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Tunguska. Mars. Dann halt eben nicht…

Mal wieder ein Jahrestag vorbeigedonnert (wenn auch kein gerader). Tunguska, wir erinnern uns. Im Jahre des Herrn 1908, und zwar am 30. Juni, passierte im allerhintersten Sibirien etwas, das noch in 60 Kilometern Entfernung Leute durch die Luft segeln lies. Über dem namensgebenden Fluss Tunguska expolodierte in 5-10 km Höhe etwas, und zwar ordentlich: die Energie entsprach (grob geschätzt) einer halben Megatonne - laut diesem schön bebilderten Artikel von Großmeister Hartmann hier (der auch alles Wesentliche enthält). Andere Schätzungen gehen von mehreren Megatonnen ... weiter

 

New Horizons: Fehler in Kommandosequenz verursachte “Safe Mode”

Am 4. Juli feierte die Pluto-Sonde New Horizons den US-Nationalfeiertag durch Eintreten in den "Safe Mode". Dies ist ein besonderer Operationsmodus, den alle Raumsonden haben (sollten) und der automatisch ausgelöst wird, wenn ein Fehler auftritt, mit dem die Bordsysteme nichts anzufangen wissen. ... weiter

 

So lief der Monat: Juni 2015

Seit vorletzter Woche steht fest: Androiden träumen von elektrischen Schafen – wenn sie wollen. Das lassen die Bilder vermuten, die Google-Mitarbeiter um Alexander Mordvintsev mittels neuronaler Netzwerke erschaffen haben. Um zu verdeutlichen, wie solche Netzwerke arbeiten, fütterten die Forscher neuronale Netze mit Rauschbildern und gaben ihnen die Aufgabe, Bananen, Seesterne oder Ameisen zu entdecken. Was heraus kam, erinnert an Illusionen, die entstehen, wenn man im Halbschlaf auf die Deckenwand starrt. Noch psychedelischer wurde es, wenn die Netzwerke selbst entscheiden sollten, ... weiter

 

Asteroiden haben ein Hollywood-Problem

Vielleicht ist es ja nur ein Werbetrick für die Einführungsvideos der beiden Wirtschaftswissenschaftler Alex Tabarrok und Tyler Cowen zum Asteroid Day, aber deren Behauptungen zum Schutz vor Asteroiden haben inzwischen etwas weitere Kreise gezogen - ich z.B. bin über diesen Blogeintrag bei der Washington Post darauf aufmerksam geworden. Hm. Ich finde den direkt illustrierten Erklärstil solcher Videos zwar manchmal gut (insbesondere auch den Live-Stil z.B. hier bei Gravity Ink.), in diesem Falle aber etwas übertrieben. Aber insbesondere finde das Argument ... weiter

 

Planetarium-Sommerfest

Kurz nach der Sommersonnenwende, am Samstag/ Sonntag 20./21. Juni, gab es in Berlin ein Astro-Volksfest. Anlass war aber nicht eine Beschwörung des Sommers oder Feier der Wende, sondern der Geburtstag von einem unserer Planetarien. Hier ein paar Fotos von Oliver Hanke:   Insgesamt haben ca. 1300 Menschen an dieser lockeren Jubiläumsfeier teilgenommen und am folgenden Wewltraumtag im Planetatrium waren es sogar 1500. Ein Hoch auf alle, die das wochenlang vorbereitet haben und an den beiden Wochenendtagen im vollen Einsatz waren ... weiter

 

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden

Fußball soll für US-amerikanische Kinder sicherer werden, denn den Mittelschichteltern dort liegt etwas an den Köpfen ihrer Kinder.   Es wird wieder über Sicherheit im Fußball diskutiert. Wo? In den USA! Fußball soll dort für Kinder sicherer werden. Keine Kopfbälle unter 14 Jahren, so läßt sich eine aktuelle Initiative zusammenfassen, die man auch auf Twitter unter #noheadernobrainer verfolgen kann. Dabei geht es nicht nur um den Kopfball, sondern auch um den Versuch zu köpfen. Der Kopf steigt dem sich sinkenden Ball entgegen, oft ... weiter

 

Diese Woche: Leitlinien für Kinderköpfe

Spezifische Belange von Kinderköpfen stehen diesmal im Zentrum meiner wöchentlichen Migräne-Recherche. In den USA organisiert man sich gleich zweimal: um Kopfschmerzerkrankungen im Fußball vorzubeugen und um zukünftig die Behandlung der Migräne bei Kindern zu verbessern. Wer heute als Erwachsener an Migräne leidet, den interessiert das. Denn Migräne ist erblich. Allerdings sollte man Migräne nicht als typische Erbkrankheit ansehen. Genetische Ursachen erklären bei weitem nicht alles. Wer erkrankt, bestimmt ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Wie bei vielen anderen Volkskrankheiten ist auch das Risiko ... weiter

 

Kurzer Einwurf zu eBooks

Vor einigen Wochen las ich irgendwo eine Einschätzung, einen Kommentar oder … Auf jeden Fall ging es darum, dass eBooks nicht so recht liefen, gerade die Mode der kurzen, bei Amazon ‘Singles’ genannten, schon wieder vorbei sei, und selbst Zusatzfeatures in enhanced eBooks nichts retten. Jemand kommentierte, dass es gerade diese Zusatzfeatures seien, die abschreckten, ‘man möchte doch nur ein Buch lesen’. ... weiter

 

Weltanschauung: Glück und Parteipräferenz

Heute - zum vielleicht heißesten Tag des Jahres - lade ich Sie zum Nachdenken und Raten zu einem Befund der Glücksforschung (in Deutschland) ein. Die Beobachtung, basierend auf SOEP-Daten von 1984 bis 2012: Auch nach Kontrolle anderer Variablen wie Bildung und Einkommen unterscheidet sich das subjektive Wohlbefinden (subjective well-being) - gemessen auf einer Selbstauskunft von 1 bis 10 - zwischen Wählenden verschiedener Parteien erheblich. Die Frage: Können Sie raten, welche Parteianhänger im Durchschnitt am glücklichsten (1.), am zweitglücklichsten (2.) etc. ... weiter

 

Die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel

„Mit dieser Deklaration wollen wir zeigen, wie groß die Bedrohungen durch den Klimawandel bereits sind, sowie Lösungswege aufzeigen“, erklärt Brian P. Schmidt, Sprecher der Nobelpreisträger, welche die Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel heute auf der Insel Mainau unterzeichnet haben. Als Wissenschaftler sehe er „eine moralische Verpflichtung, sich bei einem Problem mit so weitreichenden Folgen zu Wort zu melden“. Schmidt traf sich am Donnerstag mit vier weiteren Unterzeichnern, es war der vorletzte Tag des 65. Lindauer Nobelpreisträgertreffens. Folgende fünf Nobelpreisträger diskutierten ... weiter

 

Klimawandel-Deklaration von Nobelpreisträgern

Im Dezember 2015 steht die nächste UN-Klimakonferenz an und es häufen sich mahnende Stimmen, es diesmal doch bitte wirklich ernst zu nehmen. Heute nun unterzeichnen auf der Insel Mainau über 36 Nobelpreisträger (nach Beweisbild aus Lindau) eine Deklaration zum Klimawandel. In der Mainauer Deklaration 2015 heißt es im Hinblick auf die UN-Konferenz: "Der Bewertung des IPCC zufolge muss die Welt rasche Fortschritte bei der Senkung aktueller und zukünftiger Treibhausgasemissionen erzielen, um die wesentlichen Risiken des Klimawandels zu minimieren. Wir sind der ... weiter

 

Frauen in der Wissenschaft – jenseits von Tim Hunt

Was da jetzt noch über Tim Hunt und seine Bemerkungen über Frauen in der Wissenschaft (sinngemäß: man verliebt sich in sie, sie sich in einen, und wenn man sie kritisiert, heulen sie) berichtet wird, ist zu einem erschreckenden Teil schlicht Legendenbildung. Die Legende, dass Tim Hunt "seinen Job" verloren habe, zieht weiter ihre Kreise - dass es um Ehrenämter und Kommissionsmitgliedschaften ging, nicht um Tim Hunts Lebensunterhalt, scheint viele Leute schlicht nicht zu interessieren. Hier in den SciLogs verbreitet Harald ... weiter

 

Serge Haroche im Jahr des Lichts

Das internationale Jahr des Lichts nahm Serge Haroche als Anlass für seine Lecture und feierte auf seine Weise mit der Zuhörerschaft „Fifty Years of Laser Revolution in Physics“. Während sein Vorredner Arieh Warshel das Thema noch launig mit einer Folie, auf der eine Briefmarke zum Jahr des Lichts zu sehen war, feierte, widmet sich Serge Haroche dem Licht auf gründliche, physikalische Weise. Denn was lange Zeit als unmöglich galt, gelang Haroche mit Hilfe eines von ihm konzipierten Geräts: Die genaue ... weiter

 

Harold E. Varmus: Chancen und Probleme der personalisierten Krebstherapie

Krebs ist weltweit die häufigste, krankheitsbedingte Todesursache und ziemlich komplex, denn den Krebs gibt es nicht: Unter dem Begriff werden viele, teilweise sehr unterschiedliche Krankheiten zusammengefasst. Es gibt etwa 200 verschiedene Krebsarten in den verschiedenen Körpergeweben, die wiederum bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt sein können. Daher wenden sich die Ärzte ab vom bisherigen “One-fits-all”-Prinzip der Krebstherapie hin zur stratifizierten Behandlung bestimmter Patienten-Subgruppen. Vielmehr noch möchten sie dem Patienten eine auf ihn zugeschnittene, persönliche Krebstherapie anbieten. Dafür brauchen sie eine molekularbiologische ... weiter

 

Anekdoten ohne Relevanz

Die Tage fand ich einen Artikel im Blog von Joep Driessen, einem Tierarzt und Milchvieh-Berater aus Holland. Man habe ein Survey erstellt und kam zu dem Ergebnis, dass die Hälfte der Milchkühe in Europa kein qualitativ gutes Trinkwasser zur Verfügung haben. Ich war darüber einigermaßen schockiert und brachte das auch in einen Tweet zum Ausdruck, wofür ich direkt von einem Landwirt auf den Deckel bekam. Wie ich sowas denn twittern könne. Und überhaupt wüssten ja immer alle alles besser als ... weiter