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‘Politiker, die in Würste beißen’ beim Science Slam Berlin am 4. Mai

Prof. Dr. Peter Hammerstein vom Institut für Theoretische Biologie der Humboldt-Universität Berlin eröffnet den 42. Science Slam Berlin. Außer Konkurrenz erklärt er, was die Pestizide Nikotin und DDT wirklich unterscheidet, nämlich gesellschaftliche Akzeptanz! Was die Pflanze ursprünglich zum Abtöten ihrer Feinde benutzte, genießen wir in geselliger Runde, und das nicht erst seit dem Marlboro-Man. ... weiter

 

Handschrift und Computerschrift – Gut gegen Böse?

Neulich war ich Gast in der Sendung „Lebenszeit“ beim Deutschlandfunk in Köln. Fast anderthalb Stunden wurde dort mit Studiogästen und Hörern, die sich per Telefon und Internet beteiligen konnten, darüber geredet, ob die Handschrift durch die Digitalisierung nun auf dem Rückzug oder gar überflüssig sei oder nicht. Natürlich war ein Aufhänger dieser Debatte die auch in Deutschland groß diskutierte Entscheidung in Finnland, den Kindern in der Grundschule statt einer verbundenen Schrift nur noch eine Art Druckschrift zu vermitteln. Leichtsinnigerweise hatte ... weiter

 

Über die Kluft zwischen Landwirten und Konsumenten

Deliberative Bürgerbeteiligung - was auf den ersten Blick so steif wie ein Schwanz in der Hochzeitsnacht erscheint, soll also die Kluft zwischen Politikern, uns Konsumenten und jenen, die unsere Lebensmittel produzieren, schließen. Oder zumindest verkleinern. Diesen Lösungsansatz schlagen die Autoren des WBA-Berichtes vor. Ich habe mir dieses Kapitel angeschaut und mal aufgeschrieben, was ich davon halte. Ganz kurz: wenn verschiedene Akteure im Rahmen eines politischen Prozesses für einen Austausch von Argumenten und vielleicht auch Sorgen zusammenkommen, ist das eine gute ... weiter

 

Warum ich nicht an die genmanipulierten Embryos glaube

Gestern ist in Protein & Cell eine Veröffentlichung über genetisch veränderte Menschenembryos erschienen, die auch prompt bekannte Reflexe ("Frankensteins Küche", "ungeheure Macht") auslöste. Ich empfehle da eher Zurückhaltung. Das Ergebnis bleibt bei näherer Betrachtung weit hinter dem zurück, was man mit heute gängigen Methoden für technisch möglich gehalten hätte, zumindest wenn man nach den Warnrufen in Nature neulich geht. Außerdem habe ich an der ganzen Geschichte erhebliche Zweifel. ... weiter

 

Citizen Science – Was Bürger zur Forschung beitragen

Chancen und Grenzen eines spannenden Konzepts. Was ist Citizen Science? Das kann zum Beispiel so aussehen: Ein Forschungsteam hat aufgrund entsprechender technischer Möglichkeiten mehr Daten erhoben, als es in einem gewünschten Zeitraum mit Fachkräften aus den eigenen Reihen auswerten kann. Nun werden per Projektbeschreibung und auf einer speziell dafür eingerichteten Plattform interessierte Laien gesucht, die bei der Datenanalyse helfen. Erfolgreich geschehen beispielsweise beim Projekt „Seafloor Explorer“ der Woods Hole Oceanographic Institution, Massachusetts. „Help explore the ocean floor“ hieß es da, ... weiter

 

Brandmarkt Zuwendungsversager!

Alten Berichten zufolge ließ Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) einigen Säuglingen testweise jede Zuwendung versagen, sie sollten ganz ohne Kontakt zum gesprochenen Wort aufwachsen. Der Kaiser wollte herausfinden, mit welcher Sprache Kinder geboren werden. Das fand man nicht wirklich heraus, denn sie starben. Das habe ich zufällig im Internet gelesen, und meine Frau sagte auf meine Erzählung hin, sie hatte das schon in der Schule mitbekommen. Dann wissen Sie es schon alle, nur ich nicht? Man sollte es so sehen: ... weiter

 

Sanierung von Boden und Grundwasser – ITVA Altlastensymposium 2015 in Bochum #2

Zweiter Teil meiner Nachlese zum ITVA Altlastensymposium 2015 in Bochum (der erste findet sich hier). Drehte sich der erste Teil größtenteils um rechtliche Betrachtungen hinsichtlich der geplanten Mantelverordnung, so wollen wir uns im 2. Teil zunächst einer häufig anzutreffenden Schadstoffgruppe zuwenden, den chlorierten Kohlenwasserstoffen. Diese, besonders die leichtflüchtigen (LCKW) werden gerne in Wäschereien eingesetzt. Und bei unachtsamem Umgang können sie dort auch in den Boden und schließlich in das Grundwasser gelangen. Und wenn das einmal geschehen ist, sollte man sie ... weiter

 

22. April 1915 – der (zweite) Beginn des modernen Gaskriegs

Jetzt im April jährt sich ja zum hundertsten Mal der deutsche Gasangriff in der 2. Ypernschlacht bei Langemarck, der den Krieg durchaus für das Deutsche Reich hätte entscheiden können.[1] Der 22. 4. 1915 gilt als Beginn der chemischen Kriegführung, die deutschen Truppen setzten über 5700 Kanister mit insgesamt 168 Tonnen flüssigem Chlor gegen die Entente-Truppen ein und durchbrachen die feindlichen Linien. Nur weil nicht genug Reservetruppen bereitstanden, um die Lücke in der Front zu nutzen, kam der deutsche Vormarsch zum ... weiter

 

TTIP, Downloadzahlen und ein Fall für Captain Obvious

Ich habe die Diskussion um das Freihandelsabkommen TTIP nur am Rande mitbekommen; was mich betrifft, kann ich daher nicht aus eigenem Wissen zwischen den beiden möglichen Szenarien unterscheiden - erhebliche Einschränkung unserer Freiheit zugunsten der Rechte großer Firmen einerseits oder viel Lärm um ein eigentlich harmloses oder sogar wohlstandsförderndes Abkommen. Aber wenn ich jetzt Schlagzeilen lese wie online in der FAZ, Kaum jemand liest die TTIP-Dokumente (16.4.2015) oder den (offenbar direkt von der FAZ oder aus einem darauf basierenden AFP-Text ... weiter

 

Über mich aktualisiert

Seitdem ich hier bei den Scilogs blogge, hat sich einiges verändert, weshalb ich mich zu einer kleinen Aktualisierung entschlossen habe, das "Über mich" war doch etwas in die Jahre gekommen. Damit es auch gelesen und gesehen wird, zitiere ich es hier mal als Artikel. Die entsprechende Seite wird später aktualisiert Gestatten: Sören Schewe, Wissenschaftsblogger. Gut, das sind hier alle bei den Scilogs. Aber nicht alle bloggen über Tiere in menschlicher Obhut. Das ist mein Gebiet - ein sehr großes und ... weiter

 

„Ich mach dann mal schnell meinen Doktor!“

Axel Meyer schreibt, wir Doktoranden in Deutschland hätten es gut. Längere Verträge? Papperlapapp! Wir haben ja sowieso nichts zu tun. Axel Meyer weiß es, denn er hat in Berkeley, Harvard und Stony Brook studiert. Aber – sehr offensichtlich – nicht in Deutschland. Soviel zu meiner polemischen Zusammenfassung. Jetzt komme ich. Ich habe übrigens in Heidelberg studiert und promoviere dort gerade. Ich habe außerdem in Amerika gelebt, zum Teil in UK studiert und in Harvard (MGH) gearbeitet. Vorweg: Ich bin 28 ... weiter

 

AstroGeo Podcast: Philaes Magnetkompass

Vor fünf Monaten landete Philae auf einem Kometen, gerade 2 Tage, 7 Minuten und 56 Minuten später war alles vorbei. Philae hat in dieser Zeit viele Daten gesammelt. - Aber wo genau der Lander (nach zwei ungewollten Sprüngen) zum Stehen kam, ist bis heute ungeklärt. Ich sprach in Wien mit zwei Forschern darüber, inwiefern Philaes Position etwas genauer bestimmt werden konnte. Karl-Heinz Glaßmeier nutzte dazu ein im Herbst mit Rosetta entdecktes Signal, das die Magnetometer an Bord beider Sonden aufgefangen hatten. Und das ... weiter

 

Einstein: Eine kleine Reise durch die Raumzeit

Zum 60. Todestag von Albert Einstein: Die Auswirkungen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie. Der Ansatz war revolutionär: Die Newtonsche Physik wurde aus den Angeln gehoben, Raum und Zeit waren keine festen Größen mehr, die Gravitation keine Kraft, sondern eine Eigenschaft der „gekrümmten Raumzeit“. Albert Einstein 1921 bei einem Vortrag in Wien: Er war auf der Höhe seines kreativen Schaffens. Der Physik-Nobelpreis des Jahres 1921 wurde erst 1922 verliehen – er ging an Einstein. Foto: Ferdinand Schmutzer, public domain Aber wie kann man ... weiter

 

Hintertüren und Supergentechnik

Reispflanzen mögen es feucht, ersticken aber, wenn die über längere Zeit unter Wasser getaucht sind. Für Reisbauern, die über keine ausgeklügelten Entwässerungssysteme für ihre Felder verfügen, kann das bei starken Regenfällen zu einem großen Problem werden. Einige Reissorten überleben längere Zeit unter Wasser – ein einziges Gen namens Sub1 macht sie resistent. Als die Pflanzengenetikerin Pamela Ronald von der University of California in Davis das Sub1-Gen entdeckte, wollte sie dieses natürlich schnellstens für die Allgemeinheit verfügbar machen. Fertigen Sub1-Genreis hatte ... weiter

 

Lindau goes Hannover

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen präsentieren sich mit “Sketches of Science” auf der Hannover Messe 2015 Es ist Messezeit in Hannover – in diesem Jahr präsentieren sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zum ersten Mal auf der größten Industriemesse der Welt. Als jährliche Konferenz, die die Förderung des Austauschs zwischen Wissenschaftlern verschiedener Generationen und Kulturen im Sinne hat, mag es zunächst wie ein ungewöhnlicher Schritt wirken, sich inmitten internationaler Industriegiganten und mittelständischer Hightech-Betriebe zu zeigen, denkt man jedoch genauer darüber nach, werden die Zusammenhänge ... weiter