AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Wissenschaft, plakativ

Im öffentlichen Raum stößt man immer wieder auf Plakate, die Wissenschaft oder Forschende zum Gegenstand erheben. Nein, ich rede nicht von Reklame für Science Festivals oder ähnliches, also von Wissenschafts-PR, sondern im Gegenteil: von Werbung, die sich auf Kosten von Wissenschaft als System bzw. ihrer Protagonisten als Personen aufschwingt, dieses oder jenes zu promoten. Wissenschaft erscheint dann als Chiffre für etwas Negatives, Fremdes, Hermetisches, bisweilen auch Subversives oder Aggressives. Das BASE-Plakat, das mir 2011 unterkam, ist meiner Meinung nach ein besonders dämliches Beispiel, weil das Produkt, das hier beworben wurde, ohne ... weiter

 

Zeitverträge in der Wissenschaft

Irgendwie ist beim Thema Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie bzw. Gleichstellung in der Wissenschaft dieser Tage ein bisschen der Wurm drin. Erst der peinliche Schnitzer von Report Mainz (siehe meinen Blogbeitrag hier),und jetzt dieser Artikel hier in der FAZ: "Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille". Der Hintergrund: Familienministerin Manuela Schwesig hatte dem Focus ein Interview gegeben, in dem sie beklagt, befristete Jobs seien ein Grund für die niedrige Geburtenrate in Deutschland. Eltern, die aufgrund von Befristungen unsicher in die Zukunft ... weiter

 

Rosetta, der Komet und die sozialen Medien – sechs Fragen an „Sterne und Weltraum“-Chefredakteur Uwe Reichert

1.) Du konntest mit einem weitergeleiteten bildnerischen Größenvergleich des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko und Los Angeles einen großen Aufmerksamkeitserfolg in den sozialen Medien verbuchen (https://twitter.com/quark1972/status/501429546101784576/photo/1). Erzähle uns die Geschichte hinter der Geschichte? Uwe Reichert: Das fing damit an, dass ich dieses Bild auf Twitter entdeckte, den Tweet auf Deutsch übersetzte und über den Twitter-Account von „Sterne und Weltraum“ herumschickte. Ich war sehr überrascht, welche enorme Aufmerksamkeit das auslöste. Auf dem Bild selbst ist eine Aufnahme des kartoffelförmigen Kometen zu sehen, welche die ... weiter

 

Was wird nun aus den Verlagen?

Im akademischen Bereich schimpfen ja viele auf die Verlage. Sie würden überteuerte Produkte anbieten, die sie zudem noch nicht einmal selbst herstellen. Die komplette Umstellung auf Open Access, in welcher Variante auch immer, sei der richtige Weg. So gut ich mir das bei wissenschaftlichen Zeitschriften, Dissertationen und Proceedings vorstellen kann, glaube ich doch, dass etwa die Herstellung eines guten Lehrbuchs eines Verlags bedarf. Und erst recht gilt dies für den klassischen Buchverlag, der Sachbücher und Belletristik verlegt. Hier werden Bücher als Produkte entwickelt und am ... weiter

 

Fabiola Gerpotts zweiter Tag

Von intellektuellem Vergnügen, interdisziplinärem Generationendialog und intelligentem Schlange stehen Mittwoch, 20.08.2014: 06.30 Uhr, der Wecker klingelt. Viel zu früh in Anbetracht des gestrigen (bzw. gefühlt gerade erst beendeten) Kennenlern-Abends für die Tagungs-Stipendiaten. Das Klischee vom langschlafenden Wissenschaftler wollten die Programmplaner bei diesem Meeting wohl nicht bestätigen, also raus aus den Federn. Zufrieden mit meiner Selbstdisziplin gehe (oder vielmehr schleiche) ich zum Frühstücksbuffet. Dort wird mein kurzer Moment des morgendlichen Eigenlobs dann auch gleich relativiert: Mehr als die Hälfte der Hoteltische ... weiter

 

Epidot – Mineralogisches Alphabet E

Manche Gesteine, zum Beispiel wie der Unakit, heben sich durch ihre hübsche grüne Farbe ab. Das Mineral, welches für die Farbe verantwortlich ist, ist sehr oft das Mineral Epidot. Bekannt ist das Mineral bereits seit 1782, als es im französischen Le Bourg-d’Oisans entdeckt wurde. Zunächst aber hielt man es für einen Turmalin. Erst der französische Mineraloge René-Just Haüy erkannte es als eigenständiges Mineral. Er gab ihm seinen Namen, in Anlehnung an das griechische epidosis für Zugabe, Steigerung oder Ausdehnung. Grundlage ... weiter

 

Zwischen Small Talk und Smart Talk: Die Nobelpreistagungen beginnen!

Tagungsteilnehmerin Fabiola Gerpott resümiert den ersten Tag von #LindauEcon14. Dienstag, 19.08.2014: Heute geht es endlich los! Im Süden Deutschlands auf der Insel Lindau beginnen für 18 Nobelpreisträger und etwa 470 Nachwuchsforscher (einschließlich mir) die „Lindau Nobel Laureate Meetings“. Zunächst bedeutet dies: Ankommen und Registrierungsunterlagen abholen. Leichter gesagt als getan für manch einen ausländischen Wissenschaftler, der mittels englischer Sprache (oder auch Händen und Füßen) den Weg zum Hotel erfragt. Doch die Bewohner sowie Touristen Lindaus zeigen sich überaus freundlich und hilfsbereit, ... weiter

 

Von Wettervorhersagen und Klimawandel

Bei Diskussionen um und über den Klimawandel bekommt man ja sehr häufig die Frage gestellt, wie denn die Wissenschaft einen langfristigen Trend, also den Wandel des Klimas vorhersagen kann, wo sie doch ( häufig) bereits bei kurzfristigen Vorhersagen des Wetters, beispielsweise der nächsten Woche so grandios scheitert. In diesem kurzen Video erklärt Neil deGrasse Tyson auf einfache und sehr anschauliche Art, was der Unterschied zwischen Klima und Wetter ist.   ... weiter

 

Cost recovery for “water services” / Critical review of the EU Court of Justice conclusions of Advocate General Jääskinen in case C-525/12

The conclusions of Advocate General Jääskinen in the matter of the infringement proceedings against Germany, regarding the scope of the term “water services” in Article 9 of the Water Framework Directive, are now available. In these he considers that the action brought by the Commission against the narrow interpretation in Germany, which is restricted to water supply and waste water disposal, is inadmissible due to the fact that there is no complaint in respect of any clearly defined conduct that ... weiter

 

Dual Career und Gleichberechtigung in der Wissenschaft

Ich will hier nicht im Detail auf den ziemlich unsäglichen Fernsehbeitrag von "Report Mainz" über die Max-Planck-Gesellschaft eingehen (hier der Beitrag, hier die MPG-Stellungnahme; Offenlegung: ich bin bei der MPG angestellt, schreibe mein Blog aber als Privatperson). Aber einer der Vorwürfe dort betrifft ein allgemeineres Thema, zu dem offenbar Erklärungsbedarf besteht. Wer Wissenschaftler in seinem Freundeskreis hat oder z.B. hier bei SciLogs die entsprechenden Beiträge von Markus Dahlem liest, weiß, dass wissenschaftliche Karrieren alles andere als Selbstläufer sind: Nach der ... weiter

 

Wie wir schreiben werden – eine Vision

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt einmal als Antwort auf die Frage nach seiner politischen Vision gesagt. Ich begebe mich also auf dünnes Eis, wenn ich hier eine Vision des digitalen Schreibens beschreiben möchte. Allerdings handelt es sich nicht um frei zusammenfantasierte Science Fiction, sondern um technologische Entwicklungen, an denen gegenwärtig tatsächlich gearbeitet wird und mit denen in den nächsten Jahren in Gestalt von Produkten gerechnet werden kann. In meinem Buch „Engelbarts Traum“, das im September erscheinen ... weiter

 

Experimente mit* Kindern

Das Kinder von Natur aus neugierig sind, und dass man diese Eigenschaft nach Kräften unterstützen sollte, ist ja keine so weltbewegend neue Erkenntnis, möchte man meinen. Und wenn man die Neugier und die Freude am Spiel so schön kombinieren kann, wie in den Videos der Royal Institution, dann hat eigentlich die ganze Familie ihren Spaß dabei. Und nicht nur Kinder können dabei spielerisch viel über unsere Welt und die ihr zu Grunde liegenden Gesetze erfahren. Drei Videos aus der Reihe ... weiter

 

Klimawandel auf dem Acker – ein Ausblick

Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von herrschenden klimatischen Bedingungen ist bekannt – Erdbeeren wachsen nicht am Nordpol und Milchviehställe findet Ihr nicht in der Sahara. Grund genug, um sich diesen Komplex mal genauer anzuschauen, was Lederstrumpf freundlicherweise in diesem neuen Gastbeitrag übernommen hat. Seitdem die Erde existiert, ist sie klimatischen Veränderungen unterworfen. Die Erde entstand vor 4,5 Milliarden Jahren. Die damaligen klimatischen Verhältnisse sind kaum bis wenig bekannt. Seit 1 Milliarde Jahren bis heute wissen wir aufgrund von Klimazeugen (Dünen, Eis, ... weiter

 

KMU: Der strategische Kunde als Schlüsselfigur

Stefan Wilhelm über seine Forschung zum Wissensmanagement in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Der strategische Kunde als Schlüsselfigur Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer sich in Ihrem Unternehmensumfeld am meisten und intensivsten mit ihren Produkten beschäftigt? Zur Beantwortung dieser Frage müssten Ihnen wohl zuerst die eigenen Mitarbeiter einfallen. Doch darf nie vergessen werden, dass die produzierten Produkte – ob Waren oder Dienstleistungen – an den Kunden gehen. Erst dieser macht aus dem Produkt etwas Lebendiges, etwas, wofür sich weitere Entwicklungen ... weiter

 

Wissenschaft im Film: British Pathé auf YouTube

Jüngst hat der britische Arm von Pathé, Produzenten von Wochenschauen für Kinos seit etwas über hundert Jahren, eine ganze Menge seiner Nachrichtenfilme auf YouTube zugänglich gemacht (aus der Reihe "dafür lieben wir das Internet"). Und nein, so alt, dass ich noch Nachrichten als Zugabe vor dem eigentlichen Kino-Hauptfilm gesehen hätte, bin ich natürlich nicht, aber ich kenne aus meiner Jugend, als noch ein Fernseher im Haus war, die Sendereihe "Vor 40 Jahren", die solche alten Wochenschauen zeigte. Auch für Wissenschaftsinteressierte ... weiter