28. April 2010, 23:16
Vereinfachtes Pappmodell des Eyjafjallajökull
Über den Eyjafjallajökull (oder schlicht „der Vulkan auf Island“, wie er in den Medien meist nur noch genannt wird), ist ja eigentlich schon fast alles gesagt. Seine Aschenwolke hat Europa einige flugfreie Tage beschert, welche den Airlines herbe Verluste einbrachten und manche Manager derselben arg unter Druck setze. Dafür hatten die Anwohner diverser Einflugschneisen einige Tage himmlische Ruhe. Vielfach wurde von den Vertretern der Fluggesellschaften und
anderen schlicht bestritten, dass an den Aschewolken mehr als nur eine Computersimulation war. Dabei wurde die besagte Aschenwolke bereits am 19. April per
LIDAR über
Bad Kühlungsborn (unter anderen Standorten) nachgewiesen. Auch der
Messflug eines Flugzeugs des DLR machte das deutliich, wenn auch für die Diskussion zu spät. Stefan Oldenburg erläutert in
Clear Skies sogar, wie man die Wolke auch ohne derartige Hilfsmittel hätte beobachten können. Es wäre für alle diejenigen, die so lauthals und medienwirksam über angeblich nur simulierte Aschewolken lamentierten, also ein Einfaches gewesen, sich persönlich vom Gegenteil zu überzeugen. Die gesamte Geschichte des aktuellen Ausbruches des Eyjafjallajökull kann man beim
British Geological Survey nachlesen.
Der British Geological Survey hat sich auch noch etwas Besonderes einfallen lassen, um die Funktionsweise eines Vulkans wie dem Eyjafjallajökull deutlich zu machen: Ein vereinfachtes
3-D Modell des Vulkans, mit Gipfel, Krater und der Aschenwolke, als
Schnittmusterbogen zum herunterladen. Das Ganze soll den Bau und die Funktionsweise eines Vulkans verdeutlichen und zeigen, wie der Vulkan mit dem mittelatlantischen Rücken und der Plattentektonik beeinflusst wird. Auch der Weg des Schmelzwassers vom Gletscher zum Meer wird im Modell angedeutet. Die Höhe des Vulkans ist dabei stark übertrieben, damit die Einzelheiten besser erkennbar werden, die Details sind also nicht maßstäblich.
Viel Neues gibt es derweil vom Vulkan nicht zu berichten. Die Eruption bewegt sich auf demselben Level wie in den vergangenen Tagen. Die explosive Tätigkeit entspricht bei weitem nicht mehr der des Höhepunkts der Eruption am 14. – 17. April, aber es gibt wohl auch keine Hinweise, dass die Eruption schnell beendet würde. Da immer noch rund 20 bis
40 t Lava aus den aktiven Zentren in Richtung des Gletschers fließen, bleibt der Abfluss von Schmelzwasser erhöht.
Eine beeindruckende
Aufnahme des Vulkans und der Aschenwolke hat das Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer (
ASTER) des Satelliten
Terra während des Höhepunktes der Eruption am 19. April gemacht.
Der Eyjafjallajökull, mit dem aktuellen Eruptionszentrum und dem älteren am Fimmvörduhals. Credit: NASA
Wer mehr beeindruckende Bilder der Eruption sehen will, der ist bei
boston.com gut aufgehoben.
Zum Schluss noch einige Videos. Beim ersten ist gut zu erkennen, wie die Lava am 8. April 2010 aus einer Spalte gefördert wird.
Auch beim zweiten Video wird eine Spalteneruption gezeigt.
Das dritte zeigt einen Jökullhaup, der durch Schmelzwasser ausgelöst wird.
Große vulkanische Bomben. Die ganze Gewalt der Eruption zeigt sich erst aus der Luft!
Hier kann man die Schockwellen sehen, welche bei den Explosionen im vom Krater durch die Aschenwolke gehen.
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Vulkane
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