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Fabiolas dritter Tag: Bilden – Inspirieren – Verbinden

Nachwuchsökonomin Fabiola Gerpott über ihren dritten Tag bei #LindauEcon14. Donnerstag, 21.08.2014: Der dritte Meeting-Tag erwies den Leitmotiven der Lindauer Nobelpreistagungen alle Ehre: Bilden – Inspirieren – Verbinden (Educate – Inspire – Connect), dazu boten sich heute ausreichend Möglichkeiten! Sechs Lectures am Vormittag, dann eine 1,5-stündige Podiumsdiskussion und sechs parallele Diskussionsrunden am Nachmittag, gefolgt von einer abendlichen Lesung des Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa. Im Anschluss gab es dann für uns Nachwuchswissenschaftler das obligatorische gemeinsame Abendbuffet: Ereignisreicher geht es kaum. Die Inhalte ... weiter

 

Wissenschaft, plakativ

Im öffentlichen Raum stößt man immer wieder auf Plakate, die Wissenschaft oder Forschende zum Gegenstand erheben. Nein, ich rede nicht von Reklame für Science Festivals oder ähnliches, also von Wissenschafts-PR, sondern im Gegenteil: von Werbung, die sich auf Kosten von Wissenschaft als System bzw. ihrer Protagonisten als Personen aufschwingt, dieses oder jenes zu promoten. Wissenschaft erscheint dann als Chiffre für etwas Negatives, Fremdes, Hermetisches, bisweilen auch Subversives oder Aggressives. Das BASE-Plakat, das mir 2011 unterkam, ist meiner Meinung nach ein besonders dämliches Beispiel, weil das Produkt, das hier beworben wurde, ohne ... weiter

 

Es gibt keine kulturellen Ökosystemdienstleistungen

Die Notwendigkeit des Natur- und Umweltschutzes begründet man heute mehr und mehr mit „Ökosystemdienstleistungen“. Unter diesen „Dienstleistungen“ werden im allgemeinen auch „kulturelle“ genannt. Kulturelle Ökosystemdienstleistungen kann es aber nicht geben.   In der Umweltpolitik und in den ihr unmittelbar zuarbeitenden Teilen der Wissenschaft ist seit einigen Jahren viel von „Ökosystemdienstleistungen“ die Rede. Unter diesem Begriff versucht man so gut wie alles zu fassen, was eine Begründung für den Umwelt- und Naturschutz abgeben könnte, sofern man nicht einen „Eigenwert der Natur“ geltend ... weiter

 

Wie ein Jeside bzw. Ezidi seinen Glauben versteht – Ein Gastbeitrag mit Fragemöglichkeit

Auf meinen Buchauszug zur fälschlich behaupteten "Teufelsanbetung" von Jesiden habe ich eine Vielzahl überwiegend positiver Rückmeldungen bekommen. Ein Jeside wandte sich an mich und bot an, einmal aus der "religiösen Innensicht" selbst zu beschreiben, wie er seinen Glauben versteht, außerdem auf sachliche Fragen von Leserinnen und Lesern von "Natur des Glaubens" zu antworten. Das ermögliche ich gerne, hier ist also sein Gastbeitrag: Allgemeines In diesem Artikel möchte ich auf die Religion der Jesiden (Yeziden, Ezda oder Ezidi) eingehen. Damit der ... weiter

 

Zeitverträge in der Wissenschaft

Irgendwie ist beim Thema Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie bzw. Gleichstellung in der Wissenschaft dieser Tage ein bisschen der Wurm drin. Erst der peinliche Schnitzer von Report Mainz (siehe meinen Blogbeitrag hier),und jetzt dieser Artikel hier in der FAZ: "Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille". Der Hintergrund: Familienministerin Manuela Schwesig hatte dem Focus ein Interview gegeben, in dem sie beklagt, befristete Jobs seien ein Grund für die niedrige Geburtenrate in Deutschland. Eltern, die aufgrund von Befristungen unsicher in die Zukunft ... weiter

 

Rosetta, der Komet und die sozialen Medien – sechs Fragen an „Sterne und Weltraum“-Chefredakteur Uwe Reichert

1.) Du konntest mit einem weitergeleiteten bildnerischen Größenvergleich des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko und Los Angeles einen großen Aufmerksamkeitserfolg in den sozialen Medien verbuchen (https://twitter.com/quark1972/status/501429546101784576/photo/1). Erzähle uns die Geschichte hinter der Geschichte? Uwe Reichert: Das fing damit an, dass ich dieses Bild auf Twitter entdeckte, den Tweet auf Deutsch übersetzte und über den Twitter-Account von „Sterne und Weltraum“ herumschickte. Ich war sehr überrascht, welche enorme Aufmerksamkeit das auslöste. Auf dem Bild selbst ist eine Aufnahme des kartoffelförmigen Kometen zu sehen, welche die ... weiter

 

Was wird nun aus den Verlagen?

Im akademischen Bereich schimpfen ja viele auf die Verlage. Sie würden überteuerte Produkte anbieten, die sie zudem noch nicht einmal selbst herstellen. Die komplette Umstellung auf Open Access, in welcher Variante auch immer, sei der richtige Weg. So gut ich mir das bei wissenschaftlichen Zeitschriften, Dissertationen und Proceedings vorstellen kann, glaube ich doch, dass etwa die Herstellung eines guten Lehrbuchs eines Verlags bedarf. Und erst recht gilt dies für den klassischen Buchverlag, der Sachbücher und Belletristik verlegt. Hier werden Bücher als Produkte entwickelt und am ... weiter

 

Fabiola Gerpotts zweiter Tag

Von intellektuellem Vergnügen, interdisziplinärem Generationendialog und intelligentem Schlange stehen Mittwoch, 20.08.2014: 06.30 Uhr, der Wecker klingelt. Viel zu früh in Anbetracht des gestrigen (bzw. gefühlt gerade erst beendeten) Kennenlern-Abends für die Tagungs-Stipendiaten. Das Klischee vom langschlafenden Wissenschaftler wollten die Programmplaner bei diesem Meeting wohl nicht bestätigen, also raus aus den Federn. Zufrieden mit meiner Selbstdisziplin gehe (oder vielmehr schleiche) ich zum Frühstücksbuffet. Dort wird mein kurzer Moment des morgendlichen Eigenlobs dann auch gleich relativiert: Mehr als die Hälfte der Hoteltische ... weiter

 

Meteoriten gestohlen Update: Wiedergefunden!

In der Nacht von Montag auf Dienstag (18./19. August) wurde in das Museum der Sternwarte Sonnenborgh in Utrecht (Niederlande) eingebrochen. Die Einbrecher stahlen dabei unter anderem mehrere Meteorite, darunter einen Stein namens Serooskerke. Der stammt vermutlich vom Asteroiden Vesta und gehört damit zu einer seltenen und kostbaren Meteoritengruppe. Der Meteorit fiel im Jahr 1925 nahe des Orts Serooskerke (Zeeland) und ist einer von nur fünf Meteoriten, die in den Niederlanden gefunden wurden. Auch wenn es die Einbrecher wahrscheinlich nicht hauptsächlich ... weiter

 

Epidot – Mineralogisches Alphabet E

Manche Gesteine, zum Beispiel wie der Unakit, heben sich durch ihre hübsche grüne Farbe ab. Das Mineral, welches für die Farbe verantwortlich ist, ist sehr oft das Mineral Epidot. Bekannt ist das Mineral bereits seit 1782, als es im französischen Le Bourg-d’Oisans entdeckt wurde. Zunächst aber hielt man es für einen Turmalin. Erst der französische Mineraloge René-Just Haüy erkannte es als eigenständiges Mineral. Er gab ihm seinen Namen, in Anlehnung an das griechische epidosis für Zugabe, Steigerung oder Ausdehnung. Grundlage ... weiter

 

Zwischen Small Talk und Smart Talk: Die Nobelpreistagungen beginnen!

Tagungsteilnehmerin Fabiola Gerpott resümiert den ersten Tag von #LindauEcon14. Dienstag, 19.08.2014: Heute geht es endlich los! Im Süden Deutschlands auf der Insel Lindau beginnen für 18 Nobelpreisträger und etwa 470 Nachwuchsforscher (einschließlich mir) die „Lindau Nobel Laureate Meetings“. Zunächst bedeutet dies: Ankommen und Registrierungsunterlagen abholen. Leichter gesagt als getan für manch einen ausländischen Wissenschaftler, der mittels englischer Sprache (oder auch Händen und Füßen) den Weg zum Hotel erfragt. Doch die Bewohner sowie Touristen Lindaus zeigen sich überaus freundlich und hilfsbereit, ... weiter

 

Von Wettervorhersagen und Klimawandel

Bei Diskussionen um und über den Klimawandel bekommt man ja sehr häufig die Frage gestellt, wie denn die Wissenschaft einen langfristigen Trend, also den Wandel des Klimas vorhersagen kann, wo sie doch ( häufig) bereits bei kurzfristigen Vorhersagen des Wetters, beispielsweise der nächsten Woche so grandios scheitert. In diesem kurzen Video erklärt Neil deGrasse Tyson auf einfache und sehr anschauliche Art, was der Unterschied zwischen Klima und Wetter ist.   ... weiter

 

Mehr Zivilisation durch weniger Testosteron?

Eine Gruppe von Anthropologen um Robert Cieri von der Utah University in Salt Lake City haben Anfang August eine interessante Hypothese zur Entstehung der menschlichen Zivilisation vorgelegt1. Sie vermuten, dass vor etwa 50 000 Jahren ein verringerter Testosteronspiegel bei Männern zu einer besseren sozialen Verträglichkeit führten. Irgendwann hörten unsere entfernten Vorfahren damit auf, sich wie hirnlose Muskelprotze aufzuführen und bei jeder Gelegenheit den Schädel einzuschlagen. Stattdessen begannen sie zu lernen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dadurch konnte sich eine immer komplexere ... weiter

 

Über diplomatische Auffassungen und historische Erkenntnisse

Der letzte Text über die jüdischen Siedlungen bzw. die Reaktionen darauf haben mir verdeutlicht, dass eine Auseinandersetzung mit der Frage Not tut, wie man etwa als Historiker mit unterschiedlichen, ja widersprüchlichen Auffassungen umgeht. Der Streit über die Rechtsstellung der (je nach Auffassung) »befreiten« oder »besetzten« Gebiete in Israel ist gemeinhin bekannt. Mir geht es jetzt gar nicht darum, wer Recht hat (meine persönliche Meinung dürfte ebenso gut bekannt sein). Vielmehr geht es nun um ein Grundprinzip solcher Streite, nämlich die ... weiter

 

Cost recovery for “water services” / Critical review of the EU Court of Justice conclusions of Advocate General Jääskinen in case C-525/12

The conclusions of Advocate General Jääskinen in the matter of the infringement proceedings against Germany, regarding the scope of the term “water services” in Article 9 of the Water Framework Directive, are now available. In these he considers that the action brought by the Commission against the narrow interpretation in Germany, which is restricted to water supply and waste water disposal, is inadmissible due to the fact that there is no complaint in respect of any clearly defined conduct that ... weiter