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Die andere Malaria

25. Juli 2011 von Lars Fischer

Der Großteil aller Ressourcen zur Bekämpfung der Malaria richtet sich exklusiv gegen Plasmodium falciparum, den Erreger der oft tödlichen Malaria tropica. Daneben gibt es noch vier andere für Menschen gefährliche Plasmodium-Arten, die allerdings töten im Vergleich mit Plasmodium falciparum deutlich seltener Menschen. Gerade in den Regionen mit hoher Malaria-Inzidenz und entsprechender Sterblichkeit gelten sie als geringeres Problem. Das ist allerdings voreilig, denn im Gegensatz zur verbreiteten Fixierung auf Todesgrippe, Killerbakterien und anders mörderisches Viehzeug lässt die reine Mortalität keinen Rückschluss... weiter

 

Fördern minimale Antibiotika-Rückstände in der Umwelt Resistenzen?

23. Juli 2011 von Lars Fischer

Es ist unvermeidlich, dass man bei einer Antibiotika-Therapie einen Teil der eingenommenen Substanz unverändert wieder ausscheidet. Man geht eigentlich davon aus, dass diese Stoffe im Abwasser zu stark verdünnt werden, um in der Umwelt resistente Bakterienpopulationen heranzuzüchten. So ganz sicher können wir uns dessen aber nicht sein, im Gegenteil. In den letzten Jahren verdichteten sich die Hinweise, dass schon sehr geringe Mengen dieser Stoffe einen Effekt auf die Mikrobenflora verschiedener Ökosysteme haben. In Deutschland ist das Problem seit Anfang der... weiter

 

Den Doktor abschaffen?

4. Juli 2011 von Lars Fischer

Die Debatte um die Titelgaunereien einiger (wenn nicht gar vieler, wir werden sehen) Politiker[1] habt ihr sicher mitbekommen, das Thema hat es gestern sogar in eine dieser Quatschsendungen geschafft. Florian diskutiert bei sich im Blog inzwischen sogar die ganz radikale Lösung, nämlich den Doktortitel[2] gleich ganz abzuschaffen. Die Überlegung die dahinter steht, finde ich absolut richtig. Das hat gar nicht mal nur etwas mit den Plagiaten zu tun, sondern mit dem Doktor an sich. Das ganze Bohei um die zwei... weiter

 

Der extremophile Pilz aus der Geschirrspülmaschine

22. Juni 2011 von Lars Fischer

Heute bin ich auf eine Veröffentlichung gestoßen, die eine Lücke in meinem jüngsten Ausflug in die Mikrobiologie des Haushalts schließt. Sie befasst sich nämlich mit Geschirrspülmaschinen, und die sind etwas anspruchsvollere Lebensräume als die Orte, an denen ich meine Proben genommen habe. Deswegen findet man dort auch spannendere Organismen, in diesem Fall Pilze. Was die Forscherinnen aus Slowenien dort gefunden haben ist denn auch etwas spannender als der Gießkannenschimmel, den ich aus meinem Kühlschrank gekratzt habe. Zalar und Kollegen entdeckten... weiter

 

Kulturwochenende: Bakterien und Pilze im Haushalt

15. Juni 2011 von Lars Fischer

Letztes Wochenende hat Ute ihr neues Mikroskop mitgebracht. Das ist zwar eigentlich für ihren Nachwuchs, aber wir haben uns nicht nehmen lassen, es vorher auszuprobieren. Das Problem ist natürlich, dass die mitgelieferten Präparate wenig spannend sind, wenn man schon mal selbst so ein Mikroskop hatte und weiß, wie, sagen wir, ein Zwiebelhäutchen in groß aussieht. Und mit gängigen Freiland-Fundsachen ist man höchstens ein paar Minuten beschäftigt. Deswegen habe ich letzte Woche den Biologen und Blogger Alexander Knoll in Karlsruhe besucht,... weiter

 

HUSEC 41 – ein schlechtes Zeichen für die Zukunft

7. Juni 2011 von Lars Fischer

Ein ziemlich gruseliger Aspekt der ganzen Geschichte um O104:H4 alias HUSEC 41 alias EHEC hat bisher noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erregt, nämlich sein bemerkenswertes Resistenzprofil. Glücklicherweise ist das für die Therapie der von diesem Keim ausgelösten Krankheiten eh nicht von Belang, denn Antibiotika verschlimmern die Symptome möglicherweise noch. Aber HUS ist ja nicht die einzige von E. coli ausgelöste Krankheit, im Gegenteil. Ein beträchtlicher Anteil aller bakterieller Infektionen geht auf verschiedene Varianten dieses Bakteriums zurück. Aus dem letzten Annual report... weiter

 

EHEC als Biowaffe

2. Juni 2011 von Lars Fischer

Wurde EHEC gezielt in die Nahrungskette eingebracht? Undenkbar ist das nicht, denn das Bakterium ist unter bestimmten Umständen tatsächlich als Biowaffe geeignet. Ein Überblick.   Die Gurken waren es also doch nicht, und Deutschland sucht weiter die EHEC-Quelle. Ich persönlich tippe auf einen symptomlosen Träger irgendwo in der Lieferkette. Die Anschlag-Theorie die teilweise kursiert, halte ich für unwahrscheinlich, grundsätzlich sind derartige Überlegungen nicht von der Hand zu weisen: EHEC ist eine potentielle Biowaffe. Es fällt jetzt natürlich nicht das erste... weiter

 

Dänemark greift nach dem Nordpol

18. Mai 2011 von Lars Fischer

Seit ruchbar wurde, dass an den Kontinentalschelfen des Nordpolarmeeres ein beträchtlicher Teil der verbliebenen Ölreserven lagert, kann es einigen Leuten mit dem Klimawandel gar nicht schnell genug gehen. Die fünf Anrainerstaaten der Arktis prügeln sich jedenfalls seit ein paar Jahren um buchstäblich jeden kahlen Felsbrocken und jeden Quadratzentimeter Meeresboden. Das Procedere regelt der Theorie nach das UN-Seerechtsübereinkommen, nach dem jedem Küstenstaat eine 200 Seemeilen breite Sonderwirtschaftszone um seine Küsten herum zusteht. Damit sollte das Thema eigentlich gegessen sein, allerdings gibt... weiter

 

Wer wird Scharlatan des Jahres? Jetzt auch bei uns

13. Mai 2011 von Lars Fischer

In den USA gibt es den Pigasus Award, Schweden kürt den Misleader of the Year und Australien den von Uri Geller inspirierten Bent Spoon Award. Jetzt kriegt auch der deutschsprachige Raum einen Spaßpreis für die schlimmsten Pseudowissenschafts-Scharlatane, dank Michael Horak (auf Twitter als @fatmike182 unterwegs) und der Wiener Skeptiker-Community. Die Trophäe nennt sich Das Goldene Brett vorm Kopf und verspricht unterhaltsam werden, zumal unter anderem Werner Gruber von den Sciencebusters mit von der Partie ist. Andererseits ist das ein ernstes... weiter

 

Die Glas-Eier der Urzeitkrebse

30. April 2011 von Lars Fischer

Einige Wassertiere legen Eier, die dank eines chemischen Tricks im ausgetrockneten Zustand lange Zeit überleben können. Wie das im Detail funktioniert ist allerdings erst zum Teil bekannt. Die in Deutschland unter der Bezeichnung Urzeitkrebse bekannten Kiemenfüßer der Gattung Triops tragen diesen Namen zu Recht. Sie sind bereits aus der Obertrias vor 220 Millionen Jahren bekannt und gelten als die älteste bekannte Tierart überhaupt. Zu dieser Zeit begann der Superkontinent Pangäa zu zerfallen, und es ist nicht ganz abwegig zu vermuten,... weiter