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Das Geoid

1. April 2011 von Gunnar Ries

Nach knapp 2 Jahren hat der ESA Satellit GOCE (der Name steht für Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer) das Gravitationsfeld der Erde mit bisher unerreichter Genauigkeit vermessen. Aus den Daten des Satelliten lässt sich das so genannte Geoid berechnen, die äußere Form, welche die Erde zeigen würde, wenn sie komplett überflutet und der Meeresspiegel alleine durch die jeweilige lokale Schwerkraft beeinflusst wäre. Dabei würden sich Gebiete mit geringer Schwerkraft als Dellen zeigen während die Gebiete mit hoher Schwerkraft... weiter

 

Paskallavik-Porphyr

28. März 2011 von Gunnar Ries

Es wird mal Zeit für ein wenig handfestes. Hiermit soll eine kleine Serie beginnen, in der ich einige interessante Gesteine vorstellen möchte. Den Anfang macht der Paskallavik Porphyr. Dieses sehr schöne Gestein wird billeicht schon manchem bei einem Strandspaziergangbegegnet sein, denn es stammt aus Skandinavien. Für den Geologen kann er als Leitgeschiebe viel über die Bewegungsrichtung der eiszeitlichen Gletscher erzählen. Paskallavik-Geschiebe am Strand bei Rerik, Mecklenburg-Vorpommern. Eigene Aufnahme, CC-SA 3.0 Der Paskallavik-Porphyr ist ein relativ auffälliges Gestein, besonders im angefeuchtetem... weiter

 

Der Sauerstoff in der Erdatmosphäre

24. März 2011 von Gunnar Ries

Eines der Dinge, welches unsere gute alte Erde von allen anderen Planeten des Sonnensystems unterscheidet, ist die sauerstoffhaltige Atmosphäre. Der heutige Gehalt an Sauerstoff von rund 21 % wird durch komplizierte physikalische, biologische, chemische und geologische Wechselwirkungen kontrolliert. Das wir überhaupt Sauerstoff in unserer Atmosphäre haben, ist den Pflanzen den Cyanobakterien und später auch den Pflanzen zu verdanken. Bevor die Photosynthese entwickelt wurde, kam Sauerstoff nur in geringen Spuren in der Atmosphäre vor. Den größten Teil der Geschichte der Erde... weiter

 

Dünen auf dem Mars

23. März 2011 von Gunnar Ries

Barchane auf dem Mars. Image: NASA Das hier passt eigentlich ganz gut zu meinen Sandspielen im vorhergehenden Blogbeitrag. Diese wunderschöne Aufnahme von HiRISE des Mars Reconnaissance Orbiters zeigt, wie sich lineare Dünen mit zunehmender Entfernung in Barchane (hufeisenförmige Dünen) umwandeln. Der Wind hierfür kommt von der linken Seite und im Windschatten größerer Strukturen auf der Planetenoberfläche bilden sich zunächst parallel zur Hauptwindrichtung lineare Dünen. Der Wind umströmt das Hindernis wie die großen Plateus hier und die Windwirbel treffen auf der... weiter

 

Geo-Foto: Sandspiele

22. März 2011 von Gunnar Ries

Uns Geognosten geht es irgendwie immer ein wenig wie kleinen Kindern. Im Sand spielen, möglichst mit viel Baggermatsch. Ich jedenfalls finde das einfach wunderbar. In den Kiesgruben kann man jetzt am Anfang der Vegetationsperiode oft auch ganz interessante Ablagerungsmuster vorfinden, bei denen die Geologie auf einen Schlag lebendig wird. Hier zum Beispiel ein Schuttfächer, wie man ihn auch in den ariden Gebieten der Welt häufig vorfindet. Zuletzt scheint ein lehmhaltiger Schlammstrom den Hang hinunter gelaufen zu sein. Die Reste der... weiter

 

Geo-Foto: Tropfsteinhöhlen

21. März 2011 von Gunnar Ries

Zur Abwechslung kommen hier mal ein paar Bilder, die ich während verschiedener Höhlenbefahrungen gemacht habe. Vielleicht bekommen manche ja ein klein wenig Appetit. Es lohnt sich eigentlich immer, auch wenn man in den normalen Schauhöhlen nicht ganz das authentische gefühl bekommt.   Sammelgefäß für Tropfwässer können sich schnell mit Sinter überziehen. Eigenes Foto. Die Tropfwässer in Höhlen sind teilweise so kalkübersättigt, dass sie unter Umständen rasch Calcit ausfällen. So wie in diesem Fall. Hier hatte ein blaues Plastikfass als Sammelbehälter... weiter

 

Der natürliche Reaktor von Oklo

14. März 2011 von Gunnar Ries

Der Bau von Kernreaktoren wird immer noch von vielen als wissenschaftlich-technische Meisterleistung des Menschen gesehen. Daran werden sicher auch die Havarien der japanischen Kernkraftwerke nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami nicht viel ändern, auch wenn die Menschen der Technik und ihrer Verwendung selber jetzt skeptischer gegenüberstehen werden. Aber die Ereignisse in Japan veranlassen mich, einen alten Beitrag von mir hier noch einmal zu reposten und den Blick in die ferne Vergangenheit der Erde zu richten. Denn wie so oft... weiter

 

Schweres Erdbeben vor Japan, Tohoku Erdbeben (Update 14. 04. )

11. März 2011 von Gunnar Ries

    Ort des Epizentrums vom aktuellen Erdbeben vor Japan mit Störungen und Plattengrenzen. USGS. Heute, um 14:46:23 Uhr lokaler Zeit (06:46:23 Uhr MEZ) gab es an der Ostküste Japans ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude 8,9 (USGS) bzw. 8,8 (GFZ). Wenn sich die Magnitude in den nächsten Stunden bestätigt, wäre dieses Erdbeben das fünftstärkste jemals gemessene Erdbeben. Mittlerweile (19:45) wurde die Magnitude des Erdbebens auf 9,1 hochgesetzt. Damit verdoppelt sich die freigesetzte Energie und das Erdbeben war demnach das... weiter

 

Neues von der Spalteneruption am Kilauea

10. März 2011 von Gunnar Ries

  Karte des aktuellen Kamoamoa-Spaltenausbruches am Kilauea. Zum Vergleich ist die Ausdehnung des Episode 54 Ausbruches von 1997 ebenfalls eingezeichnet. Image: USGS Die aktuelle Spalteneruption am Kilauea, die letztes Wochenende begann, scheint ein längeres Ereignis zu sein. Meist dauern vergleichbare Spaltenausbrüche, wie beispielsweise die Eruption episode 54 im Januar 1997, nur wenige Stunden. Der Ausbruch von 1997 dauerte nur 60 Stunden, aber der aktuelle, Kamoamoa-Ausbruch genannte, scheint sich auch nach 6 Tagen noch nicht verausgabt zu haben. Es scheint vielmehr,... weiter

 

Zur Paläoökologie des Trilobiten Elrathia kingii

9. März 2011 von Gunnar Ries

Elrathia kingii (Meek 1870) ist einer der häufigsten Trilobiten Nordamerikas. Mittlerweile hat sich ein ganzer Wirtschaftszweig um das Fossil herum gebildet und es ist zum Staatsfossil von Utah geworden . Dabei wird E. kingii nicht nur an Sammler in der ganzen Welt verkauft, sondern auch zu Schmuck, Postkarten oder Magnethalter und dergleichen verarbeitet. Vermutlich hat jeder, der sich auch nur Ansatzweise für Fossilien interessiert, schon einmal ein Exemplar dieses Trilobiten gesehen. Das Vorkommen selber ist geographisch auf wenige Aufschlüsse der... weiter