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Frauen in der Wissenschaft – jenseits von Tim Hunt

Was da jetzt noch über Tim Hunt und seine Bemerkungen über Frauen in der Wissenschaft (sinngemäß: man verliebt sich in sie, sie sich in einen, und wenn man sie kritisiert, heulen sie) berichtet wird, ist zu einem erschreckenden Teil schlicht Legendenbildung. Die Legende, dass Tim Hunt "seinen Job" verloren habe, zieht weiter ihre Kreise - dass es um Ehrenämter und Kommissionsmitgliedschaften ging, nicht um Tim Hunts Lebensunterhalt, scheint viele Leute schlicht nicht zu interessieren. Hier in den SciLogs verbreitet Harald ... weiter

 

Serge Haroche im Jahr des Lichts

Das internationale Jahr des Lichts nahm Serge Haroche als Anlass für seine Lecture und feierte auf seine Weise mit der Zuhörerschaft „Fifty Years of Laser Revolution in Physics“. Während sein Vorredner Arieh Warshel das Thema noch launig mit einer Folie, auf der eine Briefmarke zum Jahr des Lichts zu sehen war, feierte, widmet sich Serge Haroche dem Licht auf gründliche, physikalische Weise. Denn was lange Zeit als unmöglich galt, gelang Haroche mit Hilfe eines von ihm konzipierten Geräts: Die genaue ... weiter

 

Harold E. Varmus: Chancen und Probleme der personalisierten Krebstherapie

Krebs ist weltweit die häufigste, krankheitsbedingte Todesursache und ziemlich komplex, denn den Krebs gibt es nicht: Unter dem Begriff werden viele, teilweise sehr unterschiedliche Krankheiten zusammengefasst. Es gibt etwa 200 verschiedene Krebsarten in den verschiedenen Körpergeweben, die wiederum bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daher wenden sich die Ärzte ab vom bisherigen “One-fits-all”-Prinzip der Krebstherapie hin zur stratifizierten Behandlung bestimmter Patienten-Subgruppen. Vielmehr noch möchten sie dem Patienten eine auf ihn zugeschnittene, persönliche Krebstherapie anbieten. Dafür brauchen sie eine molekularbiologische ... weiter

 

Anekdoten ohne Relevanz

Die Tage fand ich einen Artikel im Blog von Joep Driessen, einem Tierarzt und Milchvieh-Berater aus Holland. Man habe ein Survey erstellt und kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der Milchkühe in Europa kein qualitativ gutes Trinkwasser zur Verfügung haben. Ich war darüber einigermaßen schockiert und brachte das auch in einen Tweet zum Ausdruck, wofür ich direkt von einem Landwirt auf den Deckel bekam. Wie ich sowas denn twittern könne. Und überhaupt wüssten ja immer alle alles besser als ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: Die zwölf Weltgefahren für die Menschheit

Zu den Besonderheiten eines wissenschaftlichen Kongresses gehört es, dass alle englisch reden. Die Deutschen sogar manchmal auch, wenn sie unter sich sind. Die Akzente sind ein Problem. Ich kann einigermaßen Französisch und war überrascht, als bei einer Diskussionsveranstaltung in Lindau die Moderatorin einfach auf Französisch loslegte. Als ich nach zehn Minuten immer noch kein einziges Wort verstanden hatte, wurde mir langsam klar, dass es Englisch sein sollte. Wenn die Vorträge langweilig sind, geht man in Lindau nicht hinaus, sondern klappt ... weiter

 

Die Faszination des Fundamentalen: Saul Perlmutter und das Ende des Universums

Die Fragen, deren Beantwortung den Lindauer Laureaten ihre Nobelpreise eingebracht haben, gehören zweifellos zu den wichtigen Forschungsgebieten der jeweiligen Zeit. Nicht alle dieser Fragen beschäftigen allerdings Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen. Bei manchen ist das aber sehr wohl der Fall und die, die sich der amerikanische Astronom Saul Perlmutter und seine Kollegen gestellt haben, gehört mit Sicherheit dazu. Schon vor vielen Jahrtausenden müssen die Menschen zum Himmel geblickt haben und sich angesichts der funkelnden Sterne gefragt haben, ob die Welt irgendwo ... weiter

 

Cephalalgiaphobia – die Angst vor der nächsten Attacke

Migräne kennt keine Pause: Auch außerhalb der Kopfschmerzattacken behindert die Erkrankung Menschen. Menschen, die wiederkehrende Kopfschmerzen erfahren, leiden in der anfallsfreien Zeit an Cephalalgiaphobia – die Angst vor der nächsten Attacke. Cephal- (den Kopf betreffend) -algia- (der Kopfschmerz) -phobia (die Angst). Eine Pause kennen episodische Kopfschmerzerkrankungen, wie Migräne und der Spannungskopfschmerz, also nicht. Word of the day:"cephalalgiaphobia"- #fear of the next #headache. So common in #migraine patients bc of the significant disability #AHS15DC — AHS (@ahsheadache) June 20, 2015   Letzten Monat auf ... weiter

 

Jupiter und Venus am Abend des 30.6.

Bombenwetter heute Nacht. Genau das Richtige für die Beobachtung der Syzygie zwischen Jupiter und Venus - immerhin deutlich weniger als ein Monddurchmesser. Hier einige der Aufnahmen, erst mit 90, dann mit 180 mm Brennweite, und danach mit dem Apochromaten. Ich habe aus einer Sequenz von Teleskop-Aufnahmen der gemeinsam untergehenden Planeten sogar einen kleinen Film zusammen stellen können. ... weiter

 

Griechenlandkrise: Ate oder die Verblendung

Die Verhandlungen zur griechischen Schuldenkrise sind vor die Wand gefahren, eine Lösung ist nicht in Sicht. Dafür sind überall im Internet Verschwörungstheorien aufgeschossen, die zu wissen behaupten, wer daran schuld ist. Ist das jetzige Zerwürfnis tatsächlich das Ergebnis eines Masterplans oder vielmehr das Ergebnis anhaltender Planlosigkeit? In der antiken griechischen Götterfamilie gab es einige Mitglieder, denen der Olymp verschlossen war und die sich deshalb vorwiegend auf der Erde herumtrieben. Dazu gehörte auch Ate, die Göttin der Verblendung, des Wahns, des ... weiter

 

Gehört der Doktortitel auf das Buchcover? Zu den Kulturen von Papier- und Digitalbüchern

Als "teilnehmender Beobachter" mache ich immer wieder die Erfahrung und Beobachtung: Nicht nur das Lesen, auch das Schreiben von Büchern und eBooks unterscheidet sich insbesondere bei Sachbüchern (!) grundsätzlich. Es gibt ja sogar eine - m.E. ziemlich schräge und typisch deutsche - Debatte darüber, ob eBooks überhaupt "Bücher" oder eher "Telemedien" seien. Eines von vielen Beispielen: Wenn ich ein Buch für einen Printverlag schreibe, habe ich meist einen Titel, aber noch kein Buchcover im Kopf, das ja ohnehin von einer ... weiter

 

Gene Editing: Zwischen Faszination und Erschrecken über ungeahnte Möglichkeiten. Wohin soll der Weg gehen?

Noch während über ein Moratorium debattiert wird, schlagen die Meldungen aus China ein: Dort ist man einen Schritt weiter. Ist es der entscheidende Schritt? Nicht nur das interessierte Publikum dürfte vom Tempo überrannt sein – kaum jemand weiß so richtig, was Gene-Editing ist, da hört man schon, dass chinesische Wissenschaftler bereits erste Experimente an menschlichen Embryonen durchgeführt haben. Zwar wurden dafür nicht lebensfähige Embryonen benutzt, die im Rahmen künstlicher Befruchtungen entstanden – eine Grenze ist damit dennoch überschritten. Der federführende ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Das Internet ist nur ein Zwischenschritt”

Der Kongresstag in Lindau beginnt leider um 7 Uhr, Arbeitsfrühstück mit Diskussion zum Thema „Wissenschaft und Ethik“. Einer der Stargäste ist der in Luxemburg geborene Medizin-Nobelpreisträger Jules Hoffmann. Den Preis musste er sich 2011 teilen, weil ein Kollege zeitgleich das Gleiche herausgefunden hat wie er. Es handelte sich, vereinfacht gesagt, um die Entschlüsselung etlicher Geheimnisse des menschlichen Immunsystems. Wissenschaft und Ethik – zu diesem Thema fallen einigen Nachwuchsforschern vor allem ihre Berufsprobleme ein, Verträge mit kurzer Laufzeit, hoher Publikationsdruck, so ... weiter

 

Ein paar Gedanken zur Gehaltssituation in den Geobüros

Der BDG hat am 10. Juni 2015 die Ergebnisse seiner Gehaltsumfrage veröffentlicht. Mit, wie ich finde, erschütternden Ergebnissen. Insgesamt haben sich 443 Mitglieder des BDG an der anonymen Umfrage beteiligt, darunter waren 155 Berufsanfänger. Ich persönlich hätte mir durchaus gewünscht, dass sich mehr Leute an dieser wichtigen Aktion beteiligen. Denn gerade die Anfänger stehen im Vorstellungsgespräch schnell vor der Frage, welche Gehaltsvorstellungen sie denn haben. Hier könnte die Umfrage sicher eine gute Hilfestellung geben. ... weiter

 

Publizieren oder Forschen?

Wie viel Interdisziplinarität braucht Forschung? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Paneldiskussion am Montag Nachmittag der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung. Doch sowohl die Moderatorin Sibylle Anderl – selbst promovierte Astrophysikerin, die gegenwärtig als Postdoc in Grenoble forscht und nebenbei für die FAZ bloggt – als auch anwesende Nachwuchsforscher rückten am Ende damit heraus, wo der Schuh sie wirklich drückt: Unsichere Kurzzeitverträge, Publikationsdruck und oft nicht mehr genug Zeit, um sich in die eigene Forschung wirklich vertiefen zu können. Dass sich hier ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Was ist dagegen schon die Oscar-Verleihung?”

In jedem Sommer treffen sich in Lindau Nobelpreisträger, sie halten Vorträge und diskutieren mit jungen Wissenschaftlern aus aller Welt. Es ist die hochkarätigste wissenschaftliche Tagung der Welt. Aber der spektakulärste Moment der Veranstaltung ereignet sich gleich zu Beginn, während der Eröffnungsveranstaltung – mein Gott, was erzähle ich da? Ich kann es eigentlich gar nicht beurteilen, ich bin zum ersten Mal da. Ich weiß gar nichts. Aber es muss ganz einfach so sein. Eine Tür zum großen Saal der Inselhalle öffnet ... weiter