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Sicherheit an Steilküsten – Georisiken

28. Juni 2016 von Gunnar Ries

Der Sommer ist da, und mit ihm die Urlaubs- und Ausflugszeit. Und oft suchen wir Menschen dann Erholung in der Natur. Leider vergessen wir zivilisationsgewöhnten Menschen dabei immer gerne, dass der Aufenthalt in der Natur so seine Gefahren mit sich bringt. Dabei ist es eigentlich vollkommen egal, ob wir durch Wälder streifen, an der Küste sind oder Berge erklettern. Wer allzu sorglos ist, kann schnell Probleme bekommen. Das gilt natürlich ganz besonders für Kliffküsten. Gerade hier kommt es immer wieder zu  tragischen Unfällen, die sich meist ganz leicht hätten vermeiden lassen. ... weiter

 

Granitgrus, Verwitterung am Wegesrand – Im Aufschluss

22. Juni 2016 von Gunnar Ries

Im letzten Blogpost hatte ich ja über die Herkunft der rundlichen Findlinge geschrieben und was das tertiäre Klimaoptimum damit zu tun hat. Der Findling oben am Bildstein stellt aber nicht den einzigen Hinweis auf diesen Teil der Klimageschichte am Schluchsee dar. Wenn man vom Unterkrummenhof in Richtung der Staumauer wandert, kann man zwischen dem Ein- und Auslassbauwerk und der Staumauer noch andere Spuren finden. ... weiter

 

Warum sind Findlinge rund?

16. Juni 2016 von Gunnar Ries

Findlinge, also große Geschiebe mit einem Durchmesser von mehr als ½  Meter, haben meist eine mehr oder weniger rundliche Form. Das erscheint einem schon fast so typisch, dass man rundliche Felsblöcke, die unmotiviert in einer Landschaft herumliegen, gerne vorschnell für eiszeitliche Findlinge halten möchte. Mitunter dienen diese rundliche Felsblöcke dann so manchen Leuten als „Gegenbeweis“ zur etablierten Erdgeschichte. Als Geowissenschaftler weiß man dann oft nicht, ob man lachen oder weinen soll. ... weiter

 

Ida Valeton (1922 – 2016) – eine Geowissenschaftlerin im 20. Jahrhundert

7. Juni 2016 von Gunnar Ries

Manchmal liegen Freude und Trauer ja sehr dicht beieinander. Es war auf der Rückfahrt von unserem Bloggertreffen im April, als mir in der Bahn eine Todesanzeige auffiel. Sie besagte, dass Frau Prof. Dr. Ida Valeton im Alter von 94 Jahren verstorben war. Frau Valeton war, wenn man das so sagen kann, die Begründerin der Sedimentpetrographie in Hamburg und eine der großen Kennerinnen der lateritischen Verwitterung. Eines ihrer Hauptarbeitsgebiete war die Geologie der Bauxite, bedeutender Aluminiumlagerstätten. Ich gehe vermutlich nicht zu weit, wenn ich behaupte, dass jedes mal, wenn jemand auf der Welt einen Gegenstand aus Aluminium in der Hand hält, dies auch zum Teil auf ihre Arbeit zurück geht. Meine persönliche Geschichte mit Frau Valeton ist etwas kompliziert. Nein, eigentlich ist sie das nicht. Als ich mit mit dem Studium die Bühne der Uni Hamburg betrat, war Frau Valeton schon seit längerer Zeit pensioniert und betreute ihre letzte Dissertation. Wir haben uns also um einige Zeit verpasst. Zumindest in direkter Linie. Denn ihr letzter Doktorand, Andreas Schumann, wurde mein Mentor und Lehrer in Uganda. Und mein tansanischer Lehrer, Prof. Mutakyahwa, war ebenfalls ihr Schüler, von seiner Master-Thesis bis zu seiner Dissertation. Ich möchte mich daher ein wenig als ihr wissenschaftlicher Enkel bezeichnen. ... weiter

 

Wie man dem Unterwasservulkan vor El Hierro seine Geheimnisse entlockt

26. Mai 2016 von Gunnar Ries

Am 12. Oktober 2011 brach vor dem Fischerort La Restinga auf der Kanareninsel El Hierro ein Unterwasservulkan aus. Angekündigt hatte sich die Eruption schon längere Zeit durch eine steigende seismische Aktivität, so dass man einigermaßen vorgewarnt war und Maßnahmen ergreifen konnte. Doch warum gab ausgerechnet bei El Hierro auf den kanarischen Inseln ein Vulkan sein Inneres preis? Die Kanarischen Inseln liegen direkt über einer Zone im Erdmantel, einem so genannten Hot Spot (der möglicherweise weniger „heiß“ als „nass“ ist, aber... weiter

 

K ist für IMA 2015-119 (Mineral 5108, Kalgoorlieit) #Mineralogisches Alphabet

19. Mai 2016 von Gunnar Ries

Die Fortschritte in der Analytik machen die Entdeckung neuer Minerale einfacher. Brauchte man früher noch ganze Handstücke, so genügen heute meist winzige Mineralkörnchen, die man nur unter dem Mikroskop erkennen kann. In wenn man ein solches bisher unbekanntes Mineral gefunden und bestimmt hat, hat man auch das recht, einen Namen dafür vorzuschlagen. Sollte das neue Mineral dann von der International Mineralogical Association anerkannt wird, könnte es den vorgeschlagenen Namen tragen. Welch eine Ehre! Ich erinnere mich noch gut, wie mein Professor während meiner Diplomarbeit dringend darum bat, sollten wird ein neues Mineral finden, es doch nach ihm zu benennen. ... weiter

 

T ist für Titanit – Mineralogisches Alphabet – #thinsectionthursday

12. Mai 2016 von Gunnar Ries

Im Dünnschliff finden sich manchmal keilförmige, beidseitig zugepitzte Kristalle, die mit ihrem spitz-rautenförmigen Querschnitt entfernt an Briefkuvert erinnern, Titanit. Diese Kristalle haben dem Mineral auch seinen zweiten Namen „Sphen“ eingetragen, griechisch für Keil. Nach Maßgaben der Internationalen Mineralogischen Gesellschaft IMA ist dieser Name aber zu vermeiden und ausschließlich der Name Titanit zu verwenden. Dennoch findet sich die Bezeichnung Sphen immer wieder auch in neueren Publikationen. ... weiter

 

Die Schlacht am Harzhorn

10. Mai 2016 von Gunnar Ries

Wenn man auf der Autobahn 7 von Göttingen Richtung Norden fährt, kommt man kurz hinter Northeim nicht nur an den vermutlich genauesten Entfernungsangaben auf deutschen Autobahnen vorbei (Echte 1000 m), sondern auch an einem etwas futuristisch aussehenden Holzbau. Dort, an der parallel zur Autobahn liegenden Landstraße von Echte nach Seesen gelegen, weist dieses Gebäude auf eines der am Besten erhaltenen antiken Schlachtfelder hin. Die alte Landstraße folgt hier (ziemlich grob) alten Wegen durch ein ziemlich unwegsames Gelände. Die Täler zwischen den Höhenzügen waren früher recht sumpfig, so dass man sich in früheren Zeiten besser entlang der Höhe bewegte. ... weiter

 

Unter Geschiebekundlern 2016

3. Mai 2016 von Gunnar Ries

Alle Jahre wieder treffen sich die Geschiebekundler zur Jahrestagung der Gesellschaft für Geschiebekunde. In diesem Jahr trafen wir uns am 22. bis 24. April auf dem Urzeithof in Fehrenbötel. An diesem Ort, der passend zum Thema in der eiszeitlichen Landschaft Schleswig-Holsteins liegt, hat Katrin Mohr auf einem ehemaligen Heuboden auf 300 m² ein schönes und äußerst sehenswertes privates Museum für ihre Sammlung errichtet. Hier bot sich auch genug Raum für knapp 100 Geschiebekundler. Was geboten wurde, war auch in diesem Jahr wieder Geologie „Citizen Science“ vom Feinsten. ... weiter

 

Erdrutsch in Kirgisistan (Video)

1. Mai 2016 von Gunnar Ries

Erdrutsche sind, zumindest auf Video, immer eine wieder eindrucksvolle Naturgewalt. Und der auf diesem Video macht da keine Ausnahme. Dave Petley vom Landslide Blog (von dem ich das ganze hab) hält das Video für das beeindruckendste in diesem Jahr und immerhin unter seinen allzeit-top-ten. Und ich würde ihm nicht widersprechen wollen.   Am 27. April diesen Jahres haben sich nahe des Ortes Almaluu-Bulak in der Region Jalal-Abad zwei größere Erdrutsche ereignet. der erste, mit knapp 100 000 m3 etwas kleiner um 5:40 lokaler Zeit. Ein zweiter, mit 1 600 000 m3 größer ereignete sich um 6:00 lokaler Zeit. dabei kam ein 14-jähriger Hirte ums Leben, der dort mit seiner Herde unterwegs war. Das Video selber zeigt vermutlich das zweite Ereignis, denn es sind bereits Ablagerungen eines Erdrutsches auf dem Video zu erkennen. ... weiter