AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Warum verschwindet der See von Dirty Dancing?

Im Guardian und bei Zett liest man dieser Tage die tragische Geschichte des Mountain Lake in Virginia, der einst in dem Film Dirty Dancing eine tragende Rolle spielte, nun aber durch Löcher im Boden leerläuft wie eine Badewanne. Leider erfährt man in den Artikeln nicht viel mehr darüber - dabei folgt der See anscheinend einem regelmäßigen, weltweit einzigartigen Zyklus von voll und leer. Ein erstes Indiz, dass der cineastisch verewigte Seespiegel keineswegs zwangsläufig der Normalität entspricht, bietet schon der Bericht des ... weiter

 

Verschlüsselte Hintertürchen und der Tag, an dem im Internet das Licht aus ging

Heutige und zukünftige ethische und technologische Herausforderungen rund um das Thema Big Data standen beim diesjährigen Hot Topic "Brave New Data World" des Heidelberg Laureate Forums auf dem Dienstagnachmittagsprogramm. Einer der thematischen Workshops beschäftigte sich vor diesem Hintergrund unter dem martialischen Titel "Back-doors, Trap-doors and Crypto Wars" ("Hintertüren, Falltüren, und Verschlüsselungskriege") mit einer gar nicht einmal so neuen, aber im Moment immer wieder prominent diskutierten Frage: Ist öffentlich und frei verfügbare Verschlüsselungstechnologie ein Segen der Bürgerrechte und Bollwerk der Privatsphäre, oder doch eher ... weiter

 

Bergsturz am Tour Ronde, Mont Blanc Region (Video)

Auch wenn die Alpen (und andere Berge) uns so majestätisch und ewig erscheinen mögen, der Zahn der zeit nagt unablässig an ihnen und versucht, selbst die höchsten berge langsam einzuebnen. Wenn man als geologisch interessierter durch die Welt streift, findet man überall Spuren längst vergangener mächtiger Gebirge. Aber in den allermeisten Fällen passiert dies so langsam, dass das menschliche Auge fast nichts mitbekommt. Und das ist auch gut so. Denn es gibt eben auch Momente, wo die Bergwelten ziemlich im ... weiter

 

Kalter subpolarer Atlantik, heißes Deutschland?

Laut Deutschem Wetterdienst war der vergangene Sommer in Deutschland mit einem Mittelwert von 18,5 °C wahrscheinlich der drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen – deutlich übertroffen nur vom “Jahrhundertsommer” 2003 und etwa gleichauf mit dem Sommer 1947. Die Süddeutsche Zeitung zitiert dazu in einem interessanten Artikel Meteorologen und schreibt: Südlich von Grönland entscheidet sich, wie heiß es in Mitteleuropa wird. (…) Schon im Juni deutete vieles auf eine heiße Phase hin. Aus Erfahrung wissen die Wetterkundigen, dass solche Sommer ein typisches ... weiter

 

Die Wunderwelt des Asbest – Video von 1942

Manchmal findet man auf Youtube ja regelrechte Perlen, und dieses Video ist wohl eine von den wirklich erlesenen. Es geht, wie unschwer zu erraten ist, um Asbest. Vielleicht muss man noch dazu sagen, dass dieses Video aus dem Jahr 1942 stammt, aber das dürfte manches in dem Video nur unzureichend erklären. Es geht nämlich weniger um die Gefahren von Asbest, sondern vielmehr um die zahllosen tollen technischen Anwendungen, welche die Wunderfaser ermöglicht. Bis hin zu unbrennbaren Tischdecken, damit Raucher nicht ... weiter

 

Frauen in der Informatik 2/2: Kulturwechsel

Dies ist die Geschichte, wie die School of Computer Science (SCS) der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh, USA, von einem Informatikstudiengang mit geringem Frauenanteil bis 1995 - und zudem einer hohen Rate an Frauen, die aus dem Kurs in andere Fächer wechselten - zu einem Frauenanteil von 40% ab den frühen 2000er Jahren kam, mit Studentinnen, die den Studiengang dann auch mit überwältigender Mehrheit erfolgreich abschlossen. Mein Bericht basiert auf einem Interview mit Lenore Blum, einer Teilnehmerin am diesjährigen ... weiter

 

Frauen in der Informatik 1/2: Jenseits des bloßen Programmierens

Vor 1995 hatte der Fachbereich Informatik der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh, trotz einem der prestigeträchtigsten Informatik-Studiengänge der USA, recht traurige Zahlen, was die Zulassung und die Studienabschlüsse von Studentinnen betraf: eine einstellige Prozentzahl bei den Zulassungen zum Studium, und von diesen vergleichsweise wenigen Studentinnen wechselten dann auch noch viele während der Studienjahre zu anderen Fächern. Ab den frühen 2000er Jahren änderten sich diese Zahlen ganz massiv: 40% Studienanfängerinnen in Informatik, und fast alle davon machten in diesem Fach dann ... weiter

 

Mehr Milch als Markt – eine Vision

Die Hiobsbotschaften aus der Landwirtschaft reißen nicht ab. Milchvieh-Landwirte kämpfen um ihre Existenz, die Milchpreise sind viel zu niedrig, um noch kostendeckend arbeiten und wirtschaften zu können. Dabei sind hier nicht “nur” deutsche Landwirte, ja nicht einmal nur EU-Landwirte betroffen. Wir reden hier aktuell von einem globalen Problem. 2015 ist bisher alles andere als ein gutes Jahr für die Milchvieh-Wirtschaft. Erst die Sanktionen gegen Russland, drehte Putin den Spieß einfach um und verhängte selbst einen Import-Stopp - und dann haute ... weiter

 

Digitale Meme

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Meme der Schrift aus? Ein naheliegender Gedanke wäre es, die digitale Kodierung eines Textes als ein weiteres Medium aufzufassen, in dem Schrift ausgeprägt sein kann. Damit wäre die digitale Kodierung ein weiterer „Phänotyp“ eines Mems. In der Evolutionstheorie bezeichnet der Phänotyp die Gesamtheit der Eigenschaften eines Organismus. Diese werden durch die Gene maßgeblich gesteuert. Die Fähigkeit des Organismus sich fortzupflanzen, und somit die Reproduktion der Gene hängt entscheidend vom Phänotyp ab.[i] Dawkins bezeichnet den ... weiter

 

Peter Naur und das Jennifer-Aniston-Neuron

Peter Naur hat eine beeindruckende Biographie. Als Programmiersprachen-Pionier war er an entscheidender Stelle dabei, als es um den Übergang vom direkten Programmieren mithilfe elementarer Recheninstruktionen ("nahe an den Elektronen") zu abstrakteren, höheren Sprachen ging - damals alles andere als selbstverständlich. Aber die Ideen, die Naur auf dem diesjährigen HLF vorstellte, schienen mir doch sehr zur zweiten Hälfte des Einstein zugeschriebenen Zitats zu gehören, dass man die Dinge so einfach wie möglich machen sollte, aber nicht einfacher. Naur stellte sein einfaches ... weiter

 

War da was mit kosmischen Gravitationswellen?

Solch eine Aufregung im Vorfeld einer Pressekonferenz ist selten: jede Menge Getrommel und gleichzeitig Geheimniskrämerei – etwas ganz Großes sollte am 17. März 2014 im Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics verkündet werden. Als es um zwölf Uhr mittags endlich losgeht, berichten die aufgeregten Forscher um John Kovac, dass sie Spuren von Gravitationswellen in der kosmischen Hintergrundstrahlung entdeckt hätten, also dem „Cosmic Microwave Background“, kurz CMB. Diese sollen aus der Zeit der kosmischen Inflation stammen, also aus dem allerersten Moment nach dem ... weiter

 

Selbstbewusst bis zur Bescheidenheit

Gabriel Laub wird gemeinhin das nachfolgende Zitat über das Verhältnis zwischen Selbstbewusstsein und Bescheidenheit zugeschrieben: Bescheiden können nur die Menschen sein, die genug Selbstbewusstsein haben. So oder ähnlich lässt sich ebenfalls eine der Haupteinsichten umschreiben, welche ich aus einem kurzen Gespräch mit Endre Szemerédi (Abel-Preisträger des Jahres 2012) über Eigenschaften und Qualitäten guter Mathematiker mitnehmen konnte. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Szemerédi würde jedem Mathematiker Bescheidenheit auch im jeweils eigenen Interesse ans Herz legen. ... weiter

 

Gehet hin und mähet Rasen!

In einer Zeit wo leider eine ganze Reihe von Studenten, Postdocs und sogar Professoren dem gefährlichen Kult des wer-kommt-am-frühesten-geht-am-spätesten-bleibt-am-längsten-im-Institut verfallen sind, ist es immer wieder schön, klare Gegenstimmen zu hören. So geschehen vor ein paar Tagen in der Triplex-Mensa, wo ich an einer Konversation zwischen einem Turing-Preisträger und einem erfolgreichen Nachwuchsgruppenleiter teilnehmen konnte. Die beiden tauschten ihre Erfahrungen mit dem Rasenmähen aus und waren sich einig, dass ihre Gehirne solche Auszeiten dringend brauchten, um gute Leistung liefern zu können. Die ... weiter

 

HLF unterwegs: Besuch am Haus der Astronomie und MPI für Astronomie

Der Mittwoch ist beim HLF traditionell (zumindest: jetzt zum dritten Mal) ein besonderer Tag. Keine Vorträge oder Workshops; stattdessen schwärmen die Teilnehmer aus: Einige der Laureaten besuchen vormittags lokale Schulen, während die jüngeren Forscher (Young Researchers) Forschungseinrichtungen besichtigen. Am Nachmittag findet dann ein gemeinsamer Ausflug statt, in diesem Jahr ins Technikmuseum Speyer. Für mich bedeutet der Mittwoch jeweils einen Hutwechsel: Bloggerkappe abnehmen, und normalen Werktagshut als Leiter des Hauses der Astronomie (HdA) aufsetzen - das ist ein Zentrum für astronomische ... weiter

 

Mathematik und Informatik: Heidelberg Laureate Forum 2015

Auch in diesem Jahr blogge ich vom Heidelberg Laureate Forum, abgekürzt HLF, wo sich die Gewinner von Fieldsmedaillen, Abel-, Turing- und Nevanlinna-Preisen treffen, sprich: diejenigen, die heiße Anwärter auf einen Nobelpreis wären, gäbe es einen solchen für Mathematik und Informatik. Das ganze nennt sich Heidelberg Laureate Forum (abgekürzt HLF) und nutzt, wie auch die Lindauer Nobelpreistreffen (siehe meine Beiträge 2010 und 2012), blogtechnisch die Scilogs. Und wie schon 2013 und 2014 sammle ich hier an einer Stelle meine Blogbeiträge aus ... weiter