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Unter Geschiebekundlern – auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Geschiebekunde

Alle Jahre wieder treffen sich die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft für Geschiebekunde zu ihrer Jahrestagung, und in diesem Jahr war wieder einmal Lüneburg an der Reihe. Was ist überhaupt Geschiebekunde? Geschiebekundler befassen sich mit den Hinterlassenschaften der Eiszeiten, also grob gesagt dem, was aus Skandinavien mit den Gletschern hierher transportiert wurde. Dank der Gletscherablagerungen ist der Norden Deutschlands, aber auch weite Gebiete der Niederlande, Dänemarks und Polens mit einer ziemlich vielseitigen Geologie gesegnet. Man kann auf nur wenigen Metern ... weiter

 

“Soft-Skills” in Buntbarschfamilien

Noch ein Projekt an dem ich das Glück hatte beteiligt zu sein: Stefan Fischer und Barbara Taborsky (und ich auch ein bisschen) zeigen, wie das sozial Verhalten von Buntbarschen, die bei der Aufzucht der Jungen zusammenarbeiten, von ihrem frühen sozialen Umfeld abhängt. Ich habe das mal zusammengefasst und in ein Bild gepackt, um die nötige popkulturelle Referenz herzustellen. Für alle, die es nicht erkennen, es handelt sich um die Munsters und Full House, zwei TV-Serien, bei denen es um Familie ... weiter

 

Nicht ohne meine Zahnbürste oder Wie man Kreativität in der Wissenschaftskommunikation erstickt

Es sollte eigentlich ganz offensichtlich sein: Wer Gebiete fördern will, in denen Kreativität und großes eigenes Engagement gefordert sind, um Spitzenleistungen zu erreichen, der sollte die Rahmenbedingungen tunlichst nicht zu eng stecken - und nicht zu detailliert reglementieren wollen, was am Ende herauskommt. Die finanzielle Förderung von Forschung hat dieses elementare Prinzip glücklicherweise an vielen Stellen eingebaut und hält viele themen- und ergebnisoffene Förderinstrumente bereit. Umso mehr ärgere ich mich im Bereich Outreach und Wissenschaftskommunikation über Ausschreibungen, die in dieser ... weiter

 

Das ITVA Altlastensymposium 2015 in Bochum #3 – Grundwassersanierung, Kampfmittelräumung und Flächenrecycling

Dritter Teil meiner Nachlese zum ITVA Altlastensymposium 2015 in Bochum (der erste und der zweite finden sich hier). Eigentlich kennt ja jeder das Prinzip, das uns Bernd Kopp von der HPC AG und Dr. Frank Tidden von der BAUER Umwelt GmbH vorstellten. Zumindest, wenn er ein Aquarium besitzt. Das Wasser wird angesaugt und fließt, solange der Auslauf unterhalb des Ausgangswasserpegels liegt. ... weiter

 

Über Opferanoden, Sündenböcke, die aggressionspsychologische Spannungsreihe und Pegida

Bei einer Ingenieursveranstaltung hörte ich zum ersten Mal dieses Wort: Opferanode. Es faszinierte mich. Opferanoden sind unedlere Metalle, die man mit edleren leitend verbindet. Das erzeugt eine Spannung zwischen den beiden Metallen, und es fließt Strom zum edleren Metall (wir haben das alle einmal unter „Batterie“ gelernt). Durch diesen Fluss von Elektronen zum edleren Metall hin wird dieses vor Oxidation geschützt. Das unedlere Metall rostet, das edlere nicht. Das unedle Metall ist das Opfer! Dieses Opfer bringt man den edlen ... weiter

 

Nachruf auf Klaus Tschira

Zugegeben, mein Nachruf hat deutlich länger gebraucht als der von Carsten Könneker, der bereits am 31. März, also am Tag von Klaus Tschiras Tod, auf spektrum.de erschien. Hier also mein Puzzlesteinchen zum größeren Mosaik, das von Carstens Text und dem Nachruf drüben beim Lindau-Blog bis zu den offiziellen Artikeln in Spiegel, FAZ und Co. reicht. Klaus Tschira war in den letzten Jahren einer der einflussreichsten, wenn nicht der einflussreichste Wissenschaftsmäzen in Deutschland. Auch meine Heimatinstitution, das Haus der Astronomie, verdankt ... weiter

 

Die Zukunft der Landwirtschaft

Wäre es nicht großartig Getreidesorten zu erfinden, die Milliarden Menschen mit wichtigen Nährstoffen versorgen und beim Anbau weniger Chemie brauchen? Zweifellos wäre es das, aber wie so oft ist die Realität komplizierter. Bekanntlich sind es Unkraut und Schädlinge, die den Bauern am meisten Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb enthalten die meisten gentechnisch veränderten Saatgut-Sorten entweder ein Insektizid, oder sie sind resistent gegen ein Pflanzenschutzmittel, oder sogar beides. Als Insektizid wird häufig ein Gen des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) verwendet, wodurch die Pflanze ... weiter

 

Humane embryonale Stammzellen aus unbefruchteten Eizellen – Ein Ausweg?

Bei der Zellersatztherapie differenzieren Wissenschaftler Stammzellen in bestimmte Zelltypen, um alte kranke Zellen durch neue gesunde zu ersetzen. Viele Neurologen träumen davon mit diesem Ansatz die Parkinson-Krankheit zu heilen: Neue gesunde, im Labor hergestellte, Nervenzellen nehmen den Platz der geschädigten Dopamin produzierenden Nervenzellen in der Pars compacta der Substantia nigra des Patienten ein. ... weiter

 

CRISPR, Genome-Engineering und genmanipulierte Embryos: Spiel mit dem Erbgut?

Da haben also in China Wissenschaftler menschliche Embryonen genetisch verändert. Und zwar einfach weil sie es können. Okay, okay, sie haben versucht, β- Thalassämie, eine Blutkrankheit, zu heilen, indem sie das in dieser Krankheit mutierte Gen verändern wollten. Das hat nicht sooo gut funktioniert. Und außerdem haben sie noch andere Stellen in der DNA mitverändert. Versehentlich. Die Methode mit der sie gearbeitet haben heißt „CRISPR/Cas“. Und mit eben dieser CRISPR/Cas-Methode habe ich auch gearbeitet.   Was ist CRISPR/Cas? CRISPR ist ... weiter

 

‘Politiker, die in Würste beißen’ beim Science Slam Berlin am 4. Mai

Prof. Dr. Peter Hammerstein vom Institut für Theoretische Biologie der Humboldt-Universität Berlin eröffnet den 42. Science Slam Berlin. Außer Konkurrenz erklärt er, was die Pestizide Nikotin und DDT wirklich unterscheidet, nämlich gesellschaftliche Akzeptanz! Was die Pflanze ursprünglich zum Abtöten ihrer Feinde benutzte, genießen wir in geselliger Runde, und das nicht erst seit dem Marlboro-Man. ... weiter

 

Handschrift und Computerschrift – Gut gegen Böse?

Neulich war ich Gast in der Sendung „Lebenszeit“ beim Deutschlandfunk in Köln. Fast anderthalb Stunden wurde dort mit Studiogästen und Hörern, die sich per Telefon und Internet beteiligen konnten, darüber geredet, ob die Handschrift durch die Digitalisierung nun auf dem Rückzug oder gar überflüssig sei oder nicht. Natürlich war ein Aufhänger dieser Debatte die auch in Deutschland groß diskutierte Entscheidung in Finnland, den Kindern in der Grundschule statt einer verbundenen Schrift nur noch eine Art Druckschrift zu vermitteln. Leichtsinnigerweise hatte ... weiter

 

Über die Kluft zwischen Landwirten und Konsumenten

Deliberative Bürgerbeteiligung - was auf den ersten Blick so steif wie ein Schwanz in der Hochzeitsnacht erscheint, soll also die Kluft zwischen Politikern, uns Konsumenten und jenen, die unsere Lebensmittel produzieren, schließen. Oder zumindest verkleinern. Diesen Lösungsansatz schlagen die Autoren des WBA-Berichtes vor. Ich habe mir dieses Kapitel angeschaut und mal aufgeschrieben, was ich davon halte. Ganz kurz: wenn verschiedene Akteure im Rahmen eines politischen Prozesses für einen Austausch von Argumenten und vielleicht auch Sorgen zusammenkommen, ist das eine gute ... weiter

 

Warum ich nicht an die genmanipulierten Embryos glaube

Gestern ist in Protein & Cell eine Veröffentlichung über genetisch veränderte Menschenembryos erschienen, die auch prompt bekannte Reflexe ("Frankensteins Küche", "ungeheure Macht") auslöste. Ich empfehle da eher Zurückhaltung. Das Ergebnis bleibt bei näherer Betrachtung weit hinter dem zurück, was man mit heute gängigen Methoden für technisch möglich gehalten hätte, zumindest wenn man nach den Warnrufen in Nature neulich geht. Außerdem habe ich an der ganzen Geschichte erhebliche Zweifel. ... weiter

 

Citizen Science – Was Bürger zur Forschung beitragen

Chancen und Grenzen eines spannenden Konzepts. Was ist Citizen Science? Das kann zum Beispiel so aussehen: Ein Forschungsteam hat aufgrund entsprechender technischer Möglichkeiten mehr Daten erhoben, als es in einem gewünschten Zeitraum mit Fachkräften aus den eigenen Reihen auswerten kann. Nun werden per Projektbeschreibung und auf einer speziell dafür eingerichteten Plattform interessierte Laien gesucht, die bei der Datenanalyse helfen. Erfolgreich geschehen beispielsweise beim Projekt „Seafloor Explorer“ der Woods Hole Oceanographic Institution, Massachusetts. „Help explore the ocean floor“ hieß es da, ... weiter

 

Brandmarkt Zuwendungsversager!

Alten Berichten zufolge ließ Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) einigen Säuglingen testweise jede Zuwendung versagen, sie sollten ganz ohne Kontakt zum gesprochenen Wort aufwachsen. Der Kaiser wollte herausfinden, mit welcher Sprache Kinder geboren werden. Das fand man nicht wirklich heraus, denn sie starben. Das habe ich zufällig im Internet gelesen, und meine Frau sagte auf meine Erzählung hin, sie hatte das schon in der Schule mitbekommen. Dann wissen Sie es schon alle, nur ich nicht? Man sollte es so sehen: ... weiter