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The way back home

20. April 2012, 10:56

In der modernen Gesellschaft hat niemand mehr Zeit. Wir sind unglaublich beschäftigt. Immer auf dem Weg von hier nach da. Zeit ist zu einem kostbaren Gut geworden. Selbst unsere Kinder werden nicht von überfrachteten Stundenplänen, die Schule und Freizeit effektiv managen, verschont. Wir koordinieren, organisieren und analysieren den ganzen Tag unseren Alltag. Dieser besteht aus endlosen To-do-Listen unterschiedlichster Kategorien, um nichts zu vergessen, um nichts zu verpassen. Arbeit, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen, scheint heutzutage eine der größten individuellen Herausforderungen darzustellen. Stress, Burn-Out und Depression bestimmen die Schlagzeiten. Unsere selbst gebauten Hamsterräder drehen sich. Wir können zwar Gestalt und Geschwindigkeit bestimmen, was uns ein Gefühl der Kontrolle gibt, aber ist das Rad einmal zu laufen gebracht, dreht es sich unaufhörlich. Um uns selbst. Wir sind so darauf konzentriert die nächste Speiche bzw. Stufe nicht zu verfehlen, aus Angst zu stürzen, dass wir den Kontext nicht mehr wahrnehmen können. Die Hamstersicht nimmt uns die Möglichkeit, das große Ganze zu sehen. Die Vogelperspektive ist viel förderlicher, um Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können. Es braucht einen gewissen Abstand, um die Dinge in ihrer ganzen Gestalt wahrzunehmen.

Ich habe in letzter Zeit selbst viel im Hamsterrad trainiert. An einem verlassenen Strand in Thailand konnte ich mein Hamsterrad aus der Ferne betrachten. Ich kann nicht sagen, dass es mir gefällt, aber ich habe es selbst gestaltet und es wirkt so vertraut. Dennoch ist und bleibt es ein Hamsterrad, das sich dreht und dreht und dreht. Dem Impuls, es anzuhalten, bin ich nachgegangen und werde mich wieder stärker einer meiner liebsten Betätigungen widmen: dem Schreiben. Und weil es so schön passt, ist Gelassenheit das Thema meines ersten Buches.

Liebe Leserinnen und Leser, ich freue mich über jede Anregung.



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Leise Töne

07. November 2011, 10:32

Arbeiten Sie lieber allein? Ziehen Sie ein gutes Buch einer lauten Party vor? Können Sie besser zuhören als reden? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten, zählen Sie eher zu den introvertierten Zeitgenossen. Menschen mit dieser Eigenschaft sind ernsthaft und nachdenklich, scheuen Gruppenaktivitäten und agieren im Alltag eher vorsichtig und zurückhaltend. Extravertierte hingegen handeln lieber, als nachzudenken; sie sind gesellig und gesprächig. Die beiden Charaktere unterscheiden sich vor allem im Grad der äußeren Stimulation, die sie brauchen, um sich wohl zu fühlen: Introvertierte genießen Ruhe und Alleinsein, während Extravertierte auf einer lebhaften Party ganz in ihrem Element sind. » weiter

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Erziehungsunterricht

16. Juni 2011, 17:13

Werden Kinder zu kleinen Haustyrannen, wenn ihre Eltern ihnen zu viel Fürsorge und Aufmerksamkeit schenken? Mit dieser These erregte zuletzt der Psychiater Michael Winterhoff Aufsehen. Seine Befürchtung ist nicht neu: »Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer«, stellte bereits Sokrates fest. Laut Lexikon ist der Tyrann ein Gewaltherrscher, der widerrechtlich Macht inne hat und seine Untergebenen schikaniert. Aber passt diese Beschreibung wirklich auf einen dickköpfigen Dreijährigen oder eine vorlaute Fünfjährige? » weiter

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Von der Erziehung zur Beziehung

11. April 2011, 21:47

Viele Mütter und Väter plagen Selbstzweifel. Sind sie gute Eltern? Und was sind eigentlich gute Eltern? In Wohnzimmern und auf Kinderspielplätzen fehlt es an Orientierung. Eine Flut von Erziehungsratgebern ist Ausdruck der großen Verunsicherung, die sich unter den Eltern breit gemacht hat. Die stark autoritär geprägte Erziehung der 50iger und 60iger Jahre brachte den Kindern Gehorsam durch Züchtigung bei. In den 70iger Jahren wandelte sich die durch Herrschaft bestimmte Erziehung in einen partnerschaftlichen Umgang mit dem Kind. Die antiautoritäre Erziehung trat ihren Siegeszug an und ersetzte Schläge und Hausarrest durch demokratische Diskussionen. Heute versuchen viele Eltern den Balance-Akt zwischen Freiheiten lassen und Grenzen setzen zu meistern. Die nächste Generation soll selbstbewusst und mit Durchsetzungsvermögen ihre persönlichen Fähigkeiten entwickeln können. Konservative Werte wie Fleiß, Ordnung und Bescheidenheit treten stärker in den Hintergrund. Mit den Zielen ändern sich auch die Methoden. Die autoritäre Erziehung weicht der partnerschaftlichen Beziehung. Aber: wann kann ich diskutieren und wann muss ich konsequent bleiben? Wie viel Freiheit kann ich meinem Kind lassen, ohne es zu überfordern? » weiter

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Im Labyrinth der Familie

14. Februar 2011, 00:35

„Das ganze Leben ist doch eine Frage der Deutung.“ In seinem Roman „Ein unversöhnliches Herz“ erzählt Håkan Bravinger die tragische Geschichte der Gebrüder Bjerre, die bedeutende Persönlichkeiten in der schwedischen Geschichte der Psychologie darstellen. Bereits in der Kindheit scheint das brüderliche Verhältnis durch Eifersucht getrübt. » weiter

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Stop it!

20. Oktober 2010, 17:10

Der nachfolgende Clip von Mad TV wurde sicher durch die kognitive Verhaltenstherapie inspiriert und gekonnt humoresk umgesetzt. Das Vorgehen des Therapeuten im Video ähnelt der Methode des Gedankenstopps nach Joseph Wolpe, einen Pionier der Verhaltenstherapie, der auch das Verfahren der systematischen Desensibilisierung entwickelte. Das Gehirn soll mittels einem gedanklichen oder laut ausgerufenen "Stopp" darauf trainiert werden, automatisch wiederkehrende, unerwünschte Gedanken nicht mehr zuzulassen. Aber auch andere Aspekte im psychotherapeutischen Kontext werden geschickt auf die Schippe genommen.



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Heimat als sozialer Raum

29. September 2010, 15:26

Meine Großmutter wurde 1935 als zweites von vier Kindern in einer Berliner Beamten Familie im Wedding geboren. Ihre Kindheitserinnerungen sind schwarz-weiß-rot geflaggt. 1943 wird das achtjährige Mädchen mit ihrer Familie ins damalige Ostpreußen, Nähe Tilsit, evakuiert. Die Flucht vor der Roten Armee zwingt sie im Januar 1945 nach Irgendwo: zu fremden Leuten, in fremde Zimmer, Dörfer, Städte. Flüchtlinge waren nicht sehr beliebt, es gab zu viele davon in jener Zeit. Ihre Eltern, fest verwurzelt in Berlin, werden ihr Leben lang ihrer verlorenen Heimat nachtrauern. Die endlose Odyssee durch die Fremde endet im Harzvorland, in Aschersleben. Mehrmals versucht die Familie in ihre Heimat zurückzukehren. Ohne Erfolg. » weiter

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Für ein menschenwürdiges Sterben

13. September 2010, 13:55

Mit seinem ersten Buch „Wie wollen wir sterben?“ legt Michael de Ridder ein durchdachtes, fundiertes und bewegendes Plädoyer für ein menschlicheres Sterben vor. Als Leiter der Rettungsstelle des Urban-Krankenhauses in Berlin-Kreuzberg verfügt er über viel Erfahrung im Umgang mit Sterben und Tod. Offen und ehrlich schildert er den Graubereich, indem sich Ärzte als Anwälte des Lebens tagtäglich bewegen. Mit der Entwicklung der Hochleistungsmedizin werde die Reanimations- und Behandlungskette zum Selbstläufer. Auch sehr alte Menschen werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ins Leben zurückgeholt. » weiter

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Von der Macht der Gedanken ... und blauen Elefanten

06. Juli 2010, 12:35

Wenn Sie lesen „Denken Sie jetzt nicht an einen blauen Elefanten,“ denken Sie natürlich an einen blauen Elefanten. Denn Gedanken, die nicht gedacht werden sollen, drängen sich besonders auf. Genauso anschaulich und eingängig wie der Titel ist das zweite Buch von Thorsten Havener. Zwar sind viele der rezitierten Erkenntnisse bereits weitestgehend bekannt, aber es wird trotzdem nicht langweilig. Als „Deutschlands bekanntester Gedankenleser“ weiß der Autor, wie man ein Publikum unterhält. Das Buch ist ein Bestseller und spricht einen großen Leserkreis an. » weiter

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Alles Lüge

21. März 2010, 15:18

"Wissenschaftler haben herausgefunden, dass ..." Dieser Satzanfang ist eine der beliebtesten Phrasen in der Presse. Mit ihr lassen sich haarsträubende und unglaubliche Meldungen verkaufen, die zuverlässig für eine hohe Auflage sorgen. Ben Goldacre zieht mit seinem Buch "Die Wissenschaftslüge" in den Kampf gegen die pseudo-wissenschaftlichen Versprechungen von der Medizin, Homöopathie, Pharma- und Kosmetikindustrie. ... (weiter)


Rezension zu „Die Wissenschaftslüge“ von Ben Goldacre (2010), Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 420 Seiten



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