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Weihnachtliche Nashorn-Geburt im Magdeburger Zoo

26. Dezember 2011, 17:44

Was täte ich nur ohne meine Leserinnen, Leser oder jene, die mich teilweise zusätzlich noch über Twitter verfolgen? Zumindest wäre ich teilweise nicht sonderlich gut informiert - eine Erkenntnis, die mich heute ereilte. Aber der Reihe nach. Es muss schon Dezember gewesen sein, als ich erfuhr, dass es über Stern TV einen Livestream gab. Dort wurde ein Nashornweibchen gefilmt. Genauer gesagt war es die 30-jährige Mana, ein Spitzmaulnashorn, die nun vor vielen gespannten Augen ein Baby erwartete. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und saß gespannt vorm Laptop. Die Geburt zog sich dann aber doch noch etwas hin und ich vermutete schon, dass es wohl ein Weihnachtsnashorn wird. Dass es tatsächlich so kommen sollte, hätte ich dann doch nicht gedacht. 

Aber genau so war es. In der Nacht des 24. Dezembers war es soweit und ich bin gegeistert - ein Nashornbaby! Mana hat es angenommen und kümmert sich wohl auch gut um ihr Kind. Und bevor ich Euch die Laune über die Situation der Spitzmaulnashörner in freier Wildbahn versaue (Das westafrikanische Spitzmaulnashorn ist dieses Jahr ausgestorben oder zumindest gilt es als ausgestorben. Gut, dass Mana und Kind im Zoo leben), schicke ich Euch einfach rüber zum Livestream. Ich bin total begeistert!

Alles Gute kleines Nashorn!

Und Danke an Lichtecho und Sinneswandlerin fürs Mitfiebern und natürlich fürs - ähem - Informieren!



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World Rhino Day 2011 - oder auch die sechste Art

22. September 2011, 12:20

Heute ist der World Rhino Day - oder auch ein Tag, der für mich keineswegs so ist wie jeder andere auch. Und natürlich muss ich da auch einen Artikel schreiben, sind mir diese ulkigen Tiere mit ihren Hörnern auf der Nase doch mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Für jene, die noch nicht ganz so lange hier mitlesen, möchte ich nochmal auf meinen ersten Nashorn-Artikel hinweisen, der aufgrund seines recht großen Twitter-Erfolges bei mir den Anstoß gegeben hat, mich doch mal etwas stärker mit den Tieren und der Materie an sich zu beschäftigen. Sie sind es auch, die mich bisher ein wenig davon abgehalten haben, mich voll und ganz als Agrarblogger zu bezeichnen, wirklich schlimm finde ich das aber nicht. Ich möchte den heutigen Tag aber nicht für eine Rekapitulation meiner Artikel zu den Nashörnern nutzen, sondern vielmehr eine Studie besprechen, die ich schon eine Weile im Auge hatte. Es geht um das nördliche Breitmaulnashorn und die genetischen Unterschiede zur südlichen Art. Geht los!

"Bei dem nördlichen Breitmaulnashorn handelt es sich um eine Unterart der Breitmaulnashörner. Dazu gehört auch das südliche Breitmaulnashorn. Die mitochondriale DNA beider Arten unterscheidet sich nur geringfügig (1-4%)." Diesen Satz habe ich schon einmal geschrieben und zwar ziemlich genau in meinem ersten Artikel zum nördlichen Breitmaulnashorn. Nicht erwähnt habe ich dabei die tatsächlichen Unterschiede zwischen beiden Formen, was aber jetzt geschehen soll. Beginnen möchte ich dabei mit einer schnöden Vermessung der Tiere: südliche Männchen erreichen dabei eine Höhe von 165-188cm, während die Weibchen mit 155-185cm ein kleines Stück kleiner sind. Die nördliche Form ist mit 151-166cm bei den Männchen und 150-160cm bei den Weibchen ingesamt etwas kleiner. Auch in der Körperlänge zieht die nördliche Form den Kürzeren mit 266-271cm bei den Männchen, während die südliche Form auf 259-284cm männliches Nashorn und 166-185cm weibliches Nashorn kommen. Weitere äußerliche Unterschiede finden sich am Schädel, die Entwicklung des "Kau-Bereiches" unterscheidet sich zwischen den beiden Formen, allerdings liest sich das eher wie ein Anatomie-Buch, weshalb ich Euch das ersparen möchte. 

Jetzt gibt es aber nicht nur körperliche, also phänotypische, Unterschiede zu betrachten, sondern auch die Ernährungsweise ist unterschiedlich. Leben die südlichen Tiere in feuchteren Gebieten und können so auf kürzeres Grass zurückgreifen, welches deutlich nahrhafter ist, müssen die Tiere der nördlichen Form in trockeneren Gebieten mit langen Gras-Arten zurechtkommen. Es wirkt nur wie ein kleines Detail, aber die Ol Pejeta Conservancy war schon ein verdammt guter Ort für die vier nördlichen Breitmaulnashörner, entspricht Kenia doch ungefähr ihrem geografischen Lebensraum, den sie zuvor innehatten.

Jetzt muss ich zu meiner Schande auch noch zugeben, dass ich noch nie ein Nashorn gestreichelt habe - oder zumindest nicht so wie einen Hund, weshalb ich diesen recht amüsanten Unterschied zwischen nördlicher und südlicher Form recht amüsant finde: es geht um Haarwuchs. Den soll es nämlich unter südlichen Breitmaulnashörnern geben, während die Nördlichen eher haarlos sind. Sehr interessant ist hierbei die Tatsache, dass Nasi - aufmerksame Leser wissen vielleicht noch, dass es sich dabei um ein hybrides Weibchen aus nördlichem und südlichem Breitmaulnashorn handelt (1977 geboren, 2007 ist sie gestorben) - ebenfalls Haare aufwies.

Fassen wir zusammen, dass es durchaus deutliche Unterschiede zwischen der nördlichen und südlichen Form des Breitmaulnashorns gibt. Um daraus zwei verschiedene Arten zu machen, reichen die Unterschiede dann aber doch nicht. Schließlich verstehen die südlichen Weibchen in der Ol Pejeta Conservancy sehr gut, was Sudan will, wenn er freudig erregt vor ihnen steht. Das war übrigens auch ein Ergebnis der Studie, dass sich die nördliche und südliche Form in ihrer Fortpflanzungsphysiologie kaum bis gar nicht unterscheiden, aber das wussten wir ja schon. Die Wissenschaftler vermuten dabei übrigens eine Trennung der beiden Formen, die mehr als eine Million Jahre gedauert haben dürfte. Vielleicht hätte Sudan eine Fortpflanzungsbarriere dazu gebracht, sich doch mal verstärkt mit seiner Alten zu beschäftigen, was ich keineswegs abwertend meine. Damit möchte ich vielmehr meinen Unmut über sein Sexualleben äußern, habe ich doch schon seit geraumer Zeit einen fertigen Artikel hier liegen, den ich aber nicht loswerde, weil er nicht unbedingt aktuell ist. Eine Schwangerschaft von Fatu oder Najin, den beiden noch fortpflanzungsfähigen Weibchen der verbliebenen nördlichen Breitmaulnashörner, könnte dieses Problem natürlich sehr elegant lösen. Und Sudan stöpselt fremd. Argh! Darüber kann man sich zwar ärgern - und das tu ich öfter - aber es ändert nichts. Da hilft nur warten und hoffen, weshalb ich mir die Zeit mit Videos über künstliche Besamungen bei Nashörnern vertreibe:

Was bleibt an diesem besonderen Tag noch zu sagen? Eigentlich nur, dass die Nachrichten über die Situation der Nashörner aus aller Welt mitunter schlicht Bungee-Jumping mit meiner Laune spielen. Einerseits freue ich mich über jede positive Nachricht aus der Wissenschaft, die es vielleicht ermöglicht, den Tieren auch wieder eine Zukunft außerhalb von Zoos und Reservaten zu gewähren, wenn der Wahnsinn des Horn-Handels vielleicht irgendwann mal endet. Andererseits sind es eben jene Nachrichten über neue Abschuss-Rekorde in Südafrika, die mich daran zweifeln lassen. Ausgerechnet auf der Facebook-Seite zum World Rhino Day 2011 fand ich dann ein Zitat von Dr. Jane Goodall:

"Even if it seems possible, don´t give up" Wenn das nicht positiv stimmt, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Und immer dran denken: a rhino´s horn belongs in one place and one place only - ON A RHINO!

In diesem Sinne vergesst mir nicht die Nashörner.

Happy Rhino Day!

 


The Sixth Rhino: A Taxonomic Re-Assessment of the Critically Endangered Northern White Rhinoceros

Colin P. Groves1*, Prithiviraj Fernando2, Jan Robovský3

1 School of Archaeology & Anthropology, Australian National University, Canberra, Australian Capital Territory, Australia, 2 Centre for Conservation and Research, Rajagiriya, Sri Lanka, 3 Department of Zoology, Faculty of Science, University of South Bohemia, České Budějovice, Czech Republic



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Der monetäre Wert des Sumatra-Nashorns

11. Mai 2011, 05:48

Letztes Jahr hatte ich zu einem Blog-Karneval der bedrohten Arten aufgerufen. Unter den verschiedenen Beiträgen war auch jener unseres studierten Steinchensammlers Gunnar Ries, der die Frage nach den Kosten der Rettung der globalen Tiger-Populationen aufwarf. Just gestern stieß ich dann auf einen ähnlichen Artikel, allerdings nicht zu Tigern, sondern - wie sollte es auch anders sein - zu Nashörnern. Genauer gesagt geht es hier um die Rettung des Sumatra-Nashorns, um das Vorgehen und die potentiellen Kosten. Da Tiger und Nashorn mit den gleichen Widrigkeiten zu kämpfen haben, werde ich die beiden ein wenig gegenüberstellen.

Bevor es hier allerdings so richtig losgeht, möchte ich noch kurz erklären, was es mit dem Sumatra-Nashorn auf sch hat - für all jene, die jetzt spontan nichts mit diesem Tier anfangen können. Das Sumatra-Nashorn ist das kleinste Nashorn der Welt und wer jetzt spontan an das hier auch schon öfter erwähnte Sabah-Nashorn denkt, liegt damit gar nicht so falsch. Das Sabah-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns. Leider findet es sich heute nur noch auf Borneo, Sumatra und den Malaiischen Inseln. Die Population des Sumatra-Nashorns wird aktuell auf nur noch 216 Tiere geschätzt. Das ist nicht viel, allerdings ist auch noch nicht alles zu spät. Das südliche Breitmaulnashorn, welches schon vor Jahrzehnten beinahe ausgerottet war und nur deshalb heute wieder in einer weitgehend gesicherten Population lebt, weil es rigoros geschützt wurde, ist ein gutes Beispiel, dass das auch beim Sumatra-Nashorn funktionieren kann. » weiter

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Sperma, Blut und Tränen - Nashorngeschichten im Context

19. November 2010, 11:32

Ich muss mich korrigieren, habe ich doch in meinem ersten Nashorn-Artikel überhaupt in diesem Blog über das Sabah-Nashorn den Eindruck erweckt, dass diese Nashorn-Art die erste ist, bei der Zuchtmethoden aus dem Nutztier-Bereich zum Einsatz kommen. Damit gemeint ist eine künstliche Sperma-Gewinnung, gefolgt von einer ebensolchen Besamung. Mag sein, dass das niemand anderem außer mir aufgefallen ist, aber mittlerweile habe ich ja schon einen recht geschulten Blick auf diesem Gebiet...Lange Einleitung, kurzer Sinn: ich muss das noch mal etwas besser einordnen. Außerdem komme ich nochmal auf Nikki zu sprechen, das schwangere Panzernashorn, welches schon mal in diesem Blog aufgetaucht ist. Da gab es tatsächlich einige Premieren. Leider ist ihre Geschichte nicht so verlaufen, wie ich mir das gewünscht hätte... » weiter

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Zoo-Blogging - es geht um Nikki...

02. September 2010, 23:05

Ich will das gar nicht. Eigentlich wollte ich die Nashörner erstmal Nashörner sein lassen und hier mehr über landwirtschaftliche Themen berichten - sozusagen mehr in Richtung eines Agrarbloggers. Aber irgendwie - ach komm, ich habe einfach verdammt noch mal Bock auf diese ulkigen Tiere und all die Menschen, die alles dafür tun, dass sie nicht aussterben. Genau diese Geschichten fesseln mich. Trotzdem. Obwohl ich weiß, dass das andere dann nur weiter nach hinten geschoben wird. Aber egal. Ich bin ja noch jung. Es geht um Nikki. » weiter

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Das nördliche Breitmaulnashorn - Kampf ums Überleben

14. August 2010, 11:50

Das nördliche Breitmaulnashorn steckt in der Klemme - und das weit schlimmer als das Sabah-Nashorn. Lebt letzteres noch mit ca. 50 Tieren in der Wildnis, existiert das nördliche Breitmaulnashorn gar nicht mehr in freier Wildbahn und wäre vermutlich ohne die Anstrengungen des tschechischen Zoos Dvur Kralove (mit einigen Häkchen oberhalb und unterhalb der Buchstaben) schon längst vollständig von dieser Erde verschwunden. Über die Gründe für diese schwierige Situation und die Bemühungen vieler Wissenschaftler und Praktiker (Tierärzte, Kuratoren, Pfleger und Zoo-Direktoren) um das Austerben zu verhindern, werde ich hier berichten. » weiter

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Sabah-Nashorn - Population ausreichend für den Erhalt?

29. Juli 2010, 23:16

Das südliche Breitmaulnashorn ist sehr faszinierend. Und das hat einen Grund. Als ich mich mit dem Sabah-Nashorn beschäftigt habe (das wiederum eine Unterart des Sumatra-Nashorns ist und manchmal auch Borneo-Nashorn heißt...), fiel es mir ziemlich schwer an den Erhalt einer Population von 50 Tieren zu denken. Den Gedanken an die Vergrößerung der Population habe ich gar nicht erst aufkommen lassen. Und während ich mich nicht nur mit dem Sabah-Nashorn, sondern auch mit Spitzmaulnashörnern und Breitmaulnashörnern beschäftigte, erregten letztere meine Aufmerksamkeit. » weiter

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Neue Hoffnung für Sabah-Nashorn und Co?

09. Juli 2010, 11:33

Schon mal ein lebendiges Mammut gestreichelt? Oder einen Dinosaurier? Zugegeben, ich mag solch weit ausholende Szenarien nicht, da sie meist Unsinn sind, dafür aber hervorragend die Aufmerksamkeit fördern ... Allerdings kann sich wohl kaum jemand solcher Assoziationen erwehren. Aber worum geht es überhaupt? Man nehme gefrorene Zellen eines toten Tieres, programmiere sie um zu Gameten - sprich: Spermium und Eizelle - und nutze diese dann um ausgestorbene Tiere zurückzuholen oder noch bestehende gefährdete Populationen zu erhalten. » weiter

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Kleines Update zum Sabah-Nashorn

29. Juni 2010, 09:22

Erinnert Ihr Euch noch an die Geschichte des Sabah-Nashorns in diesem Blog? Natürlich tut Ihr das! Jetzt liegt die Meldung aber schon eine Weile zurück und so habe ich mich entschlossen, den Tierarzt Dr. Thomas Hildebrandt mal zu fragen, wie es denn um den Fortschritt des Rettungsversuchs durch Züchtungs-Technologien aus dem Nutztier-Bereich steht. Außerdem habe ich noch ein kleines Video entdeckt, das sehr schön illustriert, wie so eine Entsamung eines Nashorns abläuft.

Leider stehen die Chancen für eine Rettung momentan noch eher schlecht. fehlen dafür doch momentan noch die nötigen Ressourcen. Benötigt werden ein Spezielgehege, eine 24h-Stunden-Kameraüberwachung und eine Tierklinik. » weiter

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Masturbieren für den Arterhalt

10. Dezember 2009, 00:22

Klingt irgendwie unsinnig? Keineswegs!

Keine Frage, es wirkt einfach nicht besonders natürlich, wenn man beobachtet, wie ein Mensch einem gestandenen Zuchthengst an das harte Glied greift, um eine gezielte Ejakulation in einer eigens dafür entwickelten künstlichen Vagina zu ermöglichen. Auch das danach mithilfe technischer Geräte in das weibliche Tier hineinbugsierte Sperma hat nicht wirklich viel mit sexueller Freude zu tun. Umso paradoxer erscheint es auf den ersten Blick, dass die auf diesem Gebiet erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nun vielleicht dazu genutzt werden könnten, um das Überleben des Sabah-Nashorns in freier Natur zu sichern. Dabei handelt es sich mit einer Schulterhöhe von 130 cm um das kleinste Nashorn der Welt, das überwiegend in den Flachlandregenwäldern des malaysischen Bundestaates Sabah auf der Insel Borneo lebt. Allerdings wird man es dort wohl nicht mehr allzu lange antreffen, denn die Population besteht nur noch aus 50 Tieren. Dabei ist der Erhalt der Population nicht nur deshalb wichtig, weil es ziemlich schade wäre, wenn die Tiere einfach von dieser Welt verschwänden. Das Sabah-Nashorn ist eine sogenannte Indikatorart, das bedeutet, dass sich das Aussterben auch auf andere Tiere des dortigen Ökosystems negativ auswirken würde.  » weiter

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