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Halbe Stellen in der Wissenschaft und andere halbe Sachen

17. Februar 2012, 09:00

Weg von der Billigprofessur aber wohin gehen nach dem Urteil des Verfassungsgerichts? Weg vom Lehrstuhlprinzip!

Gut das sie weg ist, die Billigprofessur, denn sie diente leider auch als zynische Argumentationsfigur, Wissenschaftler im Mittelbau als befristete Billigforscher zu halten. Auf einer vollen Stelle in der Entgeltgruppe E13 oder gar mit E14 bis E15 verdienen Mitarbeiter im Mittelbau ja mehr als ein Professor, gäbe es da nicht halbe Stellen, Lehraufträge und andere Auswege aus diesem Dilemma.

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Eine kitzlige Frage

09. Februar 2012, 14:45

Sich selber kitzeln, gekitzelt werden und alles dazwischen.

Selber kitzeln geht nicht. Was aber, wenn ich einen Roboter mit einer Fernbedienung steure und dieser mich an den Füßen kitzelt? Nicht kitzlig [1]. Was nun aber, wenn ich ein Gehirnimplantat trüge, das von jemanden gekapert wird und ich unfreiwillig mich so nun ferngesteuert "selbst" kitzle? Das ist die kitzlige Frage.

Kann man sich vielleicht doch unter gewissen Bedingungen, und wenn ja, unter welchen, selber kitzeln? (Über das "selber" müssten wir wohl nochmal von Fall zu Fall reden.) » weiter

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Cyberchondrie

07. Februar 2012, 18:05

Mal eben schnell gegoogelt und die zuvor noch milden hypochondrischen Symptome verstärken sich, wenn man auf die falsche Seite gerät.

Virginia Heffernan, ehemals Kolumnistin des New York Times Magazine ("The Medium"), sah im Googeln nach Krankheitssymptomen einen Zeitfresser für Hypochonder, sie unterschied aber zwischen guten und – in ihren Augen – schlechten Angeboten und dies nach einem schlagend einfachen Kriterium: » weiter

Geschrieben in Migräne , Wissenschaftskommunikation | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Die Schmerzmatrix

05. Februar 2012, 07:56

Soziale Netzwerke kennt heute jeder, dass auch Schmerz in einem Netzwerk lebt überrascht wohl eher: Schmerzforschung kann von Methoden profitieren, die in der Netzwerktheorie aktuell erforscht werden.

Vier Beiträge über Schmerz. Der erste lag schon lang zurück als neulich – mit einer neuen Idee – der zweite erschien, zunächst etwas knapp formuliert, der dritte füllte Lücken, der vierte fasste zusammen. Eine logische Reihenfolge, wie Glieder einer Kette. Die nächsten Beiträge schreibe ich vielleicht anders. Vielleicht so: Dieser fünfte könnte Bezug auf den ersten und zweiten nehmen. Dann mache ich einen langen Nachtrag im ersten und schreibe den sechsten wieder neu, wobei diesen dann wenig mit seinem Vorgänger, dem fünften, verbindet aber dafür mit Beitrag vier. Kann ich so machen.

Je mehr Beiträge ich schreibe desto wahrscheinlicher muss ich es auch so oder so ähnlich machen, denn es gibt zu viele verschiedene Zusammenhänge. Wer je eine längere wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, weiß dass Kapitel unterschiedlich und mehrfach zusammenhängen und nicht einfach aufeinander folgen. » weiter

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Wiege und Wege des Wissens II

02. Februar 2012, 08:15

Was wissen Kinder von Physik? Wie nehmen Kleinkinder Dinge wahr und wie funktioniert Kommunikation mit ihnen?

Entropie? Wie ich letztes mal feststellte, ist das kinderleicht.

Gravitation? Dieser Apfel der Erkenntnis hängt sehr hoch.

Objekt, Raum, Bewegung? Liegt schon in der Wiege unseres Wissens.

Ich stellte durchaus etwas verwundert fest, wie leicht Entropie für einen Sechsjährigen zu verstehen ist. Auch das Konzept der Chiralität macht keine großen Probleme für Kinder, die mit Lego Star Wars spielen. Man denke nur an die Imperium-Klasse Sternzerstörer, die bekanntesten Schiffe der Flotte. Deren Flügel sind chiral wie viele Spielsachen und jedes Kind versteht schnell, wenn es den linken Flügel versucht rechts anzubauen, dass hier was besonderes passiert. » weiter

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Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

29. Januar 2012, 06:40

Strukturreform der wissenschaftlichen Karrierewege.

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) wurde uns als Erfolg verkauft. Überlegen Sie bitte schon mal vorab, woran sich Erfolg eines Gesetzes über Zeitverträge messen lassen muss.

Das Thema Zeitverträge und Befristungsketten war Ende 2011 wieder einmal aktuell,* da die Karrierewege für wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im November im Fachgespräch des Bildungsausschusses des Deutschen Bundestages besprochen wurden.

Alle Sachverständigen haben » weiter

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Grausamer Schmerz im zentralen Höhlengrau

27. Januar 2012, 11:00

Und es ist doch schmerzempfindlich, jemand muss nur die richtige Stelle finden und ordentlich pieksen — tief im Hirn, ins zentrale Höhlengrau.

SchmerzDas Gehirn gilt als ein Organ, das selbst schmerzunempfindlich ist. Es besitzt keine Nozizeptoren, die Schmerzrezeptoren. Kneifen Sie sich mal in die Haut am Ellbogen, dann wissen Sie was ich meine. Die ist dort auch schmerzunempfindlich. Dachte ich. Ich habe es mit einem Klammerentferner nochmal kräftig probiert und siehe da, es tut ja doch weh. Es blutet » weiter

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Qualen, Qualia und Querelen

25. Januar 2012, 11:30

Gibt es eine Physik des Schmerzes?

Ist der Ausdruck "Physik des Schmerzes", der im März-Beitrag "Was ist Schmerz" nur implizit vorkam und dann im zweiten Beitrag vorletzte Woche gleich im Titel erschien, vielleicht unglücklich gewählt?

Zunächst ist Schmerz ein eigener Sinn und da ich diese Eigenständigkeit zwar physiologisch erforschen will aber zunächst anatomisch meine, was liegt da näher, als den Neuroanatomen Helmut Wicht zu zitieren (Kommentar zu meinem Beitrag damals):

Der körperliche Schmerz ist aus Sicht der Anatomen insofern ein eigener "Sinn", als er spezielle Rezeptoren (freie Nervenendigungen/Capsaicin etc.)und eigene Bahnsysteme/Verarbeitungsstationen im ZNS hat, ganz wie die anderen Sinne. Schmerz resultiert also NICHT, wie man auch mal meinte, einfach aus der massiven Übererregung eines sensorischen Systems, sondern ist mit der Aktivierung eines bestimmten, abgrenzbaren Sinnessystemes verbunden.

Er ist also den anderen Sinnen insofern gleich, als er ein eigenständiges Sinnessystem darstellt, er ist von den anderen Sinnen unterschieden, indem sein spezifischer Reiz die Gewebe(zer)störung ist.

Im letzten Beitrag "Physik des Schmerzes jenseits der Daumenschraube" verglich ich knapp diesen eigenen Sinn mit drei anderen unter Bezug auf die Physik: also Physik des Sehens (Akustik), Hörens (Optik) und Wärmefühlens (Thermodynamik). Dann umschrieb ich ebenso knapp, wie eine Physik des Schmerzes aussehen könnte. Was wären Fragestellungen? Ich zog als Beispiel Analogien zu Phasenübergängen bei der Magnetisierung heran. Alles noch sehr wage, zugegeben.

Es kam in den Kommentaren dann verständlicherweise der subjektive Erlebnisgehalt des Schmerzes zur Sprache. Das, was wir Qualia nennen.  » weiter

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5 Top Video-Vorlesungen

21. Januar 2012, 20:15

Fünf erstklassige, frei verfügbare Onlinekurse.

"Wenn ich nicht mehr lehren könnte, würde ich sterben" sagt Walter Lewin. Er hat es mit einem Portrait  in die "Zeit" geschafft und ist wahrscheinlich der bekannteste Hochschullehrer, der über seine Onlinekurse (video lectures) weltweit bekannt wenn nicht gar berühmt wurde – und als Lehrer unsterblich.

Ich will fünf andere vorstellen, meine zur Zeit liebsten Vorbilder und alle Vorlesungen sind meine Empfehlungen für Studenten, die  » weiter

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App ins Hirn

18. Januar 2012, 15:33

Worauf sie 2045 bei der App für's Gehirn achten sollten.

Auf einen Kaffee

Haben Sie eine Meinung zu Mac vs. Windows? Nutzen Sie Apps? Dann haben Sie in der ein oder anderen Form schon über die entscheidende Frage nachgedacht, vielleicht ohne es so auszudrücken: was kann die Software? Denn Macs sind nicht allein schöner  » weiter

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Physik des Schmerzes jenseits der Daumenschraube

16. Januar 2012, 09:55

Physik entstand historisch als listig verlängerter Arm der Sensorik und Motorik. Ein neuronaler Drehzahlregler würde die Geschichte modern weiter schreiben.

Physik des Schmerzes

(Erkenntnis ist manchmal die Wahrheit des Daumenschraubenanlegenden. Wissen ist unabhängig vom erkennenden Subjekt. Letzteres meine ich mit Physik des Schmerzes.)

Der Grundgedanke ist simple: wenn Schmerzattacken in zyklischen Intervallen mehrmals pro Tag auftreten, wenn es pocht, pulsiert und hämmert und dies verursacht von Milliarden Gehirnzellen, die im Millisekundentakt feuern – und damit Zeitskalen von über acht Größenordnungen überspannt werden –, dann könnten diese physiologischen Rhythmen als emergente Phänomene verstanden werden. Das heißt, sie sind einer mathematisch-physikalischen Beschreibung zugänglich. Wenn akuter Schmerz chronisch wird, ist dies vielleicht ein Phasenübergang nicht unähnlich der Magnetisierung eines  Ferromagneten. Schmerz als Ordnungsparameter.

Daher die Frage, wie viel Physik steckt im Schmerz?

Es gibt Vorbilder. Wer bei "Physik des Schmerzes" denkt, dies sei doch arg, ähm, an den Haaren herbeigezogen, vergisst die Geschichte der Naturwissenschaft.

Historisch können wir Bereiche der Physik nach der Sinneswahrnehmung einteilen: die Akustik, die Optik und – schon deutlich später – die Wärmelehre. Es galt sinnvollendete  Anwendungen zu entwickeln vom Amphitheater zu optischen Linsen. » weiter

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Fünfzigmal gratis nicht umsonst

10. Januar 2012, 14:17

50 Einblicke in die Migräneforschung hinter der Bunt-Hirn-Schranke bis zum 91TTL3W31L3.

Auch die „Titanic“ hat Neues aus der Gehinforschung zu vermelden.

D1353 M1TT31LUNG Z31GT D1R, ZU W3LCH3N GRO554RT1G3N L315TUNG3N UN53R G3H1RN F43H1G 15T! 4M 4NF4NG W4R 35 51CH3R NOCH 5CHW3R, D45 ZU L353N, 483R 91TTL3W31L3 K4335T 77 145 50 8D364C65833 5C7738 441F1 03T5T37, 8123 44 5455 4TT4L 9455 35 1134 97LK 565F8932 785 H729 H58D 815 06651 0965 01758 54555440440541 N4844 77CH4RT 29501 896029 /%**§$«(!‘## 1D10T!


3sat BildchenIn der „Grauen Substanz“ geht es zwar nicht immer so kinderleicht zu, wie im letzten Beitrag über Entropie, doch etwas verständlicher als oben zitiert hoffentlich schon (man kann den Anfang wirklich lesen! Zumindest bis „... 91TTL3W31L3 K4335t ...“, das  heißt wohl „... mittlerweile klappt/kannst ...“,  weiter komme ich zumindest nicht. Irgendwer?).

Ich überschreite bewusst die Bunt-Hirn-Schranke und versuche über Migräne aus der naturwissenschaftlichen Forschungsperspektive zu bloggen. Das ist nicht immer leicht und ich fürchte, das ein oder andere mal habe ich den Laien in der Mitte des Beitrages ähnlich abgehängt, wie die „Titanic“ mich ab 91TTL3W31L3. Bunte Bilder zu zeigen reicht mir aber nicht und flache Erklärungen oder gar fragwürdige medizinische Ratschläge verbietet sich von selbst. Zumal alle flachen Erklärungen einander ähnlich sind; aber jede tiefergehende Erklärung ist auf ihre besondere Art spannend.1 Das gilt für Migräne besonders, scheint mir, und diese Erkrankung verdient Aufmerksamkeit.

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