Eimerweise …Eis

28. August 2014 von Anna Müllner in Allgemein

Ich werde heute ein kleines, meinungslastiges Intermezzo machen. Es geht um die sogenannte #ALSicebucketchallenge, die sowohl in meiner Facebook als auch Twitter Timeline auftauchte. Was genau ALS ist, dazu gibt es bereits viele Posts, sonst hätte ich das euch auch erklärt. Ob ihr dafür spenden wollt oder nicht, ob ihr euch einen Eimer Wasser über den Kopf kippen wollt oder nicht – das ist eure Sache. Es gibt immer etwas, für das man etwas tun kann. Tut das was ihr als am sinnvollsten erachtet.

Mir geht es um etwas anderes. Mir geht es um diesen Artikel der Ärzte gegen Tierversuche: Warum die Ice Bucket Challenge nicht cool ist. Ein Artikel, welcher mit Adjektiven wie „grausam“, „qualvoll“ und „lebensverachtend“ Stimmung gegen Tierversuche macht. Auf Kosten kranker Menschen, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist.

Dieser Artikel tauchte ebenso in meiner Facebook als auch Twitter Timeline auf und wurde vielfach geteilt. Seit heute Morgen berichtet auch N24 darüber und sicherlich noch andere Nachrichtensender. Ich musste auf Facebook irgendetwas schreiben. Und es wurde etwas mehr und daher möchte ich es auch hier teilen.

Ich habe in meiner noch gar nicht so langen wissenschaftlichen Laufbahn an einigen Tierversuchen mitgearbeitet. Ich finde Tierversuche selbst nicht schön und ich kenne keinen Forscher, der/die nicht, wenn es ginge, lieber ein anderes Modell nutzen würde. Und dennoch, ich habe dabei gesehen, wie respektvoll die Forscher mit den Tieren, mit dem Leben, umgehen. Aber die Ärzte gegen Tierversuche nennen es „lebensverachtend“ dass wir „Tiermodell“ sagen. Ich fühle mich persönlich beleidigt. Ein weiteres Wort im Vokabular von Forschern, die Tierversuche durchführen ist übrigens „opfern“. Ist das lebensverachtend? Zeigt es nicht genau, dass wir das Leben der Tiere die für unsere Forschung sterben, schätzen, dankbar sind? In Japan gibt es eine Statue die an die Ratten erinnert, die für die DNA-Forschung ihr Leben geben mussten. Japanische Forscher verneigen sich in Dankbarkeit davor. Ich möchte so etwas auch in Deutschland.

Hier ist der Post aus Facebook, ein wenig abgeändert und ausgeweitet. Ich forsche nicht an ALS oder ähnlichen Krankheiten, daher kann ich eher Generelles sagen, aber das ist schon genug.
1. Tierversuche sind in Deutschland strikt reglementiert. Ich kann nicht für andere Länder sprechen, da kenne ich die genauen Gesetze nicht, aber hier in D folgt man sehr klaren ethischen Regeln die das Leiden der Tiere verhindern sollen. Es gibt eine Ethikkommission, die diese Versuche genehmigen muss, sie bestehen zu einem Drittel aus Tierschützern. Zudem gibt es auch oft noch institutsinterne Kommissionen, die vorher schon mal den Tierversuchsantrag bewerten.
2. Es gibt derzeit soweit ich weiß zwei Tiermodelle für ALS, die durch eine genetische Veränderung von 2 verschiedenen Genen (SOD1/TPD43) entstanden sind. ALS hat aber mindestens 24 (!!!!) betroffene Gene. Transgene Mäuse bei denen nur EIN Gen betroffen ist sind also sicherlich kein Modell für jede Form von ALS, aber es ergibt Sinn einzelne veränderte Gene in einem Organismus anzuschauen um die Wirkung zu beschreiben und gezielte Therapien für diese Genveränderungen zu finden. Genau das wird auch gemacht. Natürlich werden an diesen Mäusen Studien gemacht. Und manchmal findet man raus, das etwas was in einem Zellkulturexperiment funktioniert hat, in der Maus gar nicht funktioniert. Zum Beispiel weil das Medikament sich im Körper verändert. Oder nicht dort ankommt wo es hin soll. Genau DESWEGEN braucht es diese Versuche, genau DESWEGEN werden sie publiziert. Man kann nie genau voraussagen wie genau ein Medikament im Organismus reagiert.

3. Das neueste Tiermodell (TPD43) ist ca 5 Jahre alt. Ein Tiermodell zu entwickeln ist teuer und kostet vor allem Zeit. Sich zu beschweren dass es kein neues, besseres, zu 100% korrektes Modell gibt ist wie zu sagen "Wieso ist mein Palast den du gestern bauen solltest noch nicht fertig?"
4. Irgendwie haben diese Ärzte gegen Tierversuche auch keine Lösung... Neues Tiermodell? Oder eine tierlose Lösung? Auf der Webseite wird auf Computermodelle und Zellkulturen verwiesen. Computermodelle sind allerdings nur dann möglich wenn man bereits viel Wissen über die Krankheit gesammelt hat. Dort wo man kann, wendet man sie auch an, denn sie sind billiger, schneller und besser vorhersagbar als Tiermodelle. Was unter anderem daran liegt, dass wir Lebewesen komplexer sind als Computer. Zellkulturen spielen in der Forschung schon immer eine große Rolle. Sie sind wunderbar geeignet um Vorgänge innerhalb eines Zelltyps isoliert zu betrachten. Was jedoch fehlt ist die komplexe Interaktion zwischen verschiedenen Zelltypen die wir so im Körper haben (siehe 2.). Was leider oft auch vergessen wird: Zellkulturmethoden und die Forschung an sich funktionieren nur durch viele tierische Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Foetales Rinderserum oder Antikörperseren.
5. Wir könnten auf schmerzfreie Systeme setzen? ALS-Patienten sind übrigens keine schmerzfreien Systeme.
6. Die Ärzte gegen Tierversuche die sich auf der Webseite gegen Tierversuche aussprechen sind zum Beispiel ein Augenarzt, eine Pathologin, Chirurg und Orthopäde. Nicht so die Fraktion der Ärzte, die ständig Menschen sieht, die an unheilbaren, unerforschten Krankheiten leiden. Das macht es leichter.
7. Wer sagt eigentlich, dass das Geld aus der Icebucketchallenge nicht für die Erforschung von neuen Modellen (tierisch oder nicht tierisch) genutzt werden kann?
8. Wenn euch das nicht überzeugt, tut es vielleicht der schnöde Mammon: Tierversuche sind VERDAMMT teuer. Und aufwendig. Die macht man nicht zum Spaß weil man gerne Tiere quält. Die darf man nur machen wenn es kein anderes System gibt was die Frage die gestellt wird beantwortet. Auch die Pharmaindustrie hat ja eher finanzielle Interessen. In den Tierhäusern der Institute arbeiten jede Menge Pfleger, mit strengsten Hygieneauflagen (zum Beispiel muss vor Betreten der Tierhaltung geduscht werden, es gibt spezielle Klamotten, Handschuhe, Mundschutz, Füßlinge; alles was und jeder der rein geht muss steril sein). Dazu gibt es noch Tierärzte, die bei jeder Auffälligkeit gerufen werden müssen. Und noch die Menschen, die die Käfige säubern, neu sterilisieren etc. Diese Leute die mit/für die Tiere arbeiten werden (leider) nicht sehr fürstlich entlohnt und doch machen sie wichtige Arbeit und doch ist ihre Arbeit alles in allem sehr teuer, was schon von alleine dazu führt dass die Anzahl der Tierversuche niedrig gehalten werden muss.
9. Wenn das alles für euch noch nicht überzeugend ist, setzen wir uns doch mal bei mir an der Arbeit vor die Tür und zählen die Chemopatienten die da so rauslaufen (Ich kann keine ALS-Patienten anbieten). Und dann sagt ihr jedem von denen, dass ihr ja findet dass die Tierversuche die gemacht werden, um ihre Krankheit besser zu verstehen, Scheiße sind. So in ihr wimpern- und brauenloses Gesicht. Dann könnt ihr gerne dafür sein jetzt alle Tierversuche abzuschaffen. Ich nenne es die #HerzausEisChallenge.


20 Kommentare zu “Eimerweise …Eis”

  1. soziobloge Antworten | Permalink

    Das mit der Statue für die Ratten ist ja cool. Ja sowas sollte es hier auch geben. Ein Denkmal für all die Tiere die so viele Menschen geheilt haben. Meine Erfahrungen mit wissenschaftlichen Begründungen bei FB sind leider durchwachsen. "Alarmbeiträge" von Umwelt-, Tier- oder Ernährungslobbyisten finden viele Likes und zustimmende Kommentare, während nüchterne Wissenschaft da eher nicht gefragt ist. Ich würde auch einiges drauf wetten, dass diejenigen die gegen Tierversuche sind sofort dafür währen, währen sie todkrank und nur Tierversuche könnten sie retten.

    Ich bin auch nicht dafür Lebewesen unnötig zu quälen, aber wie du schon sagst, es gelten in Deutschland strenge Regeln dafür. Um beim Beispiel ALS zu bleiben. Bei vollem Bewusstsein mit zu erleben wie man immer eingeschränkter wird und man weiß man wird ohne weitere Maßnahmen irgendwann mal einfach ersticken, ist kein Vergnügen. Krebs ebenfalls nicht und was es noch für fiese Krankheiten gibt, die einen langsam und schmerzhaft töten.

    Was mich daran nervt ist halt dieser Allgemeinheitsanspruch. Wenn sie keine Medikamente nehmen wollen die durch Tierversuche entstanden sind, dann ist das ja ihr Bier. Aber anderen Leuten damit eine mögliche Heilung zu verwehren ist echt daneben.

  2. Bregs Antworten | Permalink

    Ich würde diese Ärzte gegen Tierversuche ja gern mal fragen, ob sie auch alle brav Veganer sind... Falls nicht, ist ihre Haltung sowieso nur scheinheilig.

  3. KRichard Antworten | Permalink

    Ein pauschales Pro oder Contra in Bezug auf Tierversuche ist nicht sinnvoll. Es sollte jedesmal geprüft werden, ob diese Versuche für eine bestimmte Zielsetzung geeignet sind..

    Ein abschreckendes Beispiel für Tierquälerei ist die ´Erforschung´ der sogenannten ´Spiegelneuronen´. Dabei werden Affen (Makaken) mit Elektoden im Gehirn verwendet. Solche Versuche gibt es seit Anfang der 1990er Jahre - und sie waren nachweislich von Anfang an sinnlos . denn Thomas Nagel schrieb schon 1974 im Beitrag ´What is it like to be a bat?´, dass es unmöglich ist, zu verstehen, was ein anderes Lebewesen empfindet.

  4. vrouwelin Antworten | Permalink

    Gut gebrüllt!
    Ich finde es ja beängstigend, was alles an unwissenschaftlichem Zeug, souverän als Rechtfertigung vorgetragen wird, grad auch aus der veganen Ecke.
    Und dann macht man in Hannover Schul (gen) Labore dicht, weil die ja von der Bösen bösen Bösen Industrie gesponsert sind.....

  5. Muma Antworten | Permalink

    Danke für den sachlichen und aufklärerischen Artikel. Die Wogen kochen ja gerade ziemlich hoch und teilweise doch recht. Ähmmm. Grenzwertig. Und die hier auch im Artikel erwähnten "Ärzte gegen Tierversuche" haben auf ihrem Facebook-Account offenbar kein Problem mit Kommentaren (https://www.facebook.com/notes/%C3%A4rzte-gegen-tierversuche/warum-die-ice-bucket-challenge-nicht-cool-ist/10152658034032417), in denen offen gefordert wird, man möge doch Schwerverbrecher statt Tiere für Versuche nehmen oder Schwerbrecher dazu verurteilen. Einige dieser Kommentare stehen schon seit mehreren Stunden dort, ohne dass Ärzte gegen Tierversuche da eingreift und solche Kommentare löscht. Ich bin echt fassungslos!

  6. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Es geht um die sogenannte #ALSicebucketchallenge, die sowohl in meiner Facebook als auch Twitter Timeline auftauchte.

    Im Sommer geht bekanntlich (fast) alles, auch Menschenversuche betreffend, zumindest genau dann wenn es letztlich um ALS und um dieses geht:
    'A common stipulation is that nominated participants have 24 hours to comply or forfeit by way of a charitable financial donation.'

    Ansonsten finden Pflanzen- und Tier-"Versuche" den Verzehr betreffend fortlaufend statt, Leben verzehrt leider Leben, zumindest solange nicht auf Alternativen umgestellt worden ist, auf Vertilgbares, Nicht-Biologisches betreffend.

    Insofern ist Tiermodellen und entsprechenden Versuchen kaum sinnhaft gegenzureden, es sei denn, derartige konsequente Ideologie wird ernsthaft in Betracht gezogen:
    -> http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/anthropodizee-religionsdemografie-karim-akerma-verebben/ ('Antinatalismus', Herr Dr. Akerma ist so freundlich für die tierische Biosphäre das Verebben gleich mitzudenken [1])

    MFG
    Dr. W

    [1] ein belegender Webverweis kann auf besonderen Wunsch beigebracht werden

  7. Toc6 Antworten | Permalink

    Naja es gibt sie halt, die Leute die Wissenschaft per se scheiße finden und den Wissenschaftler einen Lügner nennen. Zum Beispiel die Befürworter der alternativen "Medizin", die dann ist dann die gesamte universitäre Pharmazie von bösen fremden Interessen geleitet und so weiter und so fort – solange, bis irgend ein kleines Paper irgendwo mal was herausgefunden haben will, dass diesen Leuten Recht gibt, dann heißt es: "Wissenschaftlich erwiesen!"

    Als Wissenschaftler sollte man einige Dinge differenziert betrachten können. Wie ja auch hier in diesem Post angedeutet wird: Da muss über jeden Versuch eine Kommission zusammenkommen, die ihn bewilligt. Aber mit Differenziertheit kann man eben weder Polemik noch Politik machen.

    Der verlinkte Artikel beschwert sich z.B., dass Lithium im Menschen (wohl bei ALS) keine Wirkung gezeigt habe, auch wenn man von den Versuchen mit Mäusen anderes erwartet hätte. Dabei geht es ja nicht nur um Wirkung, sondern auch um Nebenwirkungen. Die müssen ja wohl möglichst ausgeschlossen werden, bevor es an Studien mit Menschen geht. Und wie einem schon Wikipedia verrät, sind die bei einer Überdosierung mit Lithium gar nicht ohne. Aber so differenziert wollten die verlinkten Autoren das bestimmt gar nicht rüberbringen. *g*

    Und dann schreiben die, dass alle bis auf einen Wirkstoff vollständig versagten. Wenn die wüssten, wie viele Doktoranden an wie vielen Experimenten irgendwelcher Art (auch ohne Tiere, ja in ganz anderen Bereichen) vor sich hinversagen müssen, bis irgend eine ausreichend gesicherte Erkenntnis rauskommt. "Wir irren uns empor", sagte Harald Lesch mal.

  8. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    In 30 Jahren haben sich die falschen Argumente und Vorschläge der Ärzte gegen Tierversuche nicht geändert. Schon damals waren Zellkulturen und Computermodelle die Alternative und schon damals erzählten sie, Tiermodelle hätten keine Aussagekraft für Menschen. Offensichtlich kann ein Verein mit viele akademischen Mitgliedern jahrzentelang falsche Überzeugungen haben und die Öffentlichkeit falsch informieren. Nun,sie sind nicht die einzigen. Auch nicht der einzige Verein, der den Arztberuf nützt um die Moralität ihrer Position zu untermauern. Auch die Ärzte gegen Atomkraft oder die Physicians for Human Rights und die Physicians for Human Rights-Israel gehören dazu.

    Dabei zeigt gerade auch die deutsche Geschichte, dass Vereinigungen von Ärzten nicht etwa Vereinigungen von Menschenfreunden sind. Der deutsche Berufsverband für Ärzte war beispielsweise der erste, welcher nach der Machtergreifung Hitlers Juden ausschloss.
    Ärzte sind nicht besser als der Durchschnitt und genau so anfällig für Fehleinschätzungen und falsche Orientierungen. Es ist genau so falsch von der Existenz eines Vereins Ärzte gegen Tierversuche darauf zu schliessen, Tierversuche seien unmoralisch wie es falsch ist von der Existenz von homöopathisch tätigen Ärzten darauf zu schliessen, Alternativmedizin sei genau so vertretbar wie evidence based medicine.

    Das Wiki der irrationalen Überzeugungssysteme hat die Ärzte gegen Tierversuche zurecht in ihren Katalog aufgenommen. Dabei werden auch fragwürdige Praktiken dieses Vereins wie die Pflege einer Datenbank aller Forscher, die mit Tierversuchen gearbeitet haben, erwähnt.

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      @ Holzherr :

      Offensichtlich kann ein Verein mit viele akademischen Mitgliedern jahrze[h]ntelang falsche Überzeugungen haben und die Öffentlichkeit falsch informieren.

      Bitter, aber möglich, wenn ungünstige oder falsche [1] Ideologie überschreibend wirkt.

      Schwierig. Angemerkt werden muss hier wohl, dass fachliche Autoritäten ihren Kompetenzbereich verlassend keine guten Ratgeber sein müssen, wenn sie sich bspw. sittlich oder konkret: politisch äußern.
      In den Staaten gibt es auch etwas, das Celebrity-Syndrom ('celebrare' = 'feiern', 'rühmen') genannt werden kann, d.h. sogenannte Celebrities mischen bei allen möglichen Fragen mit.

      MFG
      Dr. W

      [1] "falsche" Ideologie war natürlich polemisch, der Nihilist bspw. macht nichts falsch, philosophisch betrachtet, er nutzt oder nützt * aber (erklärtermaßen) nicht - aber Sie haben den Gastbeitrag Herrn Dr. Akermas bei Herrn Dr. Blume ja ebenfalls zK genommen

      * es soll hier keine utilitaristisch gehaltene Argumentation vorliegen

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      FYI:
      Es gibt die bekannten drei Standardablehnungen:
      1.) 'Haben wir immer so gemacht.' - Ihr Zitat, die Aussage spiegelt konservative Weltsicht wieder, die Ihnen, Herr Gerdom, oder "Jorge G", womöglich nicht so gefällt.
      2.) 'Haben wir noch nie so gemacht.' - Letztlich eine Redundanz zu 1.
      3.) 'Da kann ja jeder kommen.' - Eine Aussage, die den formalen Weg, manchmal auch den Rechtsweg meint, wie die Aussagen weiter oben für einige womöglich bitter bis sehr bitter, wobei der Schreiber dieser Zeilen jeweils wenig empathisch bleibt.

      HTH
      Dr. W

      • Jürgen Gerdom Antworten | Permalink

        Ja, mangelnde Empathie ist sicher Teil des Problems.

  9. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Die SPON-Meldung Experimenteller Ebola-Wirkstoff: ZMapp heilt infizierte Affen verdeutlicht wieder einmal wie wichtig Tierversuche sind, denn das ist ja das entscheidende Problem: Menschenversuche wären zwar Tierversuchen weit überlegen, weil nach einem Menschenversuch die Wirksamkeit am Menschen erwiesen ist, während man beispielsweise bei ZMapp nicht sicher ist, ob es beim Menschen ebenso wirkt wie bei Affen - doch Menschenversuche kann man erst machen, wenn Tierversuche bereits "vorgespurt" haben.
    Selbst wenn sehr viele Ergebnisse bei Tieren nicht auf den Menschen übertragen werden können, ist es wohl jedem klar, dass man nicht 10 oder 100 Menschen - beispielsweise Knackis, Sklaven etc) - "opfern" kann um ein Medikament zu testen.
    Doch man muss sich auch bewusst sein, dass jedes Medikament am Schluss auch an Menschen getestet wird und dass nicht selten diejenigen, die ein neues Medikament zuerst benutzen nichts anderes als Betatester sind.

  10. S. Antworten | Permalink

    http://www.Psiram.com hat einen Wikipedia Artikel über die AgT e.V. Ein widerlicher Verein, der sektenartig sein soll.
    https://www.psiram.com/ge/index.php/%C3%84rzte_gegen_Tierversuche_e.V.

    Verbindungen zur Tierrechtszene

    Hartinger machte auch von sich reden, als die "Animal Liberation Front" (ALF) Anfang der 1970er Jahre Briefbomben an die Parteiführer des britischen Unterhauses versandte. Die ALF hält Tierhaltung für Sklaverei und nennt die vorherrschende Einstellung gegenüber anderen Kreaturen in Anlehnung an Rassismus speciesism – „Speziesismus“. Als wissenschaftlichen Kronzeugen führt sie gern den deutschen Chirurgen Werner Hartinger, einen Tierversuchs-, Impf- und Gentechnikgegnersowie AIDS-Leugner [12], an. Ihm zufolge habe Vivisektion, wie die ALF alle Tierexperimente nennt, nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern nur mit der Profitgier pharmazeutischer Konzerne.[13]
    "Weiteres Vorstandsmitglied ist die Tierärztin Corina Gericke. Sie ist seit 1984 aktive Tierversuchsgegnerin und Tierrechtlerin und war Mitgründerin und jahrelanges Vorstandmitglied von SATIS (Studentische Arbeitsgruppe gegen Tiermissbrauch im Studium). Von 1999 bis 2007 war sie Fachre­ferentin beim Bundesverband Menschen für Tierrechte.[2] Martina Kuhtz-Böhnke, ebenfalls Tierärztin, ist seit 1989 Mitglied von SATIS und unterschiedlichen Tierrechtsgruppen.[14]"
    Oder auch hier, die frage ob es eine Sekte ist.
    https://blog.psiram.com/2010/09/arzte-gegen-tierversuche-eine-sekte/

  11. Xtreme Antworten | Permalink

    Es gibt einen sehr guten Artikel dazu, den ich diesem Artikel entgegenstellen möchte
    http://www.huffingtonpost.com/aysha-akhtar/does-pamela-anderson-have_b_5704971.html , ein paar Passagen daraus:

    "In fact, my greatest fear is that we may have found the cure long ago, but it was abandoned because of misleading animal experiments. Drugs that could have worked in humans may have been tossed out because they did not work in mice. "

    "And let's be clear: humans are putting their lives at risk each time they are the first people taking a new drug developed after animal tests because more than nine out of ten drugs found safe and effective in animals are unsafe and/or ineffective in humans."

    "The choice here is not between testing on animals or humans--and it never was. The choice is to either keep putting people's lives at risk based on inaccurate animal experiments or to ensure their safety by using much more accurate human-based tests before humans start taking the drugs.

    I am actually thrilled that ALS is receiving the attention it deserves. I just hope that the association will stop throwing the donations from the legions of generous people down the drain with more failed animal experiments. That's why I, like Pamela Anderson, encourage the ALS Association to devote its newfound wealth into the area with the greatest promise--to developing effective human-based tests we so desperately need. "

    Tierversuche sind unmoralisch auf jeder Ebene, und glauben Sie wirklich die Ratten hätten den Hauch eines Benefits von Statuen für sie? Sie verharmlosen in extremer Weise was bei Tierversuchen geschieht, was wirklich geschieht kann man sich z. B. bei PETA näher ansehen. Die einzig gerechte und obendrein wirksamste Methode wäre die Krankheit an denen zu erforschen die sie haben, nicht an Artfremden Organismen, denen ein ähnliches Krankheitsbild aufgedrängt wird.

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Heute müssen Medikamente strenge klinische Versuchsserien (klinische Studien) bestehen bis sie zugelassen werden. Diese zu

      The choice is to either keep putting people's lives at risk based on inaccurate animal experiments or to ensure their safety by using much more accurate human-based tests before humans start taking the drugs.

      Bei einer Phase-III-Studie (Studie vor Zulassung) wird an 200 bis 10'000 Patienten/Versuchspersonen getestet.

      Würde man auf Tierversuche verzichten, wäre zum Zeitpunkt der klinischen Prüfung vieles überhaupt nicht bekannt, z.B. die Verstoffwechselung, die genauen Wirkmechanismen und vieles mehr. Wenn es stimmt, dass 9 von 10 Medikamenten im Tier, aber nicht beim Menschen wirksam sind, dann wären wohl noch mehr Medikamente, die man direkt am Menschen testen würde letztlich unwirksam. Man müsste also sehr viel mehr klinische Studien durchführen und noch mehr als heute wegen Unwirksamkeit oder Nebenwirkungen abbrechen. Ob man dann überhaupt genügend Versuchspersonen finden würde um all diese klinische Studien durchzuführen darf bezweifelt werden.

  12. Gast Antworten | Permalink

    Vor ein paar Tagen hat die Zeit berichtet:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-08/militante-tierrechtler-spionage

    [……]
    MILITANTE TIERRECHTLER
    Der Spitzel vom Pharmakonzern
    Unternehmen und Lobbygruppen rüsten auf, um sich vor den Öko-Extremisten zu schützen. Sogar vor Spionage im militanten Milieu schrecken sie nicht zurück. VON CHRISTIAN FUCHS UND GRETA TAUBERT[……]

    http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-08/militante-tierrechtler-spionage

    Und zu den Heuchlern von PeTA , da benutzt die 2.Vorsitzende Medikamente aus Tierversuchen und begründet dies damit, dass sie weiterhin den Tieren helfen muss. Außerdem arbeiten die mit Kriminellen der ALF zusammen und verwendet gefakte Fotos und Videos. PeTA kann man nicht ernst nehmen.

    http://www.talkteria.de/forum/topic-52818.html
    https://www.psiram.com/ge/index.php/PETA
    https://www.psiram.com/ge/index.php/Ingrid_Newkirk

  13. Sonntagssoziologe Antworten | Permalink

    Kam die Kritik gegen Tierversuche wenigstens von Veganern? Andernfalls wäre es absurd, den Tod von Tieren einerseits dort anzuklagen, wo es um die Rettung von Menschenleben geht, ihn andererseits für Lebensmittel in Kauf zu nehmen, nur damit einem die Wurst schmeckt.

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