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Wie gefährlich ist das Zika-Virus?

23. Januar 2016 von Lars Fischer

Gern genommen für Ebola-Studien: Langschwanzmakak (Macaca fascicularis). Bild: André Ueberbach, CC BY-SA 2.0

Schwangeren Frauen werden langsam die Urlaubsziele knapp. 26 Länder und Überseeterritorien stehen, wenn ich richtig gezählt habe, derzeit auf der Warnliste des CDC, und die wissen normalerweise, wo die Wurst wächst. Wir dürfen uns generell Sorgen machen, denn das Zika-Virus hat in den letzten Jahren eine ziemlich rasante Entwicklung hin zu einem deutlich gefährlicheren Erreger genommen - und es ist nicht gesagt, dass das Ende schon erreicht ist. ... weiter

 

Warum der Mossul-Staudamm instabil ist

18. Januar 2016 von Lars Fischer

Satellitenbild der Mossul-Talsperre mit der Butmah-Antikline und - rot gekennzeichnet - mehreren Dolinen, die auf Lösungsvorgänge im Untergrund hinweisen. Aus: Wakeley et al.; Geologic Conceptual Model of Mosul Dam, U.S. Army Corps of Engineers 2007

Der Staudamm von Mossul steht am Oberlauf des Tigris im Nordwesten dessen, was vom Irak noch übrig ist. Ganz in der Nähe verläuft die Front. Der Damm selbst in der Hand der Regierung und kurdischer Milizen, doch die benachbarten Regionen sind von Daesh besetzt, auch die 60 Kilometer entfernte Stadt Mossul. Daesh ist dort aber ausnahmsweise mal nicht das größte Problem, sondern die Staumauer selbst. Es besteht die Möglichkeit, dass der gesamte 113 Meter hohe Damm einstürzt: Das Gestein, auf... weiter

 

Ebola und die unknown unknowns von Erkältungsviren

12. Januar 2016 von Lars Fischer

Giovanni Boccaccios Pest in Florenz. Bild: Wellcome Library, London, CC BY 4.0

Vor ein paar Monaten erschien in Spektrum ein längerer Artikel über eine bemerkenswerte Entdeckung - Forscher vom Robert-Koch-Institut identifizierten schon 1982 Antikörper gegen Ebola in westafrikanischen Blutproben. Das ist vorsichtig gesagt unerwartet, und es wäre sicher nicht schlecht gewesen, wenn man das schon Mitte 2014 gewusst hätte. Den Artikel solltet ihr euch durchlesen, schon weil man sich da fragen muss, wie viel lebenswichtige Forschung sonst noch so in den Papierbergen der Journals auf Nimmerwiedersehen verschwindet. ... weiter

 

Wie funktioniert eine Kerze?

20. Dezember 2015 von Lars Fischer

Im Advent ist sie nahezu allgegenwärtig, aber bis heute wahrt die Kerzenflamme einige chemische Geheimnisse. Ihre Flamme ist ungeachtet ihrer unscheinbaren Anmutung eine sehr komplexe Erscheinung: Wachs zerfällt in Bruchstücke, die sich danach prompt wieder zusammenfügen, bevor sie endgültig verbrennen. ... weiter

 

Statt Adventskalender ein bisschen besinnliche Lyrik

6. Dezember 2015 von Lars Fischer

Ich hatte in den letzten Jahren ja schon Probleme, Videos für meinen Adventskalender zu finden, außerdem hat Ute ja einen viel besseren zusammengestellt. Da habe ich mir dieses Jahr gedacht, ich trage euch lieber ein paar Adventsgedichte vor. "Advent" von Loriot ist quasi der Klassiker des Genres und spielt außerdem am Nikolaustag. Ich hoffe, ich komme dazu, noch einige andere Gedichte zu lesen. Wenn ihr also Wünsche und Vorschläge habt, immer her damit. ... weiter

 

Syrien, Paris und die Flüchtlinge

30. November 2015 von Lars Fischer

Friedliche Demonstration in Damaskus. Bild: Syriana2011, CC BY-SA 2.0

Über Syrien hat sich während des arabischen Frühlings keiner Sorgen gemacht. Das Land sei so stabil, waren sich 2010 nahezu alle Experten sicher, dass Syrien einigermaßen immun gegenüber den Umwälzungen anderswo sei: Prasident Assad sitze sicher im Sattel. Das hat sich als bemerkenswerter Irrtum erwiesen. Nun sind Nahost-Experten nicht völlig ahnungslos, und Syrien war wegen seines autoritären Regimes tatsächtlich lange eines der stabilsten Länder der Region. Die Lage kippte wahrscheinlich durch eine schwere Dürre von 2006 bis etwa 2010. Hunderttausende... weiter

 

Indonesien brennt nicht wegen El Niño

9. November 2015 von Lars Fischer

Waldbrand auf Kalimantan, Indonesien. Rini Sulaiman/CIFOR CC BY-NC-SA 3.0

Ich möchte kurz einen Aspekt in Erinnerung rufen, der in Artikeln über unser aller Lieblings-Wetterkapriole El Niño und ihre verheerenden Auswirkungen immer ein bisschen unter den Tisch fällt. Weil wir das ja alle wissen, nicht wahr? Aber es ist ganz gut, sich gelegentlich ins Gedächtnis zu rufen, was da wirklich passiert. In Indonesien zum Beispiel. Dort zeigt sich, dass Aussagen wie "El Niño verursacht verheerende Waldbrände" ein bisschen kurz gedacht sind. In Indonesien brennt derzeit so viel Wald, dass die... weiter

 

Krebs, die WHO und ein Hauch von Agenda

29. Oktober 2015 von Lars Fischer

Adam Jones, CC BY-SA 3.0

Untersuchungen, was Krebs verursacht oder verhindert, gibt es haufenweise. Schließlich ist Krebs ebenso häufig wie gruselig. Natürlich möchten wir alle wissen, wo die Gefahr lauert. Das einschlägige Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation ist nun zu dem Schluss gekommen: verarbeitetes Fleisch ist definitiv krebserregend, unverarbeitetes immerhin mit einiger Wahrscheinlichkeit auch. Aber ist das, was die WHO da treibt, auch hilfreich? Kein Stück, im Gegenteil. Hart gefragt: verfolgt die Weltgesundheitsorganisation hier im Mantel wissenschaftlicher Evidenz eine wesentlich weiter gefasste Agenda? Eine derartige Interpretation hat... weiter

 

Chemie-Nobelpreis 2015 – Die Kandidaten

6. Oktober 2015 von Lars Fischer

Thomas Fisher Rare Book Library, University of Toronto, CC BY

Update: Der Preis ging tatsächlich an ein Biothema, aber an eines, das die meisten nur am Rande auf dem Schirm hatten: Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar bekommen den Nobelpreis für Chemie 2015 für ihre Arbeiten über drei wesentliche Mechanismen der DNA-Reparatur. Für Spektrum habe ich aufgeschrieben, was im Detail dahinter steckt und was das mit unter anderem Krebs und Altern zu tun hat. Die Hauptverdächtigen für den diesjährigen Nobelpreis in Chemie zu benennen, ist entweder sehr einfach -... weiter

 

Wissenschaft und ihre (wechselnden) Begriffe

2. Oktober 2015 von Lars Fischer

Gábor Paál hat drüben in seinem Blog unter dem Titel "Das Ende des Staunens – Ist die Ära der großen wissenschaftlichen Entdeckungen vorbei?" eine Diskussionsrunde auf SWR2 besprochen (die ich zugegebenermaßen nichtgehört habe). Ich will mich jetzt nicht daran abarbeiten, was mich am Text stört[1]. vielmehr ist mir beim Lesen etwas anderes aufgefallen, das vielleicht noch in die Diskussion gehört. Die eigentliche Frage ist doch: Wie kommt man, quasi zeitgleich mit den neuesten atemberaubenden Bildern von Pluto und Tschuri, in Zeiten fast fotografischer Karten des Tiefseebodens oder auch molekülgenauen Bilder einzelner Zellen überhaupt auf die Idee, man könnte das "Ende des Staunens" ausrufen? Ausgerechnet jetzt? ... weiter