wissenslogs Prävention als Risiko

Vitamin-D-Mangel in Deutschland - ein ernst zunehmendes Gesundheitsproblem

Von Hans Konrad Biesalski, 12. März 2009, 12:18

EINLADUNG

Hohenheimer Ernährungsgespräch:

Vitamin-D-Mangel in Deutschland – ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem

Freitag, 27. März 2009 von 10:00 - 12:00 Uhr
Universität Hohenheim, Euroforum, Kirchnerstraße 3, 70599 Stuttgart

„Vitamine nutzen nichts!" – „Vitamine schützen vor Krebs!" „Vitaminpräparate sind schädlich!" – „Die Deutschen brauchen zusätzlich Vitamin D und Folsäure!"…diese Liste widersprüchlicher Schlagzeilen zum Thema ließe sich beliebig fortsetzen. Die Materie ist derart komplex geworden, dass selbst erfahrene Ernährungsfachleute Probleme haben, die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien kompetent zu bewerten, wenn die Studieninhalte nicht gerade ihr Fachgebiet betreffen. Die Diskussion um Sinn und Unsinn von Vitaminen ist hierfür exemplarisch. Um diese Lücke zu schließen, wollen die „Hohenheimer Ernährungsgespräche" Analysen von Experten bieten, die fachlich kompetent, erfahren, glaubwürdig und unabhängig sind. Ausgewiesene Fachvertreter sollen zusammengeführt werden, um mit diesen aktuelle und kritische Themen der Ernährung zu diskutieren.

Den Auftakt macht das erste Hohenheimer Ernährungsgespräch am Freitag, den 27.03.2009, das das Thema „Vitamin-D-Mangel in Deutschland - ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem" mit drei Fachleuten erörtern soll. Die Referenten sind

  • Prof. Dr. med. Hans K. Biesalski
    Einführung: Vitaminmangel in Deutschland – Fact or Fiction?
  • Dr. oec. troph Birte Hintzpeter, Robert-Koch-Institut Berlin
    Thema: Ist Vitamin-D-Mangel in Deutschland ein Problem?
  • Prof. Dr. med. Jörg Spitz, Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention, Wiesbaden
    Thema: Folgen des Vitamin-D-Mangels für die Knochengesundheit, das Immunsystem und die Entstehung / Ausbreitung bösartiger Tumore
  • Priv. Doz. Dr. med. Armin Zittermann, Herz- und Diabeteszentrum NRW
    Thema: Vitamin-D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nach den Referaten haben Sie ausreichend Zeit, um mit den Experten zu diskutieren. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Gelegenheit wahrnehmen würden, sich aus erster Hand über ein spannendes und zukunftsträchtiges neues Gebiet der Vitaminforschung zu informieren.

Kontaktadresse:
Dipl.-Biol. Jana Tinz, Universität Hohenheim, Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft;
tinzjana@uni-hohenheim.de

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Kommentare

  1. 29.03.2009 | 13:22

    Danke für die interessante Veranstaltung. Ich bleibe dabei, daß die Vitamin-D Unterversorgung in Deutschland ernst ist und die Normwerte sowohl für die 25(OH)D-Spiegel im Plasma als auch die Zufuhr dringend angehoben werden müssen.

    Frau Hintzpeters Bedenken, vorschnelle Empfehlungen auszusprechen, verstehe ich zwar, aber ihre Agumentation hat mich nicht überzeugt. Sie hat festgestellt, daß 2/3 der von ihr untersuchten Probanden den empfohlenen Plasmaspiegel von 50 nmol/l nicht erreichen, findet das aber nicht dramatisch und empfiehlt mehr Aufenthalt im Freien.

    Dazu drei Einwände:

    1. Wozu definiert man Normwerte, wenn deren Nichterreichen keine große Bedeutung hat? Für den mittleren arteriellen Blutdruck ist z.B. der Normwert 100 mmHg. Ein Überschreiten dieses Werts um 15% ist keineswegs harmlos sondern verdoppelt bereits das kardiovaskuläre Risiko.

    2. Frau Hintzpeter sagt selbst (in den FAQ des Robert-Koch-Institus), daß von Oktober bis März in Deutschland mangels UVB-Anteil im Sonnenlicht keine Vitamin D Produktion möglich ist. Der Aufenthalt im Freien verbessert also auch nach ihrer Einschätzung die Vitamin D Versorgung im Winterhalbjahr überhaupt nicht.

    3. Sie gabt keine Bioparameter an, auf die sich der Normwert von 50 nmol/l bezieht. Ihre Kollegen Herr Spitz und Herr Zittermann lieferten dagegen für eine ganze Reihe von Parametern Daten, die erst bei 75 bis 90nmol/l ein Optimum erreichen: Knochendichte, Parathormon, kardiovaskuläreres Risiko, Häufigkeit bösartiger Tumore, etc. Epidemiologische Untersuchungen von Personen, die sich häufig leicht bekleidet im Freien in äquatornäheren Regionen aufhalten, zeigen, daß diese entsprechende Plasmaspiegel von 100 und mehr nmol/l aufweisen.

    Da es Konsens unter den Referenten schien, daß 1 Mikrogramm exogenes Vitamin D den Plasmaspiegel um ca. 1 nmol/l anhebt, scheint mir die Empfehlung, im Winterhalbjahr 50 Mikrogramm zu substituieren sinnvoll und sogar konservativ.

    Nach den für mich überzeugenden Darstellungen von Herrn Spitz und Herrn Zittermann könnte eine solche Substitution die Häufigkeit von bösartigen Tumoren, vaskulären Ereignissen und Autoimmunerkrankungen dramatisch reduzieren.

    Ich freue mich schon auf die weitere Dikussion zu diesem Thema und Ihr hoffentlich auch.

  2. sandra Vitamin D Mangel
    04.12.2009 | 18:38

    Gibt es nicht kurze Texte für Vitamin Mangel der ist foll lang?!

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