AKTUELLE POSTS chronologs

 
 

Steine, Gruben und viel Sand – Tag 1 der archäologischen Forschungsgrabung auf der Richtstätte von Belzig

Pilze, Ameisen und ein viel zu dicht bewachsener Wald empfing uns heute Morgen, als wir uns mit Grabungswerkzeug dem Ort näherten, der uns die nächsten vier Wochen beschäftigen wird. Leichter Herbstnebel ließ die Konturen verschwimmen, Geräusche waren hier oben kaum noch zu hören und so fiel es nicht schwer, sich eine andere Zeit vor zu stellen. Eine Zeit, in der Richtplätze und der Anblick von Gehenkten und Geräderten darauf zum normalen Alltag gehörten. Die Straße am Hügelfuß, deren Verlauf sich ... weiter

 

Warum brauchen Kaninchen keine Religion, um sich erfolgreich fortzupflanzen? (n-tv 2)

Es ist nicht verboten, in der Wissenschaft manchmal zu schmunzeln - und hinter manch lustiger Frage verbirgt sich auch ein ernstes Thema. So erreichten mich nach dem n-tv-Interview zur Religionsdemografie per Mail und per Twitter auch öffentliche Anfragen, warum sich denn - bitte - Tiere ohne kulturelle Glaubenstraditionen fortpflanzen könnten. Tatsächlich war die Frage, ob und wie sich menschliches und tierisches Reproduktionsverhalten unterscheidet, in der Forschung lange umstritten. Thomas Robert Malthus (1766 - 1834) und der nach ihm benannte Malthusianismus ... weiter

 

Von Arabern und Juden in Berlin

Nach Wowereits Rücktritt rief mich diese Woche ein Journalist aus Wien an. Er wollte wissen, ob ich Raed Saleh wählen würde, einen aus Samaria gebürtigen Araber, der möglicherweise das höchste Amt im Bundeslande bekleiden wird. Da es wohl nicht zu einer Neuwahl kommt und da ich sowieso nicht stimmberechtigt bin, hatte sich mir die Frage noch nicht gestellt. Nach kurzem Nachdenken sagte ich: Natürlich würde ich ihn wählen. »Obwohl er Palästinenser ist?«, zeigte sich mein Gesprächspartner, soweit ich das am ... weiter

 

Die europäischen Amish – Die laestadianischen Lutheraner in Finnland (n-tv 1)

Das Interview auf n-tv.de, das inzwischen auch auf kath.net aufgegriffen wurde, löste wieder eine Vielzahl von Rückmeldungen und Rückfragen aus. Einige neuere Themen will ich in einer kleinen, lockeren Reihe hier auf dem Blog aufgreifen. Eine besonders erfreuliche Rückmeldung erhielt ich von Christoph Bein, einem Studenten der Demografie in Rostock. Ihm war aufgefallen, dass ich im Interview wieder die Amish erwähnt hatte, die von n-tv dann auch für die Bebilderung ausgewählt wurden. n-tv-Header auf meinem Google+-Account In meinem Buch Religion ... weiter

 

Seminar “Ägypten und Israel – Ein archäologisches Porträt zweier Nachbarn”

Einladung zum 20. Seminar für Biblische Archäologie im Chr. Gästezentrum Württemberg (Schönblick) bei Schwäbisch Gmünd vom 26. - 28. September 2014. Ägypten und Israel - Ein archäologisches Porträt zweier Nachbarn Hauptreferenten: PD Dr. Alexander Fantalkin (Universität Tel Aviv) "Excavating Ashod-Yam: First results" "Die Rolle Ägyptens in der Süd-Levante am Ende des 7. Jhs. v. Chr." Dr. Christian Herrmann "Ägyptische Amulette aus Israel/Palästina" Douglas Petrovich MA (Universität Toronto) "Hinweise auf Israeliten in Ägypten?" Dr. Robert Schiestl (DAI Kairo) "Asiaten in Ägypten ... weiter

 

Auch der organisierte Atheismus hat eine Entwicklungsgeschichte

Als ich neulich ein Interview für n-tv.de zu Religion & Demografie gab, schloss ich mit einigen Sätzen zu den Zukunftsaussichten nichtreligiöser und besonders humanistischer Verbände. Atheistische Gesellschaften sind auch gescheitert, als es etwa in den USA schon volle Religionsfreiheit und die strikte Trennung von Staat und Kirche gab. Und, wie bereits erwähnt, sogar in Systemen, die selber atheistisch waren. Trotzdem ist natürlich klar: Empirische Befunde gelten immer nur bis heute. Es könnte natürlich sein, dass sich in Zukunft zum Beispiel ... weiter

 

Es gibt keine kulturellen Ökosystemdienstleistungen

Die Notwendigkeit des Natur- und Umweltschutzes begründet man heute mehr und mehr mit „Ökosystemdienstleistungen“. Unter diesen „Dienstleistungen“ werden im allgemeinen auch „kulturelle“ genannt. Kulturelle Ökosystemdienstleistungen kann es aber nicht geben.   In der Umweltpolitik und in den ihr unmittelbar zuarbeitenden Teilen der Wissenschaft ist seit einigen Jahren viel von „Ökosystemdienstleistungen“ die Rede. Unter diesem Begriff versucht man so gut wie alles zu fassen, was eine Begründung für den Umwelt- und Naturschutz abgeben könnte, sofern man nicht einen „Eigenwert der Natur“ geltend ... weiter

 

Wie ein Jeside bzw. Ezidi seinen Glauben versteht – Ein Gastbeitrag mit Fragemöglichkeit

Auf meinen Buchauszug zur fälschlich behaupteten "Teufelsanbetung" von Jesiden habe ich eine Vielzahl überwiegend positiver Rückmeldungen bekommen. Ein Jeside wandte sich an mich und bot an, einmal aus der "religiösen Innensicht" selbst zu beschreiben, wie er seinen Glauben versteht, außerdem auf sachliche Fragen von Leserinnen und Lesern von "Natur des Glaubens" zu antworten. Das ermögliche ich gerne, hier ist also sein Gastbeitrag: Allgemeines In diesem Artikel möchte ich auf die Religion der Jesiden (Yeziden, Ezda oder Ezidi) eingehen. Damit der ... weiter

 

Über diplomatische Auffassungen und historische Erkenntnisse

Der letzte Text über die jüdischen Siedlungen bzw. die Reaktionen darauf haben mir verdeutlicht, dass eine Auseinandersetzung mit der Frage Not tut, wie man etwa als Historiker mit unterschiedlichen, ja widersprüchlichen Auffassungen umgeht. Der Streit über die Rechtsstellung der (je nach Auffassung) »befreiten« oder »besetzten« Gebiete in Israel ist gemeinhin bekannt. Mir geht es jetzt gar nicht darum, wer Recht hat (meine persönliche Meinung dürfte ebenso gut bekannt sein). Vielmehr geht es nun um ein Grundprinzip solcher Streite, nämlich die ... weiter

 

George Orwell rezensiert Adolf Hitlers Mein Kampf

1940, der Krieg läuft schon ein paar Monate und George Orwell weist auf die Diskrepanz in der öffentlichen Wahrnehmung Hitlers in Grossbritannien zwischen Frühjahr 1939 und 1940 hin: http://boingboing.net/2014/08/17/orwells-review-of-mein-kampf.html ... weiter

 

Fundamentalismus & Extremismus – Die gefährlichen Seiten des Glaubens

Schon vor über 5 Jahren schrieb ich im Fazit meiner ersten Titelgeschichte "Homo religiosus", dass das enorme Potential von Religiosität auch gefährliche Seiten habe. Zu beobachten sei eben auch, "dass in besonders engen Gemeinschaften nicht nur Vertrauen und Kooperation zunehmen, son­dern genauso die Abgrenzung gegenüber An­dersgläubigen und Atheisten, die Ablehnung von Toleranz und Humor und teilweise sogar die Bereitschaft, eigene Interessen gewaltsam durchzusetzen. Auch extremistische und kriminelle Gemein­schaften nutzen religiöse Lehren und Rituale, um den inneren Zusammenhalt gegen die Au­ßenwelt ... weiter

 

“Dann geh doch zu den Siedlungen!”

Es passiert oft. Ob bei Privatgesprächen oder auf einem Podium - wenn ich es wage, für die israelische Siedlungspolitik zu sprechen, findet sich irgendwann doch derjenige, der sich für ganz klug hält und mir mit triumphierender Stimme zuruft: "Warum bleibst du dann hier? Wenn du denen so sehr helfen willst, dann geh doch zu den Siedlungen!" Diese Art von Argumentation finde ich umso irriger, je häufiger sie vorkommt - Tendenz aufsteigend. Es sind vor allem zwei Aspekte, die mich schmunzeln ... weiter

 

Warum es falsch ist, Jesiden als Teufelsanbeter zu beschuldigen

"Warum werden Jesiden von manchen beschuldigt, den Teufel anzubeten?" Diese Frage ist mir angesichts der aktuellen, brutalen Verfolgung der Jesiden im Nordirak in den letzten Tagen häufiger gestellt worden. Und da ich schon im Rahmen meines sciebooks "Engelkunde" zu dem Thema gearbeitet und mit Jesiden den Dialog gesucht hatte, will ich versuchen, das Thema hier kurz und doch religionswissenschaftlich zu erklären. Grundfrage: Woher kommen "Gut" und "Böse"? Schon während der Bronzezeit, in der sich überregionale Handelsnetze entwickelten, begannen sich erste ... weiter

 

Sufferance is the badge

Dass Juden bis zurück in antike, polytheistische Gesellschaften verfolgt wurden, sollte nicht mehr zur Debatte stehen. Die Belege sind vielfältig, die alten Denunziationen werden immer wieder eingesetzt. Selbst die Kennzeichnung, die der nationalsozialistische Staat Juden aufzwang, war keine neue Erfindung, er geht zurück auf das 12. Jahrhundert – bereits damals mussten Juden gelbe Erkennungszeichen auf der Kleidung befestigt tragen, damit jeder sofort erkannte, mit wem er es zu tun hatte.[foot]Das hätte den Stürmer-Lesern in den 1930ern und 1940ern zu denken ... weiter

 

A filmmaker wants to turn the 20th century’s greatest novel into a virtual reality game

http://nr.news-republic.com/Web/ArticleWeb.aspx?regionid=3&articleid=26898757 ... weiter