Durch Mega-Rechenfehler zur Kreditkrise?

23. Oktober 2008 von Gunter Dueck in Allgemein

„Wir haben uns verrechnet.“ So sagen sie doch alle, wenn sie sich verzockt haben? Ich aber werde die Vermutung nicht los, dass sie sich wirklich und wahrhaftig verrechnet haben. Ich habe auch eine Vorstellung, worin der Fehler bestehen könnte. Wenn ich Recht habe, bleibt mir aber ein bisschen der Atem stehen. Dann sind wir von Milchmädchen umgeben.

Es geht um die Bewertung von Risiken. Man kann jetzt lange diskutieren, was ein Risiko ist. Viele sehen es als Gefahr, dass etwas passiert. Die Mathematiker modellieren es oft als Varianz, also Abweichung vom Mittelwert. Risiko ist aus dieser Sicht die Schwankung oder Streuung um den Mittelwert. Risiko ist dann die Gefahr, dass es nicht normal läuft.

Ich glaube nun, dass die Banken auf das Gesetz der großen Zahl setzen.

Das sieht in der Praxis so aus:

Angenommen, ich gebe hier in Waldhilsbach etlichen Leuten Kredite. Manche arbeiten an der Uni, andere bei SAP, wieder andere bei MLP oder am Max Planck Institut oder bei Tengelmann. Sie haben alle einzeln gesehen verschiedene Risiken. Sie können arbeitslos werden, erkranken oder Drillinge bekommen. Dann wackeln die Kredite. Sie können auch erben, dann steigt die Sicherheit. Diese einzelnen Risiken muss man bewerten und danach die Kreditwürdigkeit einstufen. Diese Einstufung der Risiken erfolgt Person für Person nach Erfahrungstabellen. Wenn ich zum Beispiel von der Sparkasse Heidelberg eingestuft werde, hängt das von meinen eigenen Daten ab. Sie schauen aber natürlich nicht nach, ob mein Nachbar kreditwürdig ist. Das interessiert sie in meinem Falle nicht!

Mathematisch gesehen werden die Risiken der verschiedenen Personen UNABHÄNGIG voneinander gesehen und eben auch unabhängig voneinander bewertet. So machen das die Rating-Agenturen bestimmt auch. Investmentzertifikat für Investmentzertifikat, Anleihe für Anleihe kommen zum Bewerten herein. Nacheinander werden sie eingestuft. Wenn zum Beispiel ein Ölzertifikat bewertet wird, spielt es keine Rolle, welche Note vorher eine Australienanleihe bekommen hat. Alles geht seinen geordneten Gang. Geschäftsvorfall für Geschäftsvorfall wird nach Erfahrungstabellen abgearbeitet.

Die Erfahrung sagt, dass das Risiko eines Hauskredits in Asien mit der Arbeitslosigkeit eines Rechtsanwaltes in Neuseeland nichts zu tun hat. Man nimmt also implizit bei der Bewertungsarbeit an, dass diese Ereignisse nichts oder sehr wenig miteinander zu tun haben. In diesem Fall greift das Gesetz der großen Zahl. Es sagt: Die Ausmaße der schlechten Kredite oder die Größe des Gesamtrisikos über eine große Menge von Geschäftsvorfällen ist fast ganz, ganz sicher so groß wie man es nach den Tabellen erwarten kann. Wenn also nach aller Erfahrung bei einer Million Krediten nur 1 Prozent ausfällt, so ist es irre unwahrscheinlich, dass es vorkommt, dass sogar drei oder gar 5 Prozent ausfallen. Das sagt das Gesetz der großen Zahl. Man kann die Wahrscheinlichkeit eines Supergaus nach diesem mathematischen Satz gut berechnen. Es kommt meist heraus, dass ein Kapitalmarkt-Crash nur so alle Zehntausende oder Millionen Jahre vorkommen kann, wenn einmal ausnahmsweise alles schief läuft, was schief laufen kann. Und weil die Berechnungen das sagen, fühlen sich alle sehr, sehr sicher.

Leider aber kommen die Crashs nun alle fünf Jahre, oder? Nicht alle paar Millionen? Wie geht das zu?

Wenn sich die Ölpreise, die Rohstoffpreise und die Immobilienpreise extrem stark erhöhen und „eine extreme Blase“ bilden, wächst die Gefahr eines absolut allgemeinen Rückschlags. Das Risiko meines Hauskredites in Waldhilsbach hängt dabei gar nicht mehr von meinen persönlichen Daten und meinem Arbeitgeber IBM ab. Mein eigenes Risiko ist jetzt ganz klein gegen das allgemeine Risiko eines allgemeinen Platzens der Blase. Das Risiko meines Hauskredites ist also vielleicht zehnmal höher geworden, weil die Blase zu platzen droht. Weiß das die Bank? Ändert sie die Tabellen? Noch schlimmer: Mein Risiko und Ihr Risiko sind nicht mehr unabhängig. Wenn Sie und ich einen Kredit aufnehmen, haben wir beide als Personen einzeln gesehen ein geringes Risiko, aber wir haben zusätzlich beide das GEMEINSAME sehr hohe Risiko, dass die Blase platzt. Die Bank sitzt jetzt also nicht mehr auf einer Million Einzelrisiken, die sich nach dem Gesetz der großen Zahlen berechnen und beherrschen lassen, sondern sie sitzt vor allem nur noch auf dem einzigen Riesenrisiko, dass die Blase platzt. Dann nämlich sind alle Arbeitsplätze gleichzeitig gefährdet, die Hauspreise fallen gleichzeitig. Mein Haus und Ihr Haus, meine Arbeitslosigkeit und Ihre Arbeitslosigkeit hängen jetzt plötzlich zusammen! Wir werden wahrscheinlich beide gleichzeitig arbeitslos oder nicht! Die Blase packt uns mathematisch zusammen. Wir haben jetzt etwas miteinander zu tun, wo unsere beiden Leben sich vorher gar nicht berührten.

Ich will sagen: Bei Gefahr des Blasenplatzens ist das Blasenplatzrisiko dominant gegenüber den Einzelbewertungen. Deshalb bedeutet es in dieser Zeit nichts, wenn die Ratings-Agenturen für eine Bankanleihe ein AAA vergeben. Das AAA wird für die Daten der Bank im NORMALFALL vergeben, nicht für den Fall des Platzens der Blase. Die Rating-Agenturen und die Kreditbearbeiter der Bank für Kunden arbeiten aber nur an den Daten der Bank oder der Bankkunden! Akte für Akte, Kredit für Kredit, Anleihe für Anleihe werden bearbeitet und eingestuft.

Wenn aber die Blase zu groß wird, berechnen auf diese Weise alle nur einen winzigen Teil des Risikos.

Alles klar? Wenn die Blase zu platzen droht, gibt es kein Gesetz der großen Zahl mehr. Es gibt auch keine kleine Zahl mehr! Es geht nur noch um das Platzen oder das Nichtplatzen der Blase. Ja oder Nein. Das hat nichts mit meinen oder Ihren Bankdaten zu tun!

Aber die Banken und die Rating-Agenturen haben die Wahrscheinlichkeit eines Blasenplatzens nicht in den Rating-Tabellen stehen – das vermute ich. Ich vermute, dass sie weiter nach dem Gesetz der großen Zahlen arbeiten und deshalb gar keine großen Risiken finden. Das ist der Mega-Rechenfehler. Er entsteht aus einem Mega-Denkfehler. Oder dem Mega-nie-mehr neu-nachgedacht-Fehler.

Wenn die Blase platzt, ist nichts mehr sicher! Meine Firma IBM hat mitten in der Krise den Gewinn gesteigert, sie ist ein Fels in der Brandung und so etwas wie AAA. Klar? Aber die Aktien sind auf 75 Prozent gefallen. Warum? Auch das ist sonnenklar: Alles andere ist noch viel stärker gefallen. AAA bedeutet also nur, dass die „Personaldaten“ von IBM völlig okay sind. AAA bedeutet nicht, dass die Aktien von IBM nicht fallen können. Das liegt daran, dass AAA nur die „Personaldaten“ anschaut, aber nicht den Schaden durch das Platzen der Blase.

Das aber hat kaum einer gewusst, oder? Da hat keiner hingeschaut! Wahrscheinlich dachten auch Sie, dass AAA-Papiere nie fallen! Sie haben damit aber nur das Einzelrisiko bewertet bekommen. Die Gefahr des Blasenplatzens war nicht eingerechnet.

Was sagt das alles? Keiner denkt nach. Die Sachbearbeiter schauen in Tabellen, in denen die Erfahrungen der Normalfälle verzeichnet sind. Wenn man sie jetzt anstubst, dass sie nur das Normale bewerten, aber nicht das große Risiko, werden sie wahrscheinlich sagen: „Dazu kann ich nichts. Diese Zeit ist wirklich absurd unnormal. Da kann ich keine Risiken schätzen, weil die Tabellen nur normal sind.“

Das Bewerten von Risiken erscheint vor mir im Bild wie ein Raumfahrer am Mega-Kursberechnungscomputer in einem Megaraumschiff. Der Rechner surrt und spuckt geniale Meteoritenumschiffungsrouten aus. Der Raumfahrer gibt alle Daten und Vorschläge zufrieden zur automatischen Reise frei. Hinter ihm und auch schon über ihm aber tropft der weiße Schaum aus dem Maule eines Aliens.

Es ist nicht Gier! Es ist gedankenloses freudiges Weiterarbeiten wie immer. Sie sollen das Unnormale vorhersagen und nehmen dazu normale Tabellen.

Das ist mega-schlimm und gibt den Giga-Flopp.


9 Kommentare zu “Durch Mega-Rechenfehler zur Kreditkrise?”

  1. adenosine Antworten | Permalink

    Nun ist es aber so, dass es ein Wesen Bank, dass seine Risiken bewertet und einen Selbsterhaltungstrieb hat, nicht gibt. Die Risikopositionierung wird vom Management unter der Gewinnmaximierung für das jeweils nächste Jahr getroffen, da davon das persönliche Einkommen abhängt. Der Gewinn für das nächste Jahr wird bei hohem Risiko ohne Crash höher sein, als bei niedrigem Risiko, und ein Management, das im Vergleich schlechter ist, als die Risikoperformer wird gefeuert und das in eher 9 von 10 Jahren. Das Risiko des Totalverlusts ist aus Managementsicht tragbar, das kann man in Ruhe von der Jacht aus beobachten, die man sich von der Abfindung oder dem letzten Bonus geleistet hat.

  2. Werner Große Antworten | Permalink

    globale Fehler

    Lieber Herr Dueck,

    dass Sie mir mit Ihren messerscharfen Analysen große Freude bereiten und dass Sie die auch noch sprachlich hervorragend vermitteln können, habe ich schon mehrfach angemerkt. Dieser Beitrag ist wieder ein Beispiel dafür.

    Die Frage bleibt natürlich, wann die Menschheit lernen wird. In der eigenen Lebensspanne wohl nicht. Deshalb ist immer wieder die Fantasie verlockend, nach 200 Jahren oder so noch einmal einen Blick auf den Globus werfen und nachschauen zu dürfen, ob, wie und wann Homo sapiens die Probleme gelöst hat.

    Eratosthenes hat 1700 Jahre vor Kolumbus den Durchmesser dieser Erde ausmessen und berechnet. Aber erst heute beginnen wir, global zu denken - offensichtlich mit allen Fehlern, die man machen kann.

  3. Jürgen vom Scheidt Antworten | Permalink

    Danke für diese Mega-Einsicht!

    Exzellente Analyse. Aber wie sieht die Therapie aus?
    Geldstrafen für Banker sind derzeit ja mega-in. Aber ich halte sie für ziemlich hirnrissig, wenn es dabei bleibt. Wie die Analyse im Beitrag klarmacht, sitzen die Probleme ja buchstäblich viel "tiefer" - nämlich in den tieferen (Hierarchie-)Etagen der Bank-Mitarbeiter.
    Würde es viel bringen, diese Mitarbeiter besser zu schulen und evtl. mit besseren Analyse-Programmen auszustatten?
    Ich fürchte: nein!
    Weshalb fürchte ich das? Die Geheimdienste in aller Welt machen es ständig vor. Sie spionieren und analysieren und schreiben ihre Warnungen und Berichte. Liest sie die Führungsetage?
    Nein. Jedenfalls nicht, wenn die Analyse nicht in den Kram passt.
    Das wissen die Geheimdienstler. Deshalb schreiben das das Allerwichtigste gar nicht in ihre Berichte rein: nämlich das, was "nicht in den Kram" der Regierenden passt, weil es irreguläre und im ursprünglichen Sinne "innovativ" = "neu" ist.
    Siehe im Beitrag die "große Zahl" und die darin nicht enthaltene "Blase", mit der niemand rechnet.
    Das gibt es offenbar überall in der Welt:
    ° Siehe die Warnungen des CIA/FBI vor Al Qaida-Anschlägen lange vor dem 11. Sep 2001;
    ° Siehe den Fall der Mauer 1989 (den keine StaSi mit ihren mehr als einer Million Spitzeln voraussah (oder durchaus erkannte, aber gar nicht erst "nach oben" meldete?)
    ° Siehe die jetzige Serie von Bank-Crashs.
    All diese super- und offensichtlich total überbezahlten "Nieten im Nadelstreifen" haben auf den Universitäten von ihren "Nieten hitner dem Katheder" offensichtlich nur Mist gelernt.
    Unser gesamtes Bildungsssystem, ist viel zu statisch und bringt uns nicht bei, solche Dynamiken (also das "Leben" schlechthin) zu beachten).
    Was lernen wir daraus?
    Ich glaube, des Rätsels Lösung wäre wirklich ein wenig mehr Beachtung von Rückkopplungsschleifen und Kybernetik in den Führugnsetagen, den Universitäten, in den Schulen, Elternhäusern.

  4. Roland Dorau Antworten | Permalink

    Ich glaube der denkt mit der Blase!

  5. Friedbert Pflugschaar Antworten | Permalink

    Hervorragender Beitrag !!!

    Herr Dueck sollte unbedingt in eine zentrale staatliche Führungsposition aufrücken !!! Das ist ernst gemeint !!! Warum haben wir fast nur "Pfeifen" in der Politik rumpfläzen ? Und jede Menge "Nieten in Nadelstreifen" in der Wirtschaft und Verwaltung ? Ist das die berühmte "Verschwörung der Spießer und Mittelmäßigen", die ihre Unfähigkeit mit Raffgier und Menschenverachtung kompensieren ? Gratulation an den sogenannten "Kapitalismus" !!!

  6. mike lehmann Antworten | Permalink

    risikobewertung

    der artikel ist durchaus interessant, allerdings bleiben verschiedene faktoren unberücksichtigt, die ich hier nur anmerken möchte:

    -menschliche gier kennt keine grenzen
    -die unberechenbarkeit der menschlichen psychologie
    -banken rechnen je nach geschäftsmodell mit weitaus höheren kreditausfällen, z.b. bei der citibank sind es bis 20%, bei einer sparkasse hingegen zielt man auf 0% -> deshalb ist die kreditvergabe bei sparkassen auch strenger als woanders
    -das og. gesamtrisiko wird widerrum dadurch minimiert, dass es so viele verschiedene banken gibt (risikostreuung)

    und wenn andere von vorhersage vom 11.9. sprechen, so merke ich an, dass ein mann im 19.jh. ein buch geschrieben hat und unsere heutige situation damals schon kommen sah. das buch heißt "Das Kapital"

    übrigens das derzeit zur finanzkrise kursierende gedicht von tucholsky von 1930 ist nicht echt!

  7. janio Antworten | Permalink

    hi

    Das war wohl doch kein so großer Rechenfehler ;)

  8. Hans Peter Holz Antworten | Permalink

    Definition Blase u. weitere Überlegungen

    Sehr geehrter Herr Dueck,
    spannende Gedanken, die Sie da formulieren. Ihr Schluß, daß die Risiken einer Blase - ich möchte sie volkswirtschaftliche Risiken nennen - über Einzelrisiken dominieren, ist sicher zutreffend. Es empfiehlt sich, die volkswirtschaftlichen Risiken im Falle der Finanzkrise detaillierter zu betrachten. Es gibt immer das Risiko der konjunkturellen Überhitzung. Dann steigen - in Erwartung weiterer Nachfrage - die Rohstoffpreise, und zwar sämtliche. Auch die Preise für den Faktor Arbeit.

    Werden die ersten wichtigen Marktteilnehmer kritisch gegenüber weiteren Nachfragezuwächsen, dann kann die Erwartung aller in Kürze kippen und es entsteht ein enormes Nachfrageloch. Preise sinken rapide ab. In der Folge können Kredite, die direkt oder indirekt mit der Erfolgserwartung verbunden waren notleidend werden. Wer einen hoch bezahlten Job gefunden hat und sich nun getraut hat, eine Immobilie zu erwerben, kann unter Umständen von heute auf morgen seinen Job verlieren und den Kredit nicht mehr bedienen. Das können sie ganz sicher auf die überwiegend kreditfinanzierten Unternehmen übertragen. In Deutschland ist die Eigenkapitalquote extrem gering. Das heißt, Unternehmenswachstum ist in der Regel kreditfinanziert. Wenn also eine konjunkturelle Überhitzung abflacht, stehen immer viele Unternehmen vor einem Kreditproblem.

    Das ist insofern nichts überraschendes und alles Volks- und Betriebswirten bekannt. Sie richten sich danach und versuchen, das Risiko soweit zu begrenzenn, dass es das Unternehmen auch im schlimmsten Fall nicht umhaut.

    Diese Finanzkrise ist durch andere Zusammenhänge entstanden. Es ist verblüffend, daß über den Kern nicht gesprochen wurde und immer noch nicht wird.

    1. Alle Kredite werden zuvor hinsichhtlich des Risikos bewertet. Dafür gibt es einen internationalen Standard, der hierzulande unter dem Titel Basel 4 bekannt ist. Man hat sich über die Jahre von Basel 1 bis Basel 4 entwickelt. Die Kriterien zur Vergabe und zur Risikobewertung werden immer feiner ausgearbeitet. Die Inititative für das internationale Abkommen "Basel" ging von den USA aus. Alle wichtigen Industrieländer haben die Regeln des Baseler Abkommens in nationales Recht überführt. Nur die USA weigern sich, das zu tun. Das heißt, in den USA können Kreditrisiken bei den Banken entstehen, deren Bewertung nicht den internationalen Standards entspricht. Nun ist der Finanzmarkt ein geschlossenes System. Was einmal drin ist, wird behandelt, als sei es geprüft und sicher. Niemand hielt es für nötig, Papiere, die von renommierten amerikanischen Banken kamen, in Frage zu stellen. Wenn dann auch noch außerordentlich hohe Renditen von einem der höchst angesehensten Institute wie Lehman Brothers versprochen werden, schaut man besonders gerne weg. Das ist der wesentliche Kern der Krise. Faule Papiere sind in den Markt gekommen und niemand hat es gewagt, den Emitenten zu prüfen.

    Diese Erkenntnis sollte andere Diskusssionen auslösen, als die, die heute geführt werden.

    Ein weiterer Punkt ist von großer Bedeutung. Die Bankentheorie und auch die Risikoananlyse der Banken geht von einem Theorem aus, das nicht mehr zutrifft. Nämlich das die Banken keine Eigengeschäfte tätigt, sich nicht an Unternehmen beteiligt und in erster Linie von der Zinsdifferenzen lebt. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Also müsste die gesamte Bankentheorie in Frage gestellt werden. Ihre SChlußfolgerung wäre dann zwingend bei der neuen Risikobewertung zu berücksichtigen.

  9. Wolfgang Teschner Antworten | Permalink

    abhängige Risiken

    ... und deshalb a) kam es zum Fukushima-SuperCrash und b) sind alle Risikoberechnungen der AKW-Welt ebenso falsch!

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