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Frauen in der Informatik 1/2: Jenseits des bloßen Programmierens

Vor 1995 hatte der Fachbereich Informatik der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh, trotz einem der prestigeträchtigsten Informatik-Studiengänge der USA, recht traurige Zahlen, was die Zulassung und die Studienabschlüsse von Studentinnen betraf: eine einstellige Prozentzahl bei den Zulassungen zum Studium, und von diesen vergleichsweise wenigen Studentinnen wechselten dann auch noch viele während der Studienjahre zu anderen Fächern. Ab den frühen 2000er Jahren änderten sich diese Zahlen ganz massiv: 40% Studienanfängerinnen in Informatik, und fast alle davon machten in diesem Fach dann ... weiter

 

Mehr Milch als Markt – eine Vision

Die Hiobsbotschaften aus der Landwirtschaft reißen nicht ab. Milchvieh-Landwirte kämpfen um ihre Existenz, die Milchpreise sind viel zu niedrig, um noch kostendeckend arbeiten und wirtschaften zu können. Dabei sind hier nicht “nur” deutsche Landwirte, ja nicht einmal nur EU-Landwirte betroffen. Wir reden hier aktuell von einem globalen Problem. 2015 ist bisher alles andere als ein gutes Jahr für die Milchvieh-Wirtschaft. Erst die Sanktionen gegen Russland, drehte Putin den Spieß einfach um und verhängte selbst einen Import-Stopp - und dann haute ... weiter

 

Digitale Meme

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Meme der Schrift aus? Ein naheliegender Gedanke wäre es, die digitale Kodierung eines Textes als ein weiteres Medium aufzufassen, in dem Schrift ausgeprägt sein kann. Damit wäre die digitale Kodierung ein weiterer „Phänotyp“ eines Mems. In der Evolutionstheorie bezeichnet der Phänotyp die Gesamtheit der Eigenschaften eines Organismus. Diese werden durch die Gene maßgeblich gesteuert. Die Fähigkeit des Organismus sich fortzupflanzen, und somit die Reproduktion der Gene hängt entscheidend vom Phänotyp ab.[i] Dawkins bezeichnet den ... weiter

 

Peter Naur und das Jennifer-Aniston-Neuron

Peter Naur hat eine beeindruckende Biographie. Als Programmiersprachen-Pionier war er an entscheidender Stelle dabei, als es um den Übergang vom direkten Programmieren mithilfe elementarer Recheninstruktionen ("nahe an den Elektronen") zu abstrakteren, höheren Sprachen ging - damals alles andere als selbstverständlich. Aber die Ideen, die Naur auf dem diesjährigen HLF vorstellte, schienen mir doch sehr zur zweiten Hälfte des Einstein zugeschriebenen Zitats zu gehören, dass man die Dinge so einfach wie möglich machen sollte, aber nicht einfacher. Naur stellte sein einfaches ... weiter

 

War da was mit kosmischen Gravitationswellen?

Solch eine Aufregung im Vorfeld einer Pressekonferenz ist selten: jede Menge Getrommel und gleichzeitig Geheimniskrämerei – etwas ganz Großes sollte am 17. März 2014 im Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics verkündet werden. Als es um zwölf Uhr mittags endlich losgeht, berichten die aufgeregten Forscher um John Kovac, dass sie Spuren von Gravitationswellen in der kosmischen Hintergrundstrahlung entdeckt hätten, also dem „Cosmic Microwave Background“, kurz CMB. Diese sollen aus der Zeit der kosmischen Inflation stammen, also aus dem allerersten Moment nach dem ... weiter

 

Selbstbewusst bis zur Bescheidenheit

Gabriel Laub wird gemeinhin das nachfolgende Zitat über das Verhältnis zwischen Selbstbewusstsein und Bescheidenheit zugeschrieben: Bescheiden können nur die Menschen sein, die genug Selbstbewusstsein haben. So oder ähnlich lässt sich ebenfalls eine der Haupteinsichten umschreiben, welche ich aus einem kurzen Gespräch mit Endre Szemerédi (Abel-Preisträger des Jahres 2012) über Eigenschaften und Qualitäten guter Mathematiker mitnehmen konnte. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Szemerédi würde jedem Mathematiker Bescheidenheit auch im jeweils eigenen Interesse ans Herz legen. ... weiter

 

Gehet hin und mähet Rasen!

In einer Zeit wo leider eine ganze Reihe von Studenten, Postdocs und sogar Professoren dem gefährlichen Kult des wer-kommt-am-frühesten-geht-am-spätesten-bleibt-am-längsten-im-Institut verfallen sind, ist es immer wieder schön, klare Gegenstimmen zu hören. So geschehen vor ein paar Tagen in der Triplex-Mensa, wo ich an einer Konversation zwischen einem Turing-Preisträger und einem erfolgreichen Nachwuchsgruppenleiter teilnehmen konnte. Die beiden tauschten ihre Erfahrungen mit dem Rasenmähen aus und waren sich einig, dass ihre Gehirne solche Auszeiten dringend brauchten, um gute Leistung liefern zu können. Die ... weiter

 

HLF unterwegs: Besuch am Haus der Astronomie und MPI für Astronomie

Der Mittwoch ist beim HLF traditionell (zumindest: jetzt zum dritten Mal) ein besonderer Tag. Keine Vorträge oder Workshops; stattdessen schwärmen die Teilnehmer aus: Einige der Laureaten besuchen vormittags lokale Schulen, während die jüngeren Forscher (Young Researchers) Forschungseinrichtungen besichtigen. Am Nachmittag findet dann ein gemeinsamer Ausflug statt, in diesem Jahr ins Technikmuseum Speyer. Für mich bedeutet der Mittwoch jeweils einen Hutwechsel: Bloggerkappe abnehmen, und normalen Werktagshut als Leiter des Hauses der Astronomie (HdA) aufsetzen - das ist ein Zentrum für astronomische ... weiter

 

Mathematik und Informatik: Heidelberg Laureate Forum 2015

Auch in diesem Jahr blogge ich vom Heidelberg Laureate Forum, abgekürzt HLF, wo sich die Gewinner von Fieldsmedaillen, Abel-, Turing- und Nevanlinna-Preisen treffen, sprich: diejenigen, die heiße Anwärter auf einen Nobelpreis wären, gäbe es einen solchen für Mathematik und Informatik. Das ganze nennt sich Heidelberg Laureate Forum (abgekürzt HLF) und nutzt, wie auch die Lindauer Nobelpreistreffen (siehe meine Beiträge 2010 und 2012), blogtechnisch die Scilogs. Und wie schon 2013 und 2014 sammle ich hier an einer Stelle meine Blogbeiträge aus ... weiter

 

Dispathie – Unterschiedliche Wahrnehmungsweisen

Wir sind von Dispathen umgeben und wahrscheinlich in vieler Hinsicht selbst einer. Gibt es das Wort Dispathie schon? Im Duden nicht. Manche sagen, es bedeute „Unterschiedlichkeit der Empfindungsweise“. Ich ändere es eigenmächtig in: „Unterschiedlichkeit der Wahrnehmungsweise oder Wahrnehmungsebene“. Die Neurolinguistische Programmierung predigt es in einem Minikosmos schon lange: Der Mensch nimmt die Welt vor allem über seine Sinne wahr – so stellt NLP fest – über das Auge, die Zunge, das Ohr, die Haut oder die Nase – jeder hat ... weiter

 

Wahr und klar und schön – was motiviert Laureaten?

Was macht einen anspruchsvollen Fachvortrag zu einer tollen Präsentation, die auch für ein gemischtes Publikum, wie hier beim Heidelberg Laureate Forum geeignet ist? Es sind meiner Meinung vor allem drei Faktoren, um das Publikum für sich zu gewinnen: Wer es schafft die eigene Forschung historisch einzuordnen. Wer auf konkrete Anwendungen oder Probleme hinweist, auf die sich die eigene Forschung bezieht. Wer die eigene Motivation deutlich macht, warum er an gerade diesem Thema arbeitet. Ich habe Leonore Blum, Professorin an der Carnegie ... weiter

 

Der Wiederholungstäter – Wie man mehrmals am HLF teilnehmen kann

Das HLF findet zum dritten Mal statt und schon gibt es einen Nachwuchswissenschaftler, der Wiederholungstäter ist. Felix Günther nutzt die Chance nach erfolgreichem Aufstieg auf eine weitere akademische Stufe, nochmals am Heidelberg Laureate Forum teilnehmen zu dürfen. 2013 war der Mathematiker beim HLF als Doktorand am Institut für Mathematik der TU Berlin dabei, in 2015 nun als Post-Doc des European Post-Doctoral Institute for Mathematical Sciences (EPDI). Von Sommer 2014 bis 2016 bietet ihm dieses Programm die Möglichkeit, an verschiedenen Standorten zu ... weiter

 

Automatisierte Beweise von Aristoteles bis heute

Gerade weil die Informatik-Laureaten beim HLF in der klaren Mehrheit sind, war es interessant zu sehen, welche große Rolle die reine Mathematik in den bisherigen HLF-Vorträgen gespielt hat - über die zum Teil sehr tiefreichenden Verbindungen der beiden Fächer. Der Vortrag von Tony Hoare am Dienstag ist dabei sicherlich am weitesten in die Vergangenheit vorgestoßen. Hoare hat die Vorläufer der Informatik bis zurück zur Logik des Aristoteles verfolgt. Der damalige Schlüsselschritt: Die Trennung zwischen der Form des Beweises und dem ... weiter

 

Erdrutsche in der Provinz Artvin, Türkei (Video)

In der Provinz Artvin im Nordosten der Türkei mit ihrer gleichnamigen Provinzhauptstadt ereigneten in den letzten Tagen extrem ergiebige Regenfälle. Die lokale Presse berichtet von mindestens 8 Todesopfern, die vermutlich zum größten Teil auf das Konto von Erdrutschen gehen. Die Landschaft um die Stadt Artvin ist gekennzeichnet durch steile Hügel am Ostabfall des Pontischen Gebirges, mit tiefgründig verwitterten Böden. Diese Böden können, besonders wenn sie eventuell zusätzlich durch ungeeignete Baumaßnahmen noch geschwächt werden, bei Starkregen sehr schnell nachgeben. Davon zeugen ... weiter

 

Wie ein Käfer im Ameisenland

Früher musste ich mit meinen Eltern im August immer in den Wald um massenhaft Pfifferlinge zu sammeln. Dort krabbelt ziemlich viel Zeug mit unterschiedlich vielen Beinen herum. Ameisenhaufen, inklusve den dazugehörigen Straßen, fand ich dabei immer besonders interessant. Die kleinen Dinger können ja bekanntlich nicht nur ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts tragen, sondern kooperieren auch so intensiv miteinander, dass sie einen Superorganismus bilden. Da man sich in der Gemeinschaft immer stärker fühlt, werden von ihnen so auch gerne viel größere ... weiter