Die größte Herausforderung

24. September 2014 von Stefan Rahmstorf in Allgemein

Climate change threatens hard-won peace, prosperity, and opportunity for billions of people.
Today we must set the world on a new course.
Climate change is the defining issue of our age.
It is defining our present.
Our response will define our future.

Mit diesen Worten eröffnete UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon den Klimagipfel in New York. Und er fügte hinzu:

We have never faced such a challenge.

Sehenswert ist Obamas Rede:

Und Leonardo DiCaprio, der neue UN Klimabotschafter:

You can make history, or be vilified by it.

Link

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen hat aktuell zum (und beim) Gipfel ein neues Gutachten vorgestellt: Klimaschutz als Weltbürgerbewegung. Der WBGU umreißt in diesem Gutachten eine Doppelstrategie für den globalen Klimaschutz, die auf das Zusammenspiel von Multilateralismus und Zivilgesellschaft setzt.


8 Kommentare zu “Die größte Herausforderung”

  1. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Wenn die führenden Politiker schon mal bei der Uno beieinander sind können sie ja, um einen Anfang zu machen, ein weltweites Verbot der Nutzung von Palmöl für Energiezwecke beschließen. Dann hätte die Urwaldabholzung ein schlagartiges Ende und viele bestehende Plantagen wären unrentabel und würden nach kurzer Zeit verwildern.

    Oder die schrittweise Einführung eines weltweiten Verbots von PKWs und SUVs die im Stadtverkehr mehr als 10 Liter verbrauchen.

    Oder weltweite Einführung einer Mindeststeuer auf Flugzeug- und Seeschiff Treibstoffe.

    Aber das wird nicht passieren. Nur wie üblich große Sprüche und Maßnahmen die am Ende netto den CO2-Ausstoß erhöhen.

  2. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Obama nennt die USA als Nr.2 der CO2-Emittenten, lobt die eigenen Anstrengungen (Auflagen für Kohlekraftwerke unter dem Clean Air Act, EffizienzStandard für Automobile, Verpflichtung von 2005 bis 2020 die CO2-Emissionen um 17% zu reduzieren wovon schon 10% erreicht seien, USA als erfolgreichstes Land der Welt bezüglich Emissionsreduktionen, Hinwendung zu Erdgas (unter Vermeidung von Methanlecks), Aufbau von Wind- und Solaranlagen ) und spricht teilweise explizit, vor allem aber implizit China als Partner an, also die Nr.1 der CO2-Emittenten.
    So funktionieren bi- oder mutlilaterale Verhandlungen im Rahmen der Uno: Man operiert im Idealfall aus einer Position der Stärke, erwähnt seine Vorleistungen und fordert von den Partnern (Hauptpartner scheint China zu sein) die gleichen Anstrengungen wobei man die Partner oder den Partner (China) bei seiner Ehre packt und ihm als Belohnung einen Platz neben sich selbst als Weltretter anbietet.

    Damit sind wir immer noch in einem sehr frühen Stadium eines länderübergreifenden Klimaschutzes. Es gibt noch kein klimapolitisches Äquivalent beispielsweise zum Sicherheitsrat und die grossen Ungleichheiten zwischen den Ländern müssen mit finanziellen Zusagen (Green Climate Fund) überbrückt werden. Es gibt kaum eine Zusammenarbeit zwischen den Länder auf der Exekutivebene, keine gemeinsamen Forschungsanstrengungen, keine Pläne für länderübergreifende Infrastruktur (was z.B. ein globales Grid sein könnte). Meiner Ansicht fehlt auch eine tiefere Einsicht in das was es überhaupt zu tun gibt. Der gemeinsame Nenner sind lediglich die Bekenntnisse zu zukünftigen Emissionsreduktionen. So als wäre damit das Problem schon halbwegs gelöst. Nach 40 oder mehr Jahren in dem man das Problem der Treibhausgase schon kennt, ist das Wissen über die richtige Herangehensweise (Preis auf CO2?, Einspeisetarfife?, Sanierungspläne? oder alles zusammen?) immer noch so umstritten wie eh und je.

  3. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Mir scheint, die Herausforderung durch den Klimawandel lässt sich im Kleinen mit der Herausforderung duch den Ausbruch von Ebola in Westafrika vergleichen. In beiden Fällen weiss man, was zu tun wäre - und in beiden Fällen versagen die Akteure, die man für zuständig hält. Unter Droht Ebola, sich in der Menschheit festzusetzen? liest man dazu:

    Besteht überhaupt eine Chance die Epidemie mittelfristig einzudämmen?

    Nein, die geleisteten und versprochenen Hilfseinsätze reichen bislang überhaupt nicht aus, hier muss viel mehr Unterstützung erfolgen. In den nächsten drei bis vier Monaten bekommen wir diesen Ausbruch nicht in den Griff, wenn nicht schnell weit reichende Maßnahmen ergriffen werden. Wir rechnen mittlerweile damit, dass die Krise mindestens 18 Monate andauern wird: Jeder Ebolapatient steckt zwei weitere Menschen an – je länger es dauert, desto katastrophaler wird die Epidemie. Wir erwarten weiterhin exponentielles Wachstum.

    Die von mir fett markierten Satzfragmente könnte man ebenso gut in einem Artikel zum Klimaschutz finden. Es zeigt sich also bei der Bekämpfung des Ebolaausbruchs ebenso wie bei der Bekämpung des Klimawandels: Die Entwicklung ist voraussehbar und potenziell katastrophal, aber es geschieht - aus welchen Gründen auch immer - zuwenig um die Gefahr einzudämmen.

  4. Rudolf Kipp Antworten | Permalink

    Kann es sein, dass solche Aufrufe für mehr Klimaschutz auch deshalb so wenig "nachhaltige" Wirkung zeigen, weil sie einem, wenn von Leuten die selbst in Luxus leben und die für einen CO2-Ausstoß verantwortlich sind, den ein Normalsterblicher in 1000 Jahren nicht erreichen könnte, schlicht unglaubwürdig oder gar geheuchelt vorkommen. Wenn man etwa diese Bilder von einem (!) von Leonardo di Caprios Häusern anschaut, dann ist das deutlich jemand der Wasser Predigt und selbst edelsten Wein aus großen Fässern säuft.
    http://www.livingdesignhome.com/2011/04/leonardo-di-caprios-house/

    Dabei ist es sicher auch nicht hilfreich, wenn er die WM in Brasilien auf einer für sich und seine Freunde von einem arabischen Ölscheich geliehenen Luxusyacht feiert.
    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2656850/Leonardo-DiCaprio-borrows-one-largest-superyachts-earth-treat-pals-World-Cup-style.html

    Auch dutzende Reisen mit einem Privat-Jet, die er pro Jahr unternimmt, unterstreichen für mich nicht gerade seine Glaubwürdigkeit als "Klimabotschafter"
    http://www.dailymail.co.uk/news/article-2766871/Leonardo-DiCaprio-s-climate-change-hypocrisy-As-Hollywood-star-lectures-U-N-MailOnline-reveals-jetset-lifestyle-includes-19-flights-world-year-borrowing-mega-yacht-owned-oil-billionaire.html

    • Bernd Herd Antworten | Permalink

      Sehr geehrter Herr Kipp,

      es gibt auch jede Menge arme Afrikaner, die Maßnahmen gegen den Klimawandel fordern, würden Sie diese eher als "Klimabotschafter" akzeptieren?

      Aber bei den armen Menschen wird ja dann gerne unterstellt, dass sie nur so wenig CO2 emittieren, weil sie gar nicht das Geld haben, emissionsintensiv zu konsumieren.

      Wie wäre es mit diesen hier: http://peoplesclimate.org/wrap-up/

      ca. 400000 Menschen...

      Die von Ihnen genannten Argumente sind auch gegen Al Gore vorgebracht worden, aber ein unbekannter armer Mensch ist eben keine allgemein bekannte und für ihre Leistungen respektierte Person.

      Die Forderung an einen Menschen, gleichzeitig Weltbekannt wie ein Al Gore oder Di Caprio und Bettelarm zu sein, wird sicher nur von recht wenigen Menschen erfüllt.

      Ghandi war vielleicht so einer gewesen, aber der wurde damals als Terrorist betrachtet, der wäre Ihnen sicher auch nicht recht gewesen?

      Und der Papst ist auch in gewisser Weise arm und Weltbekannt und hat sich auch sehr eindeutig zu dem Thema geäußert, einfach mal Googlen.

      Wie wäre es mit Nelson Mandela http://grist.org/climate-energy/justice-giant-remembering-mandela-and-his-fight-for-climate-justice/, aber der war am Ende ja ein mächtiger Staatspräsident...

      Wenn ein Al Gore oder ein Di Caprio ein Flugzeug nimmt, damit seine Stimme in der Welt gehört werden kann, dann wird das als Argument gegen ihn vorgebracht macht das ein Klimaskeptiker, dann nicht? Wenn man dieser Linie folgen würde, dann könnte sich bald kein Klima-Aktivist mehr zur Wahl aufstellen lassen und der IPCC könnte sich nicht mehr zur Beratung treffen.

      Nein, ich sehe darin ein Scheinargument, dass von der Tatsache ablenkt, dass Menschen aus *jeder* Sozialer Schicht sich für das Klima engagieren, und das schließt eben auch die ganz Reichen ein.

  5. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Auf jeder Klimakonferenz halten Barroso und van Rompuy herzzereissende Reden, es ist 5 nach 12, wir müssen unbedingt sofort handeln.

    Diesen Worten haben die beiden Mustereuropäer auch Taten folgen lassen:

    http://www.tagesschau.de/ausland/freifluege-eu-kanada-101.html

    Mal eben, nur um eine Stunde Zeit zu sparen, so um die 500 Tonnen CO2 rausgerotzt. Also den CO2 Ausstoß einer afrikanischen Kleinstadt pro Jahr.

    Man darf gespannt sein was die EU als nächste Klimarettungsmaßnahme beschließt. Nachdem die Sache mit den Energiesparlampen und Staubsaugern durch ist, könnte man über Stromabschaltungen bei Kleinrentnern und Hartz IV Empfängern nachdenken...

    • Bleyfuß Antworten | Permalink

      @Binikowski
      Sicherlich muss man das Verhalten der EU-Repräsentanten hinterfragen. Der "Bringservice" hingegen wird aktiv vom kons. kanadischen Ministerpräsidenten Harper verantwortet, der seinerseits Klimaschutz für wenig wichtig hält und zB. die bereits besiegelte Zustimmung Kanadas zum Kyoto-Vertrag aufgekündigt hat. Die beiden europ. Gäste sind ebenfalls im konservativen Spektrum beheimatet (EVP).

      [..so um die 500 Tonnen CO2 rausgerotzt..]
      Der Kerosinverbrauch wird für einen A-320 mit 2300 bis 3000 kg/h Kerosin angegeben. Der Umwandlungsfaktor von Kerosin zu CO2 liegt bei 3,1 kg CO2/kg Kerosin. Der "Party-Flug" erzeugt also ca. 18 h * 2500 kg/h * 3,1 kg -macht näherungsweise 140 Tonnen CO2.

  6. Nemesis Antworten | Permalink

    Wasser ist Leben. Die globale Wasserkrise, in der Hauptsache ausgelöst durch Klimawandel, Verschmutzung und Missmanagement, ist in vollem Gange:

    China, Indien, weite Teile Südamerikas, praktisch der gesamte Südwesten der USA, Australien, Indien, Pakistan, Vietnam, weite Teile Afrikas usw usw... und auch Europa ist betroffen. Wasser gilt als globales Risiko:

    "15.1.2014 - World Economic Forum Ranks Water Crises as Top Global Risk

    More than nuclear weapons or a global disease pandemic, impairments to water supplies and punishing cycles of flood, drought, and water pollution are now viewed by heads of state, nonprofit leaders, and chief executives as the most serious threat to business and society.

    For the first time, water crises took the top spot in the World Economic Forum’s 10th global risk report, an annual survey of nearly 900 leaders in politics, business, and civic life about the world’s most critical issues. Water ranked third a year ago.

    The report measured 28 risks on two dimensions:

    - the likelihood of occurring within 10 years

    - the impact, which is a measure of devastation

    Water ranked eighth for likelihood and first for impact. It was one of four risks — along with interstate conflict, the failure to adapt to climate change, and chronic unemployment — that were deemed highly likely and highly devastating..."

    http://www.circleofblue.org/waternews/2015/world/world-economic-forum-ranks-water-crises-as-top-global-risk/

    -
    " Whiskey is for drinking, Water is for fighting."

    Mark Twain

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