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Ein Roboter für Autisten

von Boris Hänßler, 24. Januar 2012, 12:24

Das Auge ist das Fenster zur Seele – das glauben auch die Entwickler von Romibo, einem noch jungen Mitglied in der Familie der Hausroboter. Es gibt inzwischen recht viele von letzteren, doch über ihre Nützlichkeit kann man streiten -  insbesondere wenn es um Roboter in Kinderzimmern geht. Ich denke da an die eher martialischen Kampf-Actionroboter, die für wenig Geld zu haben sind. Romibo wurde aber unter anderem von Wissenschaftlern der Carnegie Mellon Universität entwickelt und soll autistischen Kindern dabei helfen, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu trainieren. Dabei nutzen die Entwickler die Open Source Plattform des britischen AuRoRa-Projekts, bei welchem Wissenschaftler Roboter in ihrer Funktion als therapeutische Spielzeuge für autistische Kinder erforschen.

Therapeutische Roboter sind nicht neu, aber bisher kamen sie vor allem in Kliniken oder Therapieeinrichtungen zum Einsatz – für den Hausgebrauch waren diese nützlichen, aber komplexen Geräte viel zu teuer. Ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung von Romibo waren deshalb die möglichst geringen Herstellungs- und Vertriebskosten. Man beschränkte sich auf einen putzigen Roboterkopf mit zwei großen, nicht sonderlich aufwändig gestalteten Augen. Sonst ist da nichts: Keine Gesichtszüge, kein Mund, keine Hände und Füße. Zu viele visuelle Eigenschaften könnten autistische Kinder ohnehin überfordern. Am liebsten spielen sie mit möglichst einfachen Spielgeräten.

Die Roboter kommunizieren via Augenaufschlag und Geräusche. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Wenn ein Kind den Roboter in eine Ecke schmeißt, dann kann der Roboter durch Augenlider-Bewegungen und Geräusche signalisieren, dass er traurig, wütend oder verletzt ist. Er reagiert auf Berührung, Bewegungen (er verfügt über Sensoren) und dank eines Mikrofons auch auf Stimmen. Auf einer Open Source Plattform, die mit Verkaufsstart online geht, sollen verschiedene Funktionen entwickelt werden, die mit dieser Hardware möglich sind – dort haben dann Eltern, Kinder und Informatiker gleichermaßen Zugang. Das hat auch den Vorteil, dass die Roboter individuell an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden können. Autismus kann sich schließlich unterschiedlich äußern.



Romibo richtet sich zunächst an Kinder zwischen zwei und acht Jahren. Ältere Kinder können die Roboter als Baukasten kaufen und gemeinsam mit ihren Eltern individuell zusammenbauen – und dabei zum Beispiel aus verschiedenen Verkleidungen wählen. Über USB können sie dann verschiedene emotionale Zustände oder Verhaltenseigenschaften auf den Roboter übertragen. Das macht Romibo auch für nicht-autistische Kinder interessant - als einfaches, aber vielseitiges Roboterexperimentierset. 2012 sollen die ersten Modelle erhältlich sein.

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Kommentare

  1. Arnd Glaube nicht dass das ein Erfolg wird
    25.01.2012, 14:56

    Dieser Robbi macht einen zu rudimentären Eindruck. Und anscheinend kann er mangels Gliedmaßen nur rollen und Geräusche von sich geben... da konnte Aibo schon deutlich mehr. Naja, wenn das Ding unter 50€ kostet wäre es evtl. noch interessant.

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