillo-Störung und das Epizentrum (Stern). Credit: Eric Fielding/JPL/NASA/JAXA.
 
Dabei zeigen sich zwei interessante Dinge: Im Norden hat das Beben zu einer deutlichen Hebung des Geländes geführt, während sich das Gelände im Süden absenkte. Die Grenze zwischen beiden Gebieten ist scharf und ohne nennenswerten Übergang. Die Grenze zeigt eine Störung, die grob in ost-westlicher Richtung streicht. Allerdings, und das ist das eigentlich interessante an der Aufnahme, folgt dieses Gebiet des Übergangs nicht der bekannten Enriquillo-Störung, die in dem Bild ebenfalls eingezeichnet ist, sondern liegt wie auch das Epizentrum südlich von ihr.
Außerdem ziehen sich die Gebiete mit Hebung bzw. Senkung bis in deutliche Entfernung von der Zone des Übergangs in nördliche bzw. südliche Richtung. Ein derartig breites Gebiet beeinflussen Störungen, die flach einfallen. Bei steil einfallenden Störungen wäre ein deutlich kleineres Gebiet von den Änderungen betroffen. Und die Enriquillo-Störung fällt steil ein.
 
 Je flacher eine Aufschiebung einfällt, desto weitere Bereiche werden von der Hebung bzw. der Absenkung beeinflusst.
 
Das bedeutet, dass die Enriquillo-Störung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für das Erdbeben am 12. Januar in Haiti nicht verantwortlich war. Es sieht ganz danach aus, dass hier eine Störung aktiv wurde, die sehr flach nach Norden einfällt und die Enriquillo-Störung möglicherweise in der Tiefe schneidet. Dieser neu entdeckten Störung hat man den vorläufigen Namen Leogane-Störung gegeben, nach der Stadt, welche sich im Zentrum des von der Hebung betroffenen Gebiets befindet.
Doch damit ist noch nicht genug. Auch der Anteil der Blattverschiebung an dem Beben ist möglicherweise nicht der Enriquillo-Störung zuzurechnen, sondern stammt von einer weiteren Störung in der Gegend, die zum selben Zeitpunkt aktiviert wurde. Das war einer der Gründe, warum es nicht sofort aufgefallen ist, dass die Enriquillo-Störung überhaupt nicht für das Beben verantwortlich war. Denn die Erdbebenwellen, die von den beiden parallel stattfindenden Ereignissen ausgingen, wurden in den Erdbebenstationen zusammen aufgefangen und als ein einzelnes Ereignis gewertet.
Interpretation Haiti Beben

Denn die Bewegung zwischen der Nordamerikanischen und der Karibischen Platte werden nicht nur von einer Störung aufgefangen, sondern von einem ganzen Bündel mehr oder weniger paralleler Störungen. Das mag auf den ersten Blick nicht viel ändern. Es sind ja immer noch dieselben 40 Kilometer westlich, in denen der Hauptanteil der freigesetzten seismischen Energie die Verheerungen anrichtete und es sind immer noch dieselben 20 Kilometer östlich, in denen sich seit mehr als 250 Jahren die aufgestaute seismische Energie nicht entladen hat, was immer noch eine ernstzunehmende Gefahr für Port-au-Prince darstellt.
Für die Abschätzung des seismischen Risikos ist es aber entscheidend, ob es sich um eine große Störung handelt, oder ob das Risiko von ganzen Schwärmen von Störungen ausgeht. Und es macht die Frage schwieriger, welche zusätzliche Last durch das Beben auf die Strukturen östlich des Epizentrums geladen wurde, und die sich in nicht allzu ferner Zukunft dann in einem neuen, möglicherweise ebenso verheerenden Beben entladen könnte. Das sind aber genau die Fragen, die sich in Haiti stellen, wenn man Port-au-Prince wieder aufbaut und die Infrastruktur gegen kommende Erdbeben schützen will.
 
Eric Calais in einem Video über die Mechanismen des HaitiErdbebens



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Tiefbeben unter Südspanien

15. April 2010, 18:10

Montag, den 12. April um 12:08 Uhr hat unter dem Süden von Spanien die Erde gebebt. Das Beben mit seinem Epizentrum nur rund 25 Kilometer südöstlich von Granada, das immerhin eine Stärke von 6,3 (USGS) bzw. 5,9 (GEOFON) hatte, verursachte aber keine Schäden. Und weil eben kein Stein von der Alhambra heruntergefallen war, ist dieses Erdbeben unter den vielen tödlichen Erdbeben in diesem immer noch recht jungen Jahr wohl auch untergegangen. Dabei war das beben durchaus bemerkenswert, auch wenn an der Oberfläche wohl kaum einer wirklich viel gespürt haben wird. Denn dazu war es viel zu tief. Das Hypoentrum lag in einer Tiefe von rund 616 bis 622 Kilometern. Und das ist das bemerkenswerte daran, denn so tiefe Beben kennt man nur von Subduktionszonen. So kommen sie im pazifischen Feuerring vor, oder eben in Europa im Gebiet des Tyrrhenischen Meeres. Aber für Südspanien ist bislang keine Subduktionszone bekannt (es gibt aber einige Hinweise). Hinzu kommt, dass in diesen extremen Tiefen, wir befinden uns hier am Übergang des oberen zum unteren Erdmantel Der Druck ist hier so gewaltig ist, und das Gestein so heiß, dass es sich vermutlich plastisch verformt, bevor es genug Spannung aufbauen kann. » weiter

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