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Rencontre – Astronomie auf babylonisch

27. Juni 2015 von Susanne M. Hoffmann

eine der großen Freuden meines Berufsalltags als Astronomin ist, dass ich mit so vielen verschiedenen Leuten der unterschiedlichsten Fächer zusammenarbeite. Der Nachtzug brachte mich gerade wieder aus der Schweiz zurück, wo ich eine Woche bei der großen, internationalen Jahrestagung der Assyriologen verbrachte. Diese Tagung, Renconctre Assyriologique Internationale (RAI) fand dieses Jahr unter dem Thema "Bild - Text" in Genf (Mo,Di) und Bern (Do,Sa) statt. Für mich waren natürlich die Workshops über Astronomie und Mathematik im Alten Orient der Anlass zum... weiter

 

Das goldene Sterntheater

19. Juni 2015 von Susanne M. Hoffmann

"Nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt hätte (...) Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter dem Gewölbe des Himmels, und ein Schauspiel, wo die Himmelskörper Akteure sind." Goldenes Jubiläum, 50 Jahre, feiert dieses Jahr eines der ältesten Planetarien Deutschlands: Das Planetarium am Insulaner in Berlin. Feiern Sie mit uns! Um die Sommersonnenwende herum feiern wir das Planetariums-Jubiläum mit zahlreichen Festveranstaltungen. Am Mittwoch, dem traditionellen Mitgliederabend,... weiter

 

Relativitätstheorie wird heute 100 :-)

2. Juni 2015 von Susanne M. Hoffmann

es war nicht das Datum der ersten wissenschaftlichen Publikation. Aber heute vor genau 100 Jahren hielt Albert Einstein einen Vortrag in der Archenhold-Sternwarte in Berlin. Für diesen Vortrag hatte ihn der befreundete Kollegen Friedrich Archenhold gewonnen, da Einstein damals gerade in Berlin wohnte und an der Humboldt-Universität lehrte und arbeitete. Die Sternwarte von Archenhold in Treptow lag damals noch vor den Toren der Stadt. Der Treptower Park war ein Ausflugsziel der Berliner. 1896 sollte es nach zahlreichen erfolgreichen Weltausstellungen in... weiter

 

Die astronomischste BUGA ever :-)

25. Mai 2015 von Susanne M. Hoffmann

Blumenprachten, Idylle und ein Riesenteleskop - also auf zur BUGA nach Rathenow! Die Bundesgartenschau ist gewiss in erster Linie für ihre Pflanzenfülle und farbenprächtigen Gärten berühmt. Dieses Jahr findet sie in fünf Städten im Havelland statt - aber die Blumenpracht ist nicht nur romantisch, sondern auch die Technik- und Astronomiefreaks kommen auf ihre Kosten: Im Rathenower Optikpark steht schließlich das weltgrößte Brachymedialfernrohr! Brachymedial heißt "verkürztes Medial"fernrohr, denn trotz einer Brennweite von 20.6 m ist der Tubus nur 10.15 m lang... weiter

 

Blumengruß astronomisch

10. Mai 2015 von Susanne M. Hoffmann

Bereits am Valentinstag habe ich hier ein Sternbild vorgestellt, dass der geneigte Astronom seiner Angebeteten kredenzen könnte, um ein astronomisches Geschenk zu machen. Zu Ostern haben wir ja das Sternbild Hase (habe ich ebenfalls gezeigt) und zum Muttertag schenkt man Blumen. Blumen gibt es nun erstmal nicht unter unseren 88 offiziellen Sternbildern - da sind nur Tiere, Menschen und andere anthropomorphe Gestalten sowie Geräte und Fabelwesen. Das einzige Grünzeug am Himmel ist m.W. das Laub am Thyrsus-Stab des Kentauren. (oder?)... weiter

 

das Planetarium ist tot – es lebe das Planetarium!

29. April 2015 von Susanne M. Hoffmann

das Zeiss-Großplanetarium Berlin, die große Silberkugel an der Prenzlauer Allee 80 in Berlin, ist (bekanntlich?) gerade wegen Renovierung geschlossen. Derzeitige Innenansichten zeigen, wie wenig es dort gerade nach Planetarium aussieht. Der Sternprojektor aus den 1980ern, die "größte Sternenhantel der Welt", das so genannte COSMORAMA ist jedenfalls gerade demontiert worden. Hintergrund: Das große Planetarium wurde der Hauptstadt der DDR aus Prestigegründen zu ihrer 750-Jahr-Feier geschenkt und 1987 eingeweiht. Das damals in der Tat sehr prestige-trächtige Gerät des (hantelförmigen) Sternprojektors ist aber... weiter

 

Review: Babylonian Star-Lore

13. April 2015 von Susanne M. Hoffmann

Woher unsere Sternbilder kommen? - Tja, das wüssten wir gerne. Die gängige Überlieferung weiß, dass die 88 Sternbilder, die wir heute offiziell verwenden, als Auftragsarbeit in den 1920ern ausgearbeitet wurden. Der offizielle Beschluss der Namen und Abkürzungen der Sternbild-Bezeichnungen fand im Jahre 1922 statt und die Referenz dafür ist noch heute eine Tabelle (S.158) aus dem Band 1 der Transactions of the IAU, in der zwei Tippfehler sind. Übrigens gibt es dort auch ein 89stes Sternbild, d.i. das Sternbild Argo... weiter

 

Sonnenbeobachtungen

8. April 2015 von Susanne M. Hoffmann

anlässlich der SoFi am 20.3. gaben verschiedene Kultusministerien der Länder bzw. Schul- und Kita-Leitungen die Anweisung heraus, dass SchülerInnen und Schüler während der SoFi die Schule nicht zu verlassen haben - angeblich wegen gefährlicher "Sonnenfinsternisstrahlung". So etwas gibt es nicht! Mich erreichten am Tag der SoFi und danach mehrere Anfragen von Menschen, die wissen wollten, was gefährlich ist, warum und ob es Spätschäden geben wird, wenn ihre Kinder nun doch draußen waren. DARUM und wenngleich die nächste SoFi dieser Art... weiter

 

Oster-Stern – ein astronomischer Blick aufs Fest

5. April 2015 von Susanne M. Hoffmann

zu Weihnachten spielen alle Planetarien und Volkssternwarten der Welt die Geschichte vom Weihnachtsstern aus dem Matthäus-Evangelium und brüten darüber, ob Jesus also im Jahr 6/7 v.Chr. mit einer Dreifachkonjunktion von Jupiter und Saturn geboren sei oder im Jahre -1/-2 mit einer der beiden Planetenverschmelzungen von Jupiter und Venus. Dass beides keine historische Realität beschreibt, sehen wir an der Sonnenfinsternis in der Ostergeschichte. Matthäus schreibt zum Karfreitag: 27, 45-53: "Und von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze... weiter

 

Volkssternwarten

28. März 2015 von Susanne M. Hoffmann

Ein Buch über "Verbreitung und Institutionalisierung populärer Astronomie in Deutschland, 1888-1935" ist gerade am Anfang dieses Jahres erschienen. Es handelt sich um eine Dissertation an der Universität Regensburg im Fach Wissenschaftsgeschichte (also eine wissenschaftliche Arbeit), vorgelegt von Benjamin Mirwald. Das Stichdatum des betrachteten Zeitraums ante quem ist ganz offensichtlich die Gründung der ersten öffentlichen Sternwarte, der Urania Berlin. Das Buch beleuchtet also nicht die Ursachen für die Einrichtung solcher "Theater der Wissenschaft", sondern eher die daran anschließende, resultierende Entwicklung. Das... weiter