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Religionen intelligent bestehlen – Alain de Bottons „Religion für Atheisten“

18. Mai 2013 von Hermann Aichele

„Der Versuch, die Nichtexistenz Gottes zu beweisen, kann für Atheisten eine unterhaltsame Tätigkeit sein“ und „Die langweiligste und unproduktivste Frage, die man sich zu einer Religion stellen kann, ist die, ob sie wahr ist oder nicht“– so leitet mit hintergründiger Ironie Alain de Botton sein Buch ein, das er vor einem starken Jahr schrieb und das jetzt, seit Ende April, in deutscher Übersetzung vorliegt: „Religion für Atheisten“ (S.Fischer-Verlag, 21,99 €)Im Februar 2012 las und besprach ich in einem Blogbeitrag "Religion... weiter

 

Kreationismus – viel Schaum vor dem Mund?

30. April 2013 von Hermann Aichele

Vor einem knappen Jahr erschien in „Spektrum der Wissenschaft“ ein Artikel von Russell Garwood, „Verteidigt die Evolutionstheorie!“ Darauf aufmerksam wurde ich durch neue Erwähnungen über Twitter und Facebook – wobei mir nicht klar ist, ob es einen konkreten Anlass gibt, warum hier der fast ein Jahr alte Artikel neu aufgegriffen und diskutiert werden soll. Ist ja recht, wenn Wissenschaftler ihre Aufgabe tun und Zusammenhänge auch entsprechend darstellen und verteidigen. Aber ist es nötig, gegenüber kreationistischen Einwürfen, die lästig sein können... weiter

 

Neue Annäherung an Darwin – Michael Blumes Buch

21. Januar 2013 von Hermann Aichele

So richtig weiß ich nicht mehr, was wir vor  einem halben Jahrhundert in der Schule über Darwin mitbekommen haben. In den letzten vier Jahren war es ein kirchliches Internats-Gymnasium. Mein allgemeiner Eindruck, man hat damals wohl gedacht und es so uns beigebracht: Irgendwie stimmt das mit der Evolution schon, bis eine Million Jahre zurück wird man unsere Vorfahren (über den Neandertaler zurück) als Menschen bezeichnen können; davor: nicht direkte Abstammung von Affen sondern „gemeinsame Vorfahren“ von Affen und Menschen. Über... weiter

 

Der Esel im Stall von Bethlehem und die Sehnsucht nach Menschlichkeit

15. Dezember 2012 von Hermann Aichele

Warum eigentlich konnte der Esel im Stall von Bethlehem nicht an der Myrrhe des Königs Balthasar rumschnuppern? Und die Hirten vom Feld – haben sie nicht auch den Stern gesehen? Sie haben nicht - ganz einfach, weil die in der Bibel gar nicht so schön zusammenkommen wie die Figuren in unseren Weihnachtskrippen heutzutage. Erst da sind sie friedlich vereint: Maria und Josef und das Kind in der Mitte. Dazu die Hirten und die Heiligen drei Könige. Ja und Ochs und... weiter

 

Menschlich sein – mit oder ohne Gott?

28. November 2012 von Hermann Aichele

„Hütet euch vor den Menschen, deren Gott im Himmel ist!“und „Humanität ohne Divinität ergibt Bestialität” zwei geflügelte Worte, die mir immer wieder begegnen. Und wie das mit geflügelten Worten so ist: Der Argumentations-Zusammenhang, auf den hin sie ursprünglich formuliert waren, lässt sich so einfach nicht mehr erheben. Auch die Quellenangabe ist öfters unsicher. Nun, das erste sei von George Bernhard Shaw, das zweite möglicherweise von Franz Grillparzer. Wann und warum haben sie’s aber so formuliert? Wird egal sein – geflügelte... weiter

 

Heidenangst und Gottesfurcht

27. September 2012 von Hermann Aichele

Sie begegnet mir immer wieder, diese Angst voreinander: Atheisten, die sich als Teil einer verfolgten Minderheit sehen. Und Christen, die meinen, sie könnten ihre Meinung hierzulande nicht offen vertreten. Bei manchen ist es vielleicht ein Stück Sehnsucht, sich als Märtyrer oder Held fühlen zu dürfen – sie beneiden solche, die sich zu anderen Zeiten und anderen Orten bewähren konnten und suchen auf diese Weise Gelegenheit, sich selbst als ebenso mutig zu beweisen, wie sie eigentlich schon immer sein wollten: Ja,... weiter

 

Der Stoff, aus dem die Bibel gewoben ist

8. September 2012 von Hermann Aichele

„Entweder nimmt man die Bibel wörtlich oder man nimmt sie ernst“ – dieser kluge Satz wird verschiedenen Leuten zugeschrieben. Ich meine, ich hätte ihn zuerst von Pinchas Lapide gehört, einem jüdischen Religionsgeschichtler und Theologen. Und ihm wird er, wenn man im Internet sucht, sonst auch öfters zugeschrieben. Ich übersetze ihn für mich so: Erst wer die Illusion aufgibt, die Bibel könne (oder müsse?) als einheitlich konzipiertes Lehrbuch ewiger Wahrheiten verstanden werden, kommt dem Verständnis näher: Es sind Geschichten, Briefe, Gebete,... weiter

 

Das Leben „wahr“nehmen – Geschichten der Bibel

26. August 2012 von Hermann Aichele

Ich mag Erich Kästners „Konferenz der Tiere“ *). Im Religionsunterricht der Grundschule habe ich daraus öfters vorgelesen. Zum einen ist es friedenspädagogisch sinnvoll. Und dies durchaus auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Tiere den Frieden nicht durch („lammfromme“) Nachgiebigkeit erreichen, sondern mit List und Phantasie ihre Machtmittel einzusetzen wissen – dass sie um den Frieden streiten. Zum anderen – und darauf kommt es mir hier an - kann man mit solchen Geschichten ein Gespür dafür zu entwickeln versuchen: Auch Geschichten,... weiter

 

Ich glaub’, ich glaube anders

27. März 2012 von Hermann Aichele

Eine Twitter-Meldung im Zusammenhang mit einem inzwischen zurückgetretenen Politiker, dessen Name hoffentlich bald vergessen ist, kann ich so leicht nicht vergessen:           "Große Mehrheit glaubt nicht mehr an NN " …              Und ich dachte immer den gibt's wirklich... Warum fiel mir’s auf?  Weil die Mehrdeutigkeit des Wortes „glauben“ darin gleichzeitig benützt und gleichzeitig verwischt wurde; und ich glaube, so wie ich den Twitterer und seine Tweets  kenne, hat er’s augenzwinkernd getan. Sei ihm gegönnt. Aber mich als Theologen hat es denn... weiter

 

“Religion für Atheisten” – A. de Bottons freundliche Provokationen

21. Februar 2012 von Hermann Aichele

Der Streit um Theismus und Atheismus, zwischen Christen verschiedener Konfessionen und Religionslosen verschiedener Couleur ist manchmal nervtötend. Sagte anscheinend doch schon Heinrich Böll, er habe was gegen Atheisten, weil die so viel von Gott redeten. Nun, es soll gelegentlich auch vorkommen, dass mancher Streit sogar der Wahrheitsfindung dient. Aber es gibt eben immer wieder auch pubertär wirkende Trotzreaktionen – ängstliches Beharren auf einmal gewonnenen Einsichten und bloß hämisches Abwerten der jeweils Anderen mit fadenscheinigen Argumenten und billigen Triumphen über die... weiter