AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Wunderkinder & Co.

Mathematik hat sowohl in der Öffentlichkeit als auch unter den Mathematikern selbst einen ziemlich elitären Ruf. Bei einem Star-Violinisten würden die meisten Menschen wahrscheinlich anerkennen, dass dessen Leistung eine Kombination aus Talent und harter Arbeit (nämlich täglichem Üben) sind. In der Mathematik steht für die meisten Menschen das Talent im Vordergrund: Man hat es oder man hat es nicht. "Ich konnte noch nie Mathe" ist für viele offenbar etwas ganz anderes als "Ich konnte noch nie Geige spielen" oder "Ich ... weiter

 

Hoffen auf New York. Was können wir vom Ban Ki Moon-Gipfel erwarten?

Credit: Reimund Schwarze, UFZ Washington D.C. / Auf dem Klimagipfel in Warschau im letzten Jahr forderte der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Staatsoberhäupter dieser Welt auf, ihre Anstrengungen zur Erreichung eines neuen internationalen Klimaschutzabkommens zu erhöhen, so dass eine Erreichung des Zweigradziels noch möglich ist. Nächste Woche (am 23.9.2014) findet nun das von langer Hand vorbereitete Gipfeltreffen in New York im Hauptquartier der UN in Manhattan statt. Was kann man von diesem Treffen erwarten? „Es liegt was in der Luft“, ... weiter

 

Mathestudium mit 14 – Amina Abdurrahman

  Amina Abdurrahman ist beim diesjährigen Heidelberg Laureate Forum eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Neben der Mathematik spielt in ihrem Leben auch die Musik eine sehr große Rolle. In fünf kurzen Fragen gibt Amina uns einen interessanten Einblick in ihren Werdegang und ihre Erwartungen an das HLF.   In welchem Forschungsgebiet bist Du interessiert und tätig? AA: Ich bin derzeit dabei meine Bachelorarbeit über die Vervollständigung und Henselisierung von lokalen Ringen zu schreiben. Es handelt sich noch lange nicht um irgendeine ... weiter

 

AstroGeo Podcast: Isländische Vulkane

Sie heißen Eyjafjallajökull, Grímsvötn und momentan Bárðarbunga: Isländische Vulkane sind spätestens nach der Aschewolke von 2010 in aller Munde, wenn sie denn aussprechbar sind. Wir wissen mittlerweile: Island ist die Insel der Vulkane, die jederzeit ausbrechen können und die nicht nur das Leben einiger skandinavischer Bauern sondern von uns allen beeinflussen können. Am 28. August 2014 begann der Bárðarbunga, viel Lava in das Vorland des Gletschers Vatnajökull zu schicken. Das nehme ich zum Anlass, mit Tobias Dürig zu sprechen. Der Würzburger Geophysiker arbeitet gerade an der Universität ... weiter

 

Wie wir den Raum krümmen: Zum Geburtstag von Bernhard Riemann

In seinem Blogpost "Warum wir den Raum krümmen" auf Quantenwelt erklärt mein Nachbarblogger Joachim Schulz, warum die PhysikerInnen in der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) den Raum krümmen: Sie tun es, weil es ihnen erlaubt mit möglichst wenig Annahmen die Newtonsche Gravitationstheorie mit der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) in Einklang zu bringen. Die 1915 vorgestellte ART erweitert die Newtonsche Theorie für große Massen und große Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit und deutet Gravitation als geometrische Eigenschaft der gekrümmten vierdimensionalen Raumzeit: die Erde kreist nicht ... weiter

 

Was mache ich hier eigentlich?

Ich werde in diesem Blog während des Heidelberg Laureate Forums schreiben und dabei im Bloggerteam vor allem die Reine Mathematik vertreten. Was erwarte ich mir von diesem Treffen? Zunächst einmal natürlich verständliche Vorträge zu Themen abseits meiner sonstigen Forschung. Eine Aufgabe, die durchaus auch Ereignisse wie der ICM erfüllen sollen, aber doch oft nicht erfüllen, und die Abstracts des HLF lassen erwarten, dass es hier anders werden könnte. Mehr zum mathematischen Teil des Vortragsprogramms im folgenden Beitrag. Für den Laien am ... weiter

 

Wasser ist komplizierter als man denkt

Ihr erinnert euch doch bestimmt noch an Konstanz, die Stadt am Formaldehyd, oder? Ich habe eine gute Nachricht: Konstanz ist rehabilitiert. Das verdankt die Stadt Haegyeom Kim et al. sowie den Referees und dem Redaktionsteam der Zeitschrift Chemical Reviews. Oder, wie Derek Lowe bei In the Pipeline schreibt, "There Must Have Been Multiple Chances to Catch This". Man kann den Abstract mit Bild leider nicht verlinken, aber er ist auf der Hauptseite, einfach runterscrollen bis zum Artikel "Aqueous Rechargable Li ... weiter

 

“Wie wird man so mutig?” – Vorab-Interview mit Carla Cederbaum

Eine der Teilnehmerinnen, die beim diesjährigen Heidelberg Laureate Forum auf Preisträger aus Mathematik und Informatik treffen, wird Carla Cederbaum vom Mathematischen Institut der Universität Tübingen sein. Ich kenne Carla noch von meiner  eigenen Zeit am Albert-Einstein-Institut in Potsdam vor mittlerweile 7 Jahren und fand und finde besonders spannend, wie sie Mathematik nicht nur lebt, sondern auch vermittelt: in Büchern (Wie man einen Schokoladendieb entlarvt und als Mitherausgeberin/Mitautorin Ein Moment für Mensch und Mathematik), mit einem Mathematik-Lernspiel (siehe hier), mit einer ... weiter

 

Langer Name, weiter Weg

Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle begrüßt ein Schild die Reisenden. In roter Schrift wird darauf vor Ebola gewarnt: Vorsicht vor dem Blut und Speichel fiebriger Menschen; keine Wildtiere auf afrikanischen Märkten verspeisen! Stunden später sitze ich (gemeinsam mit meinem Onkel, der mich kurzentschlossen als Fotoreporter begleitet) in einer Maschine der Fluggesellschaft „Air Madagascar“ auf dem Weg in die madagassische Hauptstadt Antananarivo. In der Dunkelheit unter uns ziehen ostafrikanische Landmarken hindurch: Die Lichter von Karthoum, Addis Abeba und Nairobi. Dann ... weiter

 

Warum wir den Raum krümmen

Im letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie in der allgemeinen Relativitätstheorie aus einer lokal symmetrischen Theorie global asymmetrische Phänomene entstehen, ließ aber offen, warum wir Physikerinnen und Physiker so an die Raumzeit-Krümmung hängen. Es wäre doch viel einfacher, den Raum einfach gerade zu lassen und statt dessen ein Kraftfeld einzuführen. Das geht mit dem Elektromagnetismus schließlich auch. Oder mit der Temperatur. Wir möchten Vorgänge aber gern auf möglichst wenige Grundannahmen zurückführen. Das leistet der krumme Raum besser als jedes Feld. ... weiter

 

Wolfram Alpha als Überschlagsrechnungshilfe

Nachdem ich jüngst in einem Beitrag wieder die Wichtigkeit von Überschlagsrechnungen erwähnt hatte und andererseits neulich zufällig wieder bei Wolfram Alpha vorbeikam, habe ich mich gefragt, ob Wolfram Alpha nicht ein gutes Werkzeug für solche Rechnungen ist - sowohl während der Rechnung als auch beim Überprüfen der Antwort. Nach eigenem Anspruch will Wolfram Alpha mehr sein als eine Suchmaschine, nämlich eine Wissensmaschine - idealerweise so etwas wie der Computer bei Raumschiff Enterprise, dem man alle für die Mission wichtigen Fragen ... weiter

 

Angstblüte vor dem Burnout

„Angstblüte, so nennt man das letzte, vielleicht verzweifelte, oft prachtvolle Aufblühen eines alten Baumes, bevor er abstirbt.“ So beginnt eine Besprechung des Romans Angstblüte von Martin Walser. Bei Amazon heißt es zum Buch: „Angstblüte nennt sich, was die Natur bedrohten Gewächsen mitgegeben hat. Naht der Tod, steigen noch einmal die Lebenssäfte, der schönste Schein wird produziert.“ Ich habe das in unserem Garten erlebt. Hier in Waldhilsbach grassiert ein Baumpilz. Nebenan beim Nachbarn war eine Eberesche furchtbar befallen. Sie blühte dabei ... weiter

 

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte. Ein US-Fachjournalist nannte es einen “holy shit moment for global warming” – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien ... weiter

 

Einbahnstraße in Richtung Interdisziplinarität?

Für ein erfolgreiches interdisziplinäres Team – braucht man richtige Experten! Interdisziplinarität wird als das Überschreiten von Disziplin-Grenzen definiert, und zwar mit dem Ziel etwas Neues zu schaffen, beispielsweise ein Forschungsprojekt, das auf die Methoden der Biologie, der Chemie und der Physik zurückgreift. Das Beispiel beschreibt recht treffend die Arbeit von Hartmut Michel, Johann Deisenhofer und Robert Huber, die sich 1988 einen Nobelpreis für Chemie teilten. Diese drei Forscher beschrieben die dreidimensionale Struktur eines Membranprotein-Komplexes mit der Hilfe der Röntgenstrukturanalyse. Ein ... weiter

 

Wie ich „Engelbarts Traum“ geschrieben habe

Heute ist mein neues Buch „Engelbarts Traum“ (Campus-Verlag, hier ein Link zur Verlagsseite) erschienen. Es handelt von den Veränderungen, denen das Lesen und Schreiben aufgrund der Digitalisierung unterliegt und was daraus für die Schriftkultur folgt. Beim Schreiben dieses Buchs hatte ich deshalb einen besonderen Anlass, den eigenen Schreibprozess zu reflektieren, und davon möchte ich in diesem Beitrag berichten – gewissermaßen ein "Making-of" des neuen Buchs. Die Materialsammlung Dem Schreibprozess ging, wie es bei jeder Sachbuchproduktion der Fall ist, die Materialsammlung voraus. Die hatte 2009 eingesetzt im Zusammenhang mit ... weiter