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Heartstormings statt Brainstormings!

03. Februar 2009, 16:39

Leider muss ich so viele Brainstorming-Meetings miterleben. Es ist grauenvoll. Kreativität ist nämlich harte Arbeit bei sehnendem Herz! Und eben nicht so etwas Eigenartiges, was wir da normalerweise in größeren Gruppen anstellen. Das haben uns Psychologen und Managementberater eingebrockt, die mit der Moderation von solchen Selbsthilfegruppensitzungen schön Geld verdienen, ohne je selbst eine Idee haben zu müssen. Sie berechnen all den Unsinn, der uns selbst einfällt. An den glauben wir ja eher – ja, ich verstehe diesen Punkt auch. » weiter

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Schwärmende Intelligenz in Gruppen

25. Januar 2009, 21:20

Für den Fall, dass es in einer Gruppe keinen Chef gibt, soll eine Gruppe als Ganzes angeblich mehr wissen als ein Einzelner. Das ist wohl eine Schwarmintelligenz. Die hilft gut, wenn kein Einzelner wirklich Ahnung hat, aber statistisch im Mittel die richtige Ahnung entsteht, indem sich die einzelnen Denkfehler insgesamt ausgleichen. Es kann eine „gesunde Volksmeinung“ herauskommen. Im Vertrauen auf dieses Phänomen des Ausgleichs zum Guten setzen sich oft Gruppen in völliger Ahnungslosigkeit zusammen. Unvorbereitet natürlich, aber mit festen Vorstellungen. » weiter

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Im Wahnsinn würde alles enden, wenn wir nicht so wahnsinnig hofften

15. Januar 2009, 21:01

Was bringt das neue Jahr 2009? Eine Rezession, neue Finanzskandale. Aber wir sind vergleichsweise heiteren oder mindestens gelassenen Mutes. Es gibt noch genug Hoffnung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Noch im wirklichen Tode tröstet sie uns. Sie sitzt an unserem Sterbebett und streicht uns das Haar, während der hagere Zwillingsbruder, die Angst, stumm an den Nägeln kaut.

Die Angst und die Hoffnung sind immer bei uns. Die Angst will uns hemmen, weil alles nichts helfen wird. Die Hoffnung hält uns zuversichtlich und gibt uns Energie, die uns die Angst wiederum wegfressen will. Die Hoffnung erwärmt, die Angst lässt uns kalt erstarren. Die Hoffnung schöpft frische Luft, die Angst schnürt den Hals ab. » weiter

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Liebe ist wichtig, aber wo kommt sie her?

02. Januar 2009, 22:05

Oft muss ich ein bisschen weinen. Ich hatte gepredigt, dass Vertrauen und Liebe so wichtig wären, auch Ehre und Dankbarkeit. Dann sagen so viele JA! JA! JA! und klagen sofort laut, dass es von all dem so wenig gäbe, vor allem für sie selbst nicht. Ach ja, das meinte ich nicht. Ich wollte nicht feststellen, dass ein Mangel herrscht, sondern aufrufen, ihn zu beheben. » weiter

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Vom Wert des Versprechens

21. Dezember 2008, 21:46

In Aktienkursen steckt oft viel Hoffnung, manchmal gar Glaube oder ganz heiße Luft – zu anderen Zeiten Misstrauen oder tiefe Depression. Das Reale bedeutet fast nichts. Es ist fast schon von gestern. Es kommt nicht darauf an, was ist. Der Wert eines Etwas bemisst sich danach, was man sich von ihm verspricht. Und so könnten wir nebenbei auch gleich forsch fragen: „Was verspricht man sich von Ihnen?“ » weiter

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Der Wohlstand und das dritte Lotka-Volterra-Gesetz

17. Dezember 2008, 16:52

Es gibt ein Gesetz aus der Biologie, das eine Aussage über die Zeit nach Katastrophen macht. Oder auch eine für Finanzkrisen? Wenn alles daniederliegt, scheinen sich die Guten schneller wieder zu erholen als die Bösen? Könnte das so sein?

Deshalb ist manchmal auch Frieden in der Welt. Nach dem Krieg! Das ist sehr tiefsinnig – und es folgt für mich aus dem dritten Gesetz von Lotka-Volterra über Räuber-Beute-Beziehungen. Sie können auch mit gesundem Menschenverstand von selbst darauf kommen, aber der zählt nichts in diesem speziellen Zusammenhang.

Ich zitiere aus Wikipedia:
Die Dritte Lotka-Volterra-Regel trifft eine Aussage über die Auswirkungen einer Störung in einer Räuber-Beute-Beziehung. Werden Räuber- und Beutepopulation gleichzeitig für einen begrenzten Zeitraum dezimiert, so erholt sich die Beutepopulation stets schneller als die Räuberpopulation. Anders als bei periodischen Schwankungen fällt die Verminderung der Räuberpopulation zeitlich mit der Dezimierung der Beutepopulation zusammen. Nicht selten führt der Nahrungsmangel in dieser Situation zu einem Zusammenbruch der Räuberpopulation. Ohne Fressfeind findet die verbleibende Beutepopulation anschließend optimale Bedingungen und wächst schneller als sonst. Bis sich anschließend auch die Räuberpopulation wieder erholt, dauert es dagegen wegen der geringen Individuenzahl länger als üblich. In den meisten Räuber-Beute-Beziehungen kommt verstärkend hinzu, dass die Generationszeit von Räubern aufgrund ihrer Körpergröße länger ist als die ihrer Beutetiere.


Sehen Sie? Deshalb sind die Phasen der Bestandsschwankungen bei Räubern und Beutetieren verschoben, die Phasen der Räuber hinken nach.

 


Aus Wikipedia: Räuber-Beute-Beziehung


Die Finanzkrise von 2008 ist doch so eine Katastrophe. Sie dezimiert alle gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen. Die Vermögen verschwinden im Orkus. Es ist wie am Ende eines allgemeinen Krieges. Die kleinen Strukturen bauen schnell wieder Gemüse im Garten an und reparieren das Haus nach dem Tsunami. Die Gemeinschaft der guten Bürger setzt das Allgemeingut wieder instand und errichtet die Fabriken neu. Das Gierige aber hat jetzt keine Konjunktur. Es muss warten, bis wieder genug zu rauben vorhanden ist. Es hat jetzt im Neubeginn viel zu wenig zu fressen – es braucht ja sehr viel Beute, das Gierige! Es wächst erst nach der Wiederherstellung aller Grundversorgung wieder zu einer alles bedrohenden Größe heran.
Deshalb herrscht nach einer Katastrophe eine relative Friedlichkeit. In dieser Zeit ist Gelegenheit, frühere kulturelle Werte wieder aufleben zu lassen, die im Kriege vergessen wurden. Vertrauen keimt wieder in der verbrannten Erde.

Es wird jetzt eine schöne Zeit.
Bis es uns wieder zu gut geht.

 



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"Papa, kann eine Bank ethisch sein?"

03. November 2008, 17:08

Warum sind denn so viele Unternehmen in die Wirren verwickelt, die den Finanzmarkt erschüttern und das Jahr 2008 in die Nähe von 1929 rücken? Wir haben zuerst nur geglaubt, es seien einzelne schwarze Schafe. Dann aber gingen uns die Augen über. Hey, Leute, Sie verstehen die Mathematik von Gut und Böse nicht! Es ist gar nicht so einfach, gut zu sein. Es kann sogar umbringen.

„Eine Bank kann ethisch sein, mein Sohn. Aber sie muss das aushalten können. Stell dir vor, die Immobilienpreise steigen wie verrückt. Ein Haus, das heute 300.000 Euro kostet, wird in wenigen Jahren – so spekulieren alle – 400.000 Euro wert sein. Vor zwei Jahren war das Haus noch 200.000 Euro wert. Ein Sparer hat 50.000 Euro auf der Bank und möchte von der Bank 250.000 Euro Kredit bekommen. » weiter

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Durch Mega-Rechenfehler zur Kreditkrise?

23. Oktober 2008, 10:21

„Wir haben uns verrechnet.“ So sagen sie doch alle, wenn sie sich verzockt haben? Ich aber werde die Vermutung nicht los, dass sie sich wirklich und wahrhaftig verrechnet haben. Ich habe auch eine Vorstellung, worin der Fehler bestehen könnte. Wenn ich Recht habe, bleibt mir aber ein bisschen der Atem stehen. Dann sind wir von Milchmädchen umgeben.

Es geht um die Bewertung von Risiken. Man kann jetzt lange diskutieren, was ein Risiko ist. Viele sehen es als Gefahr, dass etwas passiert. Die Mathematiker modellieren es oft als Varianz, also Abweichung vom Mittelwert. Risiko ist aus dieser Sicht die Schwankung oder Streuung um den Mittelwert. Risiko ist dann die Gefahr, dass es nicht normal läuft.

Ich glaube nun, dass die Banken auf das Gesetz der großen Zahl setzen.

Das sieht in der Praxis so aus: » weiter

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Dr. med. Simpel ohne jede Praxis

06. Oktober 2008, 14:15

In den USA gibt es schon die Minuteclinic. Wir gehen demnächst zum Doktor im Tengelmann. Der hat im Wesentlichen nur den Rezeptblock dabei und nimmt Bargeld. "You’re sick. We’re quick." Es gibt gerade ein Sonderangebot – Zeckenbilligimpfung. Es sticht mich, das für diesen Preis machen zu lassen. » weiter

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Was ist noch neu?

24. September 2008, 11:16

Sie haben eine neue Idee, eine Erfindung oder den genialen wissenschaftlichen Einfall? Dann googlen Sie erst einmal, ob es das schon gibt. Meistens irgendwie schon, aber nicht genauso. Es bleibt das schale Gefühl, nichts ist richtig neu. Die Leute lügen ja auch und behaupten, was sie irgendwann zu wissen glauben. Wer blickt da noch durch? » weiter

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