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Wann Ebola durch die Luft übertragen wird

10. August 2014 von Lars Fischer

In den letzten Tagen kursieren auf Facebook einige Artikel, laut denen Regierung und, ja, die Systempresse uns allen perfide verheimlichen, dass Ebola auch durch die Luft übertragen wird. Ursprung der Geschichte scheint neben vor allem dieser Artikel zu sein, in dem Virologen berichten, wie sich Makaken an Ebola-infizierten Schweinen ansteckten, ohne jemals mit ihnen in Kontakt zu treten. Ich muss allerdings alle Freunde der gepflegten Apokalypse enttäuschen: Aus der großen globalen Ebola-Pandemie wird in absehbarer Zeit erstmal nichts. ... weiter

 

Wie, nicht mehr über Studien berichten?

5. August 2014 von Lars Fischer

Bei mir macht sich langsam ein gewisses Unbehagen breit über die Richtung, in die unsere heiß geliebte Wissenschaftskommunikations-Dauerdebatte derzeit abdriftet. Es ist beileibe nicht neu, dass irgendwelche Akteure aus der Wissenschaft versuchen, Journalisten zu erzählen, wie sie ihren Job im richtigen, der Wissenschaft förderlichen Sinne zu machen haben. Neu ist, dass wir derzeit anscheinend eine völlig ernst gemeinte Diskussion darüber führen, wie wir das am besten erreichen. Den aktuellen Ausdruck dieses Trends könnt ihr ausführlich bei Marcus Anhäuser nachlesen. Es geht um die Forderung von Steven Pinker, Journalisten sollten grundsätzlich nicht mehr über einzelne Studienergebnisse berichten. Die könnten ja falsch sein. Stattdessen sollen wir uns auf Reviews oder Metaanalysen stützen, um der Wahrheit näher zu kommen. ... weiter

 

Ein Jahr #catchthekidney – Zwischenbilanz meiner Nierentransplantation

17. Juli 2014 von Lars Fischer

Treue Leserinnen und Leser werden sich dunkel erinnern, dass ich genau heute vor einem Jahr eine Niere von meiner Mutter bekommen habe. Die Geschichte könnt ihr noch mal in diesem Storify nachlesen, aber das geht eben nur bis ungefähr zwei Wochen nach der Transplantation. Und außerdem solltet ihr mal wieder einen Blick auf die grandiose Seite catchthekidney.com werfen, die Ute für mich gebastelt hat, und auf der viele liebe Menschen etwas für mich geschrieben haben. Ich bin bis heute überwältigt, wenn ich an all die Unterstützung denke, die ich und meine Mutter in der Zeit bekommen haben. Ganz besonders viel Dank schulde ich auch dem großartigsten Verlag aller Zeiten für all die Hilfe und Unterstützung in den letzten paar Jahren, ohne die ich sicher nicht so weit gekommen wäre. Das ist auch nicht zuletzt ein wesentlicher Grund dafür, dass ich mir inzwischen gut vorstellen kann, ein bisschen länger in Heidelberg zu bleiben. Ich habe ja jetzt auch meine provisorische Bude in Eppelheim gegen eine richtige Wohnung getauscht und meine Bücher aus Hamburg hergeholt. Es hat sich also einiges verändert. Zeit für eine kleine subjektive Zwischenbilanz der ersten zwölf Monate mit neuer Niere. Das erste ist natürlich: Nicht mehr zur Dialyse zu müssen ist schon ziemlich großartig. Nicht nur wegen der zusätzlichen Zeit und Beweglichkeit. Am Ende ging es mir an der Dialyse richtig schlecht. Im letzten Jahr habe ich mich genau noch einmal so schlecht gefühlt wie nach der Dialyse, und das war, als ich mich halbtot mit Lungenentzündung zur... weiter

 

Was wollt ihr über Wissenschaft wissen – und wie?

2. Juli 2014 von Lars Fischer

Ich war Montag und Dienstag in Hannover auf der Tagung "Image statt Inhalt? Workshop Wissenschaftskommunikation" der VolkswagenStiftung, auf der es um euch ging. Genauer gesagt um die Leserinnen und Leser meines Blogs und all der anderen Medien, die sich mit Wissenschaft befassen. Nachlesen könnt ihr <das Programm auf der Webseite der Veranstaltung und den teilweise ziemlich turbulenten Ablauf von Tag 1 (von mir) sowie Tag 1 und Tag 2 jeweils komplett von Rainer Korbmann. Außerdem hier haufenweise Blogbeiträge zum Thema. Aber irgendwann muss man euch ja auch mal fragen, wie all die Versuche, euch etwas über Wissenschaft zu erzählen, bei euch ankommen. ... weiter

 

Manipulierte Facebook-Nutzer und unethische Forschung

29. Juni 2014 von Lars Fischer

Dass man auf Facebook als Nutzer mehr oder weniger ausgeliefert ist, das wissen wir schon. Aber das, was jetzt rausgekommen ist, das hat schon eine neue Qualität. Im Auftrag von drei Forschern hat Facebook gezielt Emotionen manipuliert - ohne die Betroffenen über das Experiment zu informieren. Fast 700.000 Nutzer sind so zu unfreiwilligen Versuchskaninchen geworden. Deswegen sind ziemlich viele Menschen ziemlich sauer, und zwar zu Recht. ... weiter

 

Was klebt am Touchscreen eines Smartphones?

24. Juni 2014 von Lars Fischer

Regelmäßige Fischblog-Leser wissen ja inzwischen: Die meisten Menschen waschen sich nach der Eiablage nicht die Hände und verteilen so ihre Darmflora auf allen verfügbaren Oberflächen. Demnach müssten auch Smartphones messbar fäkalverschmiert sein[1]. Traurigerweise hat das - zumindest meines Wissens - bisher noch niemand hieb- und stichfest nachgeprüft: Wie stark die Bakteriengesellschaften von Telefon und Darm wirklich übereinstimmen, ist unbekannt. Aber es gibt Grund zur Hoffnung, denn ein erster kleiner Schritt in diese Richtung ist jetzt gemacht. ... weiter

 

Warum habt ihr keine Angst?

15. Juni 2014 von Lars Fischer

Wie kann es sein, dass eine normalerweise so zur Furcht bereite Gesellschaft wie unsere, so völlig gleichgültig ihrer größten Bedrohung seit dem Schwarzen Tod entgegen driftet? Von Atomkraft bis Zucker gibt es inzwischen kaum noch etwas, das nicht breiten Kreisen der Bevölkerung Angst macht - auffällige Ausnahme ist die Bedrohung durch antibiotikaresistente Bakterien, die in den nächsten zwanzig Jahren nicht nur die Medizin auf den Stand von 1890 zurückwerfen wird, wenn wir nichts unternehmen. Warum treibt das Thema niemanden auf die Straße? ... weiter

 

Chicken Wings mit Quecksilbersoße gefällig?

27. Mai 2014 von Lars Fischer

Dieses kleine Fundstück aus der Welt des abseitigen Marketings möchte ich euch nicht vorenthalten. Die Lebensmittelmarke Buffalo Wild Wings führt anscheinend derzeit neue Soßen für ihre Chicken Wings in den Markt ein und hat dabei ein gewisses Faible für toxische Metalle entwickelt. Dass Quecksilber und seine Verbindungen ziemlich giftig sind, brauche ich euch ja nicht zu erzählen. Beryllium ist weniger prominent, aber ungefähr genauso unerfreulich. Erstens ruft es akute und chronische Vergiftungen hervor, die vor allem Lunge und Atemwege betreffen,... weiter

 

Wieso ein kontinentaler Eisschild zusammenbrechen kann und was das für uns bedeutet

14. Mai 2014 von Lars Fischer

Inzwischen dürftet ihr alle mitbekommen haben, dass die Tage des Westantarktischen Eisschildes gezählt sind. Auch wenn bis zum endgültigen Aus noch eine ganze Menge Tage zu zählen sind, müssen wir uns als globale Gesellschaft dringend Gedanken machen, wie wir damit umgehen. Dabei handeln die fraglichen Studien erstmal nur von einigen Gletschern, die vom Eisschild aus ins Meer fließen - aber wenn die Gletscher fallen, fällt nach diesen Forschungsergebnissen der gesamte Westantarktische Eisschild. Langfristig steht die Existenz der global vernetzten Menschheit in Frage. Aber das erklär ich später. Zuerst mal: Warum bricht der kilometerdicke Westantarktische Eisschild zusammen, wenn ein paar Gletscher zurückweichen? Zumal der Massenverlust der Gletscher dort an sich ja keine große Neuigkeit ist, Der Pine-Island-Gletscher hat seit den 90er Jahren 30 Kilometer Länge verloren. Das ist nicht erst jetzt plötzlich jemandem aufgefallen. ... weiter

 

Wettermanipulation: Riesenmauern gegen Tornados

6. Mai 2014 von Lars Fischer

Mit den aktuellen Tornado-Schäden und Todesopfern in den USA stellt sich wie jedes Jahr die Frage, was man gegen solche Naturkatastrophen unternehmen kann. Und da ein gesundes Maß an Größenwahn hat so einer Unternehmung noch nie geschadet hat, schlägt ein amerikanischer Forscher vor, mehrere dreihundert Meter hohe Mauern quer über die Great Plains von Nordamerika zu bauen. Das Schöne an der Idee: Sie ist nicht nur hinreißend beknackt, sondern zeigt auch, dass halbe Bildung gelegentlich mehr Unheil stiftet als gar... weiter