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Inmitten einer großflächigen Kieselalgenblüte

14. Februar 2012, 11:37

Kurz nachdem wir die Station bei 52°S, 8°W (`Salpastan´) beendet hatten, verschlechterte sich das Wetter zusehends. Wir fuhren zum nächsten Wegpunkt bei 52°S, 9°W, um dort eine Sedimentfalle auszulegen, u.a. weil wir wissen wollten, wie viel und welche Art von Partikeln aus der Deckschicht heraus in tiefere Wasserschichten hinabrieseln. In erster Linie dachten wir dabei an Kotballen von Salpen (Abb. 1). Aber wie viele würden sie in dieser chlorophyllarmen Region produzieren und würden die Kotballen wirklich absinken oder schon in den oberen Wasserschichten von  anderen Organismen weiterverarbeitet werden? » weiter

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Lebensvielfalt am Ozeanboden in 4000 m Tiefe

06. Februar 2012, 11:53

Sonntag, 22. Januar 2012. Bei 53°S, 10°O arbeiten wir weiter an der bereits Samstagmorgen begonnenen Station. Es kommen alle Instrumente zum Einsatz: CTD, Lichtsensor, Go-Flo, RM-Schleppnetz, Bongonetz, der kleine MUC, Epibenthosschlitten und das Agassiz-Schleppnetz. Wir beenden den 10°O-Schnitt, da wir wie erwartet bei 53°S auch die dritte der hier eng bei einander liegenden Fronten (siehe 2. Wochenbericht) überschritten haben und wenden uns nach Westen. Satellitenaufnahmen der Ozeanfarbe deuten auf extrem geringe Chlorophyll- und damit Phytoplanktonkonzentrationen auf einer großen Fläche im Bereich zwischen dem Greenwich-Meridian (0°W) und 10°W im Breitenbereich von 55°S bis 48°S hin. Unser nächster Wegpunkt bei 52°S, 8°W liegt innerhalb dieses Gebietes. Wir möchten herausfinden wie der auffallend starke Kontrast zu dem auf gleicher Breite chlorophyllreichen Gebiet westlich von 10°W erklärbar ist. » weiter

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Entlang 10° Ost nach Süden

01. Februar 2012, 11:02

Sonntag, 15. Januar: Wir haben den gestrigen Sturm mit Böen bis zu Windstärke 11 ohne Probleme überstanden. Viele jüngere KollegenInnen waren mit mulmigen Gefühlen in den Samstag gegangen. Das Schiff hat trotz der bis zu 8 Meter hohen Wellen aber nur wenig gerollt. Durch die erste Sturmerfahrung haben jetzt auch die Neulinge endgültig Zutrauen zu Polarstern gewonnen. Obwohl der Wind bereits am späten Samstag nachließ, konnten wir wegen des länger anhaltenden hohen Seegangs erst in der Nacht zum Sonntag unser Stationsprogramm wieder aufnehmen. » weiter

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Von Kapstadt bis zur Subantarktischen Front

18. Januar 2012, 10:10

Samstag, 7. Januar: Polarstern ist vor zwei Tagen aus der Antarktis zurückgekommen und liegt jetzt im Hafen von Kapstadt. Die Wissenschaftler der vergangenen Expedition haben das Schiff bereits verlassen und befinden sich auf der Rückreise oder sind vielleicht schon wieder zu Hause angekommen. Kapitän Pahl und seine Mannschaft erwarten uns gut vorbereitet für den bevorstehenden Fahrtabschnitt. Polarstern hat einen großen Teil unserer Ausrüstung bereits aus Bremerhaven mitgebracht. Weitere Messinstrumente werden in Kapstadt hinzugeladen. Auch die drei Kisten, die direkt von einer anderen Expedition im Pazifik kommen und lange im Zoll in Manila hängengeblieben waren, sind rechtzeitig angekommen und gut verstaut.

 Im Laufe des Nachmittags gehen 50 Wissenschaftler aus 12 Ländern an Bord, um gemeinsam neun Wochen im Südlichen Ozean zu forschen: neben einigen Seniorwissenschaftlern, die schon mehrfach in diesem Meeresgebiet mit Polarstern unterwegs waren, sehr viele junge Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil Daten für ihre Doktor- oder Masterarbeiten sammeln wollen, zum ersten Mal an einer längeren Seereise teilnehmen und noch gar nicht wissen, ob sie der Seekrankheit entgehen können. Jeder kennt einige der anderen Kollegen, aber keiner kennt alle anderen. Ein spannender Prozess des Kennenlernens beginnt: Das breite Spektrum an Wissen und Erfahrung wird helfen, unsere interdisziplinäre Forschung voranzubringen. Zu den 49 Namen der anderen Wissenschaftler kommen noch die der mehr als 40 Besatzungsmitglieder. » weiter

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Rückreise über Bouvet Island

20. April 2011, 16:56

Der größte Teil des Montags – wir liegen noch beim Eisbergrastplatz Austasen – vergeht mit der am Sonntag begonnenen Kalibrierung des Fischlots. Am Abend machen wir noch einen Hol mit dem GSN, der nichts Neues bringt außer zwei der seltenen Solenogastren (Wurmmollusken). Der letzte ROV-Einsatz zwischen den Eisbergen bestätigt die bisherigen Eindrücke aus stark gestörten Gemeinschaften. Interessant sind mehrere Stauromedusen, bodenlebende Quallen, die wir auch im Netz gehabt haben. Claudio und Thomas geht es mit ihrem ROV-Einsatz in erster Linie um die Filtrationsraten von Schwämmen.  » weiter

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Herbst im BENDEX-Gebiet

17. April 2011, 10:26

Unsere zweite BENDEX-Woche beim Eisbergrastplatz Austasen ist extrem kalt. Am späten Montagnachmittag messen die Meteorologen -25°C Lufttemperatur, bei dem kräftigen Wind entspricht das einer Chilltemperatur von -54°C. Um das Schiff ist Neueisbildung in vielen verschiedenen Formen zu beobachten, Pfannkuchen in allen Größen driften vorbei. Der Wind treibt Wellen in den noch offenen Lagunen vor sich her, überall werden Eisnadeln in Fronten zu Eisbrei zusammengetrieben, und Schwaden von Seerauch zeigen den ozeanischen Wärmeverlust in den Lagunen. Mit Ausnahme des Mittwochs, an dem morgens dichter Nebel herrscht, bleibt uns die Sonne treu, und der Wind geht stark zurück.  » weiter

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Im BENDEX-Gebiet

15. April 2011, 10:39

In dieser Woche haben wir unter hochantarktisch-herbstlichen Bedingungen im Seegebiet SW der Neumayer-Station zwischen 70° und 72° südlicher Breite gearbeitet. Seinen Namen „BENDEX“ hat das Programm von einem benthischen Störungsexperiment, bei dem in der Nachbarschaft des Eisbergrastplatzes Austasen in der Saison 2003/04 die bodenlebende Oberflächenfauna mit Hilfe eines modifizierten Grundschleppnetzes auf einer Fläche von 100 x1000 m weitgehend abgeräumt wurde, um die Wirkung eines auflaufenden Eisbergs zu simulieren. Dieser Eingriff ist nun bereits sieben Jahre her, die der Bodenfauna zur Verfügung standen, um das Gebiet neu zu besiedeln. » weiter

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Überfahrt zur Neumayer-Station

28. März 2011, 17:56

Die Woche beginnt genau so herrlich wie der letzte Sonntag; die Morgensonne taucht die Eisschollen, Eisbrocken, Eisberge wieder in alle Farbtöne von rot bis weiß. Wir sind auf dem Weg aus dem Larsen-Gebiet nach Norden, um Steffi an der chilenischen Station Frei abzuliefern, die einen Flugplatz hat. Um 10 Uhr Durchsage des 1. Offiziers: "Information für alle: In wenigen Minuten passieren wir eine große Eisscholle mit sehr vielen Robben!" Es sind Krabbenfresser, zu erkennen an der spitzen Hundeschnauze und der hellen Farbe des Fells. Weitere Eisschollen folgen, die mit Robben bepackt sind. Bei Annäherung des Schiffes erwachen sie, bewegen sich einige Meter von uns fort und fallen in ihren Verdauungsschlaf zurück. Auch einzelne Seeleoparden und Orcas sind zu beobachten, letztere aber nur aus der Ferne. Die Seeleoparden haben den typischen Schlangenkopf, einen kräftigen, langen Körper und sehen nicht ungefährlich aus. Viele der Krabbenfresser haben Bissnarben, vermutlich von den Schwertwalen, einige bluten aus frischen Wunden – der Kampf ums Dasein ist hart in der Antarktis! Um das Schiff flattern den ganzen Tag einzelne Schneesturmvögel; am Nachmittag tauchen auch zwei Scheidenschnäbel auf, die sich für die Aufbauten des Rettungsbootes interessieren.  » weiter

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Abschied vom Larsen-Schelfeis

21. März 2011, 14:41

In der Antarktis vergeht die Zeit wie im Flug. Wir stellen mit Verblüffung fest, dass mit Ablauf dieser Woche bereits die Hälfte unserer Expeditionszeit vorbei ist. Das Wetter hat es diesmal weniger gut mit uns gemeint; allerdings hatten wir weniger mit hohen Wellen als mit schlechter Sicht zu kämpfen. Miserable Sichtverhältnisse aufgrund von Nebel oder dichtem Schneefall verhindern die Eiserkundung, verlangsamen die Fahrt durch Eisfelder und machen es unmöglich, in der Eisbedeckung Lagunen zu finden, in denen wir arbeiten können.

Dicke Eisfelder und treibende Eisbrocken gefährden Drähte, Kabel und Instrumente. Hoher Seegang bringt Wasser an Deck, lässt Geräte wie den Multicorer oder Dieters „magic gear“ so am Draht pendeln, dass sie kaum zu halten sind, und verwandelt den Bongo oder leichte Planktonnetze in Flugdrachen. Heftiges Stampfen des Achterdecks macht ein geregeltes Arbeiten mit dem Multiboxcorer (MG) oder dem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug (ROV) am Boden fast unmöglich. Auf der „Polarstern“ behindert das Wetter den Arbeitsablauf zwar weniger als auf anderen Schiffen, aber es ist unter antarktischen Bedingungen doch ein ernstzunehmender Faktor.

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Bransfield Strait bis Larsen

08. März 2011, 10:02

Am Montagmorgen ist der Sturm wie weggewischt, nur eine leichte Dünung ist geblieben. Wir dampfen bei dunstigem Wetter durch ein graues Meer in Richtung Halbinsel. Abends hält Wolf einen Bildervortrag über die Magellanregion.


Das Dallmann-Labor an der argentinischen Antarktisstation Jubany. (Foto: A. Rose)
Am nächsten Morgen ist es beim Aufstehen noch dunkel, eine Folge unserer Zeitumstellung auf UTC. Draußen ist es schon wieder neblig, als sich das Tageslicht durchsetzt. Es regnet. Schemenhaft sieht man die Insel King George in etwa 2 Meilen Entfernung. Von der wichtigsten Landmarke, dem Felsmassiv „Tres Hermanos“, ist nichts zu sehen. Der Wind ist schwach, brist aber im Lauf des Tages auf.  Der Heli-Flug zum Dallmann-Labor kann erst um 11 Uhr stattfinden, weil wir den Argentiniern sonst um 7 Uhr Lokalzeit auf der Matte stünden. Der argentinische Stationskommandant und die deutschen Wissenschaftler begrüßen uns herzlich. Beim Kaffee im Dallmann-Labor erfahren wir, dass sich soeben die neue Mannschaft angemeldet hat, welche die 29 Argentinier abwechselt. Nun bricht Hektik aus; der Kommandant wird an allen Ecken und Enden gebraucht, und wir müssen uns beeilen, die Fracht per Helikopter vom Schiff ans Land und vom Labor auf die „Polarstern“ zu bekommen. Da der Wind weiter aufgefrischt hat und die Boote zunehmend Schwierigkeiten mit dem Anlegen haben, muss der gerade begonnene Schlauchboot-Shuttle abgebrochen werden. Das ist bitter für die Fahrtteilnehmer, die noch auf dem Schiff sind. Die bereits in Jubany Gelandeten helfen beim Verladen der Kisten, Fischbehälter und anderer Gegenstände in die Hubschrauber und die Netzbrook für die Außenlast.  » weiter

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