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Gas, Plasma, Stundenkilometer: Die Untiefen wissenschaftlichen Sprachgebrauchs

13. April 2014 von Markus Pössel

Es gibt ein Vorurteil gegenüber der Wissenschaft, das so tut, als sei in der Wissenschaft alles bis in den letzten Winkel hinein logisch: Die Wissenschaftler selbst, ihre Motivation, wie sie auf neue Ideen kommen, sämtliche wissenschaftlichen Sprachregelungen und, und, und. Natürlich ist Logik in der Wissenschaft essenziell. Wer argumentiert, warum seine Daten eine bestimmte Hypothese oder Theorie stützen (oder dagegen sprechen!), der sollte tunlichst logisch argumentieren. Wer Hypothesen oder Theorien formuliert, sollte eindeutig definierte Begriffe benutzen, damit jeder andere Wissenschaftler... weiter

 

Eine Sekunde bitte Teil II: Von der Astronomie zur Atomphysik

12. April 2014 von Markus Pössel

Im ersten Teil von "Eine Sekunde, bitte" (der inzwischen selbst schon fast 90 Millionen Sekunden zurückliegt) waren wir von elementaren Überlegungen ausgehend zu der Möglichkeit gelangt, mit Hilfe des mittleren Sonnentages, also so etwas wie der über das Jahr gemittelten Länge eines ganzen Tages, eine gute Basis-Zeiteinheit zu definieren: Von dieser Taglänge kommt man über die Einteilung des Tages in Stunden, Minuten und Sekunden direkt zur Sonnensekunde. In diesem zweiten Teil geht es von dort aus weiter zur modernen Definition... weiter

 

Moderne astronomische Ansichten Jahrgang 1794

6. April 2014 von Markus Pössel

Als ich von der neuen Digitalen Bibliothek hörte, war meine Reaktion sofort: Ausprobieren! Zuerst bin ich bei Kants Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels, oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes: nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt von 1755 hängengeblieben, und dann bei Bodes Kurzer Entwurf der Astronomischen Wissenschaften von 1794 gelandet. Ich kann jedem das Stöbern in der Vielzahl heutzutage digital zugänglicher alter Bücher nur empfehlen. Ein Vorteil: Diese Bücher liefern eine ungewöhnliche Perspektive auf das eigene... weiter

 

Astronomische/physikalische Aprilscherze 2014

1. April 2014 von Markus Pössel

Auch Wissenschaftler machen Aprilscherze. Die kommen in ganz unterschiedlichen Variationen und Geschmacksrichtungen. Da sind zum einen die institutsinternen Aktionen, von denen ich nostalgisch einige aus meiner Doktorandenzeit am Albert-Einstein-Institut (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik) erinnere: Wie Albert Einstein auf einmal ein eigenes Postfach im Postzimmer hatte, das erst nach einigen Tagen auffiel und entfernt wurde. Wie in der Bibliothek neben den Fachzeitschriften ein Fach mit der Zeitschrift "Bravo Girl" auftauchte, ordentlich beschriftet und katalogisiert. Unseren Plan, neben dem häufig überfluteten Fußballrasen des... weiter

 

BICEP2, Inflation, Kosmologie: Eine Expertenmeinung

29. März 2014 von Markus Pössel

Auch diese Woche waren die neuen Messungen des BICEP2-Experiments noch häufiges Gesprächsthema am Haus der Astronomie und am Max-Planck-Institut für Astronomie dem Königstuhl. Worum es geht, hatte ich in diesem früheren Beitrag beschrieben: um den Nachweis von interessanten Spuren in der kosmischen Hintergrundstrahlung, die uns aus einer Zeit kurz nach dem Urknall erreicht. Diese Spuren scheinen auf urtümliche Gravitationswellen zurückzugehen, also auf rhythmische Verzerrungen des Raums, und diese Gravitationswellen dürften wiederum auf eine rapide Expansionsphase kurz nach dem Urknall zurückgehen,... weiter

 

BICEP2-Update: Wie steht’s mit Inflation und Gravitationswellen?

23. März 2014 von Markus Pössel

Über die Bekanntgabe des BICEP2-Teams vom Montag, dessen Bedeutung für Inflationsmodelle, Kosmologie, Gravitationswellen und Quantengravitation hatte ich in diesem Beitrag hier bereits ausführlich geschrieben; wer ihn noch nicht gelesen hat, möge dies bitte an dieser Stelle tun, da ich einiges, was ich dort erklärt hatte, hier voraussetze. Seit Montag laufen, kaum verwunderlich ob der grundlegenden Bedeutung der Ergebnisse - wenn sie denn richtig sind - einige interessante Diskussionen. Das, was ich dazu schreiben möchte, hat zwei Aspekte. Zum einen ist... weiter

 

Mondlicht-Fotozellen und “Small Data”

22. März 2014 von Markus Pössel

Datenjournalismus liegt im Trend. Da geht es typischerweise um "BigData", die digitale Welt mit ihren Möglichkeiten, Unmengen von Daten zu sammeln, lässt grüßen. Machmal gibt es in den Medien (und ehrlicherweise: nicht nur da) aber auch schon mit den kleinen Daten Probleme: mit einfachen quantitativen Abschätzungen. Small data sozusagen. Auf ein Beispiel dazu hat mich gerade eine Kollegin hingewiesen: Mondlicht als Energiequelle: Lade, Auto, lade bei Spiegel Online von Christian Frahm; ähnlich Deutscher erzeugt mit Glaskugel Strom aus Mondlicht bei... weiter

 

BICEP2 und die ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall

17. März 2014 von Markus Pössel

[Folgebeitrag hier.] Die Gerüchte sind in den letzten Tagen ja schon durchaus spezifisch gewesen. Und dass ich am Donnerstag eine dringende Anfrage von Nature bezüglich einiger meiner Animationen zu Gravitationswellen bekommen hatte, hat mir natürlich auch zu denken gegeben. Jetzt ist die Nachricht der Kollegen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) also 'raus, und die Gerüchte haben sich bestätigt: Die Kollegen dort geben an, sie hätten in der kosmischen Hintergrundstrahlung Spuren nachgewiesen, die von extrem frühen Gravitationswellen stammen - Spuren,... weiter

 

Visualisierung und Authentizität (angeregt durch die neue “Cosmos”-Sendung)

10. März 2014 von Markus Pössel

Die neue Cosmos-Fernsehserie mit Neil Tyson hat mich zu einigem Nachdenken darüber angeregt, was wir mit Visualisierung in der Wissenschaftskommunikation eigentlich erreichen können - und was nicht. Hier einige noch nicht sehr geordnete Gedanken, die nicht hauptsächlich als Kritik der Serie gedacht sind (die ich bei mir erst noch etwas sacken lassen muss). Eine Reihe davon gehen mir schon länger im Kopf herum (beispielsweise im Hinblick auf Planetariums-Visualisierungen), und Cosmos war ein guter Anlass, sie einmal aufzuschreiben. Ich finde Hollywood-Visualisierungen... weiter

 

Ein Beispiel für Lichtverschmutzung

1. März 2014 von Markus Pössel

Lichtverschmutzung ist die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, zum Leidwesen nicht zuletzt aller, die astronomische Beobachtungen vornehmen wollen. Dagegen regt sich zu Recht Widerstand. Einige der Leser hier werden von dem ScienceStarter-Projekt SkyGlow Berlin von Christopher Kyba gehört haben, der mit Berliner Schulen die Lichtverschmutzung gemessen hat und sich auch sonst im Rahmen des Projekts Verlust der Nacht mit dem Thema beschäftigt hat; nebenan in den KosmoLogs findet man z.B. bei Jan Hattenbach immer wieder Beiträge zu dem Thema, und... weiter