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Die fühlende Handprothese und warum es trotzdem keine Cyborgs geben wird

9. Februar 2014 von Lars Fischer

Science-Fiction-Fans wissen: Übermenschliche Fähigkeiten verleiht in Zukunft nicht mehr der Zaubertrank, sondern die Technik. Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine - Cochlea-Implantate, künstliche Netzhäute oder mechanische Prothesen - stellen heute verlorene körperliche Fähigkeiten wieder her. Aber die Idee liegt nahe, die möglichkeiten des Körpers mit diesen Mitteln über das Maß Gesunder hinaus zu erweitern - quasi nach dem Vorbild von Geordi LaForge. Ich persönlich hätte nichts dagegen, mit meinem Hörgerät auch Ultraschall wahrnehmen zu können. Wir haben ja auch neuerdings ja einen Cyborgismus-Verein in Deutschland, der sich unter anderem mit solchen Fragen beschäftigt. Die Realität ist allerdings: In den meisten Fällen gelingt es nur so gerade eben, selbst die geringsten natürlichen Fähigkeiten des Körpers technisch nachzubilden. Das jüngste Beispiel ist die neue, fühlende Handprothese, die ein italienisches Team aus Medizinern und Technikern hergestellt hat. Ihr Herzstück ist eine Verbindung zwischen Drucksensoren in der Prothese und den Armnerven, die normalerweise die Sinnesreize aus der Hand ableiten. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu echten Cyborg-Implantaten - aber auch ein Indiz dafür, dass dieser Weg letztendlich eine Sackgasse sein wird. ... weiter

 

Fäkalien und Krankheitserreger: Was so alles an Banknoten klebt

27. Januar 2014 von Lars Fischer

Dass Geld nicht stinkt, ist zwar sprichwörtlich, aber nur bedingt wahr. Man sollte nicht zu gründlich schnuppern: Wie Türklinken oder Lichtschalter gehen auch Banknoten durch sehr viele verschiedene Hände. Und so ist Geld, das haben diverse Studien erwiesen, gründlich mit Fäkalien und Krankheitserregern eingeschmiert. Das Prinzip ganz simpel: Kacken gehen, danach nicht die Hände waschen, dann mit Fäkalpfoten Darmkeime in der gesamten Umgebung verstreuen. Kann jeder, macht jeder. In vielen ärmeren Weltgegenden ist das Problem nicht Bequemlichkeit, sondern es fehlen oft die Möglichkeiten, die Hände nach der Wurstablage ordentlich zu zu reinigen. Ein volles Drittel der Menschheit hat keinen Zugang zu ordentlichen Klos, und mehrere hundert Millionen nicht einmal zu sauberem Trinkwasser. Damit sind sie besonders gefährdet. Viele der über Fäkalien verbreiteten Bakterien sind Krankheitserreger und können schwere Durchfälle verursachen - wie die HUSEC-Epidemie zeigte, gerne auch hierzulande. ... weiter

 

“im Wesentlichen Diebstahl” – Krebsmedikamente für Indien

25. Januar 2014 von Lars Fischer

Wie man jetzt wieder lesen kann, vergibt die indische Regierung Lizenzen für Dinge, die ihr gar nicht gehören: Medikamente westlicher Hersteller. Der jüngste Fall geht gerade durch die Presse und betrifft das 2006 zugelassene Krebsmedikament Nexavar. Dessen Eigentümer Bayer ist natürlich gar nicht amüsiert, und Bayer-CEO Dekkers hat im Dezember gerade demonstriert, wofür es professionelle Pressesprecher gibt. Die sagen nämlich nicht ohne nachzudenken Dinge wie "Wir haben das Medikament nicht für Inder entwickelt, sondern für Patienten aus dem Westen, die sich das leisten können" (Dekkers am 3. Dezember). ... weiter

 

Simulationen und Explosionen

17. Januar 2014 von Lars Fischer

Das Element Stickstoff hat eine ungewöhnliche Eigenschaft, die Chemikerinnen und Chemiker seit geraumer Zeit provoziert. Dieses Element bildet in Abwesenheit anderer Atomsorten nur das extrem stabile N2-Molekül - und das war's. Von den benachbarten Elementen Kohlenstoff und Bor gibt es jeweils eine ganze Handvoll stabiler Formen, die das reine Element annehmen kann, und beim Sauerstoff existiert neben dem O2-Molekül immerhin das recht prominente Ozon. Der Stickstoff tanzt aus der Reihe. Und so gibt es eine ganze Reihe Arbeitsgruppen, die auf der Suche nach alternativen Formen des elementaren Stickstoffs sind. Einierseits, weil so eine neue Stickstoffmodifikation sehr energiereich wäre und gleichzeitig keinerlei giftige Gase freisetzen würde, aber tatsächlich vor allem deswegen, weil niemand so recht glauben mag, dass es wirklich nur diese eine Variante geben soll. ... weiter

 

Der Siegeszug der Quallen – nur ein Medienphänomen?

13. Januar 2014 von Lars Fischer

Dass mit dem menschengemachten Niedergang der Fische die Quallen die Ozeane erobern, dafür sprechen neben anekdotischen Hinweisen auch einige grundsätzliche Überlegungen. Von beidem habe ich ja in der neuesten Folge von WWAS berichtet, siehe Video unten. Die Idee ist aber durchaus umstritten, und hat einigen Widerspruch aus der Forschung hervorgerufen. Quallen treten oft in enormen Mengen auf, und seit einigen Jahren verfestigt sich der Eindruck, dass diese Schwärme nicht nur größer werden, sondern auch insgesamt häufiger auftreten und dabei regelmäßig... weiter

 

Warum Vulkane (und Supervulkane) ausbrechen

7. Januar 2014 von Lars Fischer

Vulkanausbrüche kommen in verschiedenen Geschmacksrichtungen, von vergleichsweise harmlosen, regelmäßigen Ausbrüchen wie die des Stromboli bis hin zu gigantischen Supervulkanen, die ganze Kontinente und Regionen verwüsten. Besonders bei letzteren wüssten wir natürlich gerne, wann es wieder so weit ist, damit wir rechtzeitig in Deckung gehen können. Wie oft ein Vulkan ausbricht hängt tatsächlich davon ab, wie stark die Eruptionen sind - schwache Ausbrüche kommen alle paar Monate bis Jahre vor, wirklich große Explosionen auch mal alle paar Jahrtausende. Doch gerade bei... weiter

 

Adventskalender – 24. Türchen

24. Dezember 2013 von Lars Fischer

Heute zeige ich euch zur Abwechslung mal eine weihnachtliche Bastelarbeit zum Selbermachen: Die Clementinenkerze. Frohe Weihnachten, viel Spaß beim Basteln und sprengt euch Silvester nicht die Finger ab. Hier geht's zu allen anderen Türchen des Adventskalenders ... weiter

 

Adventskalender – 23. Türchen

23. Dezember 2013 von Lars Fischer

Ein überraschender Trick mit Milch und Lebensmittelfarbe, den wir der Oberflächenspannung zu verdanken haben. Übrigens von Vulkanforschern, aber zum Glück vergleichsweise harmlos. Hier geht's zu allen anderen Türchen des Adventskalenders ... weiter

 

Adventskalender – 22. Türchen

22. Dezember 2013 von Lars Fischer

Das Meselson-Stahl-Experiment ist einer der berühmtesten Versuche der Biologie - und einer der einfachsten: Er demonstriert, wie die DNA verdoppelt wird, nämlich semikonservativ: An jedem alten Strang bildet sich ein neuer. Die neue Doppelhelix besteht also aus einem Elternstrang und einem Tochterstrang. Bonusfrage für meine Leserschaft: In der ersten Nachkommen-Generation unterscheiden sich dispersive und semikonservative Replikation im Experiment nicht. Aber was passiert danach? Hier geht's zu allen anderen Türchen des Adventskalenders ... weiter

 

Adventskalender – 21. Türchen

21. Dezember 2013 von Lars Fischer

Aus der Psychologie stammt das Milgram-Experiment. Dabei instruierte der Psychologe Stanley Milgram sine Versuchspersonen, nach bestimmten Kriterien einem völlig unbekannten Menschen durch nach und nach stärker werdende Elektroschocks Schmerzen zuzufügen. Die "Probanden" sind natürlich eingeweihte Schauspieler. Die Idee des Ganzen war, herauszufinden, ob Menschen bereitwillig Befehle ausführen, die ihren persönlichen Moralvorstellungen widersprechen - und wann sie sich dagegen auflehnen. Inspiriert hat diese Versuchsreihe der aufsehenerregende Prozess gegen Adolf Eichmann einige Jahre vorher. Zu jener Zeit fragte sich die Ganze Welt,... weiter