Macht die Erderwärmung Pause?

8. Oktober 2009 von Stefan Rahmstorf in Klimadaten

In den letzten Wochen kursierte in der Blogosphäre - und nicht nur dort - die These, der Klimawandel würde "eine Pause einlegen". Obwohl wir dieses Thema bereits mehrmals behandelt haben, lohnt es sich, zwei Aspekte nochmals zu beleuchten.

(1) Die Diskussion beschränkt sich auf einen sehr kurzen Zeitraum von höchstens elf Jahren: ab 1998 oder gar später. Trotz der anthropogenen globalen Erwärmung (die in diesem Zeitraum einen durchschnittlichen Anstieg von etwa 0,2 Grad erwarten lässt) ist eine solche Phase mit gleichbleibenden oder gar sinkenden Temperaturen nicht ungewöhnlich und ist auch mehrmals zuvor aufgetreten (z.B. 1987-1996). Das liegt einfach daran, dass natürliche kurzfristige Schwankungen eine vergleichbare Größenordnung haben (ca. 0,2 °C) und die anthropogenen Effekte überlagern. Der Unterschied zwischen beiden ist natürlich, dass der Erwärmungstrend immer weiter nach oben geht, während die natürlichen Schwankungen mal hoch, mal runter gehen. Daher setzt sich über längere Zeiträume immer die Erwärmung durch, während die natürlichen Schwankungen sich wegmitteln.

(2) Es ist sehr fraglich, ob es diese "Pause" überhaupt gibt. In einem gewissen Maße (keine Abkühlung, aber ein reduzierter Erwärmungstrend über zehn Jahre) zeigt sie sich zwar in den Klimadaten des Hadley Centers, aber wie wir in Abb.1 sehen, nicht in den NASA-Daten. Dort lagen die letzten 10 zehn-Jahres-Trends (d.h. 1990-1999, 1991-2000 und so fort) alle zwischen  0,17 und 0,34 °C pro Dekade, also nahe am oder gar über dem erwarteten anthropogenen Trend. Der letzte Trendwert (für 1999-2008) liegt mit 0,19 °C pro Jahrzehnt genau bei der IPCC-Vorhersage für den anthropogenen Effekt.


Abbildung 1: Globale Durchschnittstemperaturen seit 1980 nach NASA GISS. Die rote Linie zeigt die jährlichen Daten, das große rote Rechteck ist ein vorläufiger Wert für 2009. Die grüne Gerade zeigt den linearen Trend über 25 Jahre (0,19 °C pro Dekade). Die blauen Geraden zeigen die beiden jüngsten zehn-Jahres-Trends (018 °C pro Dekade für 1998-2007. 0,19 °C pro Dekade für 1999-2008) und verdeutlichen, dass diese aktuellen Trends sowohl mit dem langfristigen Trend als auch der IPCC-Vorhersage konsistent sind. Sogar der speziell ausgesuchte elf-Jahres-Trend, der mit dem warmen Jahr 1998 beginnt und dem kalten 2008 endet, zeigt noch einen Erwärmungstrend von 0,11 °C pro Dekade (was Laien überraschen mag, die im Geiste nur die beiden Endpunkte verbinden statt eine ordentliche Trendanalyse mit allen zehn Datenpunkten zu machen).

Warum unterscheiden sich diese beiden Zeitreihen in letzter Zeit? Wir haben uns das vor einer Weile auf Realclimate genauer angesehen, und der Grund ist das "Arktis-Loch" in den Hadley-Daten - gerade dort, wo die Erwärmung am stärksten ist.


Abbildung 2: Die animierte Grafik zeigt die Temperaturdifferenz zwischen den beiden fünf-Jahres-Perioden 1999-2003 und 2004-2008. Die stärkste Erwärmung im letzten Jahrzehnt hat in der Arktis stattgefunden und taucht in den Hadley-Daten nicht auf.

Wenn wir die globalen Temperaturen mit globalen Klimaantrieben wie den Treibhausgasen in Verbindung bringen wollen, sollten wir besser kein "Loch" in unserem Datensatz haben. Die globale Mitteltemperatur folgt einer einfachen planetaren Wärmebilanz, die sich aus aufgenommener minus abgestrahlter Energie ergibt. Wenn die Datenabdeckung nicht wirklich global ist, ist die Energiebilanz nicht geschlossen. Man müsste zusätzlich den Wärmefluss über die Grenze des Loches berücksichtigen, also den Wärmeaustausch mit der Arktis, und dadurch wird die ganze Kalkulation unbestimmt (weil wir diese Größe nicht kennen). Die NASA-Daten interpolieren aus den wenigen Messpunkten der Arktis die Temperatur der ganzen Region (was vielleicht nicht exakt, aber näherungsweise richtig ist), während die Hadley-Daten die Arktis einfach weglassen (was einen großen Fehler verursacht, wenn die Temperaturen der Arktis sich anders verhalten als der Rest der Welt - siehe Abb. 2). Deswegen sind die NASA-Daten eindeutig brauchbarer, und die angebliche Pause in der Erwärmung erweist sich als Artefakt des "Arktis-Loches" in den Hadley-Daten - wir brauchen also nicht einmal die natürliche Variabilität als Erklärung zu bemühen.

Man stelle sich vergleichsweise vor, wir wollten herausfinden, ob der Stand unserer Bankkonten mit unseren Einnahmen und Ausgaben konsistent ist - und wir stellen fest, dass auf den Konten weniger Geld liegt als erwartet, es gibt einen rätselhaften Fehlbetrag. Aber dann fällt uns ein, dass wir eines unserer Konten bei den Berechnungen vergessen hatten - und voila, dort liegt das fehlende Geld. Es gibt gar keinen Fehlbetrag. Das fehlende Bankkonto in den Hadley-Daten ist die Arktis, und wir haben gezeigt, dass sich die "fehlende Erwärmung" tatsächlich dort versteckt. Deswegen fehlt sie auch nicht in den NASA-Daten. Es ist also sinnlos, nach einer Erklärung für eine angebliche "Pause" in der Erderwärmung zu suchen.

In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass in den letzten drei Jahren trotz eines Rekordminimums in der Sonneneinstrahlung (die Solarkonstante ist schwach wie nie seit Beginn der Satellitenmessungen in den 70er Jahren) mehrere Wärmerekorde gebrochen wurden. Der März 2008 hatte die höchste globale Landtemperatur in diesem Monat seit 130 Jahren, und im Juni und August 2009 wurden auf der Südhalbkugel die höchsten in diesen Monaten jemals gemessenen Land- und Ozeantemperaturen festgestellt. Die globalen Meerestemperaturen haben dieses Jahr gleich für drei aufeinanderfolgende Monate die Rekorde gebrochen: für Juni, Juli und August. Noch nie wurde eine kleinere Eisausdehnung auf dem arktischen Ozean gemessen als in den Sommern der Jahre 2007, 2008 und 2009, und im Jahr 2008 waren zum ersten Mal seit Menschengedenken Nordwest- und Nordostpassage gleichzeitig eisfrei. Das wiederholte sich 2009. Jedes einzelne Jahr dieses Jahrhunderts war wärmer als alle Jahre des 20. Jahrhunderts außer 1998 (das dank eines ungewöhnlich starken El-Niño-Ereignisses weit über den Trend hinausragte).

Fazit: die beobachtete Erwärmung im letzten Jahrzehnt ist 100% konsistent mit dem erwarteten anthropogenen Erwärmungstrend von 0,2 °C pro Jahrzehnt, überlagert von kurzfristigen natürlichen Schwankungen. In dieser Hinsicht unterscheidet es sich nicht von den Jahrzehnten davor. Und mit einem beginnenden El-Niño-Ereignis im Pazifik wären wir nicht überrascht, wenn wir in den kommenden Monaten weitere Rekordtemperaturen erleben würden

Update: Wir wurden darauf hingewiesen, dass eine neue Studie von Simmons et al. (vom Hadley Center selbst), im Druck im Journal of Geophysical Research, unsere Analyse bestätigt, wonach die Hadley-Daten den Temperaturtrend der letzten 10 Jahre wegen der Datenlöcher in der Arktis stark unterschätzen.

Update: Die GISS-Temperatur für September ist jetzt da. Mit +0.65 ºC (relativ zum Mittelwert 1951-1980) war es der zweitwärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen, praktisch gleichauf mit dem September 2005 (+0.67 ºC). Auf dem dritten Rang liegt September 2003 mit +0.60 ºC. Der wärmste September des 20. Jahrhunderts war übrigens 1998, mit +0.42 ºC weit abgeschlagen. Übrigens waren alle September in diesem Jahrhundert (2001-2009) wärmer als irgendein September im 20. Jahrhundert.

Update: Associated Press hat für einen ungewöhnlichen Artikel vier Statistiker blind nach Trends in den Klimadatensätzen befragt - blind heißt, ohne dass die Statistikexperten wussten, woher diese Daten stammen und  dass sie etwas mit Klima zu tun haben. Das Ergebnis stimmt natürlich mit dem überein, was wir oben diskutiert haben - es gibt keinen Abkühlungstrend in den Klimadaten.

(Dieser Artikel erschien im englischen Original auf Realclimate.org)


41 Kommentare zu “Macht die Erderwärmung Pause?”

  1. Michael Geiger Antworten | Permalink

    was treibt die Erwärmung an?

    Das PIK hat ja eine wunderbare Datensammlung der Zirkulationsformen und Großwetterlagen Mitteleuropas. Damit haben wir folgenden "Test" durchgeführt: T Reihe einer alpinen Station 100a und 100a Großwetterlagen. Jeder Tag hat eine Abweichung vom 100a Mittel und zu jeder Abweichung wird die GWL zugewiesen. Man erhält die mittlere Abweichung jeder der 30 GWL aus einem 365 mal 100 Datensatz. Die Häufung der GWL pro Kalenderjahr kann die Temperatur beeinflussen. Viele kalte Lagen zB. Nordwest bis Nordost ergeben meist ein kühleres Jahr usw. Die Analyse zeigt, dass im 20.Jhdt. Wetterlagen mit mittlerer dT >+1,5°C (SW, SAZ, SZ usw.)um ca. 30% (Trend) zugenommen haben und gleichzeitig kalte Lagen einen signifikant abnehmenden Trend zeigen. Die quantitative Auswertung ergibt an einer Station folgende "überraschende" Korrelation:

    http://i37.tinypic.com/24wvyth.png

    Da es sich eben um nur 1 Station handelt, werden wir demnächst den gesamten HISTALP Datensatz verwenden können. Sommer und Winterhalbjahr wurden bereits getrennt betrachtet,eine Jahreszeitenaufteilung verspricht noch deutlichere Jahreskorrelationen. Ich denke, die in 2-3 Wochen fertige Arbeit wird sie interessieren, da die gesamte Erwärmung in Mitteleuropa (gut 1,6°C) auf die Änderungen der Zirkulationshäufigkeiten zurück zu führen sein wird (so viel wissen wir schon, wir müssen aber sehr sauber arbeiten, damit nicht wegen kleiner Ungereimtheiten die Publikation und die Tragweite der Feststellung in Gefahr geraten könnte.)

    [Antwort: Ohne Ihre Berechnungen bewerten zu können vielleicht eine allgemeine Erläuterung für unsere Leser: durch die globale Erwärmung, die ja z.B. die Landgebiete schneller erwärmt als Meeresregionen, ändern sich die Druckgradienten in der Atmosphäre und damit auch die Statistik der Großwetterlagen. Das kann das regionale Klima deutlich beeinflussen - gibt es etwa mehr Südwindlagen bei uns, wird es dadurch wärmer. Die globale Durchschnittstemperatur kann man damit allerdings nicht verändern, weil dem Klimasystem dabei insgesamt keine Wärme zugeführt wird, sie wird nur anders verteilt. Im globalen Mittel heben sich solche Effekte deshalb in guter Näherung weg - das ist gerade der Punkt unseres obigen Artikels. Deshalb zeigt sich eine Störung der globalen Strahlungsbilanz, wie die Treibhausgase sie verursachen, am direktesten in der globalen Mitteltemperatur. Stefan Rahmstorf]

  2. Michael E Antworten | Permalink

    Interpolation erzeugt Daten ????

    Sehr geehrter Hr Rahmstorf

    "Die NASA-Daten interpolieren aus den wenigen Messpunkten der Arktis die Temperatur der ganzen Region (was vielleicht nicht exakt, aber näherungsweise richtig ist), während die Hadley-Daten die Arktis einfach weglassen (was einen großen Fehler verursacht, wenn die Temperaturen der Arktis sich anders verhalten als der Rest der Welt - siehe Abb. 2). Deswegen sind die NASA-Daten eindeutig brauchbarer..."

    Tut mir leid, aber mir dreht sich der Magen bei derartigen Aussagen herum:
    Sie haben kaum Daten für eine Region (von der Qualität diser Daten ganz zu schweigen), wissen aber sicher dass es dort ganz besonders schnell warm wird. Ein paar AGW-konforme Statistik-Klimmzüge (Mann und Briffa lässt grüssen) und schwupps haben wir Daten die "...indeutig brauchbarer..." sind.

    Können Sie noch Daten und Model unterscheiden ?

    Und das ganze dient dann dazu um eine arm und krankmachende und letzlich für die ärmsten der armen tödliche "Klimapolitik" zu begründen.

    mit freundlichen Grüssen in der Hoffnung das Kopenhagen für Sie und ihre Kollegen ein Desaster, aber für die Menschheit dieser Erde ein Erfolg wird.

    M.E.

    [Antwort: Tödlich für die ärmsten der Armen ist vor allem der Klimawandel. Vielleicht sprechen Sie mal mit jemandem aus Bangladesh, wozu ich gerade gestern die Gelegenheit hatte. Die WHO geht davon aus, dass der Klimawandel bereits jetzt jährlich mehrere Hunderttausend Menschenleben kostet. Stefan Rahmstorf]

  3. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Datenlöcher

    Wenn die Hadley-Datensätze zur Ermittlung der globalen Durchschnittstemperatur die Arktis nicht berücksichtigen, stellen sich dem interessierten Laien einige Fragen:

    1. Gibt es noch weitere relevante Datenlöcher, z.B. Antarktis, Südsee etc?

    2. Eine große Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zur globalen Erwärmung basieren auf den Hadley-Daten, ohne auf die Lücken hinzuweisen. Was sind diese Papers angesichts der unvollständigen Daten eigentlich wert?

    3. Wenn es schon bei Satellitenmessungen derartige Lücken gibt, wie mag es dann um die Zuverlässigkeit historischer Daten wirklich bestellt sein?

    Ich will hier keineswegs die globale Erwärmung in Abrede stellen, es geht nur um die Genauigkeit der Daten. Immerhin werden auf deren Basis weitreichende und kostspielige politische Entscheidungen getroffen.

    [Antwort: Keine Datenreihe in der Wissenschaft ist perfekt. Und niemand würde aufgrund einer einzigen Datenreihe eine politische Entscheidung fällen - auch wenn "Klimaskeptiker" gerade das lautstark fordern, nämlich wegen der angeblichen "Pause" in der globalen Erwärmung in den Hadleydaten die ganze Klimapolitik zu überdenken. Stefan Rahmstorf]

  4. Sepp Trütsch Antworten | Permalink

    Temperaturen

    Ich bekomme das Gefühl nicht los, dass hier "cherry-picking" betrieben wird, da so getan wird, als Temperatur = GISS. Was ist denn mit UAH, RSS etc. Temperaturen? Dort ist z.B. das wärmste Jahr das vieldiskutierte Jahr 1998 und nicht 2003 (was Sie weiter unten zugeben).

    "Die globale Mitteltemperatur folgt einer einfachen planetaren Wärmebilanz, die sich aus aufgenommener minus abgestrahlter Energie ergibt"

    Wirklich? Wenn Sie von Temperatur sprechen, meinen Sie damit nun die GISS-Temperatur (die doch eine Oberflächentemperatur ist)? Und was ist mit Akkumulation oder Verlust der Meere? Die Wärmekapazität der Meere ist ja tausende Mal grösser als die der Luft. Und die Wärme der Meere beeinflusst ja die Oberflächentemperatur nur indirekt.

    "Noch nie wurde eine kleinere Eisausdehnung auf dem arktischen Ozean gemessen als in den Sommern der Jahre 2007, 2008 und 2009"
    Na ja. Ich glaube in diesem Forum weiss jeder, dass Eisausdehnung 2009>2008>2007. Von mir aus kann man sagen, dass sei noch kein Trend.

    [Antwort: Lieber Herr Trütsch, mit letzterem haben Sie recht. Was die UAH und RSS Daten angeht: wir diskutieren im obigen Beitrag die oberflächennahen Temperaturen, da der Mensch an der Erdoberfläche lebt, seine Nahrung anbaut usw. Was weiter oben in der Atmosphäre geschieht (die von Ihnen genannten Satellitendaten für die Troposphäre) hat zunächst keine direkte Auswirkung auf die Menschen. Das soll nicht heißen, dass es nicht wissenschaftlich interessant wäre. Einen Vergleich der verschiedenen Datensätze für Troposphäre und bodennahe Lufttemperaturen finden Sie z.B. hier.. Dabei zeigt sich, dass die größten Abweichungen im Klimatrend zwischen den beiden Satellitenreihen bestehen, während Hadley, GISS und RSS praktisch identische Klimatrends liefern.

    Was die Wärmespeicherung der Meere angeht haben Sie recht, auch sie kann die Oberflächentemperaturen beeeinflussen. Sie macht sich hauptsächlich als thermische Trägheit bemerkbar, die dazu führt, dass die beobachtete Erwärmung stets hinter der noch zu erwartenden Gleichgewichtserwärmung hinterherhinkt. Außerdem kann sie durch Phänomene wie El Niño zu kurzfristigen Temperaturschwankungen beitragen.
    Stefan Rahmstorf]

  5. Martin Vermeer Antworten | Permalink

    Interpolation

    Obwohl die Arktis ein ganz grosses Loch zum interpolieren ist, ist es nicht das einzige. Tatsächlich ließen sich überhaupt keine Oberflächenmittelwerte berechnen ohne zu interpolieren...!

    Die GISTemp-Website gibt einen Link zum Artikel von Hansen u. Lebedeff (oder war das Sato?), worin gezeigt werd, dass die zeitlich gemittelten Werte zweier Messstationen hoch korreliert sind über sogar 1200 km... eine einzige Wetterstation "repräsentiert" ein ganz grosses Areal!

    Tätsächlich würden zum adäquaten Beschreiben von klimatologischen Trends nur 60 Stationen ausreichen, wenn sie gleich verteilt sind um die Welt. Weil die wirklige Zahl viel grösser ist, hat man genügend Redundanz um festzustellen, ob einzelne Stationen korrekt gemessen haben.

    Schlussfolgerung: man kann nicht (sinnvoll) messen ohne zu interpolieren. Mehr generell: man kann nicht messen ohne Modelle zu bauen ;-)

  6. Thorsten Seifert Antworten | Permalink

    Unbrauchbare Daten?

    @ Michael E

    Sie haben kaum Daten für eine Region (von der Qualität diser Daten ganz zu schweigen), wissen aber sicher dass es dort ganz besonders schnell warm wird. Ein paar AGW-konforme Statistik-Klimmzüge (Mann und Briffa lässt grüssen) und schwupps haben wir Daten die "...indeutig brauchbarer..." sind.

    Interpolation ist ein anerkanntes wissenschaftliches Verfahren, um den tatsächlichen Gegebenheiten näher zu kommen. Die Frage ist einfach: Ist es genauer, die fehlenden Stationen in gewissen Gebieten einfach zu übergehen und zu ignorieren oder ist es genauer, die Daten zu interpolieren? Eindeutig Letzteres! Natürlich ist dies nicht befriedigend, aber es liegt in der Natur der Sache, dass man nicht jeden Punkt der Erde mit einer Messstation versehen kann.

    Interpolation hat mit "AGW-konformen Statistik-Klimmzügen" nichts zu tun!

    Zur Genauigkeit der NASA-Daten hier nähere Informationen:

    http://planeten.blogg.de/eintrag.php?id=76

  7. Egon Schuster Antworten | Permalink

    Sg. Herr Rahmstorf

    Sie haben natürlich recht, man kann heute nicht von einer Abkühlung sprechen. Man kann die Reihen aber immer nach Belieben darstellen. Wenn ich den Trend von 1998 bis inkl. 2009 (letzter Wert als Jahresmittel 2009 angenommen) ansehe, so komme ich auf 0,08°, bzw. auf 0,07°C/10a.
    Sollten die 3 Jahre (2010, 2011, 2012) den Wert von 2008 haben, beginnt der Trend seit 1998 sogar zu sinken. Diese 15 Jahre wären dann ca. 75% von jenem Zeitraum (ca. 1979 bis 1998), in welchem der globale T Anstieg vor allem auf CO2 Emissionen zurückgeführt wird.
    Ich weiss, alles Spielerei, aber es muss gestattet sein, auch die "Extremfälle" durchzurechen und sich anzusehen, oder?

    http://i37.tinypic.com/hrdb88.png

  8. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Martin Vermeer

    "Schlussfolgerung: man kann nicht (sinnvoll) messen ohne zu interpolieren. Mehr generell: man kann nicht messen ohne Modelle zu bauen ;-)"

    Schon richtig. Nur sollte man dann auch die Ungenauigkeit entsprechend erwähnen. Es gibt ja nur wenige Stationen im hohen Norden die seit fast 100 Jahren durchgehend die Temperaturen aufzeichnen (nicht interpolieren), z.B. diese hier:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    Bei den anderen Stationen sieht es ähnlich aus. Daher frage ich die Fachleute, wie man aus diesen gemessenen Daten eine 3 Grad Erwärmung/100a interpoliert?

  9. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Klimaskeptiker

    Herr Rahmstorf, Sie stellen mich ständig als Klimaskeptiker hin. Was ist das? Ich vermute mal, das Gegenteil von dem was Sie sind.

    Im Gegensatz zu Ihnen versuche ich nicht unbewiesene Vermutungen als unverrückbare Wahrheit zu verkaufen, sondern bemühe mich, Fakten zu erkennen:

    1. Der größte Teil aller als Folge des Klimawandel hingestellten Naturunbilden ist tatsächlich menschengemacht. Allerdings weniger durch CO2-Ausstoß sondern eher durch Abholzungen, Monokulturen, Überweidung und andere unangemessene landwirtschaftliche und industrielle Aktivitäten.

    2. Seit über 100 Jahren steigen die Ernteerträge weltweit.

    3. Vor 150 Jahren gab es vieleicht 1-2 Millionen Menschen mit einem Wohlstand bzw. Energieverbrauch, der heute bei mindestens 2 Milliarden Menschen Standard ist. Ich persönlich halte nichts davon, die Menscheit auf den Stand von 1850 zurückzubringen.

    4. Eine Zunahme der Tropenstürme ist nicht nachweisbar.

    Um nur mal einige wesentliche Punkte zu nennen. Wenn man wie Sie die gesamte Zukunftsproblematik der Menschheit auf das CO2 konzentriert und damit wirklich wirksamen Umweltschutzmaßnahmen die Finanzierung entzieht ist das in meinen Augen unverantwortlich und hat nichts mit Wissenschaft zu tun.

  10. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Tödlicher Klimawandel

    "Tödlich für die ärmsten der Armen ist vor allem der Klimawandel. Vielleicht sprechen Sie mal mit jemandem aus Bangladesh, wozu ich gerade gestern die Gelegenheit hatte. Die WHO geht davon aus, dass der Klimawandel bereits jetzt jährlich mehrere Hunderttausend Menschenleben kostet. Stefan Rahmstorf"

    Meines Wissens haben die Überflutungsschäden in Bangladesh weniger mit dem gestiegenen Meeresspiegel als vielmehr mit Abholzungen im Himalaya sowie der Besiedelung ungeeigneter Flächen im Delta zu tun.

    Mich würde dringend interessieren, wie die WHO die Zahl der Klimawandeltoten im Einzelnen berechnet und welche Vergleichsdaten aus der Vergangenheit zur Verfügung stehen. Weiterhin müsste noch geklärt werden, inwiefern vom Klimawandel Begünstigte (u.a. Sahel Zone) da gegengerechnet werden...

  11. Michael Geiger Antworten | Permalink

    RE 09.10.16:59

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    danke für Ihr Antwort:

    ...durch die globale Erwärmung, die ja z.B. die Landgebiete schneller erwärmt als Meeresregionen, ändern sich die Druckgradienten in der Atmosphäre und damit auch die Statistik der Großwetterlagen. Das kann das regionale Klima deutlich beeinflussen - gibt es etwa mehr Südwindlagen bei uns, wird es dadurch wärmer. Die globale Durchschnittstemperatur kann man damit allerdings nicht verändern, weil dem Klimasystem dabei insgesamt keine Wärme zugeführt wird, sie wird nur anders verteilt...

    Ich bin mir sicher, dass man das nicht so einfach bewerten kann. Ein Beispiel: wir nehmen nur 2 grundsätzlich verschiedene Zirkulationsformen, nämlich NZ (Nord zyklonal) und SZ od. SWZ(Süd/W zyklonal). NZ führt im Winter kalte Polarluft nach Mitteleuropa, das Festland wird "gekühlt", oft kommt noch Schnee dazu, was über Albedo und erhöhte IR Abstrahlung der Oberfläche eine zusätzliche Abkühlung über einige Tage bewirken kann. Stromabwärts, also im Ostatlantik strömt dabei warme Luft Richtung Norden. Die Wärmebilanz (Energie) sollte ausgeglichen sein, ist sie aber nicht, wenn wir von Temperatur Messungen der Oberfläche (Stationen) sprechen. Die Wärmekapazitäten zwischen Land und Ozean sind enorm unterschiedlich. Das bedeutet, dass in diesen Fällen im Mittel tiefere Temperaturen gemessen werden. Bei SZ, od. besser SWZ bzw. TRW liegt der Trog meist über dem Ostatlantik, sprich, kühle Luft breitet sich über dem Ozean nach Süden aus, vorderseitig strömt subtropische Luft über das Mittelmeer, die Alpen bis weit in den Norden Europas. Wiederum ist es so, dass hier die gemessene Abkühlung über dem Ozean (immer gleiche Flächen betrachtet) geringer ausfällt, als die gemessene Erwärmung über Land. Die Europäischen Verhältnisse kann man gerne um die gemäßigten Breiten spannen, NHK als auch SHK. Deshalb ist es berechtigt zu sagen, die Positiunierung der Zirkulationszentren kann sich auf die Messwerte der globalen Mitteltemperatur auswirken. Diese Lagen sollten sich langfristig ausgleichen und das machen sie wahrscheinlich auch, nur haben wir eben festgestellt, dass es über Dekaden doch signifikante Änderungen gibt, welche zu mindest für Mitteleuropa die Erwärmung des 20 Jh. vollständig erklären. Ich sage damit nicht, dass CO2 keinen Einfluss auf die Strahlungsbilanzen hätte, nur liegt es für uns doch sehr sehr nahe, dass die Sensitivität in vielen Fällen überbewertet wurde und wird. Die GWL Studie können sie sicher ganz schnell nachvollziehen, sie haben alle notwendigen Datensätze und das Verfahren ist denkbar einfach und statistsich einwadfrei. Rechnen sie sich einfach die mittlere T (Tagesmittel) Abweichung aus 100a Reihen jeder GWL aus und besetzen sie jeden einzelnen Tag mit dieser Abweichung und dannach mitteln sie wie gehabt die Jahremittel heraus. Das interessanteste dabei ist das Sommerhalbjahr. Der dramatische Gletscherrückgang im Alpenraum von ca. 1980 bis heute ist ganz klar über die GWL Häufigkeitsverteilung im Sommer zu erklären. Kaum Kälterückfälle und lange Phasen mit Nullgradgrenzen jenseits der 3500m, ausgelöst durch eine Häufung bzw. Abnahme der entsprechenden Wetterlagen und, wie gesagt kühlt es dabei über dem Atlantik etwas weniger ab, was die gemessenen Temperaturen betrifft.

    (Wollen wir zwei wetten, dass die kommenden 15 Jahre global etwas kühler ausfallen werden, als die letzten 15?)

  12. Michael Geiger Antworten | Permalink

    Binikowski & Rahmstorf

    zum Thema die Ärmsten der Armen möchste ich meinen Teil beitragen, da ich mich nun klimateschisch doch schon einige Jahre damit befasse.
    Bis heute kann man definitiv sagen, dass die Vorteile der vollzogenen Erwärmung überwiegen, im speziellen für die Industrienationen. Ich sehe in "armen Ländern" keinen signifikaten Trend zu lebenfeindlicheren Bedingungen wegen dem "Klimawandel". Die Beobachtungen vieler Einzelereignisse sind durch die Vernetzung der hochtechnologisierten Welt besser erfasst als je zuvor, die mediale Inszenierung ist nett gesagt ein kleiner Horror. Die T Erhöhung im Alpenraum zB. macht knapp 2°C aus (vglw. 0,7°C global 100a), ohne nennenswerte Nachteile für irgendwen in dieser Region. Abgesehen vom tieferen Auftauen gewisser Permafrostgebiete in Hochlagen (Steinschlag etc.) kann man sogar von sehr positiven Änderungen sprechen: weniger Heizölverbrauch, weniger Salzstreuung, weniger Energieverbrauch allgemein,(wenn wir nicht dem Kapital folgen würden...)und bessere Ernteerträge, auch durch höheren CO2 Düngeeffekt, welcher zu oft zu klein geredet wird, usw.
    Bangladesch! Diese Menschen interessieren sich für vielleicht alles, aber mit Sicherheit nicht für das "westliche AGW", obwohl genau dort, wie sonst kaum wo auf der Erde ein weiterer Meerespiegelanstieg um 50cm definitiv ein großes Problem wäre. Andererseits hat man mind. 50a Zeit, sich darauf vorzubereiten, jede Eile kommt mir seltsam vor. Man könnte ja die kommenden 5-10a beobachten, was tut sich denn wirklich? Wie ich oben gezeigt habe, ist die Erwärmung Mitteleuropas mit höchster Wahrscheinlichkeit und vollständig auf die Änderung der Häufigkeitsverteilung der Zirkulationsformen zurück zu führen und dieser Arbeit werden wir auch publizieren. Wer meint, die Menschen des Planeten hätten bei zusätzlich +1°C mehr, mehr Probleme, der muss mir diese Logik mal erklären. Wer meint, bei +3°C in 100a hätten wir gravierende Schwierigkeiten, hat sicher recht. Nur, wir wissen nicht, wie sich das Klima entwickeln wird, auch wenn einige immer wieder meinen, es gäbe einen Konsens. Dieser Konsens beschränkt sich genau genommen darauf, dass wir Menschen das Klima beeinflussen und das es im 20. Jh. um 0,7° (+/-0,2) wärmer geworden ist. Ich denke, dass es keinen Konsens auf Fragen gibt: wie oft gabe es in den letzten 5000a T Schwankungen um 0,7°C/100a?, wie steht die Wissenschaft zum "Hockey Stick"? Wie hoch ist die Klimasensitivität aus CO2 wirklich? Was steckt eigentlich dahinter?
    Ist es eine globale Notwendigkeit, die Energiegewinnung zu umzustellen, zu verlagern? Ja schon, denke ich, nur wann und zu welchem Preis usw. Wer profitiert, alle? Die 3. Welt? Warum schert sich heute die westliche Welt sehr bescheiden um das Wohlergehen der Bengalen und warum sollen plötzlich alle Menschen glauben, jetzt ist die richtige Zeit um ihnen allen zu helfen, damit es ihnen in 50 od. 100 Jahren nicht noch schlechter geht, damit sie nicht über uns "herfallen", weil das Wasser bis zum Hals reicht, was übrigens für uns verwöhnte Wohlstandsmenschen schwer vorstellbar sein sollte.

  13. Michael E Antworten | Permalink

    Menschen sterben durch Klimawandel ?

    Sehr geehrter Hr Rahmstorf

    Sie schreiben

    "Tödlich für die ärmsten der Armen ist vor allem der Klimawandel. Vielleicht sprechen Sie mal mit jemandem aus

    Bangladesh, wozu ich gerade gestern die Gelegenheit hatte. Die WHO geht davon aus, dass der Klimawandel bereits jetzt

    jährlich mehrere Hunderttausend Menschenleben kostet."

    Das ist geradezu zynisch:

    In Bangladesh sterben Menschen hier und heute an unzureichendem Küstenschutz, falscher Siedlungspolitik, unzureichend
    gesicherten Wohngebäuden, mangelder Hygiene, mangelnder Infrastruktur,...

    Sie sterben eben nicht weil es mehr Stürme gibt (es gibt eben nicht mehr Stürme) und sie sterben eben nicht weil
    Bangladesch im Meer versinkt (es versinkt eben nicht).

    Mit einem Bruchteil der Mittel die für das Kyotoprotokol ausgegeben hat, wären viele der oben genannten Probleme zu
    lösen gewesen. Noch besser ist es wenn Entwichlungs- und Schwellenländer durch wirtschaftliche Entwicklung sich selbst
    in die Lage versetzen ihre Bürger zu schützen. Klimapolitik tut das Gegenteil!

    Nennen sie doch nur einen Menschen der an Klimawandel (wo, wann, unter welchen Umständen) gestorben ist.
    Und nennen Sie doch nur einen der durch das Kyotoprotkol gerettet wurde (wo, wann, unter welchen Umständen).

    mfg

    Michael E.

    [Antwort: Die relevanteste Studie dazu ist WHO 2008. Stefan Rahmstorf]

  14. Martin Vermeer Antworten | Permalink

    Tropenstürme

    > 4. Eine Zunahme der Tropenstürme ist nicht nachweisbar.

    Doch... siehe ftp://texmex.mit.edu/...uel/PAPERS/NATURE03906.pdf und auch http://wind.mit.edu/~emanuel/anthro2.htm

    Kerry Emanuel ist Mr. Hurricane. Ja, stimmt dass man mit der Anzahl von tropische Zyklone statistisch nich viel anfängt; eine bessere Maß ist die von Emanuel benützte Power Dissipation Index. Sie korreliert ganz nett mit gemessene Meerestemperaturen... beide sehen wie Eishockeystöcke aus ;-)

    Siehe auch

    http://www.all4energy.org/...-katrina-levee-breaks
    http://wonkroom.thinkprogress.org/...ling-katrina/

    Sagt Emanuel:

    “We can't say that Hurricane Katrina was caused by global warming, but it did cause Katrina to be more intense [...] We can do some interesting experiments to ask with respect to Hurricane Katrina, if that exact same storm had occurred in 1980, what that would have been like... In a computer simulation done with the thermodynamic environment of 1980, Katrina makes landfall not at 138 knots, but at something like 115 knots which might not sound like a lot of difference, but it makes a huge difference in destructive power. Probably if Katrina had occurred in 1980, the levees would have held.”

  15. Günter Heß Antworten | Permalink

    Zirkulation

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    ihre Antwort auf die Ausführungen von Herrn Geiger verstehe ich in einem statischen linearen System, in dem sich die Albedo der Erde nicht ändert.
    Aber wie sieht das denn in einem nichtlinearem System aus, in dem sich die Albedo zeitlich und räumlich verändert. In dem auf eine solche Änderung Rückkopplungen folgen.
    Gilt dort auch allgemein, dass eine Änderung der Zirkulation keine erhöhte oder erniedrigte Energiezufuhr bewirkt? Wenn sich zum Beispiel durch Änderungen der Zirkulation die Wolkenbedeckung absolut, sowie räumlich und zeitlich verändert. Dadurch könnte sich doch auch die eingestrahlte Energie lokal und global verändern.
    Wenn dann zum Beispiel dadurch mehr oder weniger Eis in der Arktis schmilzt, oder sich der tropische Ozean stärker erwärmt oder nicht so stark erwärmt.
    Dann ändert das doch sicher auch die globale Durchschnittstemperatur, oder nicht?
    Wie mitteln sich denn in einem nichtlinearen System diese nichtlinearen Effekte zeitlich und räumlich raus?
    Könnten Sie mir das erklären?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    Lieber Herr Heß, aus den von Ihnen genannten Gründen hatte ich mit Bedacht geschrieben, sie mitteln sich "in guter Näherung" heraus. Stefan Rahmstorf]

  16. ingolf Antworten | Permalink

    Seit 100 jahren steigen die Ernteerträge

    @Jochen Binikowski
    ... warum wohl? Weil es so putzig warm ist? Weil so viel CO2 in der Luft ist? Vielleicht haben auch Menschen wie bspw Haber und Bosch und ihre Nachfolger was damit zu tun (Kannst ja mal googln, was Haber und Bosch so erfunden haben). Könnte ja sein, oder? Woher kommt dieses Sinnlosargument?

    Hm, es ist ja nicht so, dass der Klimawandel in jeder Region schlechte Auswirkungen hat. Es gibt bestimmt auch "Klimagewinner", zumindestens zeitweise. Aber das Problem ist: was ist mit den Verlierern? Die Verlierer werden, wie Prof Rahmstorf ja schrieb, erstmal und besonders die ärmsten Länder sein.

    Ein zweiter Punkt: ja, die Menschheit hat schon schwere Klimawandel überlebt. Aber es gingen viele dabei hopps. Aber damals lebten einige 10000 Menschen, jetzt über 6 Mrd.. Da ist nix rumwandern mehr. Bei Änderungen wird es auch Stress geben, davon bin ich überzeugt. An natürlichen Änderungen können wir nix ändern und müssen uns anpassen. ABER, wenn wir selbst an Änderungen schuld sind, sollten wir vielleicht versuchen, die Ursachen dafür abzustellen. Es wird billiger und friedlicher, meiner Meinung nach.

    Und ja: Klimaschutz sollte andere Umweltschutzmaßnahmen nicht verdrängen... tut er auch nicht, denke ich mal. Nur "Skeptiker" stellen es so dar, und tun auch so, dass Grüne und andere den Umweltschutz vernachlässigen. Das ist aber einfach nur unwahr. ich denke mal, auch Prof Rahmstorf kann sagen, dass der Umweltbeirat sowas nicht vergisst.

    @topic
    ich finde es doch nur normal, dass die Erwärmung mal stärker, mal schwächer ist. Die Effekte durch steigende Treibhausgase sind doch nur ein Punkt. Andere Forcings (Sonne, Aerosole, usw) sowie "interne" Schwankungen haben auch Einflüsse. Und gerade bei kürzeren Zeiträumen, gibt es eben Schwankungen.

    Aber man muss ja sehen, dass die 2000er Jahre das mit Abstand wärmste Jahrzehnt in den Temperaturaufzeichnungen sind. Daher sehe ich keine wirkliche Stagnation oder gar Abkühlung.

    Ein weiterer Punkt, den ich auf einer "Skeptiker"-Seite gefunden habe. Ein Kommentar war: wir haben bei den UAH-Daten nun genauso hohe Temperaturen wie im Sep 1998, obwohl damals ein starker und nun ein schwacher El Nino vorhanden ist. Die Schlussfolgerung war aber putzig: man müsse die Satelliten neu kalibrieren. Ich denke, diese Anekdote sagt viel, oder?

    Sorry, bisschen lang geworden.

  17. Martin Vermeer Antworten | Permalink

    Tabaks-Wissenschaft

    Herr Michael E fragt:

    > Nennen sie doch nur einen Menschen der an
    > Klimawandel (wo, wann, unter welchen
    > Umständen) gestorben ist.

    ...oder an das Rauchen...

    Namenlose Opfer sind auch Opfer.

  18. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Tropenstürme

    "Probably if Katrina had occurred in 1980, the levees would have held.”

    Statt derartiger sinnfreier Kaffeesatzleserei wäre es meiner Meinung nach viel sinnvoller, die von den Tropenstürmen verursachten Regenfälle genauer zu untersuchen. Denn diese sind es, die den allergrößten Teil der schweren Schäden verursachen, z.B. Erdrutsche, Unterspülungen usw. Ob ein Taifun nun 190 oder 270 KMH erreicht ist in Bezug auf die Schäden nur nebensächlich. Eine Bambushütte hat auch nach 120 KMH die gleiche "Einheitshöhe" von 60 cm. Ähnliches gilt für Ernteschäden.

    PS: Ich lebe auf den Philippinen, 13 Grad Nord, Pazifikküste. Wenn es in der Pazifikregion zu Landfällen von Monstertaifunen kommt, dann genau bei uns. Habe 1998 Taifun "Babs" live und in Farbe miterlebt.

  19. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Michael Geiger

    Ich bin sehr gespannt auf Ihre Studie. Als ich vor einigen Jahren im SPIEGEL Forum den Gedanken mit der Änderung von GWL vortrug, haben mich die dort versammelten "Wissenschaftler" ausgelacht.

    In 2008 habe ich eine langanhaltende, großflächige GWL Änderung selber auf den Philippinen erlebt. Fast das gesamte Jahr war ungewöhnlich kalt, weil laut Satellitenbilder fast jeden Tag eine langgezogene Kaltfront von der Behringstrasse bis zur philippinischen Ostküste vorhanden war.

    Das führte u.a. zu Rekordernten, weil die Niederschläge gleichmäßig über das Jahr verteilt waren und es nördlich des 13. Breitengrades keinen einzigen Taifun mit Landfall gab, die sind alle weit vor der Küste von der Kaltfront ins offene Meer zurückgetrieben worden.

  20. Michael E Antworten | Permalink

    WHO Studie

    Sehr geehrter Hr Rahmstorf,

    Sie schreiben: [Antwort: Die relevanteste Studie dazu ist WHO 2008. Stefan Rahmstorf]

    Ich bin mir nicht sicher ob Sie die Studie selbst gelesen haben. Ich habs getan.

    Knapp zusammengefasst steht in etwa drin
    -was genaues weis man nicht, noch viel Forschung is nötig
    -ANPASSUNG and Klimawandel ist nötig
    -die Gesundheitsrisiken die schon HEUTE existieren müssen bekämpft werden, denn sie KÖNNTEN durch Klimawandel verstärkt werden.

    Von hundertausenden Klimawandeltoten konnte ich nichts finden.

    Konkret wir der Report auf Seite 9:

    "800 000 annual deaths from outdoor air pollution, the 1.2 million from road traffic injuries, the 1.5 million from
    indoor air pollution, and the estimated 1.9 million from physical inactivity"

    Ich bin ja evtl etwas einfach gestrickt, aber warum ein Kyotonachfolgeprotokoll da helfen soll ist mir schleierhaft

    mfg

    Michael E.

    PS: Es steht auch nicht drin wieviele Menschen durch das Kyotoprotokol gerettet wurden.

    [Antwort: Ich bitte um Entschuldigung, ich hatte Ihnen auf die Schnelle einen falschen Link ergoogelt. Die WHO-Studie, die ich meinte, war schon von 2002 (vielleicht finden Sie die irgendwo noch), es gibt aber auch eine aktuellere Studie dazu vom Global Humanitarian Forum von Kofi Annan, die in diesem Frühjahr publiziert wurde. Stefan Rahmstorf]

  21. Günter Heß Antworten | Permalink

    Zeitskala

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    Danke für die Antwort. Mich würde interessieren, welche experimentellen Belege es gibt, dass sich solche Zirkulationsänderungen wie sie Herr Geiger beschrieben hat in ihren Auswirkungen auf die Energiebilanz im Klimasystem der Erde näherungsweise heraus mitteln? Innerhalb welcher Fehlergrenzen für die globale Mitteltemperatur wurde das bestimmt? Auf welcher Zeitskala geschieht denn dieser Mittelungsprozess?
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    [Antwort: Lieber Herr Heß,

    wenn Wetterlagen sich ändern – also etwa ein Tiefdruckgebiet sich verschiebt, mittelt der Effekt auf die globale Temperatur sich a priori sofort heraus, weil dadurch ja erstmal gar keine Wärme zusätzlich ins System kommt sondern lediglich umverteilt wird – es gilt einfach die Energieerhaltung. An der Vorderseite des Tiefs wird es durch südliche Winde wärmer, dafür gibt es auf der Rückseite nördliche Winde und es wird umso kälter.

    Um die globale Temperatur zu ändern müssen Sie eine Wärmequelle haben. Das kann der Ozean sein – allerdings nur vorübergehend, und die globale Erwärmung der letzten Jahrzehnte kommt nicht aus dem Ozean, im Gegenteil, der hat nicht Wärme abgegeben sondern aufgenommen und damit die globale Erwärmung gedämpft. (Sehen Sie auch daran, dass die Erwärmung über Land größer ist.)

    Oder Sie ändern die Albedo - und damit die globale Strahlungsbilanz, auch so können Sie Wärmeenergie ins System bringen. Wetterlagen können das auf zweierlei Art tun. Einmal durch die Wolkenbedeckung. Aber da ist es schwer sich vorzustellen, dass eine Verlagerung der Hoch- und Tiefdruckgebiete die Wolken nicht nur von A nach B schiebt, sondern insgesamt so verändert, dass dabei eine globale Albedoänderung herauskommt. Die effektivste Art, durch Wetterlagen die globale Albedo zu verändern, ist meines Erachtens durch Schneefälle. Der Schnee kann viele Wochen liegen bleiben und im Frühling Sonne reflektieren – da aber Schnee nur an Land liegen bleibt, kommt es dabei für die globale Albedo schon darauf an, wo der Schnee fällt – über dem Meer oder über Landmassen. Nach meiner Einschätzung dürfte das die effektivste Nichtlinearität sein, durch die Wetter sich auch auf die globale Mitteltemperatur auswirkt. Eine quantitative Abschätzung dazu ist mir nicht bekannt; man kann aber mit Sicherheit davon ausgehen, dass eine Abnahme der Schneebedeckung durch veränderte Wetterlagen (also nicht einfach durch die Erwärmung – das wäre ein Feedback) keinen wesentlichen ursächlichen Beitrag zur globalen Erwärmung leistet, denn das würde durch das ausgeprägte räumliche und saisonale Muster dieses Effekts in den Daten sofort auffallen.
    Stefan Rahmstorf]

  22. Pete Trockner Antworten | Permalink

    @ ingolf

    Geben Sie sich keine Mühe. Die Strategie der Skeptiker besteht ja gerade darin, Aussagen zu erfinden und diese dann zu "widerlegen" bzw. anzuprangern.

    Anschließend gibts dann Diskussionen über Ernteerträge oder "Gewinner" des Klimawandels (den es ja gar nicht gibt) und so weiter und so fort.

    Diese "Argumente" werden von einigen Alpha-Skeptikern vorgegeben und von der mitlaufenden Skeptikermasse endlos wiedergekäut.

    Mit solchen Esoterikern ist schlicht keine Diskussion möglich, weil es nicht um Erkenntnisgewinn, sondern um ein möglichst lautstarkes Glaubensbekenntnis geht.

  23. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Ingolf

    "... warum wohl? Weil es so putzig warm ist? Weil so viel CO2 in der Luft ist? Vielleicht haben auch Menschen wie bspw Haber und Bosch und ihre Nachfolger was damit zu tun (Kannst ja mal googln, was Haber und Bosch so erfunden haben). Könnte ja sein, oder? Woher kommt dieses Sinnlosargument?"

    Natürlich sind die höheren Ernteerträge auf bessere Düngung, Saatgut usw. zurückzuführen. Nur, in den Medien wird uns täglich eingehämmert dass der Klimawandel ausschließlich negative Auswirkungen hat, Dürre, Überschwämmungen, Stürme, Schädlingsinvasionen usw. Eigentlich müsste demnach die Menschheit schon längst verhungert sein.

    Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei ungünstigen Wetterbedingungen nützt nämlich der beste Dünger nichts mehr. Deshalb sollte eine objektive Analyse untersuchen, wie der Saldo zwischen Gewinnern und Verlierern aussieht.

    Vor einigen Tagen lief auf VOX ein BBC Machwerk zur Klimakatastrophe. Da wurden alle möglichen sinnfreien Lösungsmöglichkeiten wie CCS, künstliche Bäume, Weltall-Spiegel usw. vorgestellt. Auf die naheliegende Idee, die Abholzungen durch Handelsbeschränkungen zu stoppen und massiv in Aufforstungen zu investieren ist in dem Film niemand gekommen.

    Warum mag das so sein? Ich behaupte, weil die Großindustrie an Aufforstungen nichts verdienen kann. Davon profitieren vor allem Kleinbauern in der Dritten Welt, und das muß mit allen Mitteln verhindert werden.

    Nur durch eine objektive Berichterstattung werden sich die Menschen mit dem Gedanken anfreunden, dass massive Änderungen im Wirtschaftssystem ohne Alternative sind. Solange diese Änderungen aber hauptsächlich darin bestehen das Geld der Verbraucher in die Taschen der Wall Street Spekulanten spülen (Emissionshandel) wird die Klima-Debatte höchst emotional bleiben.

  24. Michael Geiger Antworten | Permalink

    Sg. Herr Rahmstorf

    danke für ihre Anwort, welche sie bei Günther Heß abgegeben haben.
    Sie haben natürlich recht in der Argumentation und ich will die Sache gar nicht globalisieren, aber folgendes möchte ich noch sagen:
    um es etwas zu verkürzen, eine Einschränkung aufs Sommerhalbjahr (04-09). Wir haben eine signifikante Abnahme nördlicher Zirkulationsformen über das 20. Jh., gleichzeitig eine Zunahme von SW Lagen, insbesondere zwischen 1980 und 2000. Die Auswirkungen sind vor allem im Gletscherrückgang schön zu erkennen, denn die Alpengletscher sind viel stärker durch die Sommerwitterung beeinflusst, als die des Winters. Abgesehen von den T Erhöhungen durch Warmluftadvektion hat das Albedo über den Alpen kontinuierlich abgenommen, die Sonnenscheindauer ab ca. 1970 um ca. 20% zugenommen. Als Folge beobachten wir steigende Minimatemperaturen in den Alpentälern, trotz Bewölkungsabnahme. Das häufige Fehlen von Kälteeinbrüchen im Sommer führt dazu, dass viel weniger kalte Luft nach Sonnenuntergang in die Täler und Becken strömt, da eben die Scheegrenzen meist weit zurück gezogen sind. Die Unterschiede liegen hier bei ca. 3-5°C, bie identen Wetterlagen usw, der Hauptteil kommt aus der IR Abstrahlung über Schnee (der weiße Schnee verhält sich hier ja wie ein schwarzer Körper) und wenn nun eben im Mittel 30 Tage (Juli-Sep.) mit Schnee bis 1800m herrschen od. nur 5, dann wirkt sich das alleine bereits signifikant auf die T min. Sommer aus. Hunderte Sationen im HISTALP Raum sind davon betroffen. Im Winter ist es teils noch gravierender, durch die Zunahme vieler SW Lagen sind die Täler viel häufiger schneefrei und die Abkühlungsrate liegt typisch um ca. 5°C höher als bei trockenem Boden. Die Erwärmung der Bergstationen viel etwas geringer aus, was ua. obige Gründe erklären.
    Quellen & Senken. Naja, wie oft kann ein Trog vom hohen Norden über Island bis weit nach Süden reichen, ohne dabei den Ozean mehr als oberflächlich verhältnismäßig stark zu kühlen? Habe ich es richtig im Kopf wenn ich sage, dass die Region im Atlantik südlich von Island (ganz grob) kaum Erwärmung zeigt bzw. immer wieder negative SST Anomalien?
    Ich sage also, dieses Quellen und Senken Spiel gleicht sich immer wieder aus, nur kann der Atlantik selbst für Europa zu mindest für einige Dekaden als Quelle fungieren ohne dabei jene Energie zu verlieren, welche zur T Erhöhung an Land geführt hat. Wir reden ja von T Messwerten in Bodennähe und den Energiehaushalt des Atlantiks kann man ja nicht wirklich messen, naja, noch nicht lange zu mindest. Nun gehen eben viel Stationswerte Europas in die globale T Berechnung ein und wir behaupten, dass die Änderungen in Mitteleuropa vollständig über Zirkulationsvariationen zu erklären sind. Mehr dazu in einigen Wochen, bis jetzt sind diese Ausführungen nicht wissenschaftlich untermauert, aber zur Diskussionsanregung sicher geeignet.

  25. Günter Heß Antworten | Permalink

    Wetter und Albedo

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    Danke für die ausführliche Erläuterung. Meines Erachtens gibt es aber einige experimentelle Befunde, die darauf hinweisen, dass die Mittelung nicht zwingend ist, bzw wenn dann über längere Zeiträume erfolgt.
    Der folgende Abschnitt des IPCC AR 4 schlägt doch eigentlich vor, dass solche Änderungen in der Wolkenbedeckung und damit in der Albedo vorkommen und sich nicht unmittelbar ausgleichen, sondern im Ozean gespeichert werden. Also wird dem System doch über dem Zeitraum, in dem es nicht ausgeglichen ist Energie zugeführt. Ich hatte das schon mal geschrieben, als wir über Wolken diskutiert haben.
    IPCC AR 4 Chapter 3 S. 278:
    “Since most of the net tropical heating of 1.4 W m–2 is a decrease in reflected SW radiative flux, the change implies a similar increase in solar insolation at the surface that, if unbalanced by other changes in surface fluxes, would increase the amount of ocean heat storage. Wong et al. (2006) showed that the changes in global net radiation are consistent with a new ocean heat-storage data set from Willis et al. (2004; see Chapter 5 and Figure 5.1).”
    Auch Herr Notz hat in einem Kommentar im letzten Beitrag geschrieben:
    http://www.wissenslogs.de/...2/ende-des-schmelzens
    „Zum einen gab es zu Beginn der neunziger Jahre eine Reihe von Jahren, in denen sich das in der Arktis vorherrschende Windregime verändert hatte. Dadurch wurde sehr viel dickes, altes Eis einfach entlang der ostgrönländischen Küste aus der Arktis "geweht". Dieses Eis trieb früher häufig jahrelang im Zentrum des Arktischen Ozeans im Kreis. Das zurückgebliebene, dünnere Eis wurde dann durch ungewöhnlich warme Wetterlagen im Frühjahr zu Beginn unseres Jahrhunderts weiter ausgedünnt, so dass schließlich im ungewöhnlich warmen Sommer 2007 das vorhandene Eis zu einem großen Teil so dünn war, dass es einfach weggeschmolzen ist.
    Dadurch wird die Albedo ja nachhaltig verändert.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  26. Thomas Knecht Antworten | Permalink

    Cherry Picking?

    Lieber Herr Rahmstorf,

    da dieser Blog für interessierte Laien gedacht ist, hoffe ich hier richtig zu sein. Ihren obigen Beitrag fand ich sehr lesenswert, und was das Fachliche betrifft, bleibt mir wenig übrig als den Inhalt "zu schlucken", da mir einfach die Expertise fehlt. Ihre Argumentation überzeugt mich.

    Gleichwohl bin ich verwirrt, wenn Ihnen ein Forscherkollege "cherry picking" bei der Auswahl Ihrer Trends vorwirft:

    http://rogerpielkejr.blogspot.com/...o-global.html

    Gerne würde ich mir ein einheitliches Bild zum Thema Klimawandel verschaffen. Das fällt bei der immensen Informationsflut indes zusehends schwerer.

    Freundliche Grüße
    Thomas Knecht

    [Antwort: Lieber Herr Knecht, wenn Sie meinen Beitrag oben verstanden haben, werden Sie gleich erkennen, dass solche Anwürfe unseriös sind (wie aus dieser Ecke bereits gewohnt). Der erste Punkt ist ja gerade, dass nur längerfristige Trends (ca. 20 Jahre) klimatologisch aussagekräftig sind. Der zweite Punkt geht dann auf die Frage ein, ob die Skeptikerthese stimmt, in den letzten zehn Jahren habe es keine Erwärmung gegeben. Den Zeitraum von 10 Jahren habe dabei nicht ich "ge-cherry-picked", sondern ich antworte damit nur auf jene, die einen solchen (nicht aussagekräftigen, siehe Punkt 1!) Zeitraum angeführt haben. Stefan Rahmstorf]

  27. Michael Geiger Antworten | Permalink

    ist Erwärmung schlecht?

    oder anders gefragt, was wäre unter den heutigen globalen Umständen besser: eine weitere Erwärmung um 1°C in 100a od. eine gleich hohe Abkühlung?
    Es wird immer so getan, als ob es klar wäre, dass wir in eine wärmere Zukunft blicken müssen. Ja, sieht so aus, denn die IR Absorbtionsfähigkeit des CO2 kann ja niemand seriös bestreiten. Über die sg. Sensivität kann und sollte man aber versuchen zu diskutieren. Herrscht dazu wirklich "Konsens". Nein, ein Sammeln von Indizien ist noch lange kein Beweis und ich persönlich gehe davon aus, dass wir nicht wissen, was eine CO2 Verdopplung alles bewirken kann. Die Rückkoppelungen über Wasserdampf, Wolken und Niederschlägen kann langfristig auch zu einer Abschwächung ja sogar zur Umkehr des Forcings führen und wenn ich mir die Klimageschichte so ansehe, liegt es doch sehr nahe, der Natur einen gewissen Reparaturmechanismus zuzumuten, sagen wir Thermostat dazu. Nach jedem CO2 Anstieg folgte irgendwann ein T Rückgang, auch über Perioden, welchen keine nennenswerten Änderungen der Umlaufparameter etc. zugeordnet werden können. Welche natürlichen Einflüsse lassen einen Planeten nachhaltig abkühlen in Zeiten steigender CO2 Konzetrationen? Wo blieb die hohe Klimasensitivität hängen und wieso geht man fast stur davon aus, dass es in den kommenden 100a zu 100% wärmer wird? Seriöse Wissenschaft sollte das nicht behaupten, denn wir haben das Klima noch lange nicht vollständig verstanden und eine Abkühlung um 1°C hätte sehr wahrscheinlich mehr negative Auswirkungen als eine entsprechende Erwärmung, behaupte ich.

    [Antwort: Wenn es einen solchen "Thermostaten" gibt, der eine Erwärmung in diesem Jahrhundert verhindern soll - wieso hat er frühere Erwärmungen dann nicht verhindert? In den letzten 500 Millionen Jahren war es ja meistens deutlich wärmer und die Erde eisfrei - dank der aus tektonischen Gründen zumeist höheren CO2-Konzentration. Ich forsche seit 20 Jahren zu Klimaveränderungen der Erdgeschichte und habe dabei noch keine Hinweise auf einen solchen Thermostaten entdecken können. Wenn Sie die sehen - ich rate Ihnen dringend zu einer Fachpublikation mit sauberen Belegen dazu. Stefan Rahmstorf]

  28. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Globaler Kollaps durch Hungersnöte?

    "Nur, in den Medien wird uns täglich eingehämmert dass der Klimawandel ausschließlich negative Auswirkungen hat, Dürre, Überschwämmungen, Stürme, Schädlingsinvasionen usw. Eigentlich müsste demnach die Menschheit schon längst verhungert sein."

    Dass wie bisher die Nahrungsmittelproduktion schneller steigt als die Bevölkerung wächst scheint nicht länger der Fall zu sein. Mit den möglichen Konsequenzen beschäftigt sich ein Artikel in Spektrum der Wissenschaft. Eine Hörprobe ist frei verfügbar: http://www.spektrum.de/audio, ebenso der Artikel selbst: http://www.spektrum.de/artikel/1005454

  29. Michael Geiger Antworten | Permalink

    Abkühlung ausgeschlossen?

    ich meine, darf man überhaupt behaupten, dass die NHK T Entwicklung vielleicht doch so:

    http://www.drroyspencer.com/...00-years-Loehle.jpg

    aussieht und nicht anders?
    Ist diese Abb. falsch? Kann es wirklich nicht sein, dass sie sehr nahe bei der Realität liegt?
    Wenn ja, dann kann man doch erwarten, dass die kommenden Jahrzehnte trotz dem CO2 Forcing (ohne die fraglich hohe Sensitivität) kühler ausfallen könnten, als die letzten 2 Dekaden. Warum schließt man das kategorisch aus?

    [Antwort: Lieber Herr Geiger, die Gründe, warum die von Ihnen verlinkte Kurve nichts mit Wissenschaft zu tun hat, können Sie im Detail hier nachlesen. Nicht ohne Grund ist sie auch nicht in einer klimatologischen Fachzeitschrift erschienen. Interessant übrigens, dass Sie die Website eines Anhängers von "Intelligent Design" (Roy Spencer) als Quelle verlinkt haben. Da zeigt sich einmal mehr die enge Verbindung von "Klimaskeptikern" und Kreationisten. Stefan Rahmstorf]

  30. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Karl Mistelberger

    "Dass wie bisher die Nahrungsmittelproduktion schneller steigt als die Bevölkerung wächst scheint nicht länger der Fall zu sein. Mit den möglichen Konsequenzen beschäftigt sich ein Artikel in Spektrum der Wissenschaft. Eine Hörprobe ist frei verfügbar: http://www.spektrum.de/audio, ebenso der Artikel selbst: http://www.spektrum.de/artikel/1005454\"

    Richtig ist, seit ca. 20 Jahren geht die Getreideproduktion pro Kopf leicht zurück. Das liegt aber nicht am Klimawandel, sondern an Despoten wie Mugabe und seine Spießgesellen in vielen afrikanischen Ländern. Durch deren Bürgerkriege, Vertreibungen usw. sind riesige, ehemals hochproduktive Agrarflächen verwaist und könnten bei stabilen politischen Verhältnissen wieder in die Produktion gehen.

    Weiterhin dürfen Sie die ungeheuren, brachliegenden Flächen und den technischen Fortschritt nicht vergessen. In Afrika z.B. liegen die Ernten derzeit größtenteils nur bei 10% des technisch machbaren. Da gibt es noch viel zu tun.

    Ein weiteres Steigerungspotential wäre die Eindämmung subventionierter Agrarimporte in der Dritten Welt sowie eine Zerschlagung der internationalen Saatgut- und Düngerkartelle.

    Mit Klimawandel hat das alles nichts zu tun. Regionale Mißernten gab es schon immer, nur heute wird daraus in den Massenmedien der Weltuntergang konstruiert während Rekordernten gerne verschwiegen werden.

    Deshalb plädiere ich für einen sachlichen Umgang mit diesem wichtigen Thema.

  31. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Sachlicher Umgang

    Lieber Jochen Binikowski, was Sie hier fordern erinnert in seiner Radikalität an Maos großen Sprung nach vorn, der insofern die Getreideproduktion pro Kopf erhöhte, als er die Anzahl der Köpfe kräftig reduzierte.

    Lester R. Brown geht sehr detailliert auf das Problem des zunehmenden Nahrungsmangels und seine Ursachen ein. Viele seiner Behauptungen sind belegt, z.B die über die negative Bilanz der Agrartreibstoffe hier: http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1011895

    Die Belege vermisse ich für Ihre Behauptung, dass sich Afrikas Ernten um ein Mehrfaches steigern ließen.

  32. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Ernteerträge

    Lieber Herr Mistelberger,

    gehen Sie einmal davon aus dass ich weiß wovon ich spreche, denn ich bin seit Jahren in tropischer Landwirtschaft involviert und sehe auf unseren Farmen jeden Tag, was möglich ist und was nicht.

    Bitte beachten Sie auch, dass ich nirgends geschrieben habe dass Ertragssteigerung eine einfache Sache ist. Eines der Probleme liegt darin, dass die umfangreichen Forschungsergebnisse nicht bei den Kleinbauern in der Dritten Welt ankommen. Es ist also vielfach nur ein Umsetzungsproblem. Das Rad muß nicht neu erfunden werden.

  33. Günter Heß Antworten | Permalink

    Zimbabwe

    Lieber Herr Binikowski und Herr Mistelberger,
    sie haben beide Recht.
    Laut Bundeszentrale für politische Bildung liegen in Zimbabwe 70% der Flächen brach. Der Nahrungsmangel ist wohl durch eine katastrophale politische Führung verursacht. Meiner Meinung nach sind viele andere Regierungen in Afrika auch nicht besser.
    http://www.bpb.de/...druckversion.html?guid=7GZ8SY
    Die unselige Biospritproduktion hat sicher ebenfalls ihre Beiträge. Die führt ja nur dazu, dass Despoten um Devisen zu bekommen ihre wertvollen Landflächen für aus Ernährungssicht unsinnige Produkte nutzen. Ist auch einfacher anzubauen. Bei mir um die Ecke vergammelt der Mais auf bestem Boden auch auf dem Halm, weil den Biogasanlagen der Zustand egal ist. Das ist auch eine Form von Mißwirtschaft.
    Dass 1 Milliarde Menschen hungern scheint keinen der Biogaslobbyisten zu interessieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  34. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Günter Heß

    Biogas/Sprit ist ja nicht per se schlecht. Es kommt auf die Art und Weise der Produktion an.

    Die wirklich intelligente Lösung liegt darin, ausschließlich Brachflächen (Davon gibt es weitaus mehr als die meisten Laien glauben) etc. für den Anbau zu nutzen und dann noch bei guten Getreideernten die Überproduktion zu verarbeiten, also die Mengen die über die reguläre Auffüllung der Lager hinausgehen.

    Damit würde der sog. "Schweinezyklus" vermieden und die Farmer können sicher sein, stets gute Preise für ihre Ernten zu bekommen und können die nächste Pflanzung entsprechend gut vorbereitet (optimales Saatgut, Dünger etc.) planen.

  35. Dirk Antworten | Permalink

    Andere Stimmen

    Dr. Habibullo Abdussamatow, Direktor des Pulkowo-Weltraumforschungs-Instituts in St. Petersburg und Leiter des russisch-ukrainischen Gemeinschaftsprojekts Astrometria, publizierte kürzlich eine englische Übersetzung seines Artikels „Die Sonne bestimmt das Klima“, der im Frühjahr im russischen Journal Nauka i Zhizn (Leben und Wissenschaft) erschienen war. Er schreibt darin: „Beobachtungen der Sonne zeigen, daß Kohlendioxid bezüglich eines Temperaturanstiegs ,nicht schuldig’ ist und daß die Temperatur auf der Erde während des letzten Jahrzehnts nicht angestiegen ist; die Erderwärmung hat aufgehört, und es gibt bereits Anzeichen eines zukünftigen tiefen Temperatursturzes.“

    Abdussamatow stützt seine Prognose eines Temperatursturzes darauf, daß die Sonnenfleckenaktivität in letzter Zeit abgenommen hat und daß der von ihm definierte 200-Jahres-Zyklus der Veränderungen des Sonnenradius’ im Verhältnis zur Sonnenstrahlung (TSI) ein Minimum erreicht hat. Er betrachtet diesen Zyklus als dem 22jährigen Hale-Sonnenzyklus und dem 11jährigen Schwabe-Sonnenzyklus übergeordnet. Beim Minimum dieses 200-Jahres-Zyklus weist jeder Sonnenzyklus weniger Aktivität als der vorherige auf, was mit einem Sinken der Temperatur auf der Erde verbunden ist.

    Abdussamatow warnte: „Wir sollten keine katastrophale globale Erwärmung fürchten, sondern einen starken Temperaturabfall. Die Menschheit muß die schwerwiegenden wirtschaftlichen, sozialen, demographischen und politischen Folgen eines globalen Temperatursturzes überleben, was unmittelbar das nationale Interesse fast aller Länder und mehr als 80% der Weltbevölkerung betreffen wird. Ein tiefer Temperatursturz stellt eine viel größere Gefahr für die Menschheit dar als die Erwärmung. Aber wenn man den Beginn und das Ausmaß des globalen Temperaturfalls verläßlich voraussagen kann, kann man die wirtschaftlichen Aktivitäten der Menschheit danach ausrichten, die Krise deutlich abzuschwächen

    [Antwort: Hmmm - schon der erste Satz lässt da gewisse Zweifel aufkommen: Beobachtungen der Sonne zeigen, dass CO2 "nicht schuldig" ist? Wie kann man die Klimawirkung von CO2 denn aus Sonnenbeobachtungen erschließen? Und Beobachtungen der Sonne zeigen, dass die Temperatur auf der Erde während des letzten Jahrzehnts nicht angestiegen ist? Verwirrend, dass Messungen der Wetterstationen auf der Erde gerade das Gegenteil zeigen... Sie werden mir eine gewisse Skepsis bezüglich dieser Thesen sicher nachsehen. Stefan Rahmstorf]

  36. Michael Geiger Antworten | Permalink

    eine Analyse der letzten 160 Jahre

    ich darf die Leser bitten, folgende Abbildung zu öffnen und meine Ausführungen zu bewerten.

    http://i37.tinypic.com/20qggfn.png

    (T Daten hadcrut3,global, monatsmittel inkl. 0,2°C error bars, gelb: trend linear, rot 24 monate gleitendes mittel)

    was kann man sagen:
    1. das Klima ändert sich, egal warum.

    2. es gibt signifikante Trends und es gibt auch so etwas wie Pausen.
    Man beachte die ca. 30a Gitternetzeinteilung. Beginnend um 1850 (letzter Höchststand der Alpenvergletscherung) eine kaum sign. Erwärmung bis ca.1880. Danach eine sig. Abkühlung um ca. 0,4°C bis ca. 1910., gefolgt von einer sig. Erwärmung von gut 0,6°C bis ca. 1940 (entspricht der Erwärmungsrate von 1975 bis heute!).
    Um 1946 T Sturz um ca. 0,3°C in wenigen Monaten, danach recht konstant (Pause?) bis ca. 1976. Seither sig. Erwärmung um ca. 0,6°C bis ca. 2004. Dann, ??? wir werden sehen...

    3. Auffälligkeiten:

    die Erwärmungsrate von 1910 bis 1940 entspricht der "modernen" bzw. übertrifft diese sogar leicht.
    Der T Rückgang um 1945 erfolgte nicht kontinuierlich, sondern eher abrupt (Aerolsoltheorie mangelhaft), ebenso der schnelle T Anstieg von 1978 bis 1998.

    Die dazu passende CO2 Kurve kennt jeder und ich habe einfach Probleme, damit die gemessenen T Variationen glaubhaft zu erklären. Man beachte zB, dass die langjährigen Mittel von 1850 bis 1900 jenen von 1945 bis ca. 1980 entsprechen.

    Die angewendeten Klimamodelle können mit Wolken, PDO, NAO, ENSO Variationen etc. nicht arbeiten, auch Aerolsole stellen ein Problemchen dar, wegen der großen Spanne.
    Wenn nun die Erwärmung bis 1940 von den Modellierern als weitestgehend natürlich gesehen wird, wieso dann nicht die aktuelle?

    [Antwort: Weil wir das Forcing kennen, also den Strahlungsantrieb. So hat etwa die Sonnenaktivität bis 1940 zugenommen - mit der aktuellen Erwärmung seit 1980 hat sie aber nichts zu tun, denn seither hat sie sogar leicht abgenommen. Insgesamt dominiert der Anstieg der Treibhausgase den Strahlungsantrieb über das 20. Jahrhundert - und wo die größte Heizleistung herkommt, muss man auch die Ursache für die Erwärmung sehen. Man kann übrigens grundsätzlich nicht allein durch Betrachten des Verlaufs der globalen Mitteltemperatur auf die Ursachen schließen - auf die Ursache kann ich nur kommen, wenn ich mir die Antriebe anschaue. Stefan Rahmstorf]

    Meine Erklärung dafür wäre, dass gegen Ende des 20Jh. eine auserordentliche Häufung an "warmen" Ozeanoszillationen (El Nino Ereignisse, warme ENSO Phasen und im speziellen eine im 20Jh. nie dagewesene positive NAO Phase) einen Gutteil zur T Erhöhung beigetragen hat. Zusätzlich wäre zu berücksichtigen, dass die größeren Eisflächen seit 1850 fast kontinuierlich schrumpfen (Albedo Abnahme) und eben durch CO2 Emissionen und Urbanisierungen etc. der "Rest" beigetragen wird. Ich bin überzeugt, dass die Klimasensitivität des CO2 momentan stark überbewertet wird.

    [Antwort: Oszillationen im Klimasystem wie El Niño oder NAO sind eben dies - Oszillationen - und können nicht Ursache größerer Langzeittrends sein, da sie vor allem einfach nur Wärme zwischen Ozean und Atmosphäre hin und her umverteilen. Der Rückgang des Eises macht natürlich einen Strahlungsantrieb - muss aber selbst natürlich auch eine Ursache haben. Diese Eisrückkopplung verstärkt nur einen anderweitig ausgelösten Klimawandel. Stefan Rahmstorf]

  37. Benjamin Reuter Antworten | Permalink

    Giss / Hadley

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    was mir aufgefallen ist: Sie sagen Hadley und Giss stimmen nicht überein. Das ist nun nichts Neues, denn sie stimmen in ungefähr 90 Prozent der Jahre seit 1880 nicht überein. Was mich außerdem wundert: Wusste man schon länger, dass die Arktis nicht in den Hadley Daten berücksichtigt wird? Das hätte man wohl auch früher bemerken können, da die Unterschiede mehr als deutlich sind?

  38. Eickolt Antworten | Permalink

    versteh ich nicht

    Also wenn ich mir folgende Temepraturkurven von Australien anschaue, dann sehe ich keinen Anstieg (Zeitraum länger als 10 Jahre). Es wird vielmehr von einem Absinken der Temperatur gesprcohen.

    Wolfram Alpha:

    http://www.wolframalpha.com/...STRALIA+TEMPERATURE
    linear trend: -0.0013 deg C/y+-0.0146 deg C/y (-750 yr/deg C)

    und hier für Darwin:
    http://www.wolframalpha.com/...STRALIA+TEMPERATURE
    linear trend: -5.5x10^-5 deg C/y+-0.004982 deg C/y (-18000 yr/deg C)

    oder hier für Buenos Aires
    http://www.wolframalpha.com/...rature+buenos+aires

    Und wenn ich mir Berlin anschaue
    http://www.wolframalpha.com/...=temperature+berlin
    linear trend: +0.0066 deg C/y+-0.0108 deg C/y (150 yr/deg C)

    Ok, ich bin Laie, aber ich sehe hier keine Erwämung auf der Südhalbkugel.

    Gruss
    D. Eikholt

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