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Schwarze Löcher aber Dunkle Materie

26. März 2013 von Leonard Burtscher

Eine der Fragen, die ich bei fast jedem öffentlichen Vortrag über Astronomie erhalte ist: "Bestehen Schwarze Löcher eigentlich aus Dunkler Materie?". So auch vorletzten Samstag als ich an meiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium Penzberg (das eine schöne kleine Sternwarte besitzt), einen Astronomie-Vortrag gab. Die Möglichkeit in solchen Vorträgen aus dem "Nähkästchen" der Forschung zu plaudern und Menschen ganz unterschiedlichen Alters, Berufs und Ausbildung von der astronomischen Forschung zu faszinieren (hoffentlich), ist ein großes Privileg des Astronomen-Berufs. Beim Vortrag im Gymnasium... weiter

 

Extremer Wettbewerb führt zu über-spektakulärer Wissenschaft

24. Januar 2013 von Leonard Burtscher

Die Astronomie ist ein heiß umkämpftes Gebiet. In Deutschland werden beispielsweise jedes Jahr etwa 100 neue Doktoren der Astronomie "produziert" -- auf der anderen Seite aber lediglich einige wenige Astronomen fest angestellt. Da die Astronomie eine sehr faszinierende Wissenschaft ist und außerdem die Beschäftigung mit ihr viele schöne Seiten hat, wollen die meisten der jungen Astronomen in der Astronomie bleiben. Leider gibt es keine festen Zahlen zum genauen Verbleib von "Nachwuchs-"Astronomen, aber fest steht, dass es heute eine extrem große... weiter

 

Lebenszeichen aus der Wüste

18. September 2012 von Leonard Burtscher

Nach einer langen Pause möchte ich mich an dieser Stelle gerne zurückmelden -- aus Chile. Am Samstagabend habe ich zum fünften Mal eine astronomische Beobachtungsreise nach Chile angetreten, wieder zum Paranal-Obervatorium, wieder um mit dem Mitt-Infrarot-Interferometer MIDI die Strahlen mehrerer Teleskope zu kombinieren und wieder um den Staub in der Umgebung von super-massereichen schwarzen Löchern zu untersuchen. Durch die in Küstennähe bewölkte Atacama-Wüste führt der Weg zum VLT Nach kurzer Zeit lichten sich die Wolken und man erreicht, ganz gemächlich... weiter

 

“Fast-Food” für das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße

14. Dezember 2011 von Leonard Burtscher

Sagitarrius A*, das super-massereiche schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße, muss hungern. Anders als die schwarzen Löcher in aktiven Galaxien, die bis zu mehrere Sonnenmassen pro Jahr verschlingen, fällt in Sagitarrius A* nicht mal eine Erdmasse pro Jahr ein. Zwar gibt es rund um das schwarze Loch genügend Material: in den zentralen paar Parsec etwa gibt es einige zig-tausend Sonnenmassen an Gas und einen Sternhaufen; darunter, ganz im Zentrum, die berühmten "S-Sterne", deren Bewegungen um Sagittarius A* die präzise Bestimmung... weiter

 

Neu entdeckte Riesen-Schwarze-Löcher sind “zu groß”

6. Dezember 2011 von Leonard Burtscher

Eines der vorherrschenden Paradigmen in der Galaxienforschung wird mit dem Begriff "Koevolution" bezeichnet. Damit ist gemeint, dass die Masse der zentralen super-massereichen (nicht superschweren (1)) schwarzen Löcher erstaunlicherweise in einem engen Zusammenhang steht mit der Masse der gesamten Galaxie. Erstaunlich ist das deswegen, weil das Schwarze Loch sich zur Galaxie etwa so verhält wie ein Mohnsamen (1mm) zum Durchmesser der Erde (12 700 km). Die Schwarze-Loch-Masse folgt aber Eigenschaften der Galaxie wie der Geschwindigkeitsdispersion der Sterne (ein Maß für die... weiter

 

Das Ende ist nah

23. Januar 2011 von Leonard Burtscher

Nein, es soll hier nicht um Mini-Schwarze-Löcher vom LHC gehen, auch nicht um astrologische Prognosen, und sogar nicht einmal um das Jahr 2012, sondern um das baldige Ende meiner Doktorarbeit! Nachdem ich anfangs in diesem Blog noch die ersten 100 Tage resümierte, sind mittlerweile deutlich mehr als 1000 vergangen. In der Zwischenzeit war ich noch zwei Mal am VLTI in Chile und habe dies mal mehr, mal weniger ausführlich beschrieben. Außerdem besuchte ich Konferenzen und Sommerschulen, publizierte zwei Papers und las noch viele mehr. Zwischendurch war ich außerdem ein Jahr Sprecher der Max-Planck-Doktorandenvertretung... weiter

 

Ein Tag voller Interferenzen und Simulationen

16. November 2010 von Leonard Burtscher

Um 9:30 Uhr begrüße ich Angel und Georgi im Besprechungszimmer des MPI für Astronomie. Die beiden sind Journalistikstudenten aus Bulgarien und über das EU-Programm RELATE nach Heidelberg gekommen. Ich erkläre ihnen einige Grundlagen der Interferometrie am Very Large Telescope Interferometer, erläutere, welche Möglichkeiten die Interferometrie für die extragalaktische Astronomie bietet, und schildere ihnen, wie eine Beobachtungsnacht aussieht. Im Rahmen des Programms schreiben die beiden einen Blog. Danach widme ich mich wieder dem (letzten) Projekt meiner Doktorarbeit zu: Einem Large Programme über AGNs mit... weiter

 

Die Europäische Astronomie-Woche hat begonnen

7. September 2010 von Leonard Burtscher

Gestern hat in Lissabon die "European Week of Astronomy and Space Science" begonnen. Dies ist die größte Astronomie-Konferenz Europas, zu der dieses Jahr 550 Teilnehmer aus aller Welt gekommen sind. Die Konferenztage sind unterteilt in Plenar-Sitzungen, die im großen Hörsaal der "Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa" (Fakultät der Wissenschaften der Uni Lissabon) stattfinden und Spezial-Sitzungen, in denen die Themen in der Tat sehr speziell sind. In der gestrigen Plenarsitzung hielt Lodewijk Woltjer, ehemaliger Direktor der ESO und einflussreicher... weiter

 

Schräges im Zentrum von Centaurus A

6. August 2010 von Leonard Burtscher

Centaurus A ist wohl eine der beeindruckendsten Galaxien in unserer unmittlebaren kosmischen Nachbarschaft. In ihr sieht man sehr deutlich eine Galaxie, die wohl vor etwa 300 Millionen Jahren mit ihr verschmolzen ist, was die These der Galaxien-Mergers eindrucksvoll demonstriert. Centaurus A ist darüberhinaus die zweigrößte Radioquelle am Himmel (nach der Milchstraße) und eine der ersten identifizierten extragalaktischen Radioquellen.     In dieser sehr tief belichteten Aufnahme von Centaurus A sieht man eine ganz Serie an Wellen, die konzentrisch um das Zentrum... weiter

 

Warum Berufsastronom?

28. Juni 2010 von Leonard Burtscher

Mein von mir sehr geschätzter Physik-Lehrer Bernd Dehm sagte einmal zu mir, er empfehle mir, Physik zu studieren und Astronomie als Hobby zu betreiben. Damit eigne man sich das physikalische Grundlagenwissen an, das man benötigt, um die aktuelle astronomische Forschung gut verfolgen zu können, riskiere aber nicht die fragliche Berufslaufbahn "Astronom" einzugehen. Die Karrierechancen junger Astronomen in Deutschland und der Welt will ich hier nicht auführlich diskutieren (vielleicht an anderer Stelle), aber fest steht: Einen klaren Karriereweg zum Berufsastronomen gibt... weiter