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Halbzeit! Aber keine Pause

23. September 2008, 18:35

Eisbärenalarm! Nach der erstmaligen Sichtung in der vergangenen Woche hatten wir nun zweimal in Folge das Glück den Ursus maritimus vor unsere Kameras zu kriegen. Der Erste, ein typischer Einzelgänger, trieb auf einer Eisscholle weniger als 50 m am Schiff vorbei und musterte uns gelangweilt. Das zweite Mal handelte es sich dann um eine Mutter mit Kind, die ebenfalls in weniger als 100 m an unserem Schiff vorbei schwamm. Da diese Begegnung über die Bordlautsprecher angekündigt wurde, gibt es wohl keinen mehr an Bord der Polarstern, der noch keinen Eisbären gesehen hat.
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In der Ostsibirischen See

12. September 2008, 17:01

07. September 2008, 74°54’N 172°35’E, -1.6°C 

Das Wetter ist uns treu geblieben. Den größten Teil der Woche bewegten wir uns in einem stationären Tiefdruckgebiet. Dies bescherte uns regelmäßig schlechte Sicht und Schneefall.
Schon seit Beginn unserer Reise stellten wir regelmäßig alle zwei Tage die Bordzeit um eine Stunde zurück. Beim Passieren der Datumsgrenze hinkten wir bereits 12 Stunden hinter der Zeit in Deutschland zurück. » weiter

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In der Ostsibirischen See

04. September 2008, 13:24

31. August 2008, 78°09’N 178°51’E, -1.1°C

Unsere Anfahrt ins Messgebiet wird fast die ganze Woche andauern. Zu Beginn der Woche wird der Transit unterbrochen, um einen erkrankten Wissenschaftler auf dem kanadischen Festland in ein Krankenhaus der Stadt Inuvik zu bringen. Er ist inzwischen wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.

Nachdem wir die kanadischen Hoheitsgewässer verlassen haben, beginnen die Ozeanografen mit ihrem systematischen Beprobungsprogramm. Der Schwerpunkt liegt auf der Erfassung von physikalischen Messwerten, um die verschiedenen Wassermassen im Arktischen Ozean zu bestimmen. Dies erfolgt während der Reise vom Schiff aus und durch Ausbringen von autonomen Beobachtungsbojen für Ozeanmessungen auf Eisschollen. Strömungsgeschwindigkeiten dieser Wassermassen werden kontinuierlich vom Schiff aus mittels eines Acoustic Doppler Current Profiler (ADCP) gemessen. » weiter

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In der Nordwest-Passage

27. August 2008, 16:18

24. August 2008, 74°48’N 130°38’W, -0.7°C

Zunächst dampfen wir weiter Richtung Norden und erreichen am 20. August die Einfahrt zur NW-Passage. Da das Wetter bisher recht mild war, konnte man nur an den länger werdenden Tagen ablesen, dass wir tatsächlich Richtung Arktischer Ozean dampfen. Begleitet wird dies durch ein Nachführen der Uhr auf die aktuelle lokale Zeit. Im Moment hinken wir 6 Stunden hinter der MEZ hinterher. Würden wir unsere Zeitbasis nicht an die geographische Länge anpassen, würden wir in unserem Messgebiet bei Dunkelheit arbeiten müssen, während es in der Nacht taghell ist. » weiter

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Reykjavik - Bremerhaven

21. August 2008, 09:59

17. August 2008, Nördlicher Polarkreis, 5°C

Die erste Woche ist geschafft! Alle sind gesund und munter eingetroffen. Nach Ankunft der größten Wissenschaftlergruppe in Reykjavik am 12. August 2008, gab es nur ein paar kleine Probleme. Einige Koffer fehlten. Während sich ein Koffer doch noch am Flughafen anfand, lag der zweite in aller Ruhe in Kopenhagen und wird an die Heimatadresse zurückgeschickt.

Pünktlich legte FS Polarstern um 20:00 ab und dampfte planmäßig Richtung Südspitze Grönland. Bis ins eigentliche Forschungsgebiet liegen noch 14 Tage Transit vor uns. In aller Eile wird trotzdem alles ausgepackt, um festzustellen, ob die wissenschaftliche  Fracht vollständig angekommen ist.
Am 15. August umfahren wir die Südspitze von Grönland und dampfen jetzt in nördliche Richtung zur Nordwest-Passage. In der Seefahrt wurde die Passage durch die tragische Franklin-Expedition in den Jahren 1845 bis 1848 bekannt, bei der alle Expeditionsmitglieder (134 Personen) u.a. aufgrund einer Lebensmittelvergiftung ums Leben kamen. Man war auf der Suche nach einem kurzen Seeweg zwischen Europa und Asien. Nach der Bezwingung durch Roald Amundsen in den Jahren 1903-1906 war es lange Zeit um die Nordwest-Passage ruhig geworden. Die Eisbedingungen waren regelmäßig so schlecht, dass dieser Seeweg nicht routinemäßig von konventionellen Schiffen befahren werden konnte.  » weiter

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Die nördlichste Position und Abschluss der geodätischen Arbeiten

11. August 2008, 15:01

In der nunmehr letzten Woche haben wir unsere Forschungsarbeiten in der Nordost-Wasser-Polynja fortgesetzt. Auf den Eiskarten hatten wir gesehen, dass sich nördlich von Grönland ein breites, eisfreies Gebiet gebildet hatte. Diese Chance wurde genutzt, um die ozeanografischen und chemischen Arbeiten über den grönländischen Kontinentalhang nach Norden zu erweitern. Dabei drangen wir nach Norden bis 82°24’ vor. Wir haben jetzt aufmerksam die Veränderungen in der Eisbedeckung verfolgt, um unsere Stationsarbeiten so zu optimieren, dass wir möglichst wenig Zeit mit Eisbrechen verbringen. So konnten wir die Untersuchungen in der Polynja weiter verdichten, aber in die eisbedeckten Gebiete war kein Vordringen möglich, obwohl auf den Eiskarten auch weiter südlich die ersten Brüche in dem riesigen Eisfeld zu erkennen waren.  » weiter

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Forschung in der Polynja und die Suche nach den seismischen Stationen

05. August 2008, 09:17

Am 27. Juli haben wir unsere Arbeiten in der Nordost-Wasser-Polynja unterbrochen, um den hydrographischen Schnitt entlang 78°50’ Nord zu komplettieren und um die seismischen Stationen wieder von den Eisschollen zu bergen. Wie schnell sich das Wetter hier ändern kann, haben uns diese Tage gezeigt. Nebelfelder und gute Sicht wechseln sich schnell ab.

Seit dem 14. Juli wurden jeweils eine oder zwei der 9 seismischen Stationen auf Eisschollen über dem Lenatrog, der zentral zwischen Spitzbergen und Grönland liegt, mit Hilfe der Helikopter abgesetzt. Durch die vielen Nebelfelder war die Suche nach einer optimalen Position oft einschränkt. Die Instrumente wurden an Presseisrücken aufgebaut. Das sind sie Bereiche, wo sich zwei Eisschollen zu einem kleinen Rücken zusammen geschoben haben und dadurch die Stabilität der Scholle größer ist. Dort wurde ein Seismometer im Schnee eingegraben, und eine rote Kiste sowie eine rote Fahne aufgestellt, um die Ausrüstung vor dem Wetter zu schützen bzw. das Auffinden zu erleichtern.  » weiter

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Erfolgreicher Abschluss der Verankerungsarbeiten bei dichter Eisbedeckung

28. Juli 2008, 16:39

Je weiter wir auf unserem 78°50’ N-Schnitt nach Westen kamen, desto dichter und dicker wurde die Eisbedeckung. Die dunklen Flecken auf den Eisschollen sind Sedimenteinschlüsse und zeigen, dass das Eis von der sibirischen Küste stammt. Die Schollen sind zwar schon stark abgetaut aber immer noch so massiv, dass sie der Polarstern die volle Kraft abfordern. Unter diesen Bedingungen wurden die letzten beiden Verankerungen aufgenommen. Dazu mussten erst einmal die Eisschollen zerkleinert werden, um eine kleine eisfreie Wasserfläche zu schaffen. Alles lief hervorragend und mit etwas Glück und Können aller Beteiligten konnte die letzte Verankerung abends am 21. Juli aufgenommen und eine weitere gleich wieder ausgelegt werden.  » weiter

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Reiche wissenschaftliche Ernte im AWI-HAUSGARTEN

21. Juli 2008, 17:09

Das ganze Gebiet ist weiterhin mit Eis bedeckt. Richtung Norden wird die Eisbedeckung immer dichter, während nach Süden das Eis schon recht stark angetaut und porös ist. Probleme bereitet das der Polarstern aber noch lange nicht, und große Schollen werden einfach umfahren. Das Wetter ist sehr unterschiedlich, und die Sicht wechselt häufig. Es gibt immer wieder Nebel über dem Eis, der sich aber auch gelegentlich verzieht, und dann ist herrlichster Sonnenschein. An unserer nördlichsten Position haben wir dann die gute Sicht genutzt und die ersten zwei Helikopterflüge durchgeführt, um die Instrumente für die seismischen Untersuchungen weit nördlich auf Eisschollen aufzubauen.
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ARK XXIII/2, Wochenbericht Nr. 1 vom 4. bis 12. Juli 2008

15. Juli 2008, 09:51

Pünktlich am 4. Juli trafen die Wissenschaftler in Longyearbyen auf Spitzbergen ein. Um 18 Uhr konnte dann der 2. Fahrtabschnitt der diesjährigen Arktis-Campagne beginnen. Es begann sofort ein geschäftiges Treiben, da für den nächsten Morgen um 6 Uhr bereits die Aufnahme der ersten Verankerungen geplant war, die ein Jahr lang Temperatur, Salzgehalt und Strömungen gemessen haben und nun ausgetauscht werden. Fünf Verankerungen konnten von Spitzbergen aus in Richtung Grönland in der Framstraße aufgenommen werden. In der Nacht wurden auf der gleichen Strecke zurück Stationen gemacht, auf denen mit einer CTD-Sonde ebenfalls Temperatur, Salzgehalt und weitere Parameter bestimmt wurden. Gleichzeitig wurden Wasserproben für die chemische Analytik genommen. Auch diese Labore waren dann schon eingerichtet und einsatzbereit.

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