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Wie man dem Unterwasservulkan vor El Hierro seine Geheimnisse entlockt

26. Mai 2016 von Gunnar Ries

Am 12. Oktober 2011 brach vor dem Fischerort La Restinga auf der Kanareninsel El Hierro ein Unterwasservulkan aus. Angekündigt hatte sich die Eruption schon längere Zeit durch eine steigende seismische Aktivität, so dass man einigermaßen vorgewarnt war und Maßnahmen ergreifen konnte. Doch warum gab ausgerechnet bei El Hierro auf den kanarischen Inseln ein Vulkan sein Inneres preis? Die Kanarischen Inseln liegen direkt über einer Zone im Erdmantel, einem so genannten Hot Spot (der möglicherweise weniger „heiß“ als „nass“ ist, aber... weiter

 

K ist für IMA 2015-119 (Mineral 5108, Kalgoorlieit) #Mineralogisches Alphabet

19. Mai 2016 von Gunnar Ries

Die Fortschritte in der Analytik machen die Entdeckung neuer Minerale einfacher. Brauchte man früher noch ganze Handstücke, so genügen heute meist winzige Mineralkörnchen, die man nur unter dem Mikroskop erkennen kann. In wenn man ein solches bisher unbekanntes Mineral gefunden und bestimmt hat, hat man auch das recht, einen Namen dafür vorzuschlagen. Sollte das neue Mineral dann von der International Mineralogical Association anerkannt wird, könnte es den vorgeschlagenen Namen tragen. Welch eine Ehre! Ich erinnere mich noch gut, wie mein Professor während meiner Diplomarbeit dringend darum bat, sollten wird ein neues Mineral finden, es doch nach ihm zu benennen. ... weiter

 

T ist für Titanit – Mineralogisches Alphabet – #thinsectionthursday

12. Mai 2016 von Gunnar Ries

Im Dünnschliff finden sich manchmal keilförmige, beidseitig zugepitzte Kristalle, die mit ihrem spitz-rautenförmigen Querschnitt entfernt an Briefkuvert erinnern, Titanit. Diese Kristalle haben dem Mineral auch seinen zweiten Namen „Sphen“ eingetragen, griechisch für Keil. Nach Maßgaben der Internationalen Mineralogischen Gesellschaft IMA ist dieser Name aber zu vermeiden und ausschließlich der Name Titanit zu verwenden. Dennoch findet sich die Bezeichnung Sphen immer wieder auch in neueren Publikationen. ... weiter

 

Die Schlacht am Harzhorn

10. Mai 2016 von Gunnar Ries

Wenn man auf der Autobahn 7 von Göttingen Richtung Norden fährt, kommt man kurz hinter Northeim nicht nur an den vermutlich genauesten Entfernungsangaben auf deutschen Autobahnen vorbei (Echte 1000 m), sondern auch an einem etwas futuristisch aussehenden Holzbau. Dort, an der parallel zur Autobahn liegenden Landstraße von Echte nach Seesen gelegen, weist dieses Gebäude auf eines der am Besten erhaltenen antiken Schlachtfelder hin. Die alte Landstraße folgt hier (ziemlich grob) alten Wegen durch ein ziemlich unwegsames Gelände. Die Täler zwischen den Höhenzügen waren früher recht sumpfig, so dass man sich in früheren Zeiten besser entlang der Höhe bewegte. ... weiter

 

Unter Geschiebekundlern 2016

3. Mai 2016 von Gunnar Ries

Alle Jahre wieder treffen sich die Geschiebekundler zur Jahrestagung der Gesellschaft für Geschiebekunde. In diesem Jahr trafen wir uns am 22. bis 24. April auf dem Urzeithof in Fehrenbötel. An diesem Ort, der passend zum Thema in der eiszeitlichen Landschaft Schleswig-Holsteins liegt, hat Katrin Mohr auf einem ehemaligen Heuboden auf 300 m² ein schönes und äußerst sehenswertes privates Museum für ihre Sammlung errichtet. Hier bot sich auch genug Raum für knapp 100 Geschiebekundler. Was geboten wurde, war auch in diesem Jahr wieder Geologie „Citizen Science“ vom Feinsten. ... weiter

 

Erdrutsch in Kirgisistan (Video)

1. Mai 2016 von Gunnar Ries

Erdrutsche sind, zumindest auf Video, immer eine wieder eindrucksvolle Naturgewalt. Und der auf diesem Video macht da keine Ausnahme. Dave Petley vom Landslide Blog (von dem ich das ganze hab) hält das Video für das beeindruckendste in diesem Jahr und immerhin unter seinen allzeit-top-ten. Und ich würde ihm nicht widersprechen wollen.   Am 27. April diesen Jahres haben sich nahe des Ortes Almaluu-Bulak in der Region Jalal-Abad zwei größere Erdrutsche ereignet. der erste, mit knapp 100 000 m3 etwas kleiner um 5:40 lokaler Zeit. Ein zweiter, mit 1 600 000 m3 größer ereignete sich um 6:00 lokaler Zeit. dabei kam ein 14-jähriger Hirte ums Leben, der dort mit seiner Herde unterwegs war. Das Video selber zeigt vermutlich das zweite Ereignis, denn es sind bereits Ablagerungen eines Erdrutsches auf dem Video zu erkennen. ... weiter

 

Asbest in Putzen, Fliesenklebern und Spachtelmassen

26. April 2016 von Gunnar Ries

Die Verwendung von Asbest ist in Deutschland zwar seit 1993 (fast) komplett verboten, aber die Produkte, in denen es verarbeitet wurde, sind meist auch heute noch in Benutzung. Und dabei sind nicht nur die bekannten Verwendungen wie zum Beispiel Faserzemente und Bodenbeläge ein Problem. Vielmehr stellen gerade die verdeckten Asbestprodukte eine nicht unerhebliche Gefahr dar. Zu diesen verdeckten asbesthaltigen Produkten zählen unter anderem Gipskarton-Leichbauwände und Akustik Deckenplatten sowie Spanplatten. Hier sind weniger die Platten selber das Problem, sondern die Spachtelmassen zwischen den einzelnen Platten und verwendeter Glättspachtel.. Weiterhin Rabitz- und Strohputzwände, Wand- und Deckenflächen mit Spachtel- und Reparaturmassen, Dünnbettkleber von Fliesen und Putze. Alleine für das Jahr 1975 zum Beispiel wird für alle bauchemischen Produkte, zu denen eben auch Putze und Spachtel gehören, ein Asbestverbrauch von rund 10 000 t Asbest angegeben. Diese wurden zu gut 200 000 t an Produkten verarbeitet. Man schätzt, das gut ¼ der in den Jahren vor 1995 errichteten Gebäude diese asbesthaltigen Putze oder Spachtelmassen enthalten könnten. Der Hauptverwendungszeitraum liegt ab den 1960´er bis in die späten 1980´er Jahre hinein. Auch nach dem Asbestverbot 1993 kann es punktuell immer noch zu einer Verwendung asbesthaltiger Produkte gekommen sein. ... weiter

 

Was ist Permafrost

21. April 2016 von Gunnar Ries

Permafrost erscheint uns Bewohnern der gemäßigten Breiten ja fern und vermutlich nicht sonderlich von Interesse. Aber Permafrost, also Boden, der durchgängig für mindestens 2 Jahre hindurch gefroren ist, ist auf unserem Planeten nicht ganz so selten, wie man gerne vermuten möchte. Besonders in den kalten Klimazonen der hohen Breitengrade und in den Hochgebirgen ist dieser Bodentyp weit verbreitet. Insgesamt bedeckt Permafrost gut 20 bis 45 % der irdischen Landfläche. Regional können es weit mehr sein. Grönland, zum Beispiel ist zu über 99 % von Permafrostböden bedeckt, Alaska zu 80 %, Russland zu 50 % und China immerhin noch zu 20 %. In Deutschland findet man Permafrostboden nur auf dem Gipfel der Zugspitze. Nein, nicht nur. Auch in Kreis Limburg-Weilburg gibt es Aufgrund besonderer geologischer Gegebenheiten Permafrost ... weiter

 

Larvikit (geologische Nachlese der #scilogs16)

18. April 2016 von Gunnar Ries

Am Wochenende war ja unser Bloggertreffen Scilogs16 erstmals nicht in Deidesheim, sondern in Wiesloch. Und es war wieder ungemein spannend und hat sehr viel Spaß gemacht. Auch auf diesem weg daher noch einmal vielen dank an alle, die das möglich gemacht haben. Und natürlich erfolgreich und inspirierend. Das lag auch am Hotel, das es sich nicht nehmen ließ, die Gäste mit Edelsteinwasser auf dem Zimmer zu begrüßen. Doch in dem Hotelr war die Geologie nicht nur esoterisch verbrämt. Wer genau hinsah, konnte am Boden der Tagungsräume Zierbänder aus einem dunklen und seltsam bläulich schimmernden Gestein erkennen. Auch einige Tische der Kaffeetafel bestanden aus dem Zeug. Das Gestein ist ein beliebter Werkstein für Verblendungen und kann, wenn man mit offenen Augen durch die Städte geht, immer mal wieder beobachtet werden. Es ist vermutlich das schimmernde, das die Menschen immer wieder fasziniert. Doch was ist das, was da so schimmert? Große Minerale, das kann man ohne weiteres erkennen. Doch welche? Und wo kommt der Stein her? ... weiter

 

Start eines Raumschiffs, von der ISS aus gesehen #YurisNight

12. April 2016 von Gunnar Ries

Heute vor 55 Jahren begann das Zeitalter der bemannten Raumfahrt. Yuri Gagarin war der erste Mensch, der sozusagen seinen großen Zeh in den kosmischen Ozean tauchte. Am 12 April 1961 hob sein Raumschiff Wostok 1 ab, um einmal die Erde zu umrunden...   Nun möchte man einwenden, so viel weiter sind wir, zumindest als Menschen, nicht gekommen. Im Erdorbit geht einiges, und nur ein gutes dutzend Menschen hat je einen anderen Himmelskörper betreten. Florian Freistetter hat mal durch kalkuliert, dass wir es, wenn wir in dem Tempo weitermachen, in gut 30 000 Jahren bis zum Mars schaffen würden. Man möchte anmerken, dann könnten wir ja auch zu Fuß gehen. Vielleicht war das Wasser doch nicht ganz so einladend. Oder wir haben schlicht kalte Füße bekommen, vor der unendlichen Weite und all den Wundern, die da draußen auf uns warten. ... weiter