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Verschollen geglaubtes Manuskript des Nobelpreisträgers Alan Hodgkin

Es wird einwenig mühselig doch die Kopie einer Kopie reicht, um die Handschrift aus dem Jahr 1959 zu transkribieren.  Es ist eine digitale Kopie einer alten Fotokopie. Nun liegt sie auf meiner Festplatte. Das Original wird entweder irgendwo in den Archiven der amerikanischen Gesundheitsbehörde “National Institutes of Health” (NIH) Staub sammeln oder wo immer der Nachlass des Empfängers, Wade H. Marshall, verwaltet wird. Lange fürchtete ich jede Kopie und das Original des bis heute noch unveröffentlichten Manuskriptes seien für immer verschollen. Der ... weiter

 

Perspektivenwechsel

Perspektivenwechsel   Der Blog heißt zwar „Pictures of the Sky“, aber ich habe mir gedacht, es sei doch einmal schön, einen kurzen Perspektivenwechsel durchzuführen. Dabei will ich ausnahmsweise mal nicht den Himmel fotografieren, sondern von hoch oben herunter auf die Erde. Dafür verwende ich eine Stratosphärensonde, welche an einem großen Wetterballon gehängt wird. Die Idee dafür hatte ich bereits vor einigen Jahren, doch wegen dem Lernen für das Abitur, dem Einstieg ins Studium und wegen anderen Projekten gab es bei ... weiter

 

Tag 2 – was sagen die Studenten?

Heute Morgen machten wir dort weiter, wo wir am Tag zuvor aufgehört hatten – auf dem kalten Waldboden des Galgenhügels in Bad Belzig. Das Wetter hieß uns zu Beginn zwar nicht so strahlend willkommen wie gestern, doch wir waren mit unserer Regenkleidung und unseren Planen ja auf alles bestens vorbereitet. Wie bereits erwähnt wurde, handelt es sich bei dieser Grabung um die erste Forschungsgrabung dieser Art im Land Brandenburg. Für manche Studenten ist sie allerdings gleichzeitig die allererste Grabung im ... weiter

 

Steine, Gruben und viel Sand – Tag 1 der archäologischen Forschungsgrabung auf der Richtstätte von Belzig

Pilze, Ameisen und ein viel zu dicht bewachsener Wald empfing uns heute Morgen, als wir uns mit Grabungswerkzeug dem Ort näherten, der uns die nächsten vier Wochen beschäftigen wird. Leichter Herbstnebel ließ die Konturen verschwimmen, Geräusche waren hier oben kaum noch zu hören und so fiel es nicht schwer, sich eine andere Zeit vor zu stellen. Eine Zeit, in der Richtplätze und der Anblick von Gehenkten und Geräderten darauf zum normalen Alltag gehörten. Die Straße am Hügelfuß, deren Verlauf sich ... weiter

 

Dorothy Hodgkin: Königin der Kristallographie

2014 jährt sich die Vergabe des Chemienobelpreises an Dorothy Hodgkin zum fünfzigsten Mal – Erinnerung an eine Lindau-„Veteranin“, die schon zu Lebzeiten eine Legende war. Dorothy Hodgkin gelang es, den chemischen Aufbau eines Biomoleküls ausschließlich durch die Kristallstrukturanalyse mit Röntgenstrahlen zu bestimmen. Das war zuvor noch keinem Wissenschaftler gelungen. Doch wie kam es zu dieser Pionierleistung und Hodgkins Faszination für dieses Gebiet? Da war zum einen das aufgeschlossene Elternhaus und die frühe Förderung ihrer Interessen – keine Selbstverständlichkeit, dass ein ... weiter

 

Warum brauchen Kaninchen keine Religion, um sich erfolgreich fortzupflanzen? (n-tv 2)

Es ist nicht verboten, in der Wissenschaft manchmal zu schmunzeln - und hinter manch lustiger Frage verbirgt sich auch ein ernstes Thema. So erreichten mich nach dem n-tv-Interview zur Religionsdemografie per Mail und per Twitter auch öffentliche Anfragen, warum sich denn - bitte - Tiere ohne kulturelle Glaubenstraditionen fortpflanzen könnten. Tatsächlich war die Frage, ob und wie sich menschliches und tierisches Reproduktionsverhalten unterscheidet, in der Forschung lange umstritten. Thomas Robert Malthus (1766 - 1834) und der nach ihm benannte Malthusianismus ... weiter

 

Arbeitsgebiete II: Protokolle zur Neuromodulation bei Migräne

Das zweite übergeordnete Thema meiner Arbeitsgebiete ist die Entwicklung neuer Protokolle zur elektromagnetischen Stimulation des Gehirns bei Migräne. Das ist zunächst gar nicht so zukunftsorientiert wie es klingt. Solch ein Protokoll lautete z.B. im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung so: man nehme einen Zitterrochen und lege ihn (lebendig) auf den eigenen Kopf. Der römische Arzt Scribonius Largus hat es sich ausgedacht. Und noch zu Zeiten der Erfindung der Leidener Flasche war die einzige praktische Anwendung der Elektrizität eine medizinische zur ... weiter

 

Arbeitsgebiete I: Vom Membranprotein zu Schmerz und Halluzinationen

In welche Fragestellungen meine Forschung eingebunden ist, zeigt anschaulich eine Abbildung, die ich für einen geplanten Buchartikel und für meine Webseite zusammengestellt habe. (A) Auf der molekularen Ebene betrachten wir Funktionsveränderungen der Zellmembran, die u.a. durch genetische Mutationen hervorgerufen werden können. (B) Darauf aufbauend wird auf der zellulären Ebene die Elektrophysiologie und deren Einfluss auf den Ionenhaushalt des Gehirns modelliert. (C) Gehirnzellen formen kortikale Netzwerke und definieren so nicht nur Schaltkreise sondern auch Gewebeeigenschaften in den verschiedenen Schichten der Hirnrinde (Kortex). (D) Nervenzellen ... weiter

 

Von Arabern und Juden in Berlin

Nach Wowereits Rücktritt rief mich diese Woche ein Journalist aus Wien an. Er wollte wissen, ob ich Raed Saleh wählen würde, einen aus Samaria gebürtigen Araber, der möglicherweise das höchste Amt im Bundeslande bekleiden wird. Da es wohl nicht zu einer Neuwahl kommt und da ich sowieso nicht stimmberechtigt bin, hatte sich mir die Frage noch nicht gestellt. Nach kurzem Nachdenken sagte ich: Natürlich würde ich ihn wählen. »Obwohl er Palästinenser ist?«, zeigte sich mein Gesprächspartner, soweit ich das am ... weiter

 

Unterschiede zwischen Schule und Forschung

Vor einer Woche ist am Haus der Astronomie unser diesjähriges internationales Sommerpraktikum zuende gegangen, bei dem Schüler (ein gerade fertiger Abiturient war auch dabei) im Team über drei Wochen eigene Forschungsprojekte durchführen. Wie in wirklichen Leben ist die gemeinsame Sprache dabei Englisch (was angesichts der Tatsache, dass wir fünf Nationen vertreten hatten - Australien, Frankreich, Italien, Israel, Deutschland - auch gar nicht anders ging). Die Praktikanten waren dieses Jahr und sind üblicherweise hoch motiviert und besitzen bereits gute (insbes. schulische) ... weiter

 

Eimerweise …Eis

Ich werde heute ein kleines, meinungslastiges Intermezzo machen. Es geht um die sogenannte #ALSicebucketchallenge, die sowohl in meiner Facebook als auch Twitter Timeline auftauchte. Was genau ALS ist, dazu gibt es bereits viele Posts, sonst hätte ich das euch auch erklärt. Ob ihr dafür spenden wollt oder nicht, ob ihr euch einen Eimer Wasser über den Kopf kippen wollt oder nicht – das ist eure Sache. Es gibt immer etwas, für das man etwas tun kann. Tut das was ihr ... weiter

 

Vor 150 Jahren: William Huggins und die Nebelspektren – von der Astronomie zur Astrophysik

Der 29. August 1864 markiert einen Wendepunkt der Astronomie – weit weniger bekannt, aber durchaus vergleichbar mit der ersten Teleskopbeobachtung Galileo Galileis im Jahr 1609. An diesem Tag nämlich beobachtete der englische Amateurastronom William Huggins das erste Spektrum eines kosmischen „Nebels“ – und konnte damit die Frage klären, woraus die geheimnisvollen Lichtfleckchen, die die Astronomen seit über 200 Jahren in ihren Teleskopen betrachteten, eigentlich bestehen. Der Schritt von der Astronomie zur Astrophysik war vollzogen. Astronomen stritten schon eine ganze Weile ... weiter

 

Kein ZMapp für den Hamburger Ebola-Patienten

Seit gestern betreut das UKE, in dem ich ja seit Wochen rumliege, einen mit Ebola infizierten Arzt aus dem Senegal, und angesichts mehr als 200 angesteckten WHO-Mitarbeitern dürfte er nicht der letzte bleiben. Was mich aber wirklich beruhigt ist, dass die behandelnden Ärzte hier die Finger von irgendwelchen ungetesteten Wundermedikamenten wie dem ominösen Antikörpermix ZMapp lassen. (Hier ein Interview mit einem der behandelnden US-Ärzte, der ein bisschen über die erfolgreiche Therapiestrategie spricht) Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist bisher nicht so ... weiter

 

Enge Mond-Saturn-Begegnung am Abend des 31.8.

Am Abend des 31.8. wird Saturn uns mal im Mondschein begegnen. Der zunehmende Mond, der am Ende seines ersten Viertels steht,wird an diesem Abend kurz vor Monduntergang (und nicht lange nach Sonnenuntergang) mit einem Winkelabstand von weniger als einem Monddurchmesser zwischen dem Rand des Mondes und Saturn den Ringplaneten passieren. In Nordafrika kann sogar eine Bedeckung des Saturn beobachtet werden.   ... weiter

 

Die europäischen Amish – Die laestadianischen Lutheraner in Finnland (n-tv 1)

Das Interview auf n-tv.de, das inzwischen auch auf kath.net aufgegriffen wurde, löste wieder eine Vielzahl von Rückmeldungen und Rückfragen aus. Einige neuere Themen will ich in einer kleinen, lockeren Reihe hier auf dem Blog aufgreifen. Eine besonders erfreuliche Rückmeldung erhielt ich von Christoph Bein, einem Studenten der Demografie in Rostock. Ihm war aufgefallen, dass ich im Interview wieder die Amish erwähnt hatte, die von n-tv dann auch für die Bebilderung ausgewählt wurden. n-tv-Header auf meinem Google+-Account In meinem Buch Religion ... weiter