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Pastoren und Politik? „…dieweil sie das gar nichts angeht”

24. April 2016 von Hermann Aichele

Kirche und Politik – immer wieder eine spannende Sache. Wer da genauer hinschaut, wird immer wieder Wechselwirkungen sehen, mitunter auch gute.. Schließlich geht’s ja in den Kirchen um Menschen, und da fängt die Politik schon an: wie organisieren Menschen ihr Zusammenleben und wie werden sie organisiert? Auf welche Melodien singen sie und welchen Weisungen folgen sie? Eine Bemerkung des alten Kaisers Wilhelm II vom Jahr 1896 ist mir immer noch eindrücklich: „Politische Pastoren sind ein Unding. Die Herren Pastoren sollen sich um die Seelen ihrer Gemeinden kümmern, die Nächstenliebe pflegen, aber die Politik aus dem Spiele lassen, dieweil sie das gar nichts angeht." ... weiter

 

Feindesliebe – oder notwendige Ent-Rüstung

4. April 2016 von Hermann Aichele

„Liebet eure Feinde“ – ein weithin bekanntes Wort von Jesus. Oft zitiert als christliches Markenzeichen: Gegenüber einer Welt, die sonst auf Gewalt und Rache setze, gelte bei Christen das Ideal der Feindesliebe. Im Idealfall, sollte man vorsichtshalber dazu sagen, weil das mit den guten Idealen und den guten Vorsätzen so eine Sache ist und man nicht immer so genau weiß, welche Wege damit gepflastert werden. Deshalb wird diese Idee auch belächelt als bloß schönes „Wort zum Sonntag“, das höchstens dazu da sei, die Gewissen zu schärfen und uns aufzuzeigen, wie entfernt wir von der wahren Gottesliebe seien. Aber ansonsten solle man sich doch, bittschön, der Wirklichkeit stellen, in der andere Gesetze gelten – in der auch mit harten Bandagen gekämpft werden muss, gegen Kriminelle und Terroristen. ... weiter

 

Religionen intelligent bestehlen – Alain de Bottons „Religion für Atheisten“

18. Mai 2013 von Hermann Aichele

„Der Versuch, die Nichtexistenz Gottes zu beweisen, kann für Atheisten eine unterhaltsame Tätigkeit sein“ und „Die langweiligste und unproduktivste Frage, die man sich zu einer Religion stellen kann, ist die, ob sie wahr ist oder nicht“– so leitet mit hintergründiger Ironie Alain de Botton sein Buch ein, das er vor einem starken Jahr schrieb und das jetzt, seit Ende April, in deutscher Übersetzung vorliegt: „Religion für Atheisten“ (S.Fischer-Verlag, 21,99 €)Im Februar 2012 las und besprach ich in einem Blogbeitrag "Religion... weiter

 

Kreationismus – viel Schaum vor dem Mund?

30. April 2013 von Hermann Aichele

Vor einem knappen Jahr erschien in „Spektrum der Wissenschaft“ ein Artikel von Russell Garwood, „Verteidigt die Evolutionstheorie!“ Darauf aufmerksam wurde ich durch neue Erwähnungen über Twitter und Facebook – wobei mir nicht klar ist, ob es einen konkreten Anlass gibt, warum hier der fast ein Jahr alte Artikel neu aufgegriffen und diskutiert werden soll. Ist ja recht, wenn Wissenschaftler ihre Aufgabe tun und Zusammenhänge auch entsprechend darstellen und verteidigen. Aber ist es nötig, gegenüber kreationistischen Einwürfen, die lästig sein können... weiter

 

Neue Annäherung an Darwin – Michael Blumes Buch

21. Januar 2013 von Hermann Aichele

So richtig weiß ich nicht mehr, was wir vor  einem halben Jahrhundert in der Schule über Darwin mitbekommen haben. In den letzten vier Jahren war es ein kirchliches Internats-Gymnasium. Mein allgemeiner Eindruck, man hat damals wohl gedacht und es so uns beigebracht: Irgendwie stimmt das mit der Evolution schon, bis eine Million Jahre zurück wird man unsere Vorfahren (über den Neandertaler zurück) als Menschen bezeichnen können; davor: nicht direkte Abstammung von Affen sondern „gemeinsame Vorfahren“ von Affen und Menschen. Über... weiter

 

Der Esel im Stall von Bethlehem und die Sehnsucht nach Menschlichkeit

15. Dezember 2012 von Hermann Aichele

Warum eigentlich konnte der Esel im Stall von Bethlehem nicht an der Myrrhe des Königs Balthasar rumschnuppern? Und die Hirten vom Feld – haben sie nicht auch den Stern gesehen? Sie haben nicht - ganz einfach, weil die in der Bibel gar nicht so schön zusammenkommen wie die Figuren in unseren Weihnachtskrippen heutzutage. Erst da sind sie friedlich vereint: Maria und Josef und das Kind in der Mitte. Dazu die Hirten und die Heiligen drei Könige. Ja und Ochs und... weiter

 

Menschlich sein – mit oder ohne Gott?

28. November 2012 von Hermann Aichele

„Hütet euch vor den Menschen, deren Gott im Himmel ist!“und „Humanität ohne Divinität ergibt Bestialität” zwei geflügelte Worte, die mir immer wieder begegnen. Und wie das mit geflügelten Worten so ist: Der Argumentations-Zusammenhang, auf den hin sie ursprünglich formuliert waren, lässt sich so einfach nicht mehr erheben. Auch die Quellenangabe ist öfters unsicher. Nun, das erste sei von George Bernhard Shaw, das zweite möglicherweise von Franz Grillparzer. Wann und warum haben sie’s aber so formuliert? Wird egal sein – geflügelte... weiter

 

Heidenangst und Gottesfurcht

27. September 2012 von Hermann Aichele

Sie begegnet mir immer wieder, diese Angst voreinander: Atheisten, die sich als Teil einer verfolgten Minderheit sehen. Und Christen, die meinen, sie könnten ihre Meinung hierzulande nicht offen vertreten. Bei manchen ist es vielleicht ein Stück Sehnsucht, sich als Märtyrer oder Held fühlen zu dürfen – sie beneiden solche, die sich zu anderen Zeiten und anderen Orten bewähren konnten und suchen auf diese Weise Gelegenheit, sich selbst als ebenso mutig zu beweisen, wie sie eigentlich schon immer sein wollten: Ja,... weiter

 

Der Stoff, aus dem die Bibel gewoben ist

8. September 2012 von Hermann Aichele

„Entweder nimmt man die Bibel wörtlich oder man nimmt sie ernst“ – dieser kluge Satz wird verschiedenen Leuten zugeschrieben. Ich meine, ich hätte ihn zuerst von Pinchas Lapide gehört, einem jüdischen Religionsgeschichtler und Theologen. Und ihm wird er, wenn man im Internet sucht, sonst auch öfters zugeschrieben. Ich übersetze ihn für mich so: Erst wer die Illusion aufgibt, die Bibel könne (oder müsse?) als einheitlich konzipiertes Lehrbuch ewiger Wahrheiten verstanden werden, kommt dem Verständnis näher: Es sind Geschichten, Briefe, Gebete,... weiter

 

Das Leben „wahr“nehmen – Geschichten der Bibel

26. August 2012 von Hermann Aichele

Ich mag Erich Kästners „Konferenz der Tiere“ *). Im Religionsunterricht der Grundschule habe ich daraus öfters vorgelesen. Zum einen ist es friedenspädagogisch sinnvoll. Und dies durchaus auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Tiere den Frieden nicht durch („lammfromme“) Nachgiebigkeit erreichen, sondern mit List und Phantasie ihre Machtmittel einzusetzen wissen – dass sie um den Frieden streiten. Zum anderen – und darauf kommt es mir hier an - kann man mit solchen Geschichten ein Gespür dafür zu entwickeln versuchen: Auch Geschichten,... weiter