AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Warum gibt es so wenig neue Antibiotika?

Es ist im Grunde ein bisschen müßig, den aktuellen Acinetobacter-Ausbruch an der Uniklinik Schleswig-Holstein in Kiel noch mal aufzudröseln. Man weiß nicht so genau, wie viele Leute tatsächlich direkt an dem Bakterium gestorben sind, und die Informationspolitik ist auch eher so meh, aber das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass mal wieder ein gegen alles Mögliche resistenter opportunistischer Erreger quer durch die Intensivstation geschmiert wurde. Ist ja bei weitem nicht das erste mal. Nun wär's ja einfach, ... weiter

 

Erdrutsch in Dagestan (Video)

Gestern wurde ein Video von einem Erdrutsch in Dagestan bei Youtube hochgeladen. Es zeigt einen Erdrutsch, möglicherweise in der Form eines Erdschlipfes, auch wenn hier die Vegetation den abrutschenden Block nicht zusammenhalten kann und das ganze sich mehr zu einem kapitalen Erdrutsch entwickelt. Man kann den Vorgang in den ersten Sequenzen des Videos recht gut erkennen. Dave Petley auf dem Landslide Blog bezeichnet den Rutsch als "Earthflow". Man sieht auch, wie sich die Rutschung erst recht langsam entwickelt, um dann ... weiter

 

Christiane Nüsslein-Volhard – Grande Dame der Entwicklungsbiologie

2015 jährt sich die Vergabe des Medizin-Nobelpreises an Christiane Nüsslein-Volhard zum zwanzigsten Mal. Deutschlands bekannteste Biologin hat mit der Erforschung der genetischen Steuerung in der Embryonalentwicklung wissenschaftliche Meilensteine gesetzt. Christiane Nüsslein-Volhard, Nobelpreis in Physiologie oder Medizin 1995, Foto: Peter Badge/Lindau Nobel Laureate Meetings Christiane Nüsslein-Volhard taugt für Superlative: Wissenschaftsjournalisten wählten sie im Jahr 2000 zum „Deutschen Naturwissenschaftler des Jahrzehnts“. Dabei kam es nicht nur auf die wissenschaftliche Exzellenz an, sondern auch darauf, wie die Forscher sich und ihre Sache präsentieren, ... weiter

 

AstroGeo Podcast: Methan und organisches Material

Der Mars und die Erde sind keine Zwillinge. Während es dort nur trockene Wüsten und eine ungewöhnliche dünne Atmosphäre gibt, ist die Erde bewohnbar. Umso erstaunlicher war der Fund von Methangas in der Atmosphäre des Mars, der gerade zehn Jahre alt ist. Immerhin entweicht Methan auf der Erde neben Vulkanen auch vielen Mikroorganismen, Tieren und sogar Pflanzen. Wo genau das Marsmethan herstammt, ist bislang noch umstritten. Ein neuer Fund hat die Diskussion allerdings gerade weiter angeheizt: Der NASA-Rover Curiosity beobachtete einen rasanten Anstieg ... weiter

 

Einzelzellanalyse: Technologie der Zukunft

Ein erwachsener menschlicher Organismus besteht aus circa 37,2 Billionen oder 37.000 Milliarden oder 37.200.000.000.000 Zellen. Was wäre wenn einige dieser Zellen ein mutiertes Gen tragen würden, welches diese Zellen dazu veranlasst, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt unaufhörliche zu teilen? Genau wäre der Ausgangspunkt eines Krebsgeschwürs. Wären wir nicht alle daran interessiert, diese tickende Zeitbombe rechtzeitig zu entschärfen? Hierfür müsste man so früh wie möglich wissen, dass man Träger solch mutierter Zellen ist. Nur dann könnten Ärzte vorsorglich und effektiv gegen ... weiter

 

Obamas “State of the Union” zum Klima

Ich habe heute morgen zwar Manches in den Medien zu Obamas Rede gesehen - allerdings nicht dazu, was er als die "größte Bedrohung für künftige Generationen" genannt hat. Für alle die es interessiert, hier ist das Video mit den Passagen zum Klimawandel: (Die Einblendung rechts ist original vom Weißen Haus - die Aussage zum Meeresspiegel kommt übrigens von dieser Studie.) Und hier der Text dazu zum Nachlesen: And no challenge — no challenge — poses a greater threat to future generations than climate change. ... weiter

 

18 Nobelpreisträger setzen sich für Raif Badawi ein

Sie schrieben einen offenen Brief an den französischen Universitätspräsidenten der saudi-arabischen KAUST-Universität, um den verurteilten Blogger zu unterstützen. Diese 18 Nobelpreisträger haben sicherlich intensiv diskutiert, an wen sie ihren Appell richten wollen. Ihre Wahl fiel auf Jean-Lou Chameau, Universitätspräsident an der King Abdullah University of Science and Technology in Dschidda. Sie schreiben, dass „das Gefüge der internationalen Forschungszusammenarbeit zerrissen werden könnte“, wenn die saudischen Forscher nicht bereit sind, dieses Themas anzugreifen. „Wir sind zuversichtlich, dass einflussreiche Stimmen der KAUST-Universität sich ... weiter

 

Optimale Wahl des Mottos für das Jahr 2015

Wenn ein neues Jahr beginnt, ist es wichtig, einen Leitspruch zu kreieren, der die Mitarbeiter eines Unternehmens seelisch im Geiste zusammenschweißt. Am besten ist es, dieses Motto 2015 gleich beim Januar-Kickoff des Unternehmens zu dessen Selbstfindung thematisch durch alle Begeisterungsreden zu ziehen, damit sich die Redner nicht zu viel selbst ausdenken müssen. Da das Motto sehr wichtig ist, muss es ja wieder und wieder im Stakkato ausposaunt werden. Deshalb ist es ganz okay, wenn alle Redner dasselbe evozieren: Motto! Motto! ... weiter

 

Gneis – Das Gestein des Jahres 2015

Unter Geologiestudenten, besonders in Kursen zur Gesteinsbestimmung, gibt es den Spruch: was ich nicht weiß ist Gneis. Das liegt zum einen sicher daran, dass die Gneise eine sehr vielgestaltige Gesteinsfamilie darstellen. Zum anderen aber auch daran, dass sie als metamorphes Gestein natürlich vielfältige Übergänge von ihren Ausgangsgesteinen zeigen, was die Vielfalt noch einmal deutlich erhöhen kann. Und ausgerechnet dieses Gestein ist jetzt das Gestein des Jahres 2015. Und das in meinen Augen vollkommen zu recht. Denn Gneis ist ein Gestein, ... weiter

 

Nachgefragt – Tierwohl für das Frosta-Geflügel

Irgendwas mit Hähnchen und einer Menge Tierwohl in Thailand - wie genau ich darauf kam, weiß ich nicht mehr. Aber Leser CaptOrwell spielte eine gewichtige Rolle. Mein Interesse war geweckt. Von einem Haltungsstandard, den es so in Deutschland nicht gäbe, war die Rede. Vor allem werde den Tieren mehr Platz eingeräumt. Es geht um Frosta, genauer gesagt um die Bezugsquelle ihres Hähnchenfleisches. Ich habe mal nachgefragt und gebe die Infos, die man mir freundlicherweise zur verfügung stellte, erst einmal wieder. ... weiter

 

Meuterei im Mikrobiom? Warum man mit fortschreitendem Alter öfter krank wird

Je älter wir werden, desto anfälliger werden wir für Infektionskrankheiten - diese unerfreuliche Tatsache führt man bisher darauf zurück, dass auch das Immunsystem mit dem Alter nachlässt, etwa wie die Sehschärfe oder die Elastizität der Haut. Carl Zimmer stellt in seinem Blog jetzt eine andere Hypothese vor, die drei ungarische Forscher gerade publiziert haben. Demnach wenden sich die bisher harmlosen Mikroorganismen im Körper zunehmend gegen ihren menschlichen Wirt - weil sie seine Schwäche wittern. Die Grundidee dahinter ist schnell erklärt: ... weiter

 

Gefährliche Strandfunde: Weißer Phosphor statt Bernstein (Repost)

Wer an den Stränden von Nord- und Ostsee Strandfunde sammelt, der sollte ganz besonders aufpassen, dass er nicht statt eines besonderen Fundes auf gefährliche Hinterlassenschaften des 2. Weltkrieges stößt. Denn auch rund 70 Jahre nach dessen Ende tauchen noch immer viele alte Munitionsreste  am Strand auf und werden gerne mit harmlosen Bernstein verwechselt.   Wer am Strand spazieren geht, der sich sicher auch gerne nach besonderen Funden bücken. Dazu zählt natürlich auch Bernstein. Der ist doch eine schöne Urlaubserinnerung, oder? ... weiter

 

Vernünftige Angst und Umgang mit Risiken

In meinem letzten Artikel zur Angst vor Technik habe ich diese Angst als irrational dargestellt. Das wurde in den Kommentaren zurecht kritisiert. Ich möchte deshalb ein paar Zeilen zur Vernunft der Angst schreiben. Nicht nur evolutionär ist Angst in Form von angeborenen Fluchtreaktionen vorteilhaft. Es kann auch nach längerem Nachdenken vernünftig erscheinen der Angst nachzugeben. Doch wie gehen wir damit um, wenn der berechtigten Angst ein Nutzen entgegensteht? Wie bewerten wir Technik, bei der Nutzen und Schaden nicht dieselben Menschen treffen? ... weiter

 

Warum die Ebola-Epidemie uns noch ein paar Jahre beschäftigen wird

Bei den Folgen einer Epidemie denkt man ja meistens zuerst an die direkt Betroffenen - die Kranken, die Toten und ihre Angehörigen. Aber eine schwere Seuche, zumal eine so gefährliche wie Ebola, reicht mit ihren Auswirkungen in alle Winkel einer Gemeinschaft. Vor allem aber reichen ihre Auswirkungen weit über das Ende des eigentlichen Krankheitsausbruches hinaus. Dieser Umstand wird um so bedeutender, da die Seuche schon auf dem Rückzug zu sein scheint. Von den Worst-Case-Szenarien vom November, die teilweise Hunderttausende Kranke ... weiter

 

Landwirtschaft in die Schulen!

Vermutlich friert gleich die Hölle zu, aber ich muss jetzt einfach mal Temple Grandin widersprechen. In einem kürzlich geführten Interview beklagte sie die zunehmende Entfernung der (jungen) Stadt-Menschen von der Landwirtschaft. Damit ist sie in großer Gesellschaft. Beinahe täglich lese ich Ähnliches und Menschen aus der Landwirtschaft fordern eben diese in Schulen präsenter darzustellen. Ich erwähnte schon mal beiläufig das Buch "The Cow" von Jared van Wagenen. Die digitalisierte und von mir gelesene Ausgabe stammt aus dem Jahr 1922. Wenn ... weiter