Wissenslogs Spurensuche

Das Geheimnis des menschlichen Genoms

von Luisa Schwab, 29. April 2010, 00:40

Grüne Augen, schwarze Haare, große Ohren und eine lange dünne Nase. All das ist in der DNA festgeschrieben. Die DNA ist das, was uns Menschen ausmacht. Sie ist das, was wir an unsere Kinder weitergeben. Doch sie bestimmt nicht nur, welche Augenfarbe jeder Einzelne hat und von welchen Erbkrankheiten jedes Individuum betroffen ist. Die DNA hat auch Einfluss auf Intelligenz, Verhalten und Begabung. So ziemlich alles ist auf die DNA zurückzuführen. Die Entschlüsselung der DNA ist somit einer der wichtigsten Schritte, um uns als Menschen kennenzulernen.

Vor 20 Jahren haben sich genau aus diesem Grund über 1000 Wissenschaftler aus 40 Ländern zusammengefunden. Ziel war es, das menschliche Genom bis 2010 zu entschlüsseln. Aus den Basenabfolgen sollten dann die damals auf 100.000 bis 140.000 geschätzten Gene abzulesen sein.

Schon 2003 war es soweit. Das menschliche Genom galt als vollständig sequenziert (http://www.gutenberg.org/browse/authors/h#a856). Mit nur einem Haken. Es wurden weniger als 26.000 Gene gefunden. Also etwa genauso viele, wie eine Pflanze namens Acker-Schmalwand (Arabidopsis) hat.

In Veröffentlichungen von der Fachzeitschrift „Nature“ geht man von nur noch circa 21.000 protein-codierenden Genen aus (Vol 464, April 2010). Wie kann es sein, dass der Mensch in seiner Komplexität weniger Gene hat als ein kleines Unkraut?

Die Besonderheit des Menschen liegt nicht, wie früher angenommen, in der Quantität der Gene, sondern in der Gen-Dichte. Die menschliche DNA hat eine enorm große Menge an Junk-DNA. Im Deutschen wird sie frei übersetzt auch als Müll oder Schrott bezeichnet. In diesem Haufen Müll verstecken sich die Gene, was es leider so schwierig macht, sie zu finden. Deshalb kann man noch nicht genau sagen, wie viele Gene der Mensch wirklich hat.

Die meisten uns bekannten Gene enthalten eine Anleitung zur Proteinherstellung. Proteine verrichten Aufgaben zur Lebenserhaltung und andere wichtige Funktionen unseres Körpers. Bisher sind bei weitem noch nicht alle Proteine und deren Funktionen bekannt. Auch das Zusammenspiel verschiedener Proteine und die Vorgänge, die dadurch im Körper hervorgerufen werden, müssen noch erforscht werden.

Da nicht jede Zelle des menschliche Körpers alle vorhandenen Gene benötigt, werden sie durch spezielle Prozesse reguliert, die unter dem Begriff Genregulation zusammengefasst werden. Eine besondere Form der Genregulation ist die Epigenetik.

Epigenetische Phänomene beeinflussen die Ausprägung von Genen ohne die DNA selbst zu verändern.

Ich möchte mich mit der Genregulation beschäftigen und mein gewonnenes Wissen veröffentlichen. Deshalb freue ich mich meine Artikel bei den WissensLogs bloggen zu dürfen.




Quellen:
Epigenetik- Wie Erfahrungen vererbt werden“ Bernhard Kegel
Project Gutenberg

antworten

Artikel kommentieren
 authimage
 Bei neuen Kommentaren per E-mail benachrichtigen.

Kommentare

  1. Joachim Danke
    29.04.2010 | 01:20

    Danke für die interessante Einführung und viel Spass hier bei WissensLogs. Der Quantenmechaniker ist sehr gespannt auf weitere Beiträge.

  2. Helmut Wicht new kid on the blog
    29.04.2010 | 07:48

    Herzlich wilkommen!

    "Die DNA ist das, was uns Menschen ausmacht."

    Ganz bestimmt nicht. Und das wissen Sie genauso gut, wenn nicht besser als ich. Schliesslich haben Sie ja - völlig zu recht- Ihr Bild und Ihren Realname und keineswegs Ihre genomischen Sequenzen hierher gestellt.

  3. Ilo kein Betreff
    29.04.2010 | 09:02

    Viel Erfolg für Ihren Blog , liebe Luisa - ich freue mich schon auf weitere Beiträge und vor allem auf kluge Debatten zu interessanten Themen

  4. Martin Holzherr Genom und DNA: Das scheinbar Einfache
    29.04.2010 | 09:12

    Das Genom macht das Individuum aus, unterscheidet Arten und verbindet letzlich alles Lebende.

    Der Mensch als Uhrmacher (Ingenieur) will mehr als verstehen, er will gestalten und der Schlüssel dazu ist das Genom.

    Darüberhinaus könnte man von der Biologie abstrahieren und verallgemeinern und so etwas wie ein Genom auch nicht-biologischen Systemen verpassen.

    Das war eine kleine Abschweifung.

    Nun zurück zum biologischen Genom. Interessant ist für mich, dass die zugrundeliegende Chemie mit nur wenig Bausteinen auskommt - trotzdem ist die Beziehung zwischen den Informationstripeln und dem biologischen Phänomen ungemein kompliziert und umfasst ein ganzes Universum von Interaktionen. So sieht es heute aus. Zu Beginn jedoch glaubte man an einen 1 zu 1 Beziehung zwischen Genen und transkribierten Proteinen. Doch jetzt weiss man es besser und gerade die Genregulation ist im Zentrum des Interaktionsuniversums und schafft eine Komplexheit, die wohl sogar chaotische Elemente beinhaltet

  5. Sören Schewe Na endlich
    29.04.2010 | 12:50

    Hey Luisa,

    das freut mich ja gerade sehr, dass ich Dich hier finde. Hoffentlich gibt es jetzt auch mehr Beiträge als auf Deinem alten Blog^^

    Wünsche Dir viel Spaß hier bei uns.

  6. Dr. Glukose herzlich willkommen
    29.04.2010 | 13:27

    Ein neuer Bio-Blog, sehr schön ;-P und herzlich willkommen bei den WissensLogs! Um die Epigenetik wird ja gerade ein ziemliche großer Hype gemacht, den ich irgendwie nicht nachvollziehen kann. Wenn die Leute von Genen sprechen, dann denken sie meistens, dass diese schön hintereinander gereiht auf er DNA liegen, was ja nicht so ist, schliesslich können sie sich überschneiden. Die ganzen Elemente, wie Promotoren, Enhancer und Terminatoren sorgen dann dafür, dass nur das eine Gen abgelesen wird. Alternatives Spleißen gehört ja auch zur Genregulation, wodurch wieder DNA "gespart" werden kann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die folgenden Artikel hier im Blog und wünsche viel Erfolg!

  7. Martin Huhn Rezension
    13.05.2010 | 13:58

    In der aktuellen Ausgabe von Gehirn und Geist Juni 2010 ist eine Doppelrezension über zwei Epigenetik Bücher. Die eine behandelt das im Beitrag erwähnte Buch von Bernhard Kegel. Das PDF kann kostenlos heruntergeladen werden. Epigenetik Die Rezension findet sich auf Seite 80.

    Ansonsten bin ich gespannt, was Luisa hier im neuen Blog schreiben wird. Der erste Beitrag hat mich jedenfalls schon schön neugierig gemacht.

  8. Martin Huhn Nachtrag
    13.05.2010 | 14:04

    Wie ich gerade festgestellt habe, wurde das Buch auch schon bei spektrumdirekt rezensiert. Jenseits der Gene

  9. Balanus Spurensuche...
    13.05.2010 | 15:03

    ...ist schwer zu finden derzeit.

  10. Joe Dramiga Das menschliche Genom
    16.08.2010 | 12:21

    Hallo Luisa,

    vielleicht interessieren Dich meine folgenden Blogartikel über das menschliche Genom:

    Vergleich zwischen einer CD Rom und dem menschlichen Genom

    http://lichtblume.wordpress.com/...2/#humanesgenom

    Nach zehn Jahren noch immer Lücken im menschlichen Genom

    http://lichtblume.wordpress.com/...chlichen-genom/

  11. Daniel Wirklich sehr sehr interessant
    11.11.2010 | 12:20

    Das du einen wissenschaftlichen blog hast, hätte ich nicht gedacht ^^
    Aber ich finde es ziemlich genial!!!
    Hier lassen ja einige ihre "neuronalen Muskeln" spielen XD
    Ich hoffe, dass ich dich bald mal wiedersehen darf.

Artikel kommentieren
szmtag