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Mikroskope vs. Ameisen

Ich hatte Donnerstag anlässlich des Girls-Day die Gelegenheit, unseren Röntgenlaser einem Publikum aus 10- bis 14-Jährigen vorzustellen. Meine erste Aufgabe sah ich darin, den Schüler_innen zu veranschaulichen, Wie klein unsere Objekte überhaupt sind. Ich begann also mit einem Schaubild, das ich auf einer Website der University of North Carolina at Chapel Hill fand. Wir interessieren uns für Strukturen, die kleiner sind als Bakterien. Bakterien sind etwa tausend mal kleiner als Ameisen. Ameisen sind etwa tausend mal kleiner als Menschen. Damit ... weiter

 

Warum die EU/Türkei-Verhandlungen ein Rubinstein-Spiel waren

Ich glaube, dass es sehr viele EU-Bürger gibt, die den syrischen Flüchtlingen, die nach Europa kommen, helfen möchten und anteilnehmen an deren Leid - jedenfalls viel mehr als diejenigen, die Flüchtlingsheime anzünden oder auf der Straße gegen die "drohende Überfremdung" demonstrieren. Die EU-Regierungen sehen diese Flüchtlinge jedoch auch als Problem, dass ungeplante Kosten im Staatsbudget verursacht und zukünftige Wählerstimmen kostet. Je mehr Flüchtlinge kommen und umso länger der Syrien-Krieg dauert, desto höher werden die Kosten. Die Zeit spielt also gegen ... weiter

 

1979 – 2019. Bricht der staatliche Islamismus an der Ölschwemme zusammen?

Morgen Abend (am 3.5.2016) bin ich auf Einladung des Fritz-Erler-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung Podiumsgast einer Diskussion zu ihren "Handlungsempfehlungen zur Auseinandersetzung mit islamistischem Extremismus und Islamfeindlichkeit" (Klick zum pdf-Download) in Stuttgart. Die FES-Handlungsempfehlungen. Die Fingerabdrücke bitte ich zu entschuldigen, ich lese v.a. in Bus und Bahn... Foto: Michael Blume Insgesamt finde ich die Handlungsempfehlungen überwiegend überzeugend - jedoch mit einer starken Einschränkung: Sie betrachten nur das Inland und nicht die Förderung des Islamismus z.B durch Saudi-Arabien und die Förderung von Nationalismus ... weiter

 

Wendelstein W7-X: Erste Ergebnisse

Nach 10 Wochen Experimentierzeit endete Mitte März die erste Operationsphase an W7-X, dem weltgrößten Stellarator. Zeit also, einen Blick auf die (vorläufigen) Ergebnisse zu werfen. Die erste Operationsphase (OP1.1) begann am 10.12. letzten Jahres mit einer Reihe von Helium-Entladungen. Temperaturen der Elektronen von knapp 1 kilo-Elektronenvolt, was ca. 10 Millionen Grad entspricht, wurden auf Anhieb erreicht. Allerdings stellte sich bald heraus, dass man ein Problem mit Verunreinigungen hatte, die zu einer raschen Abkühlung des Plasmas durch Strahlungsverluste führten und die ... weiter

 

Zeitnebel

Heute ist Sonntag, und während ich diese Worte tippe, ist es gerade eine Stunde vor Mittag. Mein Computer sagt mir außerdem, dass heute der 1. Mai ist, aber das bedeutet mir hier nichts. Meine Erinnerung sagt mir, dass zu dieser Zeit der Frühling schon in vollem Gange sein müsste, aber wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht es hier genauso aus wie vor einem Monat. Oder vor sechs Monaten. Wenn ich nachrechne, weiß ich, dass wir schon seit gut acht ... weiter

 

Danke für das Blogger-Treffen in Wiesloch und willkommen in der Hölle…

... der guten Vorsätze. Man sagt ja, der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert. Mal schauen, wie es mit diesen meinen in Wiesloch gefassten guten Vorsätzen ausgehen wird. Einer dieser Vorsätze ist es, jede Woche einen neuen Beitrag für diesen Blog zu schreiben. ... weiter

 

Erdrutsch in Kirgisistan (Video)

Erdrutsche sind, zumindest auf Video, immer eine wieder eindrucksvolle Naturgewalt. Und der auf diesem Video macht da keine Ausnahme. Dave Petley vom Landslide Blog (von dem ich das ganze hab) hält das Video für das beeindruckendste in diesem Jahr und immerhin unter seinen allzeit-top-ten. Und ich würde ihm nicht widersprechen wollen.   Am 27. April diesen Jahres haben sich nahe des Ortes Almaluu-Bulak in der Region Jalal-Abad zwei größere Erdrutsche ereignet. der erste, mit knapp 100 000 m3 etwas kleiner ... weiter

 

Ein Herz für Statistik und Energie: David MacKay (1967–2016)

Fünf Jahre ist es her, dass ich hier in diesem Buch als Buchtipp "Sustainable Energy - without the Hot Air" vorgestellt hatte. Das Buch hatte es mir angetan und ich schätze es immer noch sehr. Die Art von quantitativem Denken mithilfe von Überschlagsrechnungen, die den roten Faden des Buches bildet, ist leider immer noch zu wenig verbreitet, obwohl wir an vielen Stellen – in den Schulen ebenso wie in der Politik – mehr davon vertragen könnten. Ich habe David MacKay, ... weiter

 

Wer will Geld und Ehre für diversitätsgerechte Lehre?

Lehrpreise sind heute an Hochschulen deutlich weiter verbreitet als noch vor zehn Jahren. Aber es ist nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel, dass sie ähnlich hoch dotiert sind wie renommierte Forschungspreise ist einer von bislang wenigen dieser Lehrpreise. Erstmals will der seit 11 Jahren von Stifterverband und Hochschulrektorenkonferenz vergebene Preis in diesem Jahr diversitätsgerechtes Lehren und Lernen würdigen. Er greift damit die gewachsenen Unterschiede in den biografischen Hintergründen ... weiter

 

Herrschaftlicher Wald

Auf der Suche nach dem Frühling stolperte ich mit einer Gruppe Freunde am vergangenen Wochenende mitten im Odenwald über diese interessante Konstellation. Wild wucherten sogleich die Mutmaßungen über den ehemaligen Zweck, von denen die meisten (jüdischer Friedhof, keltischer Ringwall, Limesreste …) mit Hohn bedacht und umgehend disqualifiziert wurden. Im Rennen blieben: der Hinweis auf eine nur im südöstlichen Odenwald verbreitete Tradition des Zaunbaus mit Stellsteinen, z. B. zur Sicherung des Viehtriebs oder zum Schutz gegen Wild. Der andere Tipp: eine ... weiter

 

TLS für alle – Let’s encrypt stellt Millionen Zertifikate aus

Die Marke von zwei Millionen Zertifikaten wurde bereits überschritten und derzeit sieht es danach aus, dass es Ende Mai bereits drei Millionen sein werden. Mit diesen hohen Wachstumszahlen könnte Let’s encrypt zur größten Zertifizierungsstelle der Welt werden, wenn wir Größe allein nach der Anzahl der Kunden bemessen. Die Besonderheit ist: Die Ausstellung erfolgt kostenfrei, denn Let’s encrypt ist eine Kampagne der gemeinnützigen Electronic Frontier Foundation, die sich in besonder Weise für Datenschutz und Datensicherheit im Internet stark macht. Die Idee ist: ... weiter

 

SciLogspreis 2016 – die Nominierungen

Wie ihr sicher schon wisst, haben wir beim SciLogs-Treffen in Wiesloch unsere Mitbloggerin Tanja Baudson zur SciLoggerin des Jahres 2016 gewählt. Sie hat sich damit gegen Thomas Grüter und Anna Müllner durchgesetzt, die unsere geladenen Fachleute ebenfalls nominiert hatten. Hier also nun noch mal in einer Übersicht über die drei Gäste, die wir gebeten hatten, Blogs als Preiskandidaten auszuwählen - und in Wiesloch ausführlich zu erklären, warum sie sich für genau diese Person entschieden haben. ... weiter

 

Überall Noobs – ein Erklärungsversuch

Neulich habe ich etwas über Noobs geschrieben und mir natürlich sofort den klugen Kommentar eingefangen, dass man es N00b schreiben muss, mit zwei absichtlichen Nullen, die eine gewisse ärgerliche Verächtlichkeit ausdrücken sollen. Aha. Es gibt noch ein anderes Wort, das immer mit Noob verwechselt wird. Man sagt immer Newbie oder Newb, wenn ein Neuer in ein Online-Spiel reinkommt und sofort frisch mitschlachten will. Da kommt er erst nicht klar: „Hallo, ich bin neu hier, ich komme nie um die erste ... weiter

 

Die Erfindung der Rhetorik

Nachdem sich die Bewohner von Athen im fünften Jahrhundert vor Christus von ihren diktatorisch regierenden Despoten befreit hatten, war eine historisch völlig neue Situation entstanden. Die Regierungsmacht wurde einer Ratsversammlung zugesprochen, die sich aus 500 per Los ausgewählten Mitgliedern der Volksversammlung zusammensetzte. Der Vorsitz der Ratsversammlung, der oberste Repräsentant des Staates Athen, wechselte täglich. Ähnlich radikal demokratisch war auch die Gerichtsbarkeit organisiert. Jeder Bürger konnte als Ankläger auftreten und einen privaten Streit vor ein Volksgericht bringen. Ein solches Volksgericht bestand ... weiter

 

Hiroshi Amano: Wie blaues Licht die Welt veränderte

Welchen Gegenstand legen wir nur äußerst ungern aus der Hand? Richtig, bei den meisten ist es das Smartphone. Diese Aussage trifft sogar in weiten Teilen Afrikas zu, wo das Handynetz hilft, eine oft unzureichende Infrastruktur zu umgehen. Doch Smartphones sind nur deshalb so schmal, leicht und haben bunte Dislays, weil drei japanische Forscher in den 1980er Jahren eine Herstellungsmethode für blaue Leuchtdioden erfanden. Dadurch wurden Flachbildfernseher, moderne Monitore und Smartphones erst möglich, gleichzeitig konnten aber auch energiesparende weiße Leuchtmittel entwickelt ... weiter