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Keine Leiharbeit in der Wissenschaft

16. Mai 2012, 07:54

Die Umgehung der Zwölf-Jahres-Regelung hat zu Problemen geführt, so dass ich mich am 3. Mai gezwungen sah, die Personalabteilung meiner Universität zu bitten, mein Dienstverhältnis vorzeitig zum Ende des Semesters aufzulösen.

Eigentlich waren strukturelle Probleme absehbar. Die Gastdozentur bewegt sich in meinem Fall unbestritten in den Grauzonen des Rechts und ist letztlich nichts anderes ist als eine zweite, abgesenkte Lohnlinie ohne jede Perspektive. Sie führte mich ins Abseits, nicht zuletzt, weil ich die Probleme frühzeitig und mit deutlichen Worten intern angesprochen habe, später dann auch offen hier im Blog. Die Gastdozentur als Dienstverhältnis eigener Art (so heißt es wirklich) eignet sich für Gäste, um neue Impulse von außen in einer Hochschule einzubringen. Sie eignet sich auch, um Lehre kurzfristig abzudecken. Sie ist dagegen ungeeignet, um Wissenschaftler nach vier Jahren für weitere viereinhalb Jahre nun als "Gäste" zu beschäftigen. Sollte man meinen. Denn das ist eigentlich keine Grauzone mehr. Das ist in meinen Augen der Missbrauch von Abhängigkeit.

Leider soll gerade dass nun anscheinend etabliert werden, das Beispiel macht Schule: eine Vergütung unter Tarif bei gesetzlich garantierter Perspektivenlosigkeit für Wissenschaftler, die eigene Drittmittel einwerben, ist attraktiver als die sinnvollen und gesetzlich sauberen Alternativen, deren Stärkung längst quer durch alle Parteien gefordert wird. Für wen attraktiver? Warum wird ein Flickwerk an fragwürdigen Einzelmaßnahmen erfunden, satt vor Ort die Wege zu wirklich attraktiven akademischen Juniopositionen umzusetzen?

Dabei ist die Gastdozentur, die missbraucht wird für die befristete und unterbezahlte Fortführung meiner Forschungsarbeit, gar nicht das ärgerlichste für mich.   » weiter

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25% akademische Juniorpositionen

01. Mai 2012, 00:01

Seit den 1970er Jahren ist es in der deutschen Hochschullandschaft nicht gelungen, mehr Diversifikation und Transparenz in die wissenschaftlichen Karrierewege zu bringen. (Multi-Autoren *)

1. Mai SciLogsKein Gesetz und noch nicht einmal die klamme finanzielle Lage hindert die Universitäten heute daran, Fachgebiete weiter aufzuteilen und einen Teil der Beschäftigten im Mittelbau zu Dozenten im Oberbau aufzuwerten - mit Rechten zur selbstständigen Lehre und Forschung, die Pflichten einer solchen Position nimmt dieser Teil ohnehin längst wahr.  » weiter

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Doktortitel aberkannt, wir sollten mehr über die Betreuungssituation reden

27. April 2012, 22:43

Was ist faul, wenn Doktortitel aberkannt werden, nur die Betrüger? Ein Kommentar.

Es geht nicht an, wenn jemand wegen gravierender wissenschaftlicher Mängel seinen Doktortitel entzogen bekommt wovon wir im aktuellen Fall von Florian Graf ausgehen dürfen, diesen Vorgang aber nicht mit einem freiwilligen "abgeben" verwechseln sollten – und dann meint, noch eine Vertrauensfrage stellen zu können. Soweit sind wir also. Vielen Dank an die Wegbereiter.

Allein die Wortwahl "abgeben" ist ein erneuter Täuschungsversuch. Erneut misslungen, hoffe ich. Fürchten muss ich aber anderes, wenn sogleich ein Kollege beispringt und nicht an der „akademischen Integrität“ zweifelt. Man möchte am Sachverstand zweifeln. Wie könnte die akademischen Integrität schlimmer beschädigt werden? » weiter

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Wer sichert in Promotionsverfahren die Qualität?

26. April 2012, 06:55

Blick auf die Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz an die promotionsberechtigten Hochschulen.

Über die fehlenden akademischen Juniorpositionen in Deutschland habe ich schon öfter gebloggt. Was das ist, eine akademische Juniorposition? Eben. Deutsche Unis nennen es bisher salopp Nachwuchs. Da fängt schon das Problem an. Denn wir unterscheiden beim wissenschaftlichen "Nachwuchs" nicht zwischen frischen Dorktorandinnen und Dorktoranden einerseits und andererseits Juniorprofessorinnen und -professoren sowie Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter, die beide noch nicht den Sprung auf eine unbefristete Stelle, die Professur, geschafft haben. Wir differenzieren nicht 12 Jahre Unterschied an Ausbildung und Arbeitserfahrung. Das hat Methode. » weiter

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Lohnt sich Karriere an der Uni noch?

20. April 2012, 07:13

Schwerpunktthema "Karriere in der Wissenschaft" heute zwischen 11:00 und 11:30.

Befristeter Vertrag, halbe Stelle, wenig Geld, hohe Lehrverpflichtung und vor allem kaum Aussicht auf Karriere: Der sogenannte wissenschaftliche Nachwuchs bleibt oft im akademischen System stecken. Zwischen Doktortitel und den raren Professorenstellen tut sich ein weites Feld prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf. Aus Liebe zu ihrem Fach nehmen viele Wissenschaftler das in Kauf. Gefährdet das deutsche System die Qualität der Wissenschaft? Warum lassen sich so viele Akademiker das gefallen?

In der Sendung "Notizbuch" wird heute  » weiter

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Nachtrag zu SPON und Frontal21 ...

28. März 2012, 08:23

... und Auftakt zum heutigen Fachgespräch: Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Nachdem die Presse (hier, hier und hier) auch meine Arbeitssituation aufgegriffen hat, die ich Ende November 2011 im Blog ("Die Umgehung der Zwölf-Jahres-Regelung") offen legte, will ich den Kernpunkt zusammenfassen.

Für heute (9.30 Uhr) lud der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Sachverständige für ein zweistündiges Gespräch, dass live und nachträglich in der Mediathek des Deutschen Bundestages nur durch Anwesenheit verfolgt werden kann (Dank an @A_Schillhaneck). Solche Sitzungen leben auch von Beispielen, damit die Öffentlichkeit konkret nachvollziehen kann, wie es aussieht in der Bildungsrepublik. » weiter

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Halbe Stellen in der Wissenschaft und andere halbe Sachen

17. Februar 2012, 09:00

Weg von der Billigprofessur aber wohin gehen nach dem Urteil des Verfassungsgerichts? Weg vom Lehrstuhlprinzip!

Gut das sie weg ist, die Billigprofessur, denn sie diente leider auch als zynische Argumentationsfigur, Wissenschaftler im Mittelbau als befristete Billigforscher zu halten. Auf einer vollen Stelle in der Entgeltgruppe E13 oder gar mit E14 bis E15 verdienen Mitarbeiter im Mittelbau ja mehr als ein Professor, gäbe es da nicht halbe Stellen, Lehraufträge und andere Auswege aus diesem Dilemma.

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Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

29. Januar 2012, 06:40

Strukturreform der wissenschaftlichen Karrierewege.

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) wurde uns als Erfolg verkauft. Überlegen Sie bitte schon mal vorab, woran sich Erfolg eines Gesetzes über Zeitverträge messen lassen muss.

Das Thema Zeitverträge und Befristungsketten war Ende 2011 wieder einmal aktuell,* da die Karrierewege für wissenschaftliche Mitarbeiter an Hochschulen und Forschungseinrichtungen im November im Fachgespräch des Bildungsausschusses des Deutschen Bundestages besprochen wurden.

Alle Sachverständigen haben » weiter

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Die Umgehung der Zwölf-Jahres-Regelung

23. November 2011, 11:21

Darf ich als Gastdozent weiter forschen und lehren?

Der Computer wollte das ihm unbekannte Wort Gastdozentur in Jurastudent korrigieren. Ein vortrefflicher  Vorschlag. Seit Mitte 2010 habe ich eine Gastdozentur und musste mich – und leider manchen Kollegen auch – durch einige juristische Fragen quälen. Ich wurde zum Jurastudenten.

Hätte ich besser alle meine Energie in die Migräneforschung gesteckt? 

Diese Frage stellte sich mir so nicht. Als Wissenschaftler will ich mich nicht hinter meinen Büchern verkriechen.  » weiter

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Dr. Polygrafs Auf- und Abtritt

13. Juli 2011, 06:55

Lesetipp

"Hundeherz" von Michail Bulgakow ist meine Buchempfehlung für den Sommer. Für das Loch in das man unfreiwillig fällt. Aktuell ist daran gewiss nicht das Thema Eugenik, die Verbesserung der menschlichen Art, um die es zunächst dem Protagonisten des Buches, Professor Filipp Filippowitsch Preobashenskij, geht. Obschon es uns einige glauben machen wollen, hat die Präimplantationsdiagnostik in seiner jetzigen Form aber auch gar nichts mit Eugenik zu tun.

Das Buch ist aktuell, weil der eugenische Versuch von Filipp Filippowitsch spektakulär fehlschlägt. Durch die Transplantation einer menschlichen Hypophyse in ein Hundehirn wird aus dem Hund Bello  » weiter

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Vom Gesellenstück zum ehrlosen Gesellen

03. Juli 2011, 18:15

Drei Hinweise: 1. auf die Sendung von Anne Will heute Abend: "Die Blender-Republik – wie weit kommt frech?", 2. auf das Blog DE PLAGIO und 3. auf meinen früheren Beitrag "Die Dissertation zwischen Auftragsarbeit und Gesellenstück".

+++ Update: Kommentar zur Sendung im Nachtrag +++

Wie schon von Elmar Diederichs auf BrainLogs angekündigt (und in vielen anderen Wissenschaftsblogs) werden Plagiate in der Wissenschaft heute Abend auch Gegenstand der Diskussion bei Anne Will sein. Gerade kommt auch noch der Hinweis rein, dass nach der Sendung in einem Chat ab 22 Uhr weiter diskutiert wird.  

Aus diesem Anlass will ich auch einmal auf unser Blog DE PLAGIO hinweisen, in dem diese Sendung live verfolgt und kommentiert wird.  » weiter

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Schluss mit 45?

01. Mai 2011, 07:00

Wussten Sie, dass in der akademischen Mythologie der Hirsch einen Zeigefinger hat, mit dem er kämpfen muss? Dass Steckenkraut Ferula narthex multifunktional ist? Als Rute züchtigt es das Vieh, seine Träger (Ferula, lat.: Trägerin) zeichnet es aus und es dient als zylindrischer, mehrfächiger Drogenbehälter. Und wissen Sie, warum wegen all dessen meist Schluss mit 45 ist? Ein literarisches Versteckspiel über Missstände in der Wissenschaft zum 1. Mai.

1. Mai: Wissenschaftblogs, vereinige euch!  » weiter

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