Ein Gerichtsentscheid und seine Auswirkungen
Die 2. Woche unserer Forschungsfahrt war geprägt durch die Entscheidung eines Regionalgerichts in Nunavut, mit dem eine einstweilige Verfügung gegen die seismischen Untersuchen unter dem von Natural Resources of Canada (NRCan) beantragten Projekt ECASE verfügt wurde. In diesem Projekt unseres kanadischen Kooperationspartners sollte auch ein Teil der seismischen Daten genutzt werden, die im Verlauf unserer Forschungsarbeiten mit FS Polarstern in einem von Nunavut verwalteten Gebiet akquiriert werden sollten.
Für diese Messungen waren uns alle erforderlichen Genehmigungen erteilt worden. Im Rahmen der dabei üblichen Antragsverfahren wurde auch eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durch die kanadischen Behörden unter Einbeziehung der regionalen Institutionen in Nunavut vorgenommen. Umso mehr hat uns deshalb die einstweilige Verfügung, durch die ein Teil unserer Forschungsarbeiten aktuell nicht durchführbar sein wird, überrascht. Mit diesem Gerichtsentscheid gegen das Projekt ECASE ist nunmehr eine komplizierte Rechtssituation entstanden, die keine schnelle Klärung erwarten lässt. Das hat zur Folge, dass wir uns im weiteren Verlauf unserer Forschungsarbeiten mit seismischen Untersuchungen nur auf den grönländischen Teil der Baffin Bay konzentrieren werden. Alle erforderlichen Forschungsgenehmigungen für diesen Teil unseres Arbeitsgebietes wurden frühzeitig beantragt und durch die grönländischen Behörden erteilt.

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Der erste Sedimentkern wird geborgen (Foto: V. Steinbach)
Es ist für uns alle sehr bedauerlich und natürlich auch enttäuschend, dass unser Projekt zwar durch die Gutachter als wissenschaftlich bedeutend eingestuft und mit einem erheblichen Finanzvolumen aus deutschen Steuermitteln ausgestattet wurde, nun aber doch nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Über die vergangenen 6 Jahre war diese Forschungsfahrt intensiv vorbereitet worden. Etwa die Hälfte unseres umfangreichen Gesamtprogramms war in kanadischen Gewässern geplant. Die aktuelle Situation erfordert es nun, dass wir unsere Forschungsarbeiten so umorganisieren, dass wir trotz der Beschränkung des Untersuchungsgebietes dennoch maximal zur Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellungen beitragen können. Die wissenschaftlichen Diskussionen hierzu sind in vollem Gange und ein alternativer bzw. ergänzender Forschungsplan ist in Vorbereitung.
Soweit die Rahmenbedingungen es zulassen, sind alle geplanten Arbeiten bereits angelaufen. Es wurden die ersten Sedimentkerne erfolgreich gezogen, Wärmestrommessungen durchgeführt und potentialgeophysikalische Messprofile gefahren.
Nachdem wir im kanadischen Clyde River eine Biologin der Firma RPS an Bord genommen und die kanadischen Gewässer verlassen haben, haben wir dann auch mit der seismischen Datenaufnahme begonnen. Die ausgebildete und lizensierte Walbeobachterin unterstützt uns bei der Einhaltung aller Auflagen zur Umweltverträglichkeit.
Alle wissenschaftlichen Außenbordsysteme arbeiten ebenso störungsfrei wie der kontinuierliche Messbetrieb der Geräte an Bord.
An Bord sind alle gesund und grüßen nach Hause
Volkmar Damm

Einweisung zur Walbeobachtung durch die Biologin
Sarah Stelter - Fa. RPS (9.8.2010)
(Foto: V. Steinbach)

Sonnenaufgang in der Baffin Bay
(Foto: M. Koch)
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Hi there,
hab ich´s überlesen,
oder fehlt die Information,
mit welcher Begründung die Verfügung (bzw. deren Antrag) eingereicht, bzw. erlassen wurde?
gruß
p!