Mehr Zivilisation durch weniger Testosteron?


Eine Gruppe von Anthropologen um Robert Cieri von der Utah University in Salt Lake City haben Anfang August eine interessante Hypothese zur Entstehung der menschlichen Zivilisation vorgelegt1. Sie vermuten, dass vor etwa 50 000 Jahren ein verringerter Testosteronspiegel bei Männern zu einer besseren sozialen Verträglichkeit führten. Irgendwann hörten unsere entfernten Vorfahren damit auf, sich wie hirnlose Muskelprotze aufzuführen und bei jeder Gelegenheit den Schädel einzuschlagen. Stattdessen begannen sie zu lernen und ihre Erfahrungen weiterzugeben. Dadurch konnte sich eine immer komplexere Kultur aufbauen, die schließlich zu unserer modernen Zivilisation führte.

Wie kommen die Forscher auf diese Idee? Sie festgestellt, dass die Gesichtsschädel der frühen Homo Sapiens über die Jahrtausende hinweg immer runder und graziler wurden. Das entspricht einer „Feminisierung“, weil weibliche Schädel etwas zarter gebaut sind als männliche. Zur Illustration haben die Forscher einen vorzeitlichen massiven Schädel neben einem heutigen abgebildet. Der Unterschied ist in der Tat eindrucksvoll (sicher, das beweist noch gar nichts).

Aber auch die übrigen Belege sind nicht so ganz überzeugend. Hier ein Überblick:

1. Cieri et al: Brauenwülste und Quadratschädel entwickelten sich seit dem Erscheinen des Homo Sapiens vor ca. 190 000 Jahren immer mehr zurück. Das ergab die Vermessung von mehr als 1400 gegenwärtiger und vorzeitlicher Schädel.

Kommentar: 1400 Schädel – das hört sich eindrucksvoll an. Aber nur 13 davon sind älter als 80 000 Jahre, 41 zwischen 30 000 und 80 000 Jahre. Bei vielen Fundstücken ist die Datierung zudem unsicher, wie die Autoren selber schreiben.

Die restlichen 1367 Schädel sind von heute. Für den Nachweis einer systematischen Änderung der Schädelform reicht die Stichprobe der vorzeitlichen Schädel damit aber nicht aus (dazu siehe auch2).

Nebenbei: was bedeutet überhaupt das Wort Brauenwulst? Es handelt sich dabei um knöcherne Verdickungen über den beiden Augenhöhlen, die nicht miteinander verbunden sind. Sie sind ein markantes Merkmal des etwas eckigeren und stabileren männlichen Schädels. Den Grund für diese Besonderheit sieht eine englische Forschergruppe in der typisch männlichen Angewohnheit, sich bei freundschaftlichen Auseinandersetzungen gegenseitig mit Fäusten zu traktieren.3 Stabile Knochen um die Augenhöhlen können da einen echten Vorteil bedeuten (trotzdem finde ich die Erklärung eher originell als überzeugend).

Weibliche und männliche Gesichtsknochen sind beim Menschen also leicht verschieden. Der Fachmann spricht von einem sexuellen Dimorphismus. Dieses Phänomen ist beim Menschen wie auch beim Schimpansen allerdings nur sehr gering ausgeprägt. 4 Wenn ein Archäologe nur den Schädel eines Menschen findet, kann er ihn nicht sicher als Mann oder Frau erkennen. Das gilt auch für Vor- und Frühmenschen. Sollte der Testosteronspiegel bei Männern vor hunderttausend Jahren deutlich höher gewesen sein, müssten der sexuelle Dimorphismus deutlich größer gewesen sein. Dafür fehlen aber alle Hinweise.

Die sogenannten Brauenwülste sollte man nicht den Überaugenwülsten verwechseln (wie z.B. hier geschehen), die bei Menschenaffen und Vormenschen einen durchgehenden Bogen über den Augen bilden. Sie dienen vermutlich der Stabilisierung des Gesichtsschädels, so dass ein höherer Druck beim Beißen und Kauen aufgebaut werden kann.

2. Cieri et al: An der Gesichtsform lässt sich der Testosteronspiegel ablesen und damit die Aggressivität.

Kommentar: Das ist umstritten. Seit langem streiten die Gelehrten darum, ob man Männern die Aggressivität am Gesicht ablesen kann. Einfach ausgedrückt, lautet die Frage: Gibt es die typische Schlägervisage? Nach einer aktuellen Arbeit von Gomez-Valdes et al. ist eine Beziehung zwischen Gesichtsform und Aggressivität nicht nachweisbar.5 Gesichtsnarben und eine mehrfach gebrochene Nase weisen eher auf Gewaltbereitschaft hin als die Form der Knochen. Aber diese Merkmale sind den Archäologen leider nicht mehr zugänglich.

3. Cieri et al: Ein hoher Testosteronspiegel war (oder ist) ein evolutionärer Nachteil.

Kommentar: Wer sich ständig prügelt, ist früher tot als ein friedlicherer Zeitgenosse. Das ist ziemlich klar. Andererseits hilft Testosteron beim Muskelaufbau. Kräftige Männer wiederum hatten eher einen evolutionären Vorteil. Vielleicht darf man annehmen, dass nicht der Testosteronspiegel an sich abnahm, sondern die Wirkung des Hormons auf das Gehirn geringer wurde. Aber auch das muss nicht stimmen. Die grunzenden und keulenschwingenden Urmenschen sind vermutlich ein Stereotyp, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass die Aggressivität der Männer tatsächlich nachlassen musste, um eine komplexere Kultur möglich zu machen. So sagten die Römer unseren germanischen Vorfahren noch vor 2000 Jahren einen Furor nach, der sie für jede Zivilisation ungeeignet machte.

4. Cieri et al: Die Testosteronreduktion bewirkte eine größere soziale Toleranz und ermöglichte bei der wachsenden Bevölkerungsdichte eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen. Zugleich markierte sie den Beginn des modernen menschlichen Verhaltens, das durch langfristige Planung und abstraktes Denken gekennzeichnet ist.

Kommentar: Hier kommen gleich mehrere Annahmen zusammen, die alle nicht bewiesen sind. Noch vor 10000 Jahren war die Erde keineswegs übervölkert, nach heutigen Maßstäben war sie praktisch menschenleer. In einigen wenigen Gegenden mag es zu viele Gruppen gegeben haben, so dass nicht mehr alle Menschen satt wurden. In den meisten Regionen Afrikas, Asiens und Europas gab es aber keinen Evolutionsdruck in Richtung auf ein friedliches Zusammenleben vieler Menschen. Im Gegenteil: Der gewaltige Ausbruch des Toba-Vulkans vor ca. 73000 Jahren kühlte die Erde möglicherweise dermaßen ab, dass die Menschen an den Rand des Aussterbens gerieten.

Bereits Vormenschen und Neandertaler haben sich nachweislich um kranke und invalide Gruppenmitglieder gekümmert. Offenbar der Zusammenhalt der Gruppen bereits damals eng und vertrauensvoll. Es ist auch keineswegs geklärt, ob die Menschen erst vor ca. 50000 Jahren eine höhere Kulturstufe erklommen haben, oder ob Belege aus älterer Zeit schlicht zerfallen sind. In der Nähe der niedersächsischen Stadt Schöningen haben Archäologen vor einiger Zeit Speere gefunden, die mindestens 270000 Jahre alt sind. Die hölzernen Jagdwaffen sind perfekt ausgewogen und handwerklich perfekt gearbeitet. Damit belegen sie eine hoch entwickelte Handwerks- und Jagdtradition bereits beim Homo Heidelbergensis, dem Vorfahren des Neandertalers.

Die Steinzeit war übrigens eigentlich eine Holzzeit. Die meisten Alltagswerkzeuge bestanden aus Holz. Sie sind längst zerfallen, nur die steinernen Speerspitzen oder Axtklingen haben überlebt. Möglicherweise unterschätzen wir deshalb die Fähigkeiten unserer frühen Vorfahren. Vielleicht konnten sie viel mehr, als wir heute wissen, eventuell dachten sie auch schon an die Zukunft. In Mitteleuropa mussten Vormenschengruppen ganz sicher für den nächsten Winter vorsorgen, sonst hätten sie nicht lange überlebt.

Damit mich niemand missversteht: Ich sage nicht, dass Cieri und seine Co-Autoren falsch liegen. Ihre Hypothese ist neu, durchdacht und diskussionswürdig. Aber die vorgebrachten Belege reichen nicht für einen Nachweis. Wenn das Gesicht der Menschen im Laufe der letzten hunderttausend Jahre tatsächlich runder wurde (was nicht erwiesen ist), könnten ganz andere Ursachen zugrunde liegen.

Andere Ideen zur Entwicklung der Menschheit

Männer finden eine Frau mit einem jugendlichen und sehr weiblichen Gesicht ausgesprochen attraktiv. Umgekehrt bevorzugen Frauen Männer mit maskulinen Zügen. Daraus könnte man schließen, dass sich auf die Dauer ein größerer Dimorphismus entwickeln müsste. Allerdings entscheiden Frauen vorwiegend nach anderen Kriterien, ob sie einen Mann attraktiv finden, da sind kantige Züge sind eher unwichtig. Männer dagegen verlieben sich vorwiegend in die Gesichter der Frauen. Bei Männern hat die Gesichtsform also wenig Einfluss auf die Fortpflanzungschancen, während Frauen mit einem sehr weiblichen Gesicht tendenziell mehr Nachkommen haben. Über die Jahrtausende könnte allein dieser Effekt schon zu einem weiblicheren Gesicht beider Geschlechter führen. Einige Forscher glauben auch, dass die Neandertaler unseren Vorfahren wichtige Gene für die Verbesserung der geistigen Fähigkeiten gespendet hat.6 Demnach wäre die Begegnung mit unseren ausgestorbenen Vettern der Beginn der Zivilisation gewesen.

Das alles ist sehr interessant, aber schlüssige Beweise hat bisher niemand vorlegen können. Das Thema bleibt spannend.

Literatur

[1] Cieri, R.L., Churchill, S.E., Franciscus, R.G., Tan, J.,and Hare, G. (2014). Current Anthropology, 55(4) 419-443 Link

[2] Plavcan, J. M. (2012). Body size, size variation, and sexual size dimorphism in early Homo. Current Anthropology, 53(S6), S409-S423.

[3] Carrier, D. R., & Morgan, M. H. (2014). Protective buttressing of the hominin face. Biological Reviews. Link

[4] Schaefer, K. et al. (2004) Craniofacial sexual dimorphism patterns and allometry among extant hominids. Annals of Anatomy 186 471–478 Link

[5] Gómez-Valdés, J., Hünemeier, T., Quinto-Sánchez, M., Paschetta, C., de Azevedo, S., González, M. F., ... & González-José, R. (2013). Lack of support for the association between facial shape and aggression: a reappraisal based on a worldwide population genetics perspective. PloS one, 8(1), e52317. Link

[6] Cochran, G, Harpending, H (2009) The 10,000 year explosion: How civilization accelerated human evolution. New York, 25-64


28 Kommentare zu “Mehr Zivilisation durch weniger Testosteron?”

  1. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Spekulationen um Hormonspiegel, Steinzeitgehabe und -aussehen, Intelligenz/Potenz und Kraft unserer männlichen Vorfahren sind auch in Frauenzeitschriften willkommen. Für gelangweilte Männer gibts die Steinzeitdiät, für gelangweilte Frauen den in der Frauenzeitschrift servierten Steinzeitmann.

    Interessant ist sicher, dass sich das äussere Erscheinungsbild des Menschen und auch das Hirnvolumen in den letzten paar tausend Jahren geändert hat, also evolutiv gesehen in einem äussert kurzen Zeitraum, was entweder auf einen überraschend schnelle Evolution oder einen starken Selektionsdruck hindeutet.

    Das Hirnvolumen hat übrigens in den letzten 10'000 Jahren abgenommen, was wiederum zu grossen Spekulationen Anlass gibt. Die einen machen die schlechtere Ernährung durch Umstellung auf vorwiedend Getreide dafür verantwortlich, andere sehen die "Domestizierung" des Menschen als Grund, also die zunehmende Arbeitsteilung welche die Anforderungen an den Einzelnen eher reduziert hat. Möglicherweise spielt beides eine Rolle, denn die Hirne von Menschen, die unter günstigen Bedingungen leben (wie wir das heute tun) sind durchschnittlich etwas grösser als die von Menschen, die beispielsweise in der Kindheit über einen längeren Zeitraum gehungert haben.

    Man sieht, es lässt sich endlos spekulieren. Und man wird nicht müde davon, weil es um uns selbst geht und uns das genausowenig kalt lässt wie das Selfie von gestern.

  2. Balls Antworten | Permalink

    Aber was. Die Empirie lehrt, daß Männchen, Testosteron hin oder her, spätenstens nach dem Erreichen der Adoleszenz i.d.R. zur Friedfertigkeit neigen, hingegen die Weibchen zeitlebens gern und hin und wieder einmal etwas Zwist erleben möchten; der Emotionalität wegen, die überhaupt das Größte und Wichtigste sei, wie sie, die Weibchen, zu beteuern nicht müde werden.

    Und wir haben seit einiger Zeit das, nun ja, Vergnügen, vermehrt Frauen in Verantwortung und Regierung zu erleben. Fazit: kaum zu glauben, noch schlimmere Katastrophe, und zusätzlich durch den ganzen Gendermüll zu allem Überfluss auch noch als gesellschaftlicher Fortschritt verbrämt. Zum wegrennen.

  3. chris Antworten | Permalink

    Viel einleuchtender ist die These der Pädomorphen Entwicklung. Da mag sich ein gewisser Unterschied beim Hormonhaushalt zwangsläufig ergeben. Aber das "Brutalo-Homon" Testosteron allein erklärt noch nicht viel. Anhand der Pädomorphie/Neotenie kann man auch kulturelle Geschlechter-Stereotype etwas relativieren. Es liegt dann nicht an Männlichkeit vs Weiblichkeit, sondern am klassichen Entwicklungsfortschritt. Frauen (aber auch Männner) sind demnach minderentwickelt, aber für das Leben im kollektiv leichter Konditionierbar und kooperativer. "Weiter" entwickelte "Männer" (die auch Frauen sein können) haben dann typisch "männliche" Eigenschaften, wie dominanztendenz, physische potenz und allerhand übliche Stereotype Eigenschaften/Möglichkeiten.

    Schlicht ist eine wichtige Ursache in dieser Entwicklung der Pädomorphie und Neotenie die Populationsgröße und die Distanz, die jeder dieser in Population lebender zueinander zusammenlebt. Also im Sinne eines direkten unmittelbaren Kontaktes (in urbanisierten Umgebungen) oder als Einzelgänger.

    Die Frage, wie man miteinander umgeht, ist dann wieder eine Frage nach dem Prinzip, was zuerst war: Huhn oder Ei. (Hormon oder Verhaltensgewohnheiten, was dann auch das Hormon verändert)

    Denkbar wäre, dass es gewisse Umweltbedingungen (Naturkatastophen oder auch den Wechsel von der Paarungszeit zur ganzjährig möglichen Paarung vollzogen hat - was zu einer Bevölkerungsexplusion geführt haben müsste, was wiederum die Distanz des Zusammenlebens unmittelbar beeinflusst - dessen Ursache (Wechsel zur ganzjähigen Paarungsfähigkeit etwa) wieder auf eine besondere Bedingung im Sinne etwa einer Naturkatastrophe hinweist) gab, die eine Population zur Veränderung der Gewohnheiten und Lebensführung zwang.

    Auch denkbar:
    Als es so langsam zu einer Bevölkerungsdichte kam, die ein engeres Zusammenleben erzwang und damit auch alle uns heute üblichen (Klein)Kriege erzeugen tat, weil die Gruppen inzwischen immer größer wuden, sodass auch die Dynamiken extemer wurden, sind regelmässig die "stäksten Krieger" dabei dezimiert wurden (weil man ja jede Eigenschaft "würdigte" ...sic), sodass die schwächsten regelmässig in der Überzahl gewesen waren und so ihre Eigenschaften durch Gene und durch Vererbung der Kulturinhalte und Techniken die Entwicklung in der Tendenz maßgeblich bestimmten. Welche Hormone hierbei nun welchen Individuen zugesprochen werden, dürfte eindeutig sein.

    Schaut man sich die Weltbevölkerung an und ihre ethnischen Unterschiede, die sich schon gut in äußeren Merkmalen zeigen, müsste man auch darüber - über deren Lebensumstände und Bedingungen - auf Erkenntnisse kommen. Zum Beispiel das Merkmal Behaarung, welches gerüchtweise vom Testosteron abhängt. Warum sei dass so? Die Rassefrage stellt sich nicht einfach so, wie zu Zeiten damals. Das hat alles seine Ursache.

    Dass die Pädomophie und Neotenie je deutlicher, desto weiter vom gewissen Breiten- und Längengrad ausgehend (Zweistromland/Nordafrika) zunimmt, ist der nächste Hinweis.

    Gerüchteweise gibt es da ja noch das BPA (und unbekannte andere Stoffe in der Umwelt), welches, wenn es wahr ist, uns physisch degenerieren lassen müsste - also nicht ausentwickeln lässt. Weiblich und Männlich also Jung und Alt zu sein scheinen. Diese Thesen-Positionen kann man auch an Verhaltensweisen und stereotype Eigenschaften wiedererkennen/bestätigt finden. Infantilität vs Risikofreudigkeit etwa als andere Einordnung für Jung vs Alt (physisch/entwicklungsbezogen) oder weiblich vs männlich oder wenig vs viel Testosteron.

    Bezüglich solcher Umweltbedingungen kann man den derzeitigen Schnitt der Schadelausformungen gar nicht so recht in ein natüliches Verhältnis einodnen, wenn wir uns chemisch selbst manipulieren, was dann kein evolutionäres Ereignis sei, sondern ein "kreationistisches". Bei "Weichmacher" kommt mir im Zusammenhang auch unweigerlich "verweichlicht" in den Sinn. Das mögen "blöde" Stereotype sein - aber nicht ungerechtfertigt in der Welt.

    In dieser These wäre der Gender-Inhalt ausgehebelt und müsste sich "etwas" umorientieren. Aber mit kinder und Jugendschutz und Förderung sind wir ja den einschlägigen Bekundungen nach schon viel weiter, als bei den Geschlechtern...!

    Sollte an diesem etwas dran sein, hat das nicht nur in Detailbereichen Konsequenzen, sondern vollübergreifend über ganze Völker und deren Politik und Kulturförderung und Techniken - theoretisch.

    Was auch immer ist, es wird jedenfalls immer irgendjemand unzufrieden sein.

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Neotenie, also das Beibehalten kindlicher Merkmale bis ins Erwachsenenalter ist sicher eine der Entwicklungslinien in der Menschwerdung. Aber für den vermuteten zvilisatorischen Sprung vor etwas 50000 Jahren kommt sie nicht in Frage. Schon beim Homo Erectus und bei den Neandertalern finden sich entsprechende Merkmale. Eine lebenslängliche eher jugendliche Neugierde ist übrigens auch eines der Merkmale des Homo Sapiens. Ob sie bei unsere ausgestorbenen Verwandten bereits vorhanden war, ist natürlich heute schwer festzustellen.

      • chris Antworten | Permalink

        Doch käme sie infrage. Die Neotenie ist keine zwingende Entwicklung, die einmal angefangen unendlich fortschreitet. Es kann sich auch in Phasen ereignet haben, die dann zwischendurch nicht mehr weiter Einfluß ausübten.
        Als natürlicher Einfluß gilt hier Radioaktrivität durch Objekteinschläge aus dem All. Radioaktive Metalle haben einen wesendlichen Einfluß auf evolutionäre Entwicklungen.

        • Martin Holzherr Antworten | Permalink

          Wie kommen sie auf folgendes: "Radioaktive Metalle haben einen wesendlichen Einfluß auf evolutionäre Entwicklungen"
          1) Warum radiokative. Metalle und nicht radioaktive Stoffe an und für sich?
          2) Warum soll Radioaktivität mehr Mutationen bewirken als chemische mutagene Stoffe. Und das noch obwohl die natürliche Radioaktivität heute weit geringer ist als vor einer Milliarde Jahren
          3) Wenn Radioaktivität "einen wesendlichen Einfluß auf evolutionäre Entwicklungen" hätte, müsste das nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tiere gelten
          4) Warum sollen radioaktiv beeinflusste evolutionäre Entwicklungen die Neotenie begünstigen?

          Fragen über Fragen.

          • chris | Permalink

            1. Metalle im Sinne der Chemie. (wenn ichs richtig verstanden habe, sind dann alle Elemente ab eine Ordnungszahl Metalle).
            2. korrekt. Radioaktivität im Zusammenhang ist übererfüllend und erst in einer späteren Ursache/Wirkungs-Systematik relevant. Etwa, indem radioaktive Gase zu festen Elementen zerfallen, sind sie daraufhin immobiler und können im Organismus angereichert werden, was zu einer höheren Wirkungsdauer führt.
            3. Hier sind sogenannte "höhere Fähigkeiten und Möglichkeiten" des Menschen wohl relevant - Entwicklung von Kultur als Potential eines Spieltriebs. Was einen Hinweis darauf gibt, dass es im Zusammenhang mit dem Nervensystem Wirkung erzeugt. Erstauftreten ist damit nicht erklärt, aber angesichts nach dem Prinzip viraler Verbreitung dann ...ist "Huhn" wie "Ei" jeweils mögliche und gegenseitig supportende Ursache.
            4. siehe 3. - und die Einflüsse auf das Gehirn und Nervensystemm.

            Das aus dem Stand. Reicht sicher noch nicht - aber immerhin.

          • chris | Permalink

            Zitat:

            "Und das noch obwohl die natürliche Radioaktivität heute weit geringer ist als vor einer Milliarde Jahren."
            -> Na, dann ist es eben entgegengesetzt Proportional (im Hauptrelevanten Wirkungsbereich).
            Je höher die Ordnungszahl, desto stabiler der Support des Individuums. Daraus ergibt sich, dass es besser wäre, dass Andere Individuen besser nicht kontaminiert wären. Ausserdem jeweils die Mischung (der Elemente) die Variabilität; die Bandbreite der möglichen Varianten zugänglich macht. An der Stelle würde es Sinn machen, alles zu fressen, was da existiert auf der Welt. Das tun die meisten Tiere nicht - aber der Homo-XY scheint da nicht so wählerisch.

            Es ist nicht gesagt, das die Radioaktivität hier die relevante Eigenschaft der Elemente sei. Sie könnte nur ein Nebenprodukt sein. Ganz richtig festgestellt scheinen chemische Eigenschaften der Elemente größeren Einfluß auszuüben, was aber die Orientierung an der Ordnungszahl nicht nichtig oder sinnlos macht.

  4. Inge Schuster Antworten | Permalink

    Der Primatenforscher Tobias Deschner (MPI für evolutionäre Anthropologie/Leipzig) studiert das Verhalten frei lebender Menschenaffen und bestimmt an Hand von Urinanalysen, wie sich Konkurrenz und Kooperation auf die Ausscheidung verschiedener Hormone, u.a.. von Testosteron, auswirken.

    Demnach unterscheiden sich unsere nächsten Vorfahren - Schimpansen und Bonobos - eben durch die von Cieri genannten Merkmale: Schimpansen sind größer, aggressiver und der Testosteronspiegel der Männchen ist direkt mit ihrem Dominanzverhalten, ihrer Aggressivität korreliert. Im Gegensatz dazu sind Bonobos zierlicher, friedlicher, Männchen dominieren nicht über die Weibchen, wobei die Testosteronspiegel ranghoher Männchen, die auch einen höheren Paarungserfolg haben, sogar niedriger ist als der von rangniedrigereen Tieren. Bonobos investieren lieber in Beziehungen zu den Weibchen.

    Details in: T. Deschner, "Konkurrenz, Kooperation und Hormone bei Schimpansen und Bonobos"
    http://scienceblog.at/konkurrenz-kooperation-und-hormone-bei-schimpansen-und-bonobos#.

    • KRichard Antworten | Permalink

      Eine starke Hypothese sollte auch starke Belege vorweisen können. Sind bei den einzelnen Affenarten wirklich Schädelverletzungen in unterschiedlicher Zahl als Todesursache nachweisbar? Ich vermute eher, dass Infektionen, Verletzungen und Alterserscheinungen die Lebenszeit begrenzen.

      Manche Affenarten sind nicht besonders gut in der Lage, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Unsere Vorfahren hingegen haben sich über die ganze Welt ausgebreitet und wir sind die einzige Art, welche Feuer gezielt nutzt (seit ca. einer 3/4 Mio. Jahren). Dazu ist es notwendig, dass man auf unterschiedliche Lebensumstände geistig und körperlich variabel reagieren kann - und Wissen weitergibt. Unterschiedliche Anforderungen trainieren sowohl flexible Reaktionen, Sozialverhalten wie die Ausbildung von intellektuellem Verhalten.

      Außerdem sollte man noch in Betracht ziehen, dass eine glattere Schädelform bei unseren aufrechtgehenden Vorfahren die Geburt erleichtern könnte - dies wäre ein Überlebensvorteil für Mutter und Kind. Was wiederum die Bildung von größeren, stabileren Sozialverbänden ermöglicht.

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Vielen Dank für den Hinweis. Das Beispiel zeigt, wie sich schon eng verwandte Arten in ihrem Verhalten und ihrer Gruppendynamik unterscheiden können. Cieris Idee wäre also durchaus im Bereich des Möglichen, allerdings müsste er dann auch erklären, wieso die damals über ganz Afrika, Asien und Europa verteilten Menschen unabhängig voneinander einen verringerten Testosteronspiegel entwickelt haben sollten. Es könnte natürlich an der zunehmenden Bevölkerungsdichte liegen, aber auch dieser Faktor war regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.

      • Inge Schuster Antworten | Permalink

        Ein eben erscheinender Review weist auf die epigenetische Regulierung (durch DNA-Methylierung) des Enzyms der Testosteronsynthese - CYP17A1 - hin.

        Der Trigger für die epigenetischen Veränderungen könnten z.B. Nahrungsbestandteile sein.. .

        M. Ivanov et al., (2014) Epigenetic mechanisms of importance for drug treatment, TIPS-1143;in press.

  5. KRichard Antworten | Permalink

    Eine ´faszinierende´ Hypothese, für die als passendes Veröffentlichungsdatum eigentlich der 1. April gewählt werden muss: Wer Gewalttätigkeit annimmt, müsste diese auch für den angesprochenen Zeitpunkt nachweisen (z.B. durch eingeschlagene Schädel). Auch die Idee, dass die Vorfahren vorher nicht lernfähig waren ist ´brilliant´. Da möchte ich zu gerne wissen, für was die Gehirne damals verwendet wurden.

  6. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Hat der Homo sapiens masculinus seinen heutigen Testosteronspiegel und damit seine Kulturfähigkeit/Domestikation/Feminisierung schon vor 50'000 Jahren erworben, doch die Agrikultur erst vor 12'000 und Schrift erst vor 6'000 Jahren entwickelt? Hat es also diese lange Inkubationsphase gebraucht um die Kulturfähigkeit in aktuelle Kultur umzumünzen? Das erscheint zuerst kontraintuitiv, mag aber tatsächlich so sein, vor allem darum, weil in diesem reduzierten Bild, das nur gerade Landwirtschaft und Schrift als Meilensteine herausstellt, andere frühere Kulturtechniken zu kurz kommen. So scheint es domestizierte Wölfe (Hunde) schon vor 30'000 Jahren gegeben zu haben (Zitat Wikipedia)

    Genetic and archaeological evidence shows that humans domesticated wolves on more than one occasion, with the present lineage of C. l. familiaris arising at the latest 15,000 years ago as evidenced by the Bonn-Oberkassel site and possibly as early as 33,000 years ago as evidenced by the mtDNA testing on a paleolithic dog's remains from the Razboinichya Cav

    Die Domestizierung von Tieren ist aber kein einfaches Unterfangen und setzt wohl bereits eine gewisse Arbeitsteilung voraus.

    Im übrigen muss aber die Annahme, die Biologie des Menschen habe sich in den letzten Jahrtausenden kaum noch geändert nicht unbedingt korrekt sein. Es gibt Hinweise darauf, dass epigenetische Aufprägungen auf das menschliche Genom über mehrere Generationen weitergegeben werden können. Im Abstract des Artikels Nongenetic Inheritance and Its
    Evolutionary Implications
    liest man

    nongenetic inheritance can circumvent the limitations of genetic inheritance and thereby
    influence population dynamics and alter the fitness landscape. The weight
    of theory and empirical evidence indicates that nongenetic inheritance is a
    potent factor in evolution that can engender outcomes unanticipated under
    the Mendelian-genetic model

    Die Rolle der Epigenetik liegt ja in der Genaktivität. Mit den gleichen Genen ausgestattet, kann das einte Individuum beispielsweise weniger Testosteron ausschütten als ein genetisch identisches, wenn die entsprechenden Gene infolge erworbener Methylierung weniger aktiv sind. Wird auch der Methylierungsgrad der Gene mitvererbt, würde dies auch nachfolgende Generationen "spüren". Tatsächlich zeigten ja die Klonexperimente a la Dolly, dass von der DNA-Sequenz her identische Individiuen sich erheblich unterscheiden können. Inzwischen ist das Konzept der Transgenerationalen Epigenetik anerkannt.
    Möglicherweise gibt es bald einmal sogar Therapien, die auf epigenetischen Modifikationen beruhen.

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Die Arbeit von Cieri greift die Hypothese auf, dass die ersten komplexen Artefakte und Kunstwerke vor ca. 50000 Jahren auftauchten. Daraus schließen manche Wissenschaftler, dass es damals eine durchgreifende Änderung in der kognitiven Ausstattung des Menschen gegeben haben muss. Das ist zwar denkbar, aber schwer nachzuweisen. Epigenetische Veränderungen als Auslöser sind eher unwahrscheinlich. Sie erlauben es zwar, Reaktionsmuster auf kurzfristige Änderungen von Umweltfaktoren auch an die Nachfahren weiterzugeben, aber sie hätten keine dauerhafte Wirkung. Natürlich ändert sich die genetische Ausstattung der Menschen auch weiterhin laufend. Menschen sind - biologisch gesehen - ganz normale Säugetiere. Ihre Art dürfte deshalb vielleicht eine Million Jahre lang bestehen bleiben. Dann wird sie aussterben oder einen Nachfolger finden.

      • Martin Holzherr Antworten | Permalink

        "Menschen sind - biologisch gesehen - ganz normale Säugetiere. ". und " Ihre Art dürfte deshalb vielleicht eine Million Jahre lang bestehen bleiben."
        Das hört man oft, es trifft aber auf die Menschen in unserer Zivilisation nicht mehr zu - oder nur noch in ganz veränderter Weise. Heute hängt die Zahl der Nachkommen - also der Reproduktionserfolg - kaum noch vom Erfolg gegenüber natürlichen Feinden oder vom Erfolg in der Gesellschaft ab, denn in den wohlhabenden Gesellschaften gibt es keinen Hunger mehr und es gibt auch keine irgenwie beschaffene Belohnung für eine grosse Zahl von Nachkommen (eher wohl eine Bestrafung). Hier hat Michael Blume durchaus recht, dass heute andere Faktoren wie Glauben und Religiosität einen weit grösseren Einfluss auf die Zahl der Kinder haben.

        Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass wir die "biologische" Phase zum grossen Teil hinter uns haben und dass wir nun kulturell geprägt sind. Zur Kultur gehört auch die Naturwissenschaft. Und früher oder später werden wir Eigenschaften und Merkmale unserer Nachkommen selbst bestimmen, einfach weil wir das können und wollen. Wir werden unsere Zukunft - auch die biologische - also selbst in die Hand nehmen. Damit wird das Wissen über die Artengeschichte für uns selbst irrelevant. Wir dürfen jedenfalls nicht damit rechnen, dass es uns in 500'000 Jahren noch gibt. Wenn es dann noch intelligente Wesen gibt, könnten die sich stark von den heutigen unterscheiden. Dazu müssen wir nicht einmal 500'000 Jahre warten, 1000 Jahre genügen wohl. Nehmen wir noch die Möglichkeit hinzu, dass Menschen andere Sternensysteme besiedeln - eine Besiedlung der ganzen Milchstrasse ist in einer Million Jahre durchaus möglich -, dann wird es plausibel, dass in Zukunft ganz andere Kräfte wirken werden als die der biologischen Evolution.

        • Thomas Grüter Antworten | Permalink

          Die enormen Fortschritte der Medizin und der industriellen Produktion von Nahrungsmitteln sind keine 200 Jahre alt und wirken sich erst seit zwei Generationen aus, und auch nur auf eine Minderzahl von Menschen. Möglicherweise stehen wir am Anfang einer neuen, naturwissenschaftlich gesteuerten Phase der Evolution, möglicherweise aber auch nicht. Vielleicht gibt dann in der Tat in Tausend Jahren keine Menschen mehr (oder nur noch in eigenen Reservaten). Aber das ist vorläufig noch Spekulation.

          • Martin Holzherr | Permalink

            Das stimmt natürlich: Wirklich befreit vom Selektions- und Evolutionsdruck sind wir noch nicht so lange. Trotzdem ist diese Vorzeit wo der Mensch ein Säugetier wie andere war, keine Referenz mehr für unsere Zukunft. Freiwillig wird der Mensch die jetztige Zivilisationstufe nicht wieder aufgeben und wenn er es unfreiwillig tut und wir praktisch wieder evolutionär getriebene Geschöpfe werden, fallen wir aus dem kulturellen Rahmen aus dem wir heute alles betrachten. Der obige Artikel könnte dann allenfalls noch als Relikie übrigbleiben, diskutieren würde man nicht mehr darüber.

            Ausgehend von dem was die heutige Zivilisation anstrebt, möchte die Menschheit wohl die Kontrolle über die Entwicklung behalten und sie nicht an von ihm erfundene Technologie abgeben. Wenn das klappt wird es in1000 Jahren immer noch Menschen geben aber wohl etwas andere als die heutigen. Auch wenn diese von uns geformten Nachfahren noch ähnlich aussehen werden wie die heutigen.

            In den referenzierten Artikeln wird übrigens mehrmals nicht nur der Homo sapiens, sondern es werden auch ältere Menschenarten herangezogen. Das zeigt doch, dass auch Forscher Vorformen des heutigen Menschen als verwandt und ähnlich zu uns betrachten. "Genetisch verbesserte" Menschen der Zukunft werden genauso über den Homo sapiens denken wie wir über den Neandertaler oder Homo rudolfensis denken.

    • balls Antworten | Permalink

      Passt zum Zeitgeist, passt zu SPON, schon der Titel - ich sag's ja.

      Warum der Beitrag allerdings in der Rubrik "Wissenschaft" geführt wird, anstatt bei "Karriere" oder im "Panorama", schwer nachzuvollziehen.

      • Thomas Grüter Antworten | Permalink

        Die Arbeit von Cieri ist schon echte Wissenschaft, wenn auch die Schlussfolgerungen etwas weit hergeholt sind. Übrigens wirft auch der Speigelartikel Brauenwulst und Überaugenwulst durcheinander.

        • balls Antworten | Permalink

          "Die Arbeit von Cieri ist schon echte Wissenschaft, wenn auch die Schlussfolgerungen etwas weit hergeholt sind."

          Schon. Sie nennen diese Arbeit also dennoch und im Ernst "echte Wissenschaft"?

          Als seien logisch nachvollziehbare, i.e. naheliegende Schlußfolgerungen nicht der eigentliche Kern der Wissenschaft. Daten sammeln, und zwar mehr als zuhauf, kann auch jede dumme Maschine.

  7. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Wild spekulierend ist das typisch männliche Hormon sinnvoll für die "sportliche" [1] Betätigung, was als die Auseinandersetzung, den Kampf oder den Krieg unterstützend verstanden werden könnte.
    Frauen, die die Estrogenproduktion kennen, könnten, wiederum wild spekulativ, günstig oder scheinbar günstig Konfliktsituationen mit womöglich ungünstigem Ausgang meistern, psychologisch bzw. psychologisierend.

    'Weniger Zivilisation durch weniger Testosteron' könnte für "westliche" [2] Gesellschaften insofern auch gelten, wenn die Gegner dieser zäh oder im oben beschriebenen Sinne "sportlich" sind.

    MFG
    Dr. W

    [1] Leichtathleten schlugen sich in den 80ern denn auch gerne vor Beginn des Sportereignisses ins Gesicht, was medial nicht so gu-ut ankam und unterbunden worden ist. Radsportler wissen von einer Leistungssteigerung nach (!) Stürzen mit leichten (Haut-)Verletzungen zu berichten, wobei hier andere Biochemie mitgespielt haben könnte.
    [2] Gemeint sind hier immer diejenigen Systeme, die gesellschaftlich den Ideen und Werten der Aufklärung folgend implementieren konnten, die Richtungsangabe ist irreführend.

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Naja, mag ja richtig sein, aber was hat das mit der Frage zu tun, ob vor 50000 Jahren die Menschheit durch einen Abfall des Testosteronspiegels bei Männern erst eine Zivilisation entwickeln konnte?

      • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

        @ Herr Dr, Grüter :
        Sie fragten halt im WebLog-Artikel: 'Wie kommen die Forscher auf diese Idee?'

        Und diese Idee scheint tagespolitischer Art zu sein, soz. entfruchend und der Fertilitätsrate von ca. 1,4 in der BRD und allgemein in "westlichen" Staaten geschuldet, die es zu rechtfertigen gilt, aus Sicht einiger.
        Haben Sie hier mehr als tagespolitisch gemeinte Nachricht erwartet?

        MFG
        Dr. W

        PS: Das hier müsste eigentlich Mumpitz sein - 'Männer finden eine Frau mit einem jugendlichen und sehr weiblichen Gesicht ausgesprochen attraktiv. Umgekehrt bevorzugen Frauen Männer mit maskulinen Zügen.'

        Das ist zeitgenössische Sicht, die so alles andere als klar ist; der Primat dürfte schon in früheren Zeiten auf die Fortpflanzungsfähigkeit seiner Art oder Familie geachtet haben, die sich nicht in den Gesichtszügen widerspiegelt, zumindest ganz sicher nicht beim weiblichen Subjekt.
        Auch der männliche Primat darf angefordert stärker gebaut gewesen sein.
        BTW, was halten Sie persönlich davon?

        • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

          PS:
          Danke für Ihre Einschätzung natürlich, Robert Cieri et al. überzeugen mit ihrer Einschätzung bevorzugt im Spekulativen.

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