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Sprache und Ungleichheit

16. April 2012, 11:00

In der heute erschienenen Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (einer Beilage der Wochenzeitung Das Parlament) schreibe ich über „Sprache und Ungleichheit“.  Eins der schwierigsten Themen überhaupt, das hier im Sprachlog regelmäßig Protest, Spott und Häme auslöst und mit dem ich selbst immer wieder kämpfen muss.

Die Gelegenheit, einige meiner Blogbeiträge zu diesem Thema in Form eines (populär-)wissenschaftlichen Aufsatzes noch einmal systematisch aufzuarbeiten, war mir deshalb sehr willkommen und ich freue mich über Feedback hier in den Kommentaren oder per E-Mail (dabei gilt, wie immer und vor allem bei diesem Thema: Kommentare, in denen Gruppen von Menschen herabgewürdigt werden, sind nicht erwünscht und werden gelöscht).

Wer nicht weiß, woher er/sie Das Parlament bekommen soll, kann die Beilage (in der insgesamt neun höchst spannende Beiträge zum Thema „Ungleichheit“ enthalten sind, auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung als PDF-Datei (2,5 MB) herunterladen (natürlich kostenlos).



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Fetzenlogik

05. Januar 2012, 15:14

Ich wollte zum Vorsitzenden des Rechtschreibrates und dessen abstrusen Phantasien vom Zusammenhang zwischen Analphabetismus und der „Fetzenliteratur“ auf Twitter eigentlich nichts schreiben -- ich kann schließlich nicht jeden Blödsinn kommentieren, den irgendein Laiensprachnörgler von sich gibt. Aber da ihr nicht aufhört, mir Links auf diese Geschichte zu schicken, muss ich es wohl doch tun.

Die Geschichte begann eigentlich schon Ende November 2011, als der Rechtschreibrat in einer Presseerklärung eine allgemeine Besorgnis um die schriftsprachlichen Fähigkeiten der Jugendlichen in Deutschland. Der Rat habe in einer Sitzung festgestellt,

dass der Sprache und insbesondere ihrer Rechtschreibung hohe Bedeutung beigemessen, aber im Umgang mit ihr nachlässig verfahren wird. In dieser Haltung ist mit eine Ursache dafür zu sehen, dass ungefähr zwanzig Prozent eines Jahrgangs der 15-Jährigen als Analphabeten gelten müssen; ein Zustand, der nicht hingenommen werden darf. [Presseerklärung des Rechtschreibrates, 29. November 2011 (PDF)]

Kernstück der Presseerklärung ist dann die Forderung nach einer besseren, benutzergruppenadäquaten Vermittlung der deutschen Rechtschreibung im deutschen Schulsystem: „Rechtschreibung muss eine stärkere Rolle in Schule und Lehrerausbildung einnehmen“, lautet das Rezept. » weiter

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Die Staatssprache Deutsch vor dem Petitionsausschuss

08. November 2011, 08:51

Wer die gestrige Sitzung des Petitionsausschusses zu den Petitionen für und gegen die Aufnahme der Deutschen Sprache ins Grundgetz verpasst hat, kann sich die Aufzeichnung jetzt auf der Webseite des Bundestages ansehen (die Diskussion der Petitionen beginnt bei 1:00:32).

Ich werde in den nächsten Tagen noch einige Aspekte in eigenen Blogbeiträgen aufgreifen. Hier zunächst der Text meiner Rede (in der Aufzeichnung folgt die der Rede des VDS-Vorsitzenden Walter Krämer und beginnt bei 1:10:24).

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„Geschmacklich begründete Forderung nach einem Verbot von Anglizismen“ – Ein Interview mit Falco Pfalzgraf

05. November 2011, 09:32

Sprachpurismus und sprachpuristische Vereine haben im deutschen Sprachraum eine lange Tradition, die immer wieder selbst zum Forschungsgegenstand von Sprachwissenschaftlern geworden ist. Einer der derzeit führenden Experten auf diesem Forschungsgebiet ist Falco Pfalzgraf, dessen Buch „Neopurismus in Deutschland nach der Wende“ ein Standardwerk für jeden ist, der sich wissenschaftlich mit dem Verein Deutsche Sprache und anderen sprachpuristischen Vereinen auseinandersetzen will (oder muss).

Pfalzgraf beobachtet die Bestrebungen des VDS und anderer Gruppierungen nach einem gesetzlichen Schutz der deutschen Sprache seit vielen Jahren und hat eine Reihe von Forschungsarbeiten zu diesem Thema vorgelegt. Ich freue mich, dass ich zur Vorbereitung auf meinen Auftritt vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am kommenden Montag das folgende E-Mail-Interview mit ihm führen konnte. » weiter

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Petitionsausschuss berät über die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

01. November 2011, 10:31

Petition Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins GrundgesetzDer Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages berät in einer öffentlichen Sitzung am 7. November 2011 über zwei Petitionen zur Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz. Für eine solche Verankerung wirbt die Petition Deutsch als Landessprache ins Grundgesetz, die der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Walter Krämer, eingereicht hat. Gegen eine solche Verankerung wirbt die Petition Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz, die ich selbst als Reaktion auf die VDS-Petition eingereicht habe.

Es ist mir eine große Ehre, mein Anliegen auf dieser Sitzung noch einmal persönlich vortragen zu dürfen. Wer Interesse hat, die Sitzung direkt oder per Parlamentsfernsehen mitzuverfolgen, findet am Ende dieses Beitrags alle relevanten Informationen dazu.  » weiter

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Urgermanische Sprachpflege

21. Oktober 2011, 10:17

In der letzten Woche wurde im Sächsischen Landtag ein Antrag der NPD verhandelt, der Regierung und Verwaltung zur Vermeidung von Anglizismen verpflichten sollte. Dieser Antrag hat den grünen Abgeordneten Miro Jennerjahn zu einem Ausflug in die deutsche Sprachgeschichte inspiriert, der es verdient, als großer Moment der Sprachnörglerkritik in die Chroniken einzugehen.  » weiter

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Hymnische Liebschaften

21. Juli 2011, 10:55

Wie die österreichische Zeitung Der Standard vor einigen Tagen berichtet hat, haben sich SPÖ, ÖVP und Grüne darauf geeinigt, den Sexismus (wenigstens teilweise) aus dem Text der österreichischen „Bundeshymne“ zu entfernen. Die Hymne beginnt wie folgt:

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich ...

Die dritte Zeile soll nun so umgedichtet werden, dass neben den Söhnen auch die Töchter Erwähnung finden. Dabei ist die Möglichkeit Heimat großer Töchter, Söhne ebenso im Gespräch, wie Heimat bist du großer Töchter und großer Söhne (wobei mir nicht klar ist, wie letzteres metrisch eingepasst werden soll).

Da mich schon an der Marginalisierung von Frauen bei Legofiguren störe, dürfte es nicht überraschen, dass ich diesen Schritt begrüßenswert finde, allerdings mit zwei Einschränkungen. » weiter

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Hinweis: Petition zur Deutschen Gebärdensprache

02. Juni 2011, 10:11

Morgen läuft eine Petition beim Deutschen Bundestag aus, in der gefordert wird, die Deutsche Gebärdensprache als Minderheitensprache anzuerkennen. Obwohl ich diese Petition selbst nicht unterzeichnen werde, möchte ich hier darauf hinweisen, falls es Leser/innen gibt, die noch schnell die Gelegenheit zur Mitzeichnung nutzen wollen.

Ich will hier auch kurz die Gründe darstellen, warum ich diese spezielle Petition nicht unterstütze, obwohl ich die dahinterstehende Absicht für absolut unterstützenswert halte.  » weiter

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Auf der Zielgeraden: Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz

23. Februar 2011, 10:05

Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz Der Verein Deutsche Sprache und einige Politiker betreiben seit Jahren eine Kampagne, um Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz zu verankern. Gemeinsam mit der Bild haben sie nach eigenen Aussagen über 70 000 Unterschriften für diese Forderung gesammelt, eine Onlinepetition beim Bundestag bekam 5 165 Mitzeichnungen. Diese grundgesetzliche Verankerung der deutschen Sprache ist unsinnig und potenziell schädlich. Mit einer Gegenpetition an den Bundestag, die noch bis zum 3. März läuft, soll sie deshalb verhindert werden. Aufgrund des jetzt entstandenen Medieninteresses fasse ich hier noch einmal die Hintergründe zur Petition zusammen und verweise auf die ausführlichen Artikel, die im Rahmen der Petition entstanden sind.

Der Verein Deutsche Sprache ist ein sprachpuristischer und kulturprotektionistischer Verein, dessen Hauptanliegen darin besteht, englische Fremdwörter und den Einfluss des Englischen generell zu bekämpfen. Daneben verfolgt er aber seit vielen Jahren auch das Ziel, den Artikel 22 des Grundgesetzes, der die Hauptstadt und die Farben der Staatsflagge regelt, um den Satz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ zu ergänzen. In den letzten Jahren hat der VDS sich mit einer Reihe prominenter Politiker zusammengetan, sie diese Forderung unterstützen, darunter wichtige Meinungsmacher wie Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Im Jahr 2008 fasste sogar der CDU-Parteitag einen entsprechenden Beschluss. Es ist also durchaus denkbar, dass der VDS sein Anliegen mittelfristig durchsetzen wird. » weiter

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Tag der Muttersprache 2011

21. Februar 2011, 11:06

Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins GrundgesetzDie Petition „Keine Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz“ befindet sich im Endspurt. Sie kann noch bis zum 3. März 2011 online beim Petitions-ausschuss des Deutschen Bundestages mitgezeichnet werden. Den ursprünglichen Aufruf zur Mitzeichnung kann man hier nachlesen, die häufigsten Gegen-argumente bespreche ich hier, die Sprachsituation in Deutschland hier, und mögliche Gefahren einer grundgesetzlichen Verankerung hier.

Heute ist der Internationale Tag der Muttersprache, den die UNESCO im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat, um „ein Bewusstsein für die Wichtigkeit kultureller und sprachlicher Vielfalt zu wecken“. Besonders die  weltweit etwa 2 500 bis 3 000 bedrohten Sprachen sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Wer sich mit diesen bedrohten Sprachen näher beschäftigen möchte, dem sei als Einstieg der von der UNESCO herausgegebene interaktive Atlas der bedrohten Sprachen empfohlen.

Bedrohte Sprachen gibt es nicht nur anderswo, sondern auch direkt vor unserer Tür. Nicht die deutsche Sprache ist es, um deren Überleben wir uns sorgen müssen, sondern sechs Minderheitensprachen, die die UNESCO als „gefährdet“ (definitely endangered) oder sogar „schwer gefährdet“ (severely endangered) einstuft. » weiter

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