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Ich glaub', ich glaube anders

27. März 2012, 06:59

Eine Twitter-Meldung im Zusammenhang mit einem inzwischen zurückgetretenen Politiker, dessen Name hoffentlich bald vergessen ist, kann ich so leicht nicht vergessen:
           "Große Mehrheit glaubt nicht mehr an NN " …
              Und ich dachte immer den gibt's wirklich...

Warum fiel mir’s auf?  Weil die Mehrdeutigkeit des Wortes „glauben“ darin gleichzeitig benützt und gleichzeitig verwischt wurde; und ich glaube, so wie ich den Twitterer und seine Tweets  kenne, hat er’s augenzwinkernd getan. Sei ihm gegönnt. Aber mich als Theologen hat es denn doch zu einer ausführlicheren Überlegung provoziert: Was ist denn da passiert,  » weiter

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"Religion für Atheisten" - A. de Bottons freundliche Provokationen

21. Februar 2012, 23:18

Der Streit um Theismus und Atheismus, zwischen Christen verschiedener Konfessionen und Religionslosen verschiedener Couleur ist manchmal nervtötend. Sagte anscheinend doch schon Heinrich Böll, er habe was gegen Atheisten, weil die so viel von Gott redeten. Nun, es soll gelegentlich auch vorkommen, dass mancher Streit sogar der Wahrheitsfindung dient. Aber es gibt eben immer wieder auch pubertär wirkende Trotzreaktionen – ängstliches Beharren auf einmal gewonnenen Einsichten und bloß hämisches Abwerten der jeweils Anderen mit fadenscheinigen Argumenten und billigen Triumphen über die tatsächlichen oder vermeintlichen Gegner. Das macht bisweilen müde; und seit ich mehr Zeit im Netz investieren kann, sehe ich erst, wie vielfältig die Irrwege und Bosheiten auch auf der eigenen Seite sein können. Oh Gott, bewahre mich vor manchen deiner Freunde. Besonders vor denen, » weiter

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Der vernagelte Gottessegen

23. Januar 2012, 23:50

"Euern Ein- und Ausgang segne Gott" – diesen etwas ungelenk formulierten Spruch sah ich vor etwa drei Jahren über dem Haupteingang einer Dorfschule, irgendwo in der Nähe von Erfurt, sauber in lateinischen Buchstaben auf einer sandsteinernen Platte eingemeißelt. Nun, ganz neu war diese Aufschrift nicht. Sie wird ähnlich alt sein, konnte ich unterstellen, wie das Gebäude: ein Backsteinbau, noch aus Wilhelminischer Zeit, womöglich sogar 19. Jahrhundert. Aber, fragte ich meinen Begleiter, der mir das Dorf zeigte, wie haben gerade diese Worte all die Jahre überstanden, besonders die letzten Jahrzehnte sozialistischer Herrschaft? Ausgerechnet an einer Schule! Das konnten die SED-Herrscher doch keinesfalls dulden. War ihnen doch, wie man damals so plakativ sagte, an einer „wissenschaftlichen Weltanschauung“ gelegen.  » weiter

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Endzeiterwartungen: Glühende Lava - fruchtbares Land

29. Dezember 2011, 16:43

Für Ende des kommenden Jahres steht ja wieder einmal ein Weltende an, angeblich nach dem Kalender der Maya. Diesmal werden sich weniger die Christen blamieren. Eher andere, verschiedene Esoteriker. Und einige andere Prophezeiungen sind auch schon unterwegs. Vielleicht kommen noch ein paar weitere hinzu. Die Ausreden und Verschiebungen liegen allerdings auch schon bereit.
Dieses Jahr haben mit verständlichem Spott Nichtchristen die Prophezeiungen des amerikanischen Fernsehpredigers Harold Camping verfolgt, der ein zweistufiges Weltende auf 21. Mai und 21. Oktober erwartete. Bei vielen Christen erntete die Sache auch entsprechenden, zumindest milden, Spott.  » weiter

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Der Weihnachtsmann - auch wenn man nicht daran "glaubt"

06. Dezember 2011, 00:05

An den Weihnachtsmann glauben doch nur Kinder? Und aufgeklärte Leute von heute befreien sich und andere von derartigem Aberglauben - putzen ihr Weltbild blank, chemisch rein? Vielleicht benützen manche diese Vorstellung  auch so wie es Niels Bohr mit dem Glücks-Hufeisen über seiner Haustür nachgesagt wird: Es könnte ja auch helfen, auch wenn man nicht daran glaubt.

Für diese Einsicht möchte ich plädieren: Ja, ich halte jedenfalls die Geschichten um den Weihnachtsmann nicht für falsch. Natürlich weiß ich, dass sie erfunden sind und dass man mit erfundenen Geschichten auch schon  » weiter

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Gott auf der Spur - Denktraditionen und Erfahrungsbilder...

10. September 2011, 00:10

Durchaus verschiedene Wege gibt es, auf denen sowohl naiv-unkritische Vertreter eines theistischen Gottesglaubens wie auch differenzierter und selbstkritischer denkende Spurensucher Gottes unterwegs sind. Manche dieser Wege sind ausgetretene Trampelpfade. Da scheint alles so sicher, doch es wächst nichts mehr. Andere sind wie idyllisch angelegte Labyrinth-Gärten. Man kann eigenartig interessante Einsichten und Perspektiven gewinnen; oder sich auch in Nischen und in privaten Ideen einkuscheln. Aber führt es weiter? Eingefahrene Geleise und Denksackgassen gibt es natürlich auch oder Stopp-Schilder, Denktabus... Und wiederum: nicht wenige, die von Gott überzeugt  » weiter

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Gott – und er bewegt uns doch...

25. Juni 2011, 16:05

Viele, die von Gott reden, kennen die biblischen Begriffe und Bilder vom "Vater", vom "Schöpfer" und "Herrn" über die Welt und die Menschen. Und dazu die ihm Eigenschaften zuschreibenden Begriffe, deren Kombination dem Verstand ziemlich viel zumutet: "Allmacht", "Allwissenheit", "Allgüte". Die Gläubigen nehmen diese Begriffe oft sehr schnell als Wirklichkeitsbeschreibungen – nun ja, unter dem Vorbehalt, dass hier eben in nur menschlicher Sprache etwas über Gott gesagt werde; aber insofern eben doch angemessen. Steht ja schließlich so ähnlich auch im Glaubensbekenntnis. Ja, und die andern, die Atheisten, werden nicht müde,  » weiter

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Auferstehung Jesu - "nur symbolisch"?

14. Mai 2011, 23:20

Es soll ja Leute geben, die betrachten ein symbolisches Verständnis biblischer Erzählungen als nur abgespeckte Version der eigentlichen Glaubenswahrheit. Und meinen, die Theologen kämen wohl erst angesichts neuzeitlicher Religionskritik auf symbolische Deutungen, um von den ursprünglichen Behauptungen wenigstens noch den frommen Schein zu retten. Derartige Vermutungen können besonders jetzt hochkommen zwischen den großen Festen Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten. Sind deren Grunderzählungen „nur symbolisch“ zu verstehen? Doch, dass „symbolisch“ nicht weniger ist, sondern mehr - das möchte ich zeigen am Glauben  » weiter

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Der Gekreuzigte und die vergessenen Opfer der Theologie

20. April 2011, 10:46

Der Karfreitag, die Feier für einen Gehenkten: für viele ein unverständliches Relikt  mythologischen Denkens, religiöser Erstarrung. Für andere das tiefste Geheimnis des Glaubens: im Leiden des Gottessohnes die Offenbarung der göttlichen Liebe. Manche werden sich wundern, dass auch Theologen die eigenen Traditionen immer wieder hinter-fragen, quer denken zu den eingefahrenen Geleisen kirchlicher Denktraditionen. Ein Artikel in einer Zeitschrift für Kirche und Theologie, den „zeitzeichen“ (4/2011), erschien  jetzt auch für mich überraschend: „Auf die Täter fixiert“ von Dr. Rainer Stuhlmann.  » weiter

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Gott rechtfertigen? Menschengerecht denken? Die unendliche Theodizee…

15. April 2011, 13:00

„Warum schleppt sich blutend, elend,
Unter Kreuzlast der Gerechte,
Während glücklich als ein Sieger
Trabt auf hohem Ross der Schlechte?
"


Eine Strophe aus einem Gedicht Heinrich Heines - "Lazarus" . Es  begegnete mir erstmals 1959, als ich 14 Jahre alt war – in einem Gedichtband, den ich zur Konfirmation bekam. Es hat natürlich mehr Strophen. Aber diese Strophe merkte ich mir, auswendig bis heute. Und ich merkte mir von den Strophen, die ich nicht mehr so gut auswendig kann, dass sie harte Fragen stellen, für die oft allzu wohlfeile Antworten ausgegeben werden: Wie steht Gott zum Leid, zu den Schmerzerfahrungen Einzelner bis hin  » weiter

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