AKTUELLE POSTS wissenslogs

 
 

Speed Cells – Tacho im Hirn

Erst letztes Jahr erhielt das norwegische Forscherehepaar May-Britt und Edvard Moser den Nobelpreis für die Entdeckung des Navigationssystems im Gehirn – in Form von Gitterzellen im entorhinalen Cortex – nun warten sie bereits mit der nächsten Entdeckung auf: den sogenannten Speed cells.   May-Britt und Edvard Moser, Foto: Geir Mogen, NTNU, CC BY-NC 2.0 Was hat es mit ihnen auf sich? Die im Rattenversuch lokalisierten Speedzellen feuern, unabhängig von Umgebungsreizen, bei einer schnellen Bewegung laufend Signale ab, d.h. es hatte ... weiter

 

Die zwei Gesichter des Immunsystems

Ein Artikel von BIOSS-Blogger Martin Becker. Er forscht seit Oktober 2012 am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in der Arbeitsgruppe von BIOSS-Sprecher Michael Reth und arbeitet jetzt an seiner Doktorarbeit. Hier beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Rolle des Zytoskeletts bei der Signaltransduktion in B-Zellen. Was denken Sie: Welches ist wohl das wichtigste Organ unseres Körpers? Was würden Sie auf diese Frage antworten? Zu den häufigsten Antworten zählen mit großer Wahrscheinlichkeit das Herz und auch unser Gehirn. Das Herz, als ... weiter

 

Einige Gedanken zum aktuellen Woolrec-Skandal und dem Produkt Woolit

Am Montag wurde in der Sendung "Exclusiv im Ersten (hier in der Mediathek zu finden) der ARD über die Firma Woolrec  berichtet. Die Firma Woolrec aus dem hessischen Tiefenbach stellte bis 2013 das Produkt Woolit aus alter Mineralwolle her, um dies als Zuschlagsstoff für die Ziegelherstellung zu verkaufen. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus gemahlenen Mineralwollen und Ton, in das pikanterweise wohl auch noch schwermetallbelastete Filterstäube gemischt wurden. Da ich in meine Brötchen in einem Labor verdiene, welches ... weiter

 

Scheinzwerge oder Viele Probleme werden größer, wenn man sie anpackt (Griechenland)

Michael Ende hat uns eine wundervolle Figur und Vorstellung geschenkt, nämlich die des Scheinriesen mit dem Namen Herr Tur Tur. Das ist ein normaler älterer Mann, der aus weiterer Entfernung gesehen immer größer erscheint, eben wie ein Riese. Wenn man sich aber nicht fürchtet und auf ihn zugeht, ist der scheinbare Riese nur ein einfacher Mensch. Er erscheint also in der Ferne nicht kleiner, sondern größer! Das beklagt er dauernd, aber es hat auch Vorteile. Viele Prominente sind Scheinriesen. Sie ... weiter

 

Pyroklastischer Strom am Sinabung, Indonesien

Vom Sinabung in Indonesien hatte ich ja schon einige Beispiele pyroklastischer Ströme vorgestellt. Der Vulkan ist immer noch sehr aktiv, gerade heute ist es allem Anschein nach wieder zu kleineren Strömen gekommen (laut Beschreibung des Videos am 27 Juli 2015 gegen 12:20 lokaler Zeit, an der Ostflanke des Vulkans). Vielleicht mag es manche Leute langweilen, aber ich kann mich an dem Phänomen nicht satt sehen. Vor allem nicht, wenn ich es bequem vom heimischen Rechner aus beobachten kann, ohne auch ... weiter

 

Der Lohn der Forschung: Preise sind nicht alles was zählt

Seit ihrem Anfang im Jahr 1951 hat sich die Nobelpreisträgertagung in Lindau doch ein wenig verändert. Aber eines blieb immer gleich: Die Fahrt über den Bodensee am letzten Tag der Konferenz: Laut Tagungsprogramm aus dem Jahr 1951 machten sich Nobelpreisträger und Konferenzteilnehmer am 14. Juni auf eine “Fahrt mit dem Sonderdampfer nach der Insel Mainau” und 65 Jahre später stand am 3. Juli der “Baden-Württemberg Boat Trip to Mainau Island” im Terminkalender der jungen Wissenschaftler und der Laureaten. Das letzte ... weiter

 

Abschaffung des Zweigradziels der Klimapolitik?

Die internationale Klimapolitik hat sich wiederkehrend und einmütig zum Zweigradziel bekannt. Ganz im Gegensatz dazu hat sie bisher wenig dafür getan, dass dieses Ziel in Zeiträumen erreicht werden kann, die mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur und der Wirtschaft vereinbar wären. Die Stimmen, die die Abschaffung des Zweigradziels fordern, werden lauter. Aber würde dies uns in der Klimapolitik weiterbringen? ... weiter

 

Sprachliche Meme – kulturelle Replikation durch Sprache und Schrift

„Menschliche Sprache, zunächst gesprochen und dann geschrieben, ist mit Sicherheit das Hauptmedium der kulturellen Weitergabe, durch die eine Infosphäre gebildet wird, in der kulturelle Evolution stattfindet. Sprechen und hören, schreiben und lesen – dies sind die zugrunde liegenden Technologien der Transmission und Replikation, entsprechend den Technologien der DNA und RNA in der Biosphäre.“[i] Mit diesen Worten charakterisiert Daniel Dennett die Rolle von Sprache und Schrift in der kulturellen Evolution. Sprache ist ein sehr gutes Instrument, um Erfahrungen und Wissen zu ... weiter

 

Irgendwie faszinierend…

Ich habe einen kleinen beruflichen Schwenk eingeschlagen und bin nun in einer eher ungewöhlichen Ecke der Neurowissenschaften gelandet: Am Schnittpunkt zwischen Kunst und Wissenschaft im Dialog zu Neurotechnologie und Ethik. Und zwar hier https://www.norms-human-nature.uni-freiburg.de/projekte/discourse Ich stehe erst am Anfang, zu verstehen, wie Kunst Forscher inspirieren kann und wie Forschung in der Kunst aufgenommen wird, aber es ist ein Thema, das mich schon immer fasziniert hat. Es begann damit, dass die meisten meiner Mitstudenten in Biologie doch nicht dröge Insekten/Pflanzen/Bakterien Zähler ... weiter

 

Pre/Trans Fallacy – die Verwechslung von Gestern und Morgen

Genau! R.W. hat neulich bei meinen Erklärungen zu den Stufen Lehrling, Geselle und Meister (Shu-Ha-Ri) kommentiert, dass viele Leute die verschiedenen Level deshalb nicht verstehen, weil sie den höheren Level zu sehr mit dem jetzigen Level und dem gestrigen vergleichen. Dieses Phänomen ist von Ken Wilber als Pre/Trans Fallacy (siehe Wikipedia) beschrieben worden. Bei Ken Wilber geht es um hohe Philosophie, hier nicht! Das Phänomen kann man auch im realen Leben ausmachen. Das Internet kommt! Wir diskutieren Fluch und Segen ... weiter

 

Das Wichtigste? Der Spaß an der Wissenschaft

Wie? Schon vorbei? Ja, leider. Die Zeit verging wie im Fluge. Es war eine anstrengende aber tolle Woche mit inspirierenden Vorträgen und interessanten Gesprächen. Der Blick über den Tellerrand, den dieses interdisziplinäre Treffen mir ermöglichte, stimmt mich zuversichtlich für den wissenschaftlichen Fortschritt, den wir in den nächsten zehn Jahren erwarten dürfen.     Es herrschte eine angenehm offene Atmosphäre. Ich spürte, hier trafen sich über 700 Menschen, die Spaß an der Wissenschaft hatten und gerne darüber sprachen – immer und ... weiter

 

Die Deutschen und der Nachthimmel

Ich gebe zu: Wenn ich eine Pressemitteilung im Postfach finde, in der mir eine Firma (in diesem Falle die nimax GmbH) bzw. die von ihr beauftragte Kommunikationsagentur eine Befragung nahebringt, die positive Konnotationen für das von der Firma verkaufte Produkt hat (in diesem Falle universe2go - klingt nach einer netten Idee, habe aber keine eigenen Erfahrungen damit und verweise auf diesen Review von ClearSkyBlog), dann bin ich natürlich erst einmal skeptisch. Insbesondere, wenn die Ergebnisse auch noch gut in meine ... weiter

 

AstroGeo Podcast: Ewig lockt das Marsleben

Der Mars fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Lange Zeit waren die sogar überzeugt, dass hier (wie auch auf anderen Welten) Leben existieren muss. Mittlerweile hat sich das geändert: Forscher hoffen, dass sich Leben in extremen Nischen gehalten hat - wenn es überhaupt jemals dort war. Denn wie viel Wasser es wirklich gab, ist bis heute umstritten. Manche Forscher halten einen riesigen Nordozean für möglich – andere glauben lediglich an vereinzelte Pfützen. Und diese Frage scheint bis heute offen. Bei der Suche ... weiter

 

Technikkommunikation – Ein Kurzessay

Heute habe ich meine Zusage für die Lernwerkstatt Technikkommunikation bekommen. Veranstalter sind Wissenschaft im Dialog und acatech. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt wie das Ganze organisiert sein und wer alles dabei sein wird. Teil der Bewerbung war ein Kurzessay zum Thema „Fracking, Grüne Gentechnik, Hochspannungsleitungen und Co. – Was kann Technikkommunikation zu kontroversen Themen leisten?“. Ich hatte vorher noch nie ein Essay geschrieben (und muss mich ständig zusammen reißen nicht das mir geläufigere Assay zu schreiben). Aber jetzt ... weiter

 

Wendelstein W7-X: Das Magnetfeld passt

Das Magnetfeld steht - so lautete die Überschrift meines letzten Beitrags. Jetzt ist klar, dass nicht nur die supraleitenden Spulen sich so verhalten wie sie sollen, sondern dass auch die komplizierte dreidimensionale Geometrie des Magnetfeldes in W7-X so aussieht wie sie soll. Wendelstein W7-X ist ein Fusionsexperiment vom Typ Stellarator. Das bedeutet, dass das zum Einschluss des heißen Plasmas notwendige Magnetfeld komplett durch externe Spulen erzeugt wird - im Gegensatz zum Tokamak, bei dem ein im Plasma selbst fließender Strom ... weiter