Globale Temperatur 2013

26. Januar 2014 von Stefan Rahmstorf in Klimadaten, Medien-Check

Die globalen Temperaturdaten für 2013 sind jetzt veröffentlicht. 2010 und 2005 bleiben die bislang wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Im neuen Datensatz von Cowtan & Way, der die datenarme Region in der Arktis mit einer besseren Methodik interpoliert, ist 2013 sogar ohne El Niño wärmer als das Rekord-El-Niño-Jahr 1998.

Ende Januar, wenn die Temperaturmessungen des Vorjahres eingetrudelt sind, ist immer die Zeit, um einen Blick auf die globale Temperaturentwicklung zu werfen. (Und, wie der Guardian treffend bemerkt, auch die Zeit wo die „Klimaskeptiker“ lautstark rufen, die globale Erwärmung habe 1998 aufgehört.) Hier die Rangfolge der wärmsten Jahre in den vier verfügbaren Datensätzen der globalen bodennahen Temperaturen (1):

Rang
1.
2010
2010
2010
2010
2.
2005
2005
2005
2005
3.
2007
1998
1998
2007
4.
2002
2013
2003
2009
5.
1998
2003
2006
2013

 

Neu in diesem Jahr: erstmals gibt es eine sorgfältige Analyse der geographischen Datenlücken – vor allem in der Arktis klafft da ein großes Loch – und deren Interpolation für die HadCRUT4-Daten. Damit gibt es nun zwei Datensätze der Oberflächentemperatur mit globaler Abdeckung (die GISTEMP-Daten der NASA haben die Datenlücken seit jeher durch Interpolation gefüllt). In diesen beiden Datensätzen liegt 2007 auf Rang 3. Sie sehen im direkten Vergleich so aus:

had4_v2_giss
Abb. 1. Globale Temperatur (Jahreswerte) in den Daten der NASA GISS (orange) und von Cowtan & Way (blau), d.i. HadCRUT4 mit interpolierten Datenlücken.

Man sieht deutlich das extreme Jahr 1998, das aufgrund des Rekord-El-Niño so weit über den Langzeittrend hinausragt wie kein zweites. Doch selbst wenn man diesen Ausreißer an den Anfang stellt, ist der lineare Trend 1998-2013 in allen vier Datensätzen positiv. Auch sehr deutlich erkennbar ist 2010 als bislang wärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sowie Minima in den Jahren 2008 und 2011/2012. Aber so wie die Maxima immer höher werden, werden auch diese Minima immer weniger tief.

Ich kann in diesen Datenkurven keine besonders auffallende oder signifikante aktuelle „Erwärmungspause“ entdecken, auch wenn der Erwärmungstrend ab 1998 betrachtet geringer ausgefallen ist als der Langzeittrend. Selbst in Nature gab es kürzlich einen (journalistischen) Beitrag, in dessen Einleitung diese angebliche „Pause“ stark überzeichnet wurde –sie macht einfach eine gute Story, der wohl Mancher nicht widerstehen kann. („Erwärmungstrend etwas reduziert, aber im Rahmen der üblichen Schwankungsbreite“ macht einfach keine gute Schlagzeile.)

Die Rolle von El Niño und La Niña

Die zuletzt etwas langsamere Erwärmung ist vor allem damit zu erklären, dass in den letzten Jahren der La-Niña-Zustand im tropischen Pazifik vorherrschte, in dem der östliche Pazifik kalt ist und der Ozean mehr Wärme speichert (2). Das hängt mit einer Zunahme der Passatwinde zusammen, die das Wasser im tropischen Pazifik nach Westen treiben, wodurch im Osten kaltes Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche kommt (siehe letzte Grafik hier). Außerdem hat der Strahlungsantrieb zuletzt langsamer zugenommen (mehr dazu in der lesenswerten Analyse von Hansen et al.).

Die NASA zeigt die folgende Grafik, auf der man sieht, dass die warmen Jahre solche mit einem El Niño im tropischen Pazifik sind (rote Jahre), während die besonders kühlen Jahre solche mit La Niña sind (blaue Jahre).

gistemp_nino_100Abb. 2. Die GISS-Daten, mit El Niño und La Niña bedingungen hervorgehoben. Neutrale Jahre wie 2013 sind grau. Quelle: NASA.

Qualität der Interpolation

Wie gut ist die Interpolation in nicht regelmäßig durch Wetterstationen abgedeckte Gebiete? Auf jeden Fall natürlich besser, als die Lücken einfach zu ignorieren, wie es bislang die HadCRUT- und NOAA-Daten getan haben. Denn der wirklich globale Mittelwert ist wichtig, hängt doch nur er direkt mit der Energiebilanz unseres Planeten und damit dem Strahlungsantrieb durch die Treibhausgase zusammen – ein lückenhafter Mittelwert dagegen nicht. Gerade die Arktis hat sich in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren besonders stark erwärmt.

Doch wie gut genau die Interpolation funktioniert, wissen wir erst seit der wichtigen Arbeit von Cowtan und Way, denn diese Kollegen haben ihre Methode sorgfältig validiert. Denn es gibt zwar keine ständigen Wetterstationen in der Arktis, wohl aber Messbojen und andere Daten aus Forschungsprojekten, mit denen sie ihre Methode prüfen konnten. Für die letzten Jahrzehnte konnten Cowtan und Way zudem Satellitendaten nutzen (mehr dazu in unserem Beitrag Erwärmung unterschätzt). Ich gehe daher davon aus, dass die Daten von Cowtan&Way die methodisch beste Abschätzung der globalen Mitteltemperatur ist, die es derzeit gibt. Diese Korrektur ist natürlich klein (weniger als ein Zehntel Grad) und ändert am Langzeittrend der globalen Erwärmung praktisch nichts - aber wenn man kürzere Zeitspannen genauer ansieht, kann sie doch einen spürbaren Unterschied machen. Der Vergleich mit den unkorrigierten HadCRUT4-Daten sieht so aus:CowtanWay3Abb. 3: Vergleich der interpolierten und nicht interpolierten HadCRUT4 Daten, gleitendes Mittel über 12 Monate. Quelle: Kevin Cowtan, University of York.

Und hier noch ein Blick auf die letzten Jahre im Detail:Cowtan2Abb. 4: Die interpolierten HadCRUT4 Daten (Jahresmittel) ab 1970. Quelle: Kevin Cowtan, University of York.

Nach dieser Analyse war 2013 also sogar wärmer als das Rekord-El-Niño-Jahr 1998.

Fazit

  • In allen vier Datenreihen der globalen oberflächennahen Lufttemperatur ist der lineare Trend selbst ab dem extremen El-Niño-Jahr 1998 positiv, zeigt also weitere Erwärmung trotz der Wahl eines warmen Ausreißers als Anfangsjahr.
  • In allen vier Datenreihen der globalen oberflächennahen Lufttemperatur ist 2010 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gefolgt von 2005.
  • Das Jahr 1998 liegt bestenfalls auf Rang 3 - im aktuell besten Datensatz, dem von Cowtan & Way, liegt 1998 sogar nur auf Rang 7. Selbst 2013 ist - ganz ohne El Niño - dort wärmer als 1998.

Spiegel Online präsentiert diesen Sachverhalt mit der Schlagzeile Erwärmung der Luft pausiert seit 16 Jahren. Die Überschrift der NASA-Pressemitteilung http://NASA Finds 2013 Sustained Long-Term Climate Warming Trend wird damit komplett auf den Kopf gestellt.

Das wird niemanden überraschen, der in den letzten Jahren die Klimaberichterstattung im Spiegel verfolgt hat. Im Gegenteil - Kollegen wundern sich schon öffentlich, wenn dort einmal ein vernünftiger Artikel zum Thema erscheint. (Ach so, ein Gastbeitrag.) Seit Jahren präsentiert der Spiegel sich als Einfallstor unseriöser "Klimaskeptiker"-Behauptungen in die deutschen Medien und versucht Top-Klimaforscher zu diffamieren (Beispiele: 1, 2, 3, 4, 5 usw.).

Wissen Spiegel-Leser mehr - mehr als NASA, NOAA, Hadley Centre und die meteorologische Weltorganisation WMO zusammen? Oder werden sie einfach nur aus politischen Gründen verschaukelt?

p.s. Im gerade erschienenen Februarheft von Spektrum der Wissenschaft ist ein Artikel über die Statistik von Klimarekorden von Gregor Wergen, Joachim Krug (Uni Köln) und mir. Dort geht es auch um die globale Mitteltemperatur, um örtliche Wetterrekorde und nebenbei sogar um Börsenrekorde.

Fußnoten

(1) Neben den Daten der oberflächennahen Temperaturen, die aus Messungen von Wetterstationen und der Meeresoberflächentemperaturen zusammengesetzt sind, gibt es auch noch Mikrowellenmessungen von Satelliten, aus denen sich die Lufttemperaturen in der Troposphäre in einigen Kilometern Höhe bestimmen lassen. Im langfristigen Klimatrend seit Messbeginn der Satelliten 1979 zeigen die Troposphärentemperaturen eine ähnliche Erwärmung wie die Oberflächentemperaturen, die kurzfristigen Schwankungen in der Troposphäre unterscheiden sich aber deutlich von denen nahe der Erdoberfläche. So ist der El-Niño-Peak 1998 in der Troposphäre etwa doppelt so hoch wie in den Oberflächendaten, siehe Foster und Rahmstorf 2011. Im Trend ab 1998 widersprechen sich die beiden Satellitenreihen: UAH zeigt +0.05 °C pro Dekade (etwas mehr als HadCRUT4), RSS dagegen -0.05 °C pro Dekade.

(2) Noch eine Grafik zur Illustration vom Wechsel zwischen El Niño und La Niña: der ozeanische Niño Index ONI, der Standardindex der NOAA zur Beschreibung der Klimaschaukel im tropischen Pazifik.

ONIAbb. 5. Der ONI-Index. Die von mir ergänzten Pfeile weisen auf einige global warme bzw. kühle Jahre hin (vgl. Abb. 1 oder 4). Quelle: NOAA.

 

Weblinks

Praktischer online-Trendkalkulator von Kevin Cowtan für alle gängigen globalen Temperaturdatenreihen.

Lesenswerte Analyse des Statistikers Grant Foster zum gleichen Thema: Global Temperature: the Post-1998 Surprise.

Mehr zur ozeanischen Wärmespeicherung

Überblick über die Pausendebatte


39 Kommentare zu “Globale Temperatur 2013”

  1. Ronald Antworten | Permalink

    Hallo Herr Rahmstorf,

    ich wundere mich ein wenig über ihre harsche Kritik am Spiegel. Der von ihnen kritisierte Artikel überholt ja fast noch ihren eigenen, was die Aussagen über die Temperaturentwicklung angeht, finden sie nicht?

    Allein der Vorspann des Spiegel-Artikels schon liest sich dramatisch:
    "2013 gehört zu den heißesten Jahren seit Beginn der Messungen - seit den Siebzigern hat sich die Erde rapide erwärmt, berichtet die Nasa. Doch seit 16 Jahren stagniert die Erwärmung der Luft auf hohem Niveau. Ein Wetterphänomen könnte 2014 die Pause beenden."

    Und dann der Anfang der Artikels erst:
    "Das vergangene Jahr gehört zu den zehn wärmsten seit Beginn der systematischen Messungen Ende des 19. Jahrhunderts. Die US-Wetterbehörde NOAA stuft 2013 als viertwärmstes, die Weltraumbehörde Nasa als siebtwärmstes Jahr seit 1880 ein. Die Institutionen nutzen unterschiedliche Messdaten. "Die Klimaerwärmung geht weiter", erklärt die Nasa angesichts der seit den siebziger Jahren steigenden Temperaturen: Seit 1976 waren alle Jahre wärmer als der Durchschnitt seit 1880. Die bisherigen 13 Jahre des 21. Jahrhunderts gehören zu den 15 wärmsten. "Die letzte Dekade ist deshalb eine Periode von historischer Bedeutung", erklärt Nasa-Forscher Gavin Schmidt."

    Und der Schluss:
    "Die letzten El-Niño-Jahre waren jeweils wärmer als ihre Vorgänger. Ein erneuter El Niño könnte 2014 an die Spitzenposition bringen, erklärt die Nasa - auch der 16-jährige Temperaturtrend könnte damit wieder nach oben zeigen."

    Also mir scheint der Spiegel so ziemlich auf Ihrer Linie. Was mich aber noch mehr wundert, daß Sie zu ignorieren scheinen, daß auch IPCC, Nature, Science und diverse paper von Hiatus/Pause sprechen und wie stark Sie für Cowtan und Way eintreten. Das paper wird von vielen Ihrer Kollegen durchaus kritisch gesehen. Warum liest man von solcher Kritik kaum mal etwas in ihrem Blog (den ich ganz gut finde)?

    Freundliche Grüße,
    R.F.

    • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

      Meine Kritik oben galt ja der Schlagzeile - aber auch im Artikel wird die Behauptung wiederholt, dass die Temperatur seit 16 Jahren stagniert. Wer das liest wird sicher nicht denken, dass die wärmsten Jahre 2010 und 2005 waren.

      Ernstzunehmende sachliche Kritik am Paper von Cowtan und Way ist mir nicht bekannt - ich hatte auch Kevin Cowtan explizit danach gefragt, ob er bislang von Fachkollegen kritischen Feedback bekommen hat. Wenn Sie da eine Quelle haben, würde es mich interessieren.

      • Werner Kohl Antworten | Permalink

        Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
        Sie fragen nach ernstzunehmenden Kritiken an dem Paper von Cowtan und Way.
        Hier habe ich 5 Links mit Kommentaren von Judith Curry, Steve McIntyre und Bob Tisdale für Sie:

        http://judithcurry.com/2013/11/13/uncertainty-in-sst-measurements-and-data-sets/

        http://judithcurry.com/2013/11/18/uncertainty-in-arctic-temperatures/

        http://climateaudit.org/2013/11/18/cotwan-and-way-2013/

        http://climateaudit.org/2013/11/23/data-coverage-in-cowtan-and-way/

        http://bobtisdale.wordpress.com/2013/11/19/on-cowtan-and-ray-2013-coverage-bias-in-the-hadcrut4-temperature-series-and-its-impact-on-recent-temperature-trends/

        Hier wird u.a. gezeigt, dass es in der Differenzkurve zwischen den C&W- und HadCRUT4-Anomalien einen scharfen Knick um 2005 gibt, der Anlass zu großer Skepsis gegenüber den Ergebnissen von C&W gibt.

        MfG
        Werner Kohl

        • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

          Nun ja, ich hatte nach ernstzunehmender Kritik von Fachkollegen gefragt. Übrigens ist diese Differenzkurve ja oben in Abb. 3 gezeigt. Die Differenz hat nach dem Jahr 2000 deutlich zugenommen, wegen der gut dokumentierten starken Erwärmung in der Arktis.

        • Beobachter Antworten | Permalink

          Irgendwelche Blogposts sind nun wirklich keine ernstzunehmende Kritik. Jeder kann schließlich Blogposts schreiben. Dazu braucht es weder einer Expertise noch sonst was. Weder Bob Tisdale noch Steve McIntyre sind z.B. Klimawissenschaftler. Das sind einfach Klimaskeptiker (und das ist bei den beiden noch nett formuliert) die aufgrund ihrer Ideologie nicht akzeptieren können oder wollen, dass unser CO2-Ausstoß das Klima verändert. Judith Curry ist zwar eine Klimatologin, aber sie vertritt erstens in fast allen Klimafragen eine völlige Außenseiter-Position innerhalb der Klimawissenschaft und zweitens - wenn sie ernsthafte Kritik hätte - dann würde sie das in einem entsprechenden Fachbeitrag/Paper in einem der wissenschaftlichen Journale machen wie das üblich ist, und nicht in einem Blog-Posting, das sie erstens ohne tiefere Analyse einfach so raushaut und in dem sie sich keiner Kritik von Fachkollegen stellen muss.

          Hätte jemand wirklich fundierte Kritik-Punkte am Cowtan und Way Paper, dann würde er das eben in einem peer-reviewten Artikel in einem entsprechenden Fachjournal machen. Einen solchen, der einen größeren Fehler im Cowtan-Paper gefunden hätte, gibt es aber nicht, und das ist es wohl auch, was Herr Rahmstorf meinte.

          BTW: Das gilt übrigens für beide Seiten. Wenn Herr Rahmstorf etwas neues über den Meeresspiegel-Anstieg meint gefunden zu haben, dann würde das auch keiner ernst nehmen, wenn er das nur in einem Blog-Posting schreiben würde.

          • Werner Kohl | Permalink

            Wenn Sie McIntyre und Tisdale die Expertise zur fundierten Datenanalyse absprechen wollen, was sind dann Cowtan und Way? Etwa Klimatologen?
            Informieren Sie sich bitte mal über deren Profession, bevor Sie so leichtfertig urteilen.
            Cowtan entwickelt Software zur Röntgenstrahl-Kristallografie.
            Way arbeitet gerade an seiner Promotion zur Verteilung von Permafrost-Gebieten.
            Quelle:
            http://www-users.york.ac.uk/~kdc3/papers/coverage2013/background.html

            Es ist m.E. äußerst gewagt, McIntyre und Tisdale die Expertise abzusprechen. Bestreiten Sie den scharfen Knick der Anomaliedifferenz um 2005, den beide nachgewiesen haben? Wäre dieser Knick reell, dann hätte es um 2005 einen plötzlichen - bisher unentdeckten - steilen Anstieg der Temperaturkurve gegeben. Warum ist das keinem Peer-Reviewer aufgefallen?

            Dass Curry eine Außenseiterposition vertritt, ist ja sehr interessant. Am 16. Januar erst nahm sie am Hearing des US-Senats zum Klima-Aktionsplan des US-Präsidenten als Expertin teil:
            http://judithcurry.com/2014/01/16/senate-epw-hearing-on-the-presidents-climate-action-plan/

          • Stefan Rahmstorf | Permalink

            Im eigenen Fachgebiet brauche ich mich nicht auf formale Qualifikationen zu verlassen, sondern kann die inhaltliche Qualität von Argumenten beurteilen. Daher habe ich gesagt: ich habe bislang keine ernstzunehmende Kritik gesehen.

          • Reinhard Köhrer | Permalink

            @Wener Kohl
            Wo bitteschön haben McIntyre und Trisdale jemals eine fundierte Datenanalyse im Rahmen eines anerkannten Fachjournals abgeliefert? Ihre Beitrage zeichnen sich im Gegenteil durch einen Hang zur selektiven Wahrnehmung und manipulativen Darstellung aus. Zwischen diesen Veröffentlichungen und der Studie von Cowtan und Way liegen Welten.

            Es ist auch nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal, wenn jemand als "Experte" vor den US-Senat geladen wird. Ein eifriger Lader ist Senator Jim Inhofe, der zum Beispiel Willie Soon und David Legates als Beistand herangezogen hat - beide nachgewiesermaßen von der Industie gesponserte Gefälligkeitsgutachter.

            http://www.zeit.de/2012/48/Klimawandel-Marc-Morano-Lobby-Klimaskeptiker/seite-3

            Und was Judith Curry betrifft: Die befindet sich seit einigen Jahren auf bedenklichen Abwegen:

            http://globalklima.blogspot.de/2011/03/leugner-bekampfen-die-wissenschaft-teil.html

        • Kevin Cowtan Antworten | Permalink

          Bob has identified a real feature of the data, however there is a logical disconnect in going from 'there is an apparent discontinuity' to 'therefore the new estimates are worse'. To understand what is going on we need to know several things about coverage bias, and also look at the data.

          Bob's plot is basically a bias plot. Changes in coverage bias are controlled by two factors: Changes in the temperature contrast between the observed and unobserved regions, and changes in coverage. The two combine in a way analogous to the product rule in calculus.

          So the questions are: Does the temperature contrast change between the observed and unobserved regions, and does the coverage change?

          We can look for a change in temperatures in the DMI data here:
          http://ocean.dmi.dk/arctic/meant80n.uk.php
          Compare 2003 and 2004 to 2005 and 2006. The difference is striking, and would lead to exactly the sort of jump you are seeing.

          Is there any extrinsic evidence we could use to test this? Well, according to PIOMAS roughly half the arctic ice melts out each year by volume. If there is a genuine increase in Arctic temperatures around the start of 2005 we would expect to see a rapid decline in sea ice in 2006 or 2007. The weather models also show rapid arctic warming in around this time frame, although the timing varies a little.

          That is one factor: I also mentioned that changes in coverage are an issue. The most northerly station in the CRU data for the eastern Arctic is POLARGMO. This station is missing data from Jan 2001 to Oct 2004, and SANNIKOVA STRAIT also has a gap in 2004. Without these the central Arctic has rather less complete coverage, and as a result reverts naturally towards the global mean. (This is a result of the inbuilt conservatism of kriging as an extrapolation method.) When the station comes back online, temperatures have increased significantly (this is supported by the nearest neighbouring stations to the south as well). So what I expect is happening is that the lack of these stations is masking the takeoff of the extreme Arctic warming. The real temperature signal probably shows a smoother increase from about 2002/3.

          Note that there is an optical illusion going on too. While the step is genuine due to coverage, the colour change and the trend lines 'create' one specific interpretation. Take away the trend lines and you can actually see a ramp from 1998-2012 with a dip from 2002-2004, which is consistent with the metadata.

    • Reinhard Koehrer Antworten | Permalink

      "Das paper wird von vielen Ihrer Kollegen durchaus kritisch gesehen."

      Kritische Stimmen kamen aus der Ecke Judith Curry & Co. Allerdings sieht das verdächtig nach einem Schnellschuss-Urteil aus, unter großzügigem Verzicht auf eine detaillierte Prüfung der Daten und Fakten. Das Paper stimmt eben nicht mit der Agenda mancher Leute überein..

    • Paul Stefan Antworten | Permalink

      Axel Bojanowski beim SPIEGEL scheint in der Tat etwas in die Defensive geraten zu sein. Aber neben den von Ihnen zitierten Stellen gibt es eben auch andere im Text, wo er Zweifelt sät. Das ist sein typisches Rezept, man kann sich dann immer mit dem Verweis auf die korrekten Stellen herausreden. Die sprachlichen Mittel sind da manchmal recht subtil: "angeblich bewiesen haben", "meinten belegen zu können", "gelten als unzutreffend", "gelten als umstritten".

      So wird die Klimaforschung im Unterton zu einer Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen ...

      Hier die Beispiele:

      "Seit nun mehr 16 Jahren stagniert die bodennahe Temperatur im weltweiten Durchschnitt auf hohem Niveau, trotz des ungebremsten Ausstoßes klimawirksamer Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2)."

      "Computermodelle hatten die Entwicklung nicht vorhergesehen. Nur drei von 114 Klimasimulationen könnten den Trend der vergangenen Jahre wiedergeben,..."

      "Simulationen, die den Effekt angeblich bewiesen haben, gelten mittlerweile allerdings als unzutreffend, ..."

      "Zuletzt meinten Forscher gar belegen zu können, ..."

      "Doch auch diese Studie ist umstritten, weil sie Bodentemperaturen nur indirekt ableitet."

  2. Werner Kohl Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    Sie schreiben:

    "Meine Kritik oben galt ja der Schlagzeile - aber auch im Artikel wird die Behauptung wiederholt, dass die Temperatur seit 16 Jahren stagniert. Wer das liest wird sicher nicht denken, dass die wärmsten Jahre 2010 und 2005 waren."

    Nachdem von IPCC, Trenberth und einer Vielzahl weiterer seriöser Wissenschaftler der "Hiatus" als Fakt angesehen wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie dies anders sehen.

    Die von Ihnen aufgeführte Beobachtung, dass 2010 und 2005 die wärmsten Jahre waren, steht nicht im Widerspruch zu einem Temperaturstillstand. Es ist ein Stillstand auf hohem Niveau. Wie sich die "globale" Temperatur weiter entwickelt - also Fortsetzung der Erwärmung, weiterer Stillstand oder gar Rückgang - kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen.

    In Diskussionen erlebe ich es häufig, dass die Leute den Unterschied zwischen den Werten und der 1. Ableitung einer Kurve nicht verstehen. Man liest häufig, dass der Anstieg unvermindert weitergehe (Steigung > 0), weil in den letzten 15 bis 17 Jahren ja die höchsten beobachteten Temperaturen vorlägen. Letzteres bedeutet aber eine Steigung von 0.
    Vielleicht könnten Sie in Ihrem Blog für Aufklärung sorgen.

    MfG
    Werner Kohl

    • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

      Die beste Aufklärung ist immer, die Daten zu zeigen. Jeder kann sich die Abb. 1 oben ansehen und selbst entscheiden, inwiefern er einen "Stillstand" sieht.

  3. Werner Kohl Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    ich stimme Ihnen zu, dass die GISS-Temperaturaufzeichnung einen positiven Trend aufweist, wenn man als Anfangszeitraum 1998 ansetzt. Dieser Trend wird aber verursacht durch das ausgeprägte La-Niña-Ereignis im Anschluss an den El Niño von 1997/1998, der bei Ihrer Wahl des Startpunkts nur zum Teil berücksichtigt wird. Wollte man auch diesen bei der Trendanalyse berücksichtigen, so ergibt sich bei Wahl des Startpunktes Sept. 1997 ein linearer Trend von 0.00580064 Grad pro Jahr. Im Jahr 2100 würde demzufolge die "globale" Temperatur gegenüber heute um 0,5 Grad steigen.

    Setzt man den Beginn auf April 2001 (und blendet somit El Niño+La-Niña Ende des 20. Jhdt. aus), so ist die Stagnation klar erkennbar:
    http://woodfortrees.org/plot/gistemp/from:1996/plot/gistemp/from:2001.3334/trend/plot/gistemp/from:1997.75/trend
    Diese dauert im GISS-Datensatz seit fast 13 Jahren an.

    MfG
    Werner Kohl

    • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

      Richtig, seit 2001 ist der Trend praktisch flach. Was aber nicht ungewöhnlich ist angesichts der Schwankungen von Jahr zu Jahr.

    • Beobachter Antworten | Permalink

      Seit 2001...
      das wird nun aber wirklich lächerlich.

      Hat das die globale Erwärmung genauso gestoppt wie 1967, 1977 und 1987? Dort folgten auch jeweils rund 10 Jahre mit einem linearen Trend der flach oder sogar leicht fallend war. Dennoch stieg die Temperatur seit dieser Zeit beträchtlich an. Kann sich ja jeder selbst ein Bild davon machen:

      http://woodfortrees.org/plot/gistemp/from:1967/plot/gistemp/from:1967/to:1977.4/trend/plot/gistemp/from:1977/to:1987/trend/plot/gistemp/from:1987.2/to:1996.5/trend/plot/gistemp/from:2001.5/to:2013/trend

      Wie man sieht, ist es überhaupt nichts besonderes, dass die Temperaturen über 10 Jahre oder manchmal sogar mehr, einen flachen Trend zeigen. Es gibt immer Jahre die mal wärmer als der langfristige Trend sind und solche die kühler sind. Wählt man nun ein Jahr dass eben über dem langfristigen Trend liegt als Ausgangsjahr und eines dass darunter liegt als Endjahr, dann findet man solche Zeitabschnitte mit "Pausen" mehrfach allein in den letzten 40 Jahren, in denen die Temperatur trotz aller dieser "Pausen" stark stieg.

      Natürlich haben die letzten etwa 10 Jahre einen flachen Trend. Aber das ist nichts besonderes und wie man an den obigen Beispielen sieht, hat dies mit dem längerfristigen Trend nicht viel zu tun. Man hat nicht umsonst Klima üblicherweise als das Mittel über 30 Jahre, denn erst dann hebt sich der langfristige Trend von solchen kurzfristigen Schwankungen eben ab.

      Aber man kann es natürlich auch so machen:
      http://www.skepticalscience.com/graphics.php?g=47

      • Johannes Herbst Antworten | Permalink

        Wenn man den 11-jährigen, von der Sonnenaktivität beeinflussten Zyklus heraus glättet, ergibt sich eine 60-jährige Kurve (30 hoch und 30 runter). 1880 oben, 1910 unten 1940 oben, 1970 unten, 2000 oben, natürlich mit aufsteigender Tendenz.

        Charakteristisch ist dabei die Doppelwelle abwärts (15 Jahre runter, 15 Jahre rauf), die auch aufwärts noch leicht zu sehen ist.

        http://woodfortrees.org/plot/hadcrut4gl/plot/hadcrut4gl/mean:132/plot/hadcrut4gl/mean:132/mean:99/plot/none

        Projiziert man diese Kurve in die Zukunft, ergeben sich folgende Möglichkeiten:
        1. Ca 2005 Spitze der Kurve, Abfall bis 2035 in zwei Wellen, danach wieder Anstieg.
        2. Durch andere Einflüsse (z.b. Treibhausgase) gleichen sich die Antriebe aus.Dadurch bleibt die Temperatur weitgehend konstant, aber in besagten 15/15 Wellen, um ab ca 2035 steiler anzusteigen.

        Weiter zurück kann man nur noch mit Einzelmessreihen gehen. Sieht man sich die Kurve vom Hohenpeißenberg an, dann geht es dort von ca. 1800 bis 1900 um ein Grad runter, und von dort bis 2000 1,5 Grad hoch.

        http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Temperaturreihe_Hoher_Pei%C3%9Fenberg.PNG

        Das kann auf einen ca. 100/100 jährigen auf/ab Zyklus hindeuten, und dann würde die 1. Variante zutreffen. Nur dass es kurzfristig so weitergeht wie 1975-2005, das ist dann eher unwahrscheinlich.

  4. Christian Antworten | Permalink

    Dear Kevin Cowtan,

    The discontinuity is the logical fakt of rapid arctic warming, in the fact, you should not take Bobs and Judith critics to hard, i think you should ignore it, because they missing every point of your work.

    A more interesting Question is, how large is the effect of WACCy(what just cause the rapid arctic warming) on boreal Wintertemperature, in my opinion and on scientific knowing, it schould be arround 0.1K on globale Annual Temperature. And together with ENSO (inluding Deep-Ocean-Heat-Uptake e.g Meehl et al 2011.) how much do they both flat the antropogenic Warming.

    Greets from Germany

  5. Kim Antworten | Permalink

    Interessant wäre eine Debatte über Bloggrenzen hinweg:
    klimazwiebel.blogspot.de/2014/01/temperature-hiatus-update.html

    Mich würde besonders interessieren, wie Herr Rahmstorf zur Meinung von Herrn Zorita steht?

  6. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Ich kann in diesen Datenkurven keine besonders auffallende oder signifikante aktuelle „Erwärmungspause“ entdecken, auch wenn der Erwärmungstrend ab 1998 betrachtet geringer ausgefallen ist als der Langzeittrend.

    Wenn Sie freundlicherweise einmal kurz hier schauen...

    -> http://s14.directupload.net/images/140130/uqpdx45z.jpg (GISS_1880_01_2013_12)
    -> http://s14.directupload.net/images/140130/2uk57wtn.jpg (GISS_1998_01_2013_12)

    Dann liegt der Erwärmungstrend über den Gesamtraum der Erfassung bei ca. +0,07 C / Dekade und für den Zeitraum seit 1998 bei ca. +0,04 C / Dekade.
    D.h. der Erwärmungstrend ist seit 1998 mehr oder weniger im üblichen Bereich.

    MFG
    Dr. W

      • Werner Kohl Antworten | Permalink

        Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
        falls Sie damit andeuten wollen, dass es einen linearen Langzeittrend von 0.066°C pro Dekade gibt, dann läge im Jahr 2100 die "globale" Temperatur um 0.56° höher als heute.
        Damit würde das berühmte 2-Grad-Ziel locker eingehalten werden und auch der Meeresspiegel-Anstieg wäre sehr viel niedriger als befürchtet, richtig?

        MfG
        Werner Kohl

        • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

          Die künftige Erwärmung bis 2100 durch lineare Extrapolation der Vergangenheit vorherzusagen wäre allerdings wohl kaum wissenschaftlich seriös. Die Erwärmung hängt von unseren Treibhausgasemmissionen ab, die ja deren Ursache sind, und die im 21. Jahrhundert leider wesentlich höher ausfallen als im 20.

  7. Johannes Herbst Antworten | Permalink

    Es kommt halt immer darauf an, welche Faktoren eine Datenreihe beeinflussen.

    Wie im Graph unten ersichtlich, schwingt die Temperatur im 11-jährigen Rhytmus der Sonnenaktivität.
    Temperatur und Sonne sind unten: 1975-1986-1997-2008.

    http://woodfortrees.org/plot/hadcrut4gl/from:1970/plot/hadcrut4gl/from:1979/to:1997/trend/plot/hadcrut4gl/from:1975/to:2008/trend/plot/sidc-ssn/from:1970/normalise/mean:12/scale:0.5

    Palmino hat wahrscheinlich diesen Zusammenhang nicht berücksichtigt und bei seiner Auswahl halt gerade den Scheitel des 21. Zyklus und die Sohle zwischen 22. und 23. Zyklus erwischt. Dadurch sein flacher (grüner) Trend von 0,1°C per Dekade.

    Nimmt man dagegen volle 3 Zyklen = 33 Jahre von Sohle 1975 bis Sohle 2008, dann ergibt sich der bekannte Anstieg von 0.2°C per Dekade. Und der sich ergebende (blaue) Trend schießt dann natürlich über die Daten ab 2007 hinaus.

    • Thomas Antworten | Permalink

      Gerade die Schwankungen durch den 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus zeigen, dass ein Intervall von 15-17 Jahren - also ungefähr 1.5 x Periodendauer - denkbar ungeeignet ist für sinnvolle Aussagen über die Temperaturentwicklung. Je nachdem, ob man bei einem Maximum beginnt und mit einem Minimum aufhört oder umgekehrt, hat man alle ca. 5-6 Jahre einen besonders spektakulär zunehmenden oder stagnierenden Trend. 1998-2013 war eher flach, so wie 1987-2001, 1979-1994, oder 1966-1980. Dafür gab es 1971-1988, 1982-1998 und 1993-2008 einen stark positiven Trend.

      Bereits ein Intervall von 22 Jahren gibt über alle Zeitreihen (GISTEMP, HADCRUT, RSS, UAH) einen bemerkenswert konstanten Anstieg von ca. 0.18°C/Dekade, ob wir nun 1979-2000 oder 1980-2001, ... 1991-2012 oder 1992-2013 nehmen.
      Zusammen mit dem Anstieg des CO2-Gehalts um 0.7% pro Jahr (entspricht einer Verdoppelung in 100 Jahren) ergibt sich eine TCR (transient climate response) von 1.8°C pro Verdoppelung, was fast genau im Mittelwert der IPCC Abschätzungen liegt (1-2.5°C), ohne Berücksichtigung der Feedbacks.

  8. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Ich habe einige Zeit hier kaum reingeguckt und bin überrascht von der positiven Entwicklung: Eine lebhafte Diskussion, die sich gut verfolgen läßt und keine Spam-Kommentare. Weiter so!

    • Reinhard Koehrer Antworten | Permalink

      Dann schauen Sie doch am besten wieder öfters vorbei. Ihre Kommentare waren immer hilf- und kenntnisreich. :-)

  9. Jo Antworten | Permalink

    ... über die Entwicklung der Temperatur hinaus gibt es leider für das Jahr 2013 einen weiteren Rekord, und zwar im Anstieg der globalen CO2-Konzentration. Hielt bisher das Jahr 1998 den Spitzenplatz mit +2.84 ppm, so waren es 2013 +2.95 ppm, und das ohne besonders hohe Meeresoberflächentemperaturen, die die CO2-Aufnahme der Ozeane im Jahr 1998 besonders gering ausfielen ließen. Hier gibt's die Daten: http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/global.html
    Jahr Anstieg Genauigkeit
    1998 2.84 0.10
    1999 1.34 0.07
    2000 1.24 0.10
    2001 1.81 0.10
    2002 2.39 0.07
    2003 2.24 0.10
    2004 1.61 0.05
    2005 2.42 0.07
    2006 1.74 0.06
    2007 2.10 0.07
    2008 1.78 0.05
    2009 1.67 0.10
    2010 2.43 0.06
    2011 1.71 0.09
    2012 2.42 0.09
    2013 2.95 0.09

    • Jo Antworten | Permalink

      ... die Daten wurden inzwischen von der NOAA überarbeitet. Es waren 2013 f´doch "nur" 2,62 ppm mehr als im Vorjahr:
      1998 2.84 0.10
      1999 1.34 0.07
      2000 1.25 0.10
      2001 1.80 0.10
      2002 2.38 0.07
      2003 2.24 0.10
      2004 1.61 0.05
      2005 2.43 0.07
      2006 1.74 0.06
      2007 2.10 0.07
      2008 1.78 0.05
      2009 1.66 0.10
      2010 2.42 0.06
      2011 1.71 0.09
      2012 2.41 0.09
      2013 2.62 0.09

    • Stefan Rahmstorf Antworten | Permalink

      Es gibt zwei Probleme mit Ihrer Argumentation:

      1. Es gibt nicht "die" Satellitendaten, sondern zwei solche Satellitenreihen. Die von Ihnen gezeigten RSS-Daten zeigen einen minimalen Abkühlungstrend von -0,012 °C pro Dekade, die UAH-Daten dagegen eine Erwärmung um 0,084 °C pro Dekade. Wenn die Wahrheit in der Mitte liegt, zeigen die Satellitendaten also selbst ab 1997 eine Erwärmung. Siehe http://woodfortrees.org/plot/rss/from:1997/trend/plot/rss/from:1997/plot/uah/from:1997/plot/uah/from:1997/trend

      2. Diese Satellitendaten beziehen sich auf die Troposphäre und nicht die bodennahen Lufttemperaturen - letztere intessieren uns naturgemäß mehr, weil wir an der Erdoberfläche leben und unsere Nahrung anbauen. Der Grund für die geringere Erwärmung in der Troposphäre als an der Oberfläche ab 1997 liegt einfach darin, dass der Extrem-El-Niño von 1997/98 die Troposphäre etwa doppelt so stark erwärmt hat wie die Oberfläche, vermutlich weil die warme Luft aufsteigt.

  10. Toni Antworten | Permalink

    Für Februar 2014 wird die CO2-Konzentration den 400er wieder erreichen, in den folgenden Monaten bis auf etwa 403 ppm ansteigen, um in den Monaten Aug-Dez wieder abzufallen.
    Ab Jänner 2015 sinkt die monatlich aufgezeichnete CO2-Konzentration wohl nicht mehr unter 400 ppm.

    http://co2now.org/

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