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Jupiter und Venus am Abend des 30.6.

Bombenwetter heute Nacht. Genau das Richtige für die Beobachtung der Syzygie zwischen Jupiter und Venus - immerhin deutlich weniger als ein Monddurchmesser. Hier einige der Aufnahmen, erst mit 90, dann mit 180 mm Brennweite, und danach mit dem Apochromaten. Ich habe aus einer Sequenz von Teleskop-Aufnahmen der gemeinsam untergehenden Planeten sogar einen kleinen Film zusammen stellen können. ... weiter

 

Griechenlandkrise: Ate oder die Verblendung

Die Verhandlungen zur griechischen Schuldenkrise sind vor die Wand gefahren, eine Lösung ist nicht in Sicht. Dafür sind überall im Internet Verschwörungstheorien aufgeschossen, die zu wissen behaupten, wer daran schuld ist. Ist das jetzige Zerwürfnis tatsächlich das Ergebnis eines Masterplans oder vielmehr das Ergebnis anhaltender Planlosigkeit? In der antiken griechischen Götterfamilie gab es einige Mitglieder, denen der Olymp verschlossen war und die sich deshalb vorwiegend auf der Erde herumtrieben. Dazu gehörte auch Ate, die Göttin der Verblendung, des Wahns, des ... weiter

 

Gehört der Doktortitel auf das Buchcover? Zu den Kulturen von Papier- und Digitalbüchern

Als "teilnehmer Beobachter" mache ich immer wieder die Erfahrung und Beobachtung: Nicht nur das Lesen, auch das Schreiben von Büchern und eBooks unterscheidet sich insbesondere bei Sachbüchern (!) grundsätzlich. Es gibt ja sogar eine - m.E. ziemlich schräge und typisch deutsche - Debatte darüber, ob eBooks überhaupt "Bücher" oder eher "Telemedien" seien. Eines von vielen Beispielen: Wenn ich ein Buch für einen Printverlag schreibe, habe ich meist einen Titel, aber noch kein Buchcover im Kopf, das ja ohnehin von einer ... weiter

 

Gene Editing: Zwischen Faszination und Erschrecken über ungeahnte Möglichkeiten. Wohin soll der Weg gehen?

Noch während über ein Moratorium debattiert wird, schlagen die Meldungen aus China ein: Dort ist man einen Schritt weiter. Ist es der entscheidende Schritt? Nicht nur das interessierte Publikum dürfte vom Tempo überrannt sein – kaum jemand weiß so richtig, was Gene-Editing ist, da hört man schon, dass chinesische Wissenschaftler bereits erste Experimente an menschlichen Embryonen durchgeführt haben. Zwar wurden dafür nicht lebensfähige Embryonen benutzt, die im Rahmen künstlicher Befruchtungen entstanden – eine Grenze ist damit dennoch überschritten. Der federführende ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Das Internet ist nur ein Zwischenschritt”

Der Kongresstag in Lindau beginnt leider um 7 Uhr, Arbeitsfrühstück mit Diskussion zum Thema „Wissenschaft und Ethik“. Einer der Stargäste ist der in Luxemburg geborene Medizin-Nobelpreisträger Jules Hoffmann. Den Preis musste er sich 2011 teilen, weil ein Kollege zeitgleich das Gleiche herausgefunden hat wie er. Es handelte sich, vereinfacht gesagt, um die Entschlüsselung etlicher Geheimnisse des menschlichen Immunsystems. Wissenschaft und Ethik – zu diesem Thema fallen einigen Nachwuchsforschern vor allem ihre Berufsprobleme ein, Verträge mit kurzer Laufzeit, hoher Publikationsdruck, so ... weiter

 

Ein paar Gedanken zur Gehaltssituation in den Geobüros

Der BDG hat am 10. Juni 2015 die Ergebnisse seiner Gehaltsumfrage veröffentlicht. Mit, wie ich finde, erschütternden Ergebnissen. Insgesamt haben sich 443 Mitglieder des BDG an der anonymen Umfrage beteiligt, darunter waren 155 Berufsanfänger. Ich persönlich hätte mir durchaus gewünscht, dass sich mehr Leute an dieser wichtigen Aktion beteiligen. Denn gerade die Anfänger stehen im Vorstellungsgespräch schnell vor der Frage, welche Gehaltsvorstellungen sie denn haben. Hier könnte die Umfrage sicher eine gute Hilfestellung geben. ... weiter

 

Publizieren oder Forschen?

Wie viel Interdisziplinarität braucht Forschung? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Paneldiskussion am Montag Nachmittag der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung. Doch sowohl die Moderatorin Sibylle Anderl – selbst promovierte Astrophysikerin, die gegenwärtig als Postdoc in Grenoble forscht und nebenbei für die FAZ bloggt – als auch anwesende Nachwuchsforscher rückten am Ende damit heraus, wo der Schuh sie wirklich drückt: Unsichere Kurzzeitverträge, Publikationsdruck und oft nicht mehr genug Zeit, um sich in die eigene Forschung wirklich vertiefen zu können. Dass sich hier ... weiter

 

Harald Martenstein unter Nobelpreisträgern: “Was ist dagegen schon die Oscar-Verleihung?”

In jedem Sommer treffen sich in Lindau Nobelpreisträger, sie halten Vorträge und diskutieren mit jungen Wissenschaftlern aus aller Welt. Es ist die hochkarätigste wissenschaftliche Tagung der Welt. Aber der spektakulärste Moment der Veranstaltung ereignet sich gleich zu Beginn, während der Eröffnungsveranstaltung – mein Gott, was erzähle ich da? Ich kann es eigentlich gar nicht beurteilen, ich bin zum ersten Mal da. Ich weiß gar nichts. Aber es muss ganz einfach so sein. Eine Tür zum großen Saal der Inselhalle öffnet ... weiter

 

Quokka Rising

Der erste Teil unserer Expedition zu den Quokkas liegt hinter uns: Nach 22 Stunden Reisezeit (einschließlich 6 Zeitzonen) haben wir es einigermaßen heil nach Perth geschafft. Den heutigen Tag hattern wir eigentlich für den Jetlag eingeplant, aber von dem haben wir nichts mitbekommen. Stattdessen haben wir heute die lokale Flora und Fauna begutachtet - davon dann bald mehr: Morgen um halb zehn geht die Fähre nach Rottnest Island. ... weiter

 

Falcon 9-Fehlstart: Überdruck im Oxidator-Tank der Zweitstufe

Der Fehlstart des ISS-Versorgungsflugs mit einer SpaceX-Falcon 9 am Sonntag, dem 28.6.2015 geht auf eine Explosion der Rakete infolge - laut einem Tweet dess SpaceX-Chefs Elon Musk, ein unerwarteter Überdruck im Oxidatortank der Zweitstufe vorausging. ... weiter

 

Lasst 1.000 neue Ideen erblühen

In den Jahren 2003 und 2004 hatten unsere Politikerinnen und Politiker zusammen mit ihren Beraterinnen und Beratern aus den verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen eine tolle Idee. Sie stellten sich und allen die Frage „Gibt es noch Leben an deutschen Universitäten?“. Zur Beantwortung dieser Frage lobten sie einen Ideenwettbewerb aus, der mit einer besonders großzügigen Förderung (1,9 Milliarden Euro) der Wissenschaft verbunden war. Nach jahrelanger Unterfinanzierung (z.B. keine Erhöhung der Professuren in der Biologie in den letzten 15 Jahren, trotz enormer Forschungsleistungen ... weiter

 

Lindau 2015: Neue Antworten auf alte Fragen

Es geht los! 65 Nobelpreisträger, 650 Young Scientists, 6 Tage Programm, vollgestopft mit Vorträgen, Seminaren, Diskussionen. Lindau wird summen wie ein Bienenstock. Wissenschaftler, wo man steht und geht, da hoffe ich natürlich einen Nobelpreisträger persönlich kennenzulernen: Im Hotel beim Frühstück, im Bus zum Vortragssaal oder beim Grillen am See.   Ich freue mich besonders auf den Krebsforscher Michael Bishop und den Schriftsteller Wole Soyinka, zwei Menschen, die mein Denken prägten: Der Amerikaner Bishop durch seine eleganten genetischen Experimente und der ... weiter

 

Venus-Jupiter-Konjunktion in den kommenden Nächten

Noch einmal zur Erinnerung: In den kommenden Abenden ist ab Sonnenuntergang eine enge Konjunktion zwischen Jupiter und Venus zu beobachten. Die größte Annäherung von weniger als 30 Bogenminuten findet am Abend des Dienstag, 30. Juni statt, Aber bereits heute wie auch übermorgen bietet sich auch ein immer noch beeindruckender Anblick. ... weiter

 

Inti Raymi – Inkapomp für die Identität

In Cusco zu sein, während Inti Raymi stattfindet, ist vergleichbar einer zufälligen Anwesenheit in München während des Oktoberfestes. "Das Fest der Sonne", wie das Ganze in der Sprache der Quechua heißt, war eine religiöse Zeremonie der Inkas zu Ehren unseres Leben spendenden Leuchtkörpers. Und zwar zur Wintersonnwende der südlichen Erdhalbkugel. Und da bietet sich Cusco als Hauptstadt der Inka und "Nabel der Welt" natürlich an. Seit 1944 findet das Fest, nachdem die Spanier es verboten hatten, wieder alljährlich am 24. ... weiter

 

Laufen – eine Liebeserklärung

Als Student oder Wissenschaftler benutzt man im Alltag vor allem Eines: den Kopf. Ob im Labor oder in der Bibliothek, stunden-, tage-, ja wochenlang werden die grauen Zellen malträtiert und der Rest des Körpers bleibt unbewegt. Vielleicht deshalb sehen einige Wissenschaftler und Intellektuelle körperliche Aktivität als zweitrangig (oder -klassig) an. Das habe ich selbst früher auch getan, wurde aber eines Besseren belehrt. Jetzt bin ich der festen Überzeugung: Laufen ist der ideale Sport, gerade für Wissenschaftler! Das versuche ich an ... weiter