Heimat und Identität - eine individuelle Sicht
Wenn Sie mich als waschechte hamburger Deern fragen, was Heimat ist, was erwarten sie dann wohl zu lesen? Oder was sollte ich darauf schreiben? Dass Heimat ist, wenn man von der Wohnung aus den Michel sieht (bei mir nicht der Fall)? Oder wenn man einen Bummel über die Reeperbahn macht (die für einen Hamburger, glauben Sie mir, ungefähr so wichtig ist wie für China ein Reissack)? Wenn man am Hafen steht und auf die Kräne und großen Dampfer und die Blohm und Voss Werft blickt (kommt da nicht eher Fernweh auf?)?
Ist es vielleicht Heimat, wenn das hamburger Pflänzchen im Flugzeug mit Destination in die Hansestadt sitzt und ihm wohlige Gänseschauer über die Haut laufen, wenn es mal wieder heißt: bitte stellen Sie jetzt auch Ihre Sitzlehnen gerade und klappen Sie das Tischchen vor sich zurück-wir werden in Kürze in Hamburg landen?
Damit Sie im Bilde sind – ich bin zwar eine echte Hamburgerin, aber meine Familie kann leider nicht mit einem ellenlangen Stammbaum dienen, deren Vorfahren alle hamburger Pfeffersäcke waren. Meine Eltern haben sich sozusagen damals in der Mitte getroffen. Und da kam ich dann zur Welt, mitten in Hamburg-Barmbek. Hier bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen, hier habe ich studiert. Was anderes als Hamburg sollte meine Heimat sein?
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