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Sprachstücke

26. Mai 2010, 16:08

Erstens, Gespräch in der S-Bahn:

SOHN (ca. 9 Jahre alt). „Papa, ist das hier überall?“
VATER. „Freundchen, ein Satz besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt, und ‚Ist das hier überall‘ ist kein vollständiger Satz.“

(Eigentlich klang es, rustikal norddeutsch, eher so: „Froinchen, oin Sätz bestejht aus Subjekt, Predikoot und Objekt, und ‚Is däs hiä übäooll‘ is koin vollstänniger Sätz“.). » weiter

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Le Sprachschützer, c’est moi

24. Mai 2010, 17:04

In einem Artikel des Wissenschaftsjournalisten Arndt Zickgraf auf Telepolis spiele ich -- teils gewollt, teils ungewollt -- ausnahmsweise mal die Rolle des Sprachschützers. Gewollt, weil Zickgraf in seinem Artikel, in dem es ihm um die Zukunft des Deutschen als Wissenschaftssprache geht, über meinen Versuch berichtet, die deutsche Webseite der Vierten Internationalen Konferez der Deutschen Gesellschaft für Kognitive Linguistik weitgehend frei von englischem Lehngut zu halten, und von diesem Versuch habe ich ihm freiwillig erzählt.

Ungewollt, weil ein paar der Zitate im Zusammenhang des Artikels, und ohne den Kontext, in dem ich sie produziert habe, den Eindruck erwecken könnten, ich hielte ich das Verschwinden des Deutschen als Wissenschaftssprache für ein Problem und meine Konferenzwebseite für einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der bedrohten deutschen Sprache. Das ist nicht Zickgrafs Schuld, wer sorgfältig liest, dürfte meine tatsächliche Meinung zu diesem Thema erkennen. Aber die komprimierte Form des Artikels, in dem leider kein Platz für ausführliche Hintergrundinformationen ist, verleitet eventuell manche Leser/innen zu voreiligen Schlüssen, vor allem, weil Sprachnörgelei und Katastrophenszenarien die Mehrheitsmeinung sind.

Deshalb möchte ich hier sowohl meinen sprachpflegerischen Versuch als auch meine Meinung zum Thema Wissenschaftssprache Deutsch noch einmal kurz klarstellen. » weiter

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Das iPad: Ein Erfahrungsbericht

21. Mai 2010, 14:17

Für die einen -- hauptsächlich für Steve Jobs -- ist es „ein magisches und revolutionäres Gerät“ und die „beste Art das Internet, Mails, Fotos und Videos zu erleben“, für die anderen ist es das größte und nutzloseste Smartphone der Welt -- das iPad, bis zu dessen deutschem Verkaufsstart es nur noch wenige Tage sind. Da die Jungs von den TechLogs in permanenten Winterschlaf verfallen sind und da ich die Gelegenheit hatte, ein paar Tage mit einem iPad zu spielen, habe ich mich angesichts dieses Großereignisses entschlossen, die Sprache heute Sprache sein zu lassen und einen subjektiven Erfahrungsbericht zu liefern. » weiter

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Keine Wissenschaft ohne Mathematik

04. Mai 2010, 20:14

In einem meiner ersten Beiträge hier im Sprachlog ging es um die Frage, ob das Deutsche als Wissenschaftssprache an Bedeutung verliert, und wenn ja, ob das schlimm wäre. Meine Antwort auf die erste Frage, das wird niemanden überraschen, war ein klares „Ja“. Meine Antwort auf die zweite Frage ist differenzierter. Für die Wissenskultur in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz wäre es ein Verlust, wenn das Deutsche völlig aus der Wissenschaft verschwände. Gesellschaftliche und kulturelle Prozesse werden in diesen Ländern in deutscher Sprache verhandelt, und eine Wissenschaft, die an diesen Prozessen beteiligt sein will, kann auf die deutsche Sprache nicht verzichten.

Zumindest in der Kommunikation nach außen muss Wissenschaft also in der jeweiligen Landessprache vermittelbar bleiben, und dafür ist es sicher von Vorteil, wenn auch ein Teil der Kommunikation unter Wissenschaftler/innen in dieser Landessprache stattfindet. Der große Teil der internen Wissenschaftskommunikation muss aber in einer Sprache stattfinden, die von anderen Wissenschaftlern weltweit verstanden und verwendet wird. Der einzige Kandidat für eine solche Sprache ist derzeit Englisch, und deshalb findet die Kommunikation unter Wissenschaftlern (der Ideenaustausch in Fachpublikationen, auf Kongressen und natürlich auch in den häufig international zusammengesetzten Arbeitsgruppen einzelner Lehrstühle und Institute in englischer Sprache statt. Das ist gut so, und es ist für die deutschsprachige Wissenschaft und die deutschsprachigen Sprachgemeinschaften völlig unproblematisch. » weiter

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Der Adler ist ausgeflogen

28. April 2010, 16:16

Der aktuelle XKCD behandelt mal wieder ein sprachliches Phänomen: 

Außerhalb der Saison beschäftige ich einen Dompteur, der mir dabei hilft, Geheimagenten mit Situationen zu konfrontieren, die sie nicht per Funk weitermelden können.

 

© 2010, xkcd
(Deutsche Bearbeitung © 2010, Anatol Stefanowitsch).
Sowohl das Original als auch die deutsche Bearbeitung stehen unter der Creative-Commons-BY-NC-2.5-Lizenz.



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Danebenliegende Sprachnörgelnde

25. April 2010, 12:50

Ein kurzer Nachgedanke, der im Beitrag vom Freitag keinen Platz mehr hatte. Joffe geißelt in seiner Kolumne die „Sprach-Verschlingungen durch ‚Gender-Mainstreaming‘“ und verweist auf Max Goldt, der diese Verschlingungen „anhand der Phrase ‚sterbende Studierende‘ (nach einem Uni-Massaker)“ aufzeige: „Wie kann man gleichzeitig sterben und studieren?“

Max Goldt ist ein interessantes Phänomen. Er hat brilliante Momente (hier dürfen Verweise auf Katz und Goldt und Ich und mein Staubsauger nicht fehlen), aber wenn er sich dem Thema Sprache zuwendet, wie in der von Joffe angerissenen Passage, bleibt von seiner Brillianz nichts übrig: » weiter

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Sprachverbote

23. April 2010, 15:52

Ich versuche normalerweise, alles zu ignorieren, was Josef Joffe von sich gibt. Er schafft es immer wieder, uninformiert kontroverse Meinungen zu vertreten (der Irak-Krieg ist gut, Klimawandel existiert nicht, das Internet böse und Printjournalismus ist immer Qualitätsjournalsimus), ohne dabei irgendetwas Interessantes zu sagen. Aber manchmal klicke ich aus Versehen auf einen Link auf eine seiner Kolumnen, und wenn ich erst einmal angefangen hat, zu lesen, überkommt mich eine derartig bleierne geistige Trägheit, dass ich nicht aufhören kann, bis der Text zu Ende ist.

In einer aktuellen Kolummne geht es ums Thema Sprache, speziell zu „Denk- und Sprechverboten“. In typischer Joffe-Manier mäandert die Kolumne vor sich hin und es bleibt, wie so oft, unklar, worauf er eigentlich hinauswill, außer, dass irgendwie die Postmoderne, die Political Correctness und der Multikulturalismus an allem Schuld sind.

Er vermischt munter völlig verschiedene Arten von Sprachregelungen und Sprachverboten, vom alttestamentarischen Verbot, den Namen Gottes auszusprechen über das Verbot der Majestätsbeleidigung bis hin zum Verbot der Volksverhetzung und von Euphemismen über politisch korrekte Sprache bis hin zu Orwells Neusprech. Alles interessante Themen und Grund genug für mich, mich einmal selbst mit diesen Sprachregelungen auseinanderzusetzen, und sei es nur, um wieder wach zu werden.  » weiter

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Am Ende des Tages [Neufassung]

08. April 2010, 10:02

Sprachnörgler zeichnen sich häufig dadurch aus, dass sie immer wieder dieselbe Handvoll sprachlicher Phänomene kritisieren: die angeblich unlogische Redewendung Sinn machen, den Service Point, die Bahnhofstoilette Mc Clean und den Radleihdienst Call-a-Bike der Deutschen Bahn, das Scheinlehnwort Handy. Man hat manchmal den Eindruck, mit fünf kleinen Änderungen am Sprachgebrauch könne man sämtliche Sprachkritik zum Verstummen bringen. Ab und zu finden die Anglizismenjäger aber doch ein neues Feindobjekt. So haben sie vor kurzem die Phrase am Ende des Tages entdeckt und auf die Liste der zum Abschuss freigegebenen  Redewendungen gesetzt.

Hier zunächst ein paar Beispiele für diese Redewendung: » weiter

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Von Tablet PCs und Damenbinden

04. April 2010, 12:29

Das iPad symbolisiert alles, was an Apple hassenswert ist, seit man in Cupertino das Wort „Computer“ aus dem Firmennamen gestrichen hat: es fesselt die Nutzer an Apples proprietäre Dateiformate, an Apples digitales „Rechte“-Management, an Apples iTunes-Software, an Apples AppStore, an Apples Update-Zyklus -- es entzieht den Nutzern also komplett die Kontrolle über ihre Geräte.

Das Technikfeuilleton stört sich an all dem nicht. Es wird höchstens moniert, dass das Gerät in Flash programmierte Inhalte nicht wiedergeben kann. Stattdessen macht man sich gerne über den Namen lustig. Das fing schon kurz nach der Präsentation des Geräts im Januar an. Ich nenne nur drei Beispiele. » weiter

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Aprilscherz aufgelöst

02. April 2010, 08:27

Und hier die Auflösung der „Aprilscherze“ von gestern, in aufsteigender Reihenfolge der Anzahl von Kommentator/innen, die darauf hereingefallen sind. » weiter

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