SciLogs International .eu.be.es.de
scilogs Mente spektrum.de

aktuelle Artikel RSS

Ein Nerd unter den Gesteinen - Schriftgranit

09. Mai 2012, 22:53

Manchmal kann man in Graniten seltsame Gesteine finden. In ihnen sind die Quarze und die Kalifeldspäte so regelmäßig miteinander verwachsen, dass es entfernt an eine runenartige Schrift erinnert. Tatsächlich werden diese Gesteine auch als Runit oder eben Schriftgranit bezeichnet.

Aber statt irgendwelche geheimnisvollen Hinweise uns weit überlegener Wesen zu sein, sind diese Formen nichts anderes als Hinweise auf die kristallographischen Gesetzmäßigkeiten, nach denen die beteiligten Minerale auskristallisieren. Wer also vermag, diese Zeichen zu deuten, der erfährt grundlegendes über Kalifelsdspäte und Quarz, sowie die Art und Weise wie die betreffenden Minerale aus ihrer Schmelze auskristallisierten.  » weiter

Geschrieben in Gesteine | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Seltene Erden - Auch im Geschiebe

26. März 2012, 22:22

Die Seltenen Erden werden ja in letzter Zeit häufiger in den Medien genannt, meist im Zusammenhang mit Knappheit und der Tatsache, dass die Weltförderung fast nur noch in China stattfindet. Wer jetzt aber glaubt, diese Elemente seien ob ihres Sammelnamens nun selten, oder sie kämen gar nur in China in abbauwürdigen Mengen vor, der irrt (Lars hatte sich schon einmal in epischer Breite um das Thema gekümmert).

Die Bezeichnung "Seltene Erden" beispielsweise geht auf ihre Entdeckungsgeschichte zurück. Sie wurden zuerst in seltenen Mineralen gefunden. Aus diesen seltenen Mineralen hatte man sie in Form von Oxiden isoliert, und Oxide wurden zu dieser Zeit als "Erden" bezeichnet. » weiter

Geschrieben in Lagerstätten , Gesteine | 5 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Hier geht es heiß her - Pyroklastische Ströme

19. März 2012, 22:46

Wenn normale Menschen an die gefahren eines Vulkanausbruches denken, dann denken sie meist an schnell fließende Lava, die alles unter sich begräbt. Daran ist sicher auch Hollywood nicht ganz unschuldig. Ich erinnere mich, dass ich einmal mit einer Gruppe Geologen im Film Dantes Peak im Kino war, und wir kollektiv an der (für den Rest der Zuschauer) falschen stelle lauthals losgelacht haben, als nämlich die Protagonisten des Films vor einer dünnflüssigen, wie Wasser fließenden Lava fliehen mussten. Was den übrigen Zuschauern nämlich als höchst normal erschien, ein Vulkanausbruch und entsprechend fließende Lava, erkannten wir schnell als vom geologischen Standpunkt aus gesehen höchst lächerlich. Der betreffende Vulkan hätte nämlich einen sauren Charakter gehabt, also seine Lava wäre reich an Kieselsäure gewesen und dementsprechend zäh wie Rapshonig. Gut, jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum man vor Rapshonig hätte fliehen sollen. Das wäre sicher kaum dramatisch. Die Lava kann sogar so zäh werden, dass, wie es 1902 beim Mt. Pelée passierte, als 350 m hohe Nadel aus dem Schlot gepresst wird. » weiter

Geschrieben in Vulkane , Gesteine | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Gestein des Jahres - Quarzit

03. Januar 2012, 22:51

Was passiert, wenn ein Sandstein (oder wahlweise auch andere, sehr quarzreiche Gesteine wie zum Beispiel Quarzkonglomerate) von einer Metamorphose erfasst wird? Nun, eigentlich nicht besonders viel. Jedenfalls, wenn man es mit den Vorgängen in vielen anderen Gesteinen mit komplexerem chemischen Aufbau vergleicht. Es entsteht ein Quarzit, das Gestein des Jahres 2012. Seit 2007 werden die Gesteine des Jahres durch den Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) gemeinsam ausgewählt. » weiter

Geschrieben in Geologie , Gesteine | 5 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Gesteine (nicht nur) für Vegetarier - Fruchtschiefer

17. Oktober 2011, 22:52

In einem vorhergegangenen Beitrag hatte ich ja schon einmal beschrieben, was einem Granit passiert, der im eigenen Saft kocht. Eine granitische Schmelze ist, wenn sie ihren Platz einnimmt, mindestens 750°C heiß, während das umgebende Gestein meist deutlich kälter ist. Man kann sich also leicht vorstellen, dass eine deutliche Aufheizung des umgebenden Gesteins um 400 bis 600 ° C sicher auch einige Folgen für das betreffende Gestein haben wird. Außerdem können große Plutone durchaus über einen ziemlich langen Zeitraum Wärme liefern und die heißen fluiden Phasen, die uns schon unseren Unakit beschert haben, können auch das umgebende Gestein deutlich verändern. Das soll aber heute nicht das Thema sein.

  » weiter

Geschrieben in Gesteine | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Mal was fürs Auge: Unakit

14. April 2011, 23:13

Heute will ich mal ein etwas ungewöhnliches Gestein vorstellen, das sich in den letzten Jahren auch in der Esoterikszene zunehmender Beliebtheit erfreut. Dort auch unter dem Namen Blumenjaspis (teilweise als Jaspisimitat). Ich habe keine Ahnung, was dort dem Gestein alles angedichtet wird. Mir ist eh schleierhaft, warum man sich nicht auch so an Gesteinen und Minerale erfreuen kann, ohne diesen Hokuspokus. Aber egal. Dieses Gestein hat auch ohne diesen Hokuspokus eine ganz interessante Geschichte.  » weiter

Geschrieben in Gesteine | 5 Kommentare | 1 Trackbacks | Permalink


Särna Porphyr

13. April 2011, 22:57

Särna Porphyr, eigenes Photo, CC-by-SA-2.5.

Eines der Gesteine, denen man bei einem Strandspaziergang häufiger begegnet, ist der Särna Porphyr. Seine Heimat lag ursprünglich im nördlichen Teil von Dalarna, Schweden. Typisch für ihn ist eine dichte, rötliche Grundmasse In dieser schwimmen bis zu 5 mm große, hellgraue Quarzeinsprenglinge und bis 3 mm große, sehr zahlreiche Kalifeldspäte. Die Kalifeldspäte sind meist weiß und fast porzellanartig, selten auch bräunlich oder rosa gestreift. Plagioklas ist selten und dann grünlich gefärbt. Es gibt auch Varietäten mit dunklerer Grundmasse und größeren Kalifeldspäten bis zu Zentimetergröße. Manchmal zeigt sich ein ignimbritartiges Streifenmuster. Ein deutliches Zeichen seiner Entstehung. Dieser quarzhaltige Porphyr ist ein vulkanisches Gestein. Die größeren Einsprenglinge hatten sich schon in der Magmenkammer gebildet, während die Grundmasse an der Erdoberfläche erkaltet ist. Diese Gesteine wurden früher (und manchmal heute auch noch) als Quarzporphyr bezeichnet. Die eigentlich heute gültige Bezeichnung aber ist Rhyolith.



Geschrieben in Gesteine | 2 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Die Überflutung in Pakistan - immer noch da

12. April 2011, 00:22

Lars Fischer hatte es in seinem Blog vor einigen Tagen angesprochen. Unsere mediale Aufmerksamkeit gegenüber Katastrophen ist ziemlich kurz. Daher möchte ich hier in meinem Blog anlässlich einiger Satellitenbilder die Gelegenheit ergreifen, ebenfalls noch einmal auf die Flut in Pakistan hinzuweisen.

Der letztjährige Monsun war außergewöhnlich heftig in Pakistan. Nicht nur dass es im Zeitraum vom 27. bis 30 Juli in einigen Regionen Nordpakistans mehr als 300 l pro Quadratmeter regnete. Die Niederschläge im Juli lagen laut dem pakistanischen meteorologischen Dienst um 772 % über dem Durchschnitt für den Monat. Im August hat es in Khanpur sogar um 1483 % mehr Regen gegeben als normal.   » weiter

Geschrieben in Gesteine | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Gesteine: Der Kinnekulle Diabas

11. April 2011, 15:57

 

Kinnekulle-Diabas, leider nicht ganz vorteilhaft getroffen, eigenes Bild, CC-BY-SA 2.5

Der Kinnekulle-Diabas oder auch kurz Kinne-Diabas ist ein recht charakteristisches Gestein, das man sofort wieder erkennt, wenn man es einmal gesehen hat. Es kommt in Schweden in Västergötland südlich des Vänersees vor, vor allem um den Kinnekulle. Seine Farbe ist grau gesprenkelt. Grauschwarze Augite mit 2 bis 8 mm Durchmesser sind von hellen Plagioklasleisten durchwachsen. Diese so genannten Nester treten häufig als Erhebungen über die dunkleren Bereiche hervor. Zwischen den Nestern kann man Olivinkörner erkennen, die aber meist zu Serpentin umgewandelt oder gänzlich verwittert sind. Daher können die Zwischenräume entweder eine grünliche Farbe haben oder sie sind rostfarben. Die charakteristische graugesprenkelte Oberfläche ist an verwitterten Gesteinen leichter zu erkennen als an frischen Anschlägen. Das Alter des Gesteins ist rund 250 Millionen Jahre (Perm). Recht ähnlich ist der Särna Diabas, der aber mit 2 bis 4 cm meist deutlich größere Augitnester aufweist.



Geschrieben in Gesteine | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Scolithus Sandstein

04. April 2011, 18:10

 

Scolithus Sandstein mit roten Röhren, Rerik Ostseestrand, Mecklenburg Vorpommern. Eigenes Bild, CC-SA_3,0

Manchmal findet man bei Spaziergängen am Strand auffällig gemusterte Sandsteine. In ihnen finden sich parallele, mit Sandstein gefüllte Röhren, die senkrecht zur Schichtung verlaufen. Dies sind die so genannten Scolithus Sandsteine, von denen es zwei unterschiedliche Varianten gibt. Einmal die oben gezeigte mit den roten Röhren, und einmal eine mit weißen Röhren. Die Sande der Sandsteine wurden im frühen Kambrium in flachen Gebieten abgeklagert. Auf und in ihnen lebten verschiedene Tiere, welche die Bauten im Sediment hinterlassen haben. Vermutlich (aber genaues weiß man nicht) waren es Würmer. Damit stellen diese Steine mit die ältesten Zeugnisse tierischen Lebens dar, die man bei uns finden kann. Die roten Steine stammen ursprünglich aus der Gegend um den Kalmarsund, die mit den hellen Röhren sind weiter verbreitet und sind daher nur bedingt als Leitgeschiebe verwendbar.



Geschrieben in Gesteine | 4 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


szmtag