Galileo: Und es bewegt sich doch…

21. Oktober 2011 von Eugen Reichl in Meinung

Das hätte man angesichts der äußeren Bedingungen bei einem westlichen Start nicht auf dem "Greenboard" eines Raumfahrt-Kontrollzentrums erwartet. "Weather: "go". Dabei hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet und der Regen prasselte nur so auf die Startanlage nieder. Starts in Cap Canaveral, Vandenberg oder auch Kourou werden normalerweise grundsätzlich verschoben, wenn sich mehr als ein paar luftige Federwölkchen am Himmel zeigen. Hier aber demonstrierte das robuste Sojus-System bei seinem Ersteinsatz auf einem westlichen Startgelände was russische Transporttechnik bedeutet. Ob es nun in den Tropen schüttet, oder in der kasachischen Steppe der Wind am Startturm rüttelt, ob es bewölkt ist oder sonnig, ob man wegen Nebels nur fünf Meter weit sieht oder ein Schneesturm tobt, ob die Temperatur bei - 40 Grad liegt oder bei + 40 Grad: Für eine Sojus bedeuten diese Bedingungen "Weather: Go".

Die Triebwerke der Sojus 2.1b haben gezündet. Credit: DLR

Der erste Start einer russischen Sojus-Trägerrakete vom Europäischen Weltraumbahnhof in Französisch Guyana war ein durchschlagender Erfolg. Das System zeigte unter widrigen äußeren Bedingungen vor den Augen der Welt, was es kann. Eine Top-Werbung für zukünftige kommerzielle und wissenschaftliche Starts der Sojus von Kourou aus.

Und nicht nur die Trägerrakete, auch die neue Startanlage funktionierte prächtig. Das geniale russische Tjulpan-System, bei dem der Träger frei über dem Flammenschacht aufgehängt ist (und das Starts bei hohen Bodenwindgeschwindigkeiten möglich macht), zeigte einmal mehr seine Zuverlässigkeit.

Vom Abflug des Trägers selbst war allerdings nicht viel zu sehen. Das Wasser strömte in Bächen über die Kamera-Linse und die Rakete war schon nach Sekunden in den bleigrauen Regenwolken verschwunden. Die Bildwand im Startzentrum zeigte aber in einer grafischen Projektion recht gut den perfekten Fortgang des Aufstiegs.

Respekt vor den russischen Technikern. Respekt gezollt sei auch ESA, CNES und Starsem (einem Joint Venture aus Arianespace, Astrium, Roskosmos und dem Hersteller der Sojus, der Firma Samara), das Sojus-System gegen viele Widerstände an den Äquator zu holen. Es wird den Startplatz Kourou bereichern, und - naja - das Starsem-Konsortium auch.

Wenden wir uns nun der Nutzlast zu, denn die ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Obwohl auch sie eine Erfolgsstory hätte werden können. Wenn man mit der Stationierung des Galileo-Systems, wie einst geplant, im Jahre 2004 begonnen hätte.

Und wenn die Kosten nicht explodiert wären. Und wenn die Industrie nicht so feige vor dem Private Public Partnership Ansatz gekniffen hätte, unter dem es zunächst lief. Und wenn sie - nach dessen Scheitern - das Programm nicht als risikofreien Selbstbedienungsladen betrachtet hätte. Und wenn die Konkurrenz technisch auf dem Stand der 90iger Jahre verharrt wäre. Und wenn Europa, nachdem es sich entschlossen hatte, das System doch noch installieren, sich durchgerungen hätte, eine vollständige Konstellation (mit 30 Satelliten) zu beauftragen und nicht nur ein Rumpfsystem (mit nur 18 Satelliten).

So aber ist das Satellitennavigationssystem Galileo der Beleg des erneuten Versagens Europas. Diesmal auf dem Gebiet der kommerziellen Raumfahrt. Dabei hätte es der Aufbruch in eine neue Ära werden können. Was für Europa tatsächlich übrig bleibt, ist Platz vier der internationalen Systeme. Für einen Preis von derzeit geschätzten knapp fünf Milliarden Euro.

Man hätte sich viel Geld sparen können. Haarsträubende Komponenten- und Subsystem-Ausschreibungen (an denen war die Industrie allerdings nun mal nicht schuld, die sind dem wirren politischen Zickzackkurs und einem absurd übersteigerten "Geo-return"-Gedanken geschuldet) oder sinnlose Investments, wie die Errichtung von zwei immens teuren neuen Kontrollzentren, wo man wahrscheinlich nicht mal eines gebraucht hätte (denn man hätte gut und gerne eine der bestehenden Einrichtungen, wie zum Beispiel die in Darmstadt, einfach für Galileo erweitern können).

Jetzt gibt es also erfolgreiche Satellitennavigationssysteme und es gibt Galileo. Angeführt wird der Reigen der ersteren unangefochten vom US-amerikanischen Global Positioning System, kurz: GPS. Es hat dieser Art von Systemen den Namen gegeben. Dort tummeln sich in der Zwischenzeit bereits die Einheiten der fünften Generation (die sechste ist in Vorbereitung). 32 Aktive Satelliten sind derzeit im Orbit. 65 wurden bislang gestartet, die Satelliten früherer Generationen sind längst nicht mehr in Betrieb.

Nummer zwei ist das russische System Glonass, das bereits zu Zeiten der Sowjetunion einmal komplett im Orbit installiert war, in den schwierigen Jahren nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems verwahrloste und nicht mehr erneuert wurde, aber jetzt seit wenigen Monaten wieder in voller Betriebsstärke (mit 24 aktiven Einheiten) am Himmel steht.

Und es gibt das das chinesische System "Kompass" (oder auch "Beidou), zu dem sich China - einst Partner im Galileo-Verbund - im Alleingang entschlossen hatte, nachdem es das beschämende Schauspiel in Europa nicht länger mit ansehen konnte. Kompass ist inzwischen mit neun aktiven Satelliten in seiner ersten Ausbauphase betriebsbereit. Bis 2015 sollen es 30 Satelliten sein. China belegt übrigens, das nur nebenbei, die gleichen Frequenzen wie Galileo. Diese Frequenzen stehen demjenigen zu, der sie als erster nutzt. Erste Stimmen aus China zum Galileo-Start in diesem - englischsprachigen - Beitrag von "China Daily" .

Europa kam obendrein zunächst (was später etwas abgeschwächt wurde) noch auf die politisch ebenso superkorrekte wie hirnrissige Idee, Galileo ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen. Europäische Soldaten, stehen Sie am Hindukusch, in Zentralafrika oder sonst einer entlegenen Krisenregion dieses Planeten, sind somit im Falle militärischer Aktivitäten, die hochgenaue Positionsangaben erfordern, weiterhin auf die Daten des US-GPS Systems angewiesen. Die bekommen sie, oder sie bekommen sie nicht. Wollen wir hoffen, dass die Amerikaner im Bedarfsfall gut gelaunt sind.

Wo bitte, soll es da für Europa noch Spin-offs geben? Wer wird da noch groß in Anwendungen investieren wollen? Wen interessiert das System überhaupt noch, außer die Unternehmen, die es herstellen und betreiben?

Mit dem Start der ersten operativen Satelliten des Galileo-Systems hechelt Europa nun dem abgefahrenen Zug hinterher. Besser wäre es gewesen, man hätte die Sache beendet und zugegeben: "Dumm gelaufen, das lassen wir jetzt mal".  Viel besser wäre es aber gewesen, doch verdammt einmal der Bedeutung Europas angemessen an der Spitze einer Entwicklung zu stehen und nicht schon wieder hinten im Feld der "Loser" rumzustolpern.


24 Kommentare zu “Galileo: Und es bewegt sich doch…”

  1. Michael Khan Antworten | Permalink

    Fast komplette Zustimmung

    Jetzt wollte ich mir gerade selbst mal den Ärger von der Seele schreiben, aber du warst schneller und hast im Prinzip fast genau das gesagt, was ich gesagt hätte. Außerdem habe ich bereits vor einem Jahr eine Breitseite losgelassen.

    Hier wurde in der Tat wieder einmal eine Chance vertan, da, wo wir heute stehen, hätten wir vor Jahren stehen können und müssen, wenn wir wirklich irgendeinen Anspruch auf eine weltweite technologische Führungsrolle erheben wollten, die der tatsächlichen Bedeutung der Technik für unseren Wohlstand und unseren Lebensstandard entspricht.

    Wo ich nicht komplett zustimme, ist bei deiner Kritik an der Industrie. Ich meine, die von politischer Seite gewollte Public-Private Partnership ist ein komplettes neoliberales Hirngespinst, das von vorneherein zum Scheitern verurteilt war. Galileo ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt. Da muss man einfach mal in Vorleistung gehen und das Ganze hochziehen, so wie es ja auch alle anderen Nationen machen. Die grosen und kleinen Spin-Offs und der volkswirtschaftliche Gewinn ergeben sich hinterher von ganz allein, unter einer bedingung: Wenn die Wirtschaft eine gewisse Planungssicherheit hat und weiß, welche Funktionen zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Bedingungen zur Verfügung stehen werden. Der Versuch der PPP in einem Kontext, wo sie nicht hingehört, war mehr als jeder andere Einzelfaktor daran Schuld, dasss das ganze Projekt jahrelang verzögert wurde, umdefiniert wurde und gar ganz von der Einstellung bedroht war - und genau deswegen explodierten die Kosten. Ein Projekt zu verzögern und dabei Umfang und Zielrichtung zu ändern, ist die sicherste Methode, die Kosten in die Höhe zu treiben.

    Die Klage, dass die Industrie das Projekt als Selbstbedienungsladen missbrauchte, habe ich auch schon von Politikern gehört. Und die Presse nimmt solche Klagen nur zu gern auf. Wie kommt mir das denn vor?

    "Ach, Buhuhu ... da haben wir unser Geld auf die Straße geworfen, und dann kamen diese bösen Leute vorbei und haben's aufgehoben und behalten."

    He, Leute, das ist ja fast so gut wie diese andere Klage: "Da haben wir doch Nationen in den Euro aufgenommen, obwohl die die Maastricht-Kriterien nicht erfüllten, und dann haben diese Länder einfach weitergewirtschaftet wie vorher und jetzt steht der Euro vor dem Aus! Wie konnten die nur?".

    Wenn ich solche Klagen von politischer Seite höre oder leben muss, dass die Presse sie kitiklos nachbetet, dann platzt mir der Kragen. Da möchte ich den Verantwortlichen ins Ohr brüllen: "Ja, was habt ihr denn erwartet, ihr Pappnasen? Wenn ein wichtiges Projekt ordentlich gemanagt wird, passiert sowas nicht. Also zeigt nicht mit dem Finger auf andere."

    Fakt: Es gibt keinen technischen Grund, warum das Projekt jahrelang verzögert wurde. Es hat jahrelanges politisches Hick-Hack gegeben, um das grandios und vorhersehbar gescheiterte Experiment mit der PPP und um nationale Beteiligungen am Kuchen. Deswegen die Verspätung. Deswegen stehen wir jetzt an letzter Stelle anstatt an erster.

    Damit, liebe Steuerzahler, wird nicht nur Ihr Geld verplempert. Vor allem wird unsere Zukunft und die unserer Kinder aufs Spiel gesetzt, denn wenn wir nicht technisch leistungsfähig und in Schlüsseltechnologien unabhängig sind, werden wir bald weltweit den Anschluss verlieren. Galileo ist ja nicht das einzige Beispiel dieser Art.

  2. Anton Maier Antworten | Permalink

    @Khan @Reichl

    Mal ne Frage an die Experten:
    GPS und Glonass sind kompatibel und das iphone 4s unterstützt bereits auch Glonass.
    Galileo ist glaube ich auch kompatibel zu gps und da compass die gleichen frequenzen benutzt vielleicht auch.
    Stehen dann nicht unglaublich viele Satelliten zur Verfügung?
    Was ist das Potenzial bei der Genauigkeitsverbesserung? Wie steigt die Genauigkeit mit der Zahl der Satelliten? Kann man algorhitmische Vorteile daraus ziehen verschiedene Signale zu benutzen?
    (Vorteile in dem Sinn, dass selbst wenn die Bestimmung nicht durch die Satellitenanzahl wesentlich verbessert wird, jedoch Methodenunterschiede der verschiedenen systeme genutzt werden können)
    Ich weiß, dass sie das nicht alles wissen, aber vielleicht haben sie eine ahnung.

  3. Kai Antworten | Permalink

    Keine militärische Nutzung

    Mir liegt ein ziemlicher Rant auf der Zunge, den ich gerne vom Stapel lassen möchte zu diesem Artikel. Da ich vorher aber gerne Missverständnisse ausschließen möchte, habe ich erstmal eine kleine Nachfrage.

    In dem Artikel steht: „Europa kam obendrein noch auf die politisch ebenso superkorrekte wie hirnrissige Idee, Galileo ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen. Europäische Soldaten, stehen Sie am Hindukusch, in Zentralafrika oder sonst einer entlegenen Krisenregion dieses Planeten, sind somit im Falle militärischer Aktivitäten, die hochgenaue Positionsangaben erfordern, weiterhin auf die Daten des US-GPS Systems angewiesen. Die bekommen sie, oder sie bekommen sie nicht. Wollen wir hoffen, dass die Amerikaner im Bedarfsfall gut gelaunt sind.”

    Bereits 2008 hingegen hat das Parlament anders entschieden:

    „Das EU-Parlament hat am heutigen Donnerstag mit großer Mehrheit einer Resolution zur "Bedeutung des Weltraums für die Sicherheit Europas" zugestimmt. (…) Hinsichtlich der militärischen Nutzung von Galileo hielt von Wogau nach der heutigen Abstimmung fest, dass sich "die Mehrheitsmeinung" im Europäischen Parlament in diesem Punkt geändert habe. In früheren Abstimmungen habe das Parlament eine derartige Verwendung abgelehnt.”

    -> Zitiert aus: http://www.heise.de/...-von-Galileo-ab-185619.html

    Nun, was darf ich aus diesem Widerspruch schließen?

  4. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Europa von nationalen Egoismen bestimmt

    Der Nationalismus schuff das 19. und 20. europäische Jahrhundert so wie wir es kennen: Mit Imperialismus und Kriegen zwischen den Nationen, die schliesslich in den beiden Weltkriegen gipfelten. Mit der EU (dessen höchste Blüte nach Merkel ja der Euro sein soll) sollte dies alles der Geschichte angehören.
    Doch weit gefehlt. Die Geschichte holt uns ein. Wieder und wieder gewinnen die nationalen Egoismen auf Kosten des Ganzen, wieder und wieder endet alles in Palaver. Und niemand ist wirklich für Projekte zuständig, die nationale Grenzen übersteigen. Jeder will vom gemeinsamen Europa nur profitieren, seien es die Südländer, die endlich die gute Partie gemacht haben und nun das fremde Geld mit vollen Händen ausgeben können oder die Nordländer, die den tiefen Euro und die Exportmöglichkeiten für sich entdeckt haben und denen der Rest herzlich egal ist. Ja es gibt Ambitionen, die sind aber immer noch national: Im Bereich Weltraummissionen möchten die Briten oder Deutschen am liebsten allein zum Mond fliegen (man versteht sich ja besser wenn man unter sich ist). Es fliesst kein Herzblut für gemeinsame Projekte. Und wenn es gemeinsame Projekte gibt, so ist das wichtigste daran, welche Nation welchen Anteil und welche Positionen darin ergattern kann.
    Am schlimmsten aber ist es, wenn es um das übernationale "government", die Lenkung und Kontrolle von gemeinsamen Anliegen geht. Europa braucht immer noch die Krise oder gar Katastrophe bis es aufwacht und Merkel und Sarkozy dann ihre stillen Wald- oder Stranspaziergänge absolvieren können.

  5. Kai Antworten | Permalink

    18 Satelliten?

    Sie schreiben in ihrem Text:

    „Und wenn Europa, nachdem es sich entschlossen hatte, das System doch noch installieren, sich durchgerungen hätte, eine vollständige Konstellation (mit 30 Satelliten) zu beauftragen und nicht nur ein Rumpfsystem (mit nur 18 Satelliten).”

    Hmm.

    Die FAZ schrieb im Juni diesen Jahres:

    „Im Jahr 2020 soll der Infrastrukturaufbau abgeschlossen sein. Galileo soll dann aus einem Netz von mindestens 30 Satelliten bestehen.”

    Mal ganz ehrlich: Erst behaupten Sie ihrem Blogbeitrag es gebe keine militärische Nutzung und dann behaupten sie auch noch, dass es nur 18 Satelliten geben soll. Und das sind nur zwei Fakten, die ich mal schnell überprüft habe.

    Können Sie das erklären oder darf ich selber aus dieser Diskrepanz die entsprechenden Schlüsse ziehen?

  6. Ben Antworten | Permalink

    5 Milliarden

    Was sind schon 5 Milliarden getragen von einem gemeinschaftlichen Staatenbund?

    Dafür bekommt man in Deutschland nicht einmal einen popeligen Bahnhof!

    @Kai: Es sind noch nicht alle 30 Satelliten bestellt/finanziert. OHB darf erst mal 18 bauen. Über die restlichen wird später entschieden.

  7. Florian Antworten | Permalink

    @ Kai: Keine militärische Nutzung

    Die Verordnung 683/2008/EG (http://eur-lex.europa.eu/...8:196:0001:0011:DE:PDF) nennt zwar gleich im 2. Erwägungsgrund das Ziel des Galileo-Programms, "die erste weltweite Infrastruktur für die satellitengestützte Funknavigation und -ortung zu schaffen, die speziell für zivile Zwecke konzipiert wurde", schließt aber eine militärische Nutzung nicht aus. Im Gegenteil: Als spezifisches Ziel wird im Anhang dieser Verordnung auch genannt: "Angebot eines sicherheitskritischen Dienstes („Safety of Life Service“, SoL), der auf Nutzer zugeschnitten ist, für die die Sicherheit von wesentlicher Bedeutung ist. Dieser Dienst erfüllt auch die Anforderungen bestimmter Sektoren in Bezug auf Kontinuität, Verfügbarkeit und Genauigkeit und umfasst eine Integritätsfunktion, die den Nutzer bei einer Systemfehlfunktion warnt".

  8. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Ben: Kleine Korrektur

    Es sind noch nicht alle 30 Satelliten bestellt/finanziert. OHB darf erst mal 18 bauen. Über die restlichen wird später entschieden.

    Die ersten 4 operationellen Satelliten, also die zwei, die heute gestartet wurden und die zwei, die beim nächsten IOV-Start gestartet werden, kommen von EADS-Astrium. Nur die 14 darauf folgenden Satelliten, also Galileo 5-18, werden von OHB hergestellt.

    Von den verbleibenden 12 hat man in der Tat noch nichts gehört, auch nicht von einer Ausschreibung oder zumindest von einer Zusage zur Finanzierung. Die braucht man aber, damit die eigentlich versprochenen Systemverfügbarkeiten auch gewährleistet werden können.

  9. Astra Antworten | Permalink

    Antwort an (fast) alle

    Nach sieben Stunden fernab von Computern freue mich jetzt über die rege Diskussion die hier im Gange ist. Die Sache ist, wie es Michael sagt: Ich wollte mir hier ein wenig den Frust von der Seele schreiben. Deswegen ist der Beitrag hier auch als „Meinung“ gekennzeichnet. Ich will aber jetzt, auch wenn es schon spät ist, zu einigen der Beiträge noch kurz antworten:

    Michael: Die Industrie (nicht die gesamte, aber ein Teil davon) hat hier tatsächlich das „Manna vom Himmel“ gesehen. Endlich Geld, das nicht aus den stark limitierten Töpfen der ESA kommt oder aus den noch viel restriktiveren Budgets der Privatindustrie wo um jeden einzelnen Euro erbittert gefeilscht wird und die Gross Margins kaum zum Überleben reichen. Nein, es kam von der EU. Der Institution, welche die Vernichtung von Nahrungsmitteln subventioniert, in Portugal dreispurige Autobahnen ins Nirgendwo finanziert und den Bauern Milliarden dafür zahlt, dass sie Produkte NICHT anbauen. Es ging um Geld von der EU, die stets ihr Füllhorn über alle schüttet. Die Hemmschwelle hier über die Maßen zuzulangen war tatsächlich sehr, sehr niedrig und – ich will hier nicht moralisieren – man hat hier überzogen und zu Recht hat ein Außenseiter den Zuschlag bekommen. Ob er den Ansprüchen gerecht wird, wird sich zeigen.

    Anton Maier: Am Ende kann man alles kompatibel machen. Die Geräte beim End-User werden dadurch höchstens etwas teurer, wenn sie zwei oder mehr Standards zusammenführen müssen. Aber darum geht es bei Galileo im Grunde nicht. Die Idee und der Anspruch war die völlige Unabhängigkeit Europas von den USA, Russland oder sonstwem. Dafür brauchen wir ein hoch leistungsfähiges, voll ausgebautes System. Das Beste und Modernste der Welt.

    Kai und Florian: Mir geht es hier nicht darum, ob ein europäischer Militär-Hubschrauber bei einer humanitären Mission von einem europäischen GPS korrekt ins Ziel geführt wird um eine Lebensmittelladung in ein abgelegenes afrikanischen Dorf abzuliefern oder dass der Verteidigungsminister bei einem Truppenbesuch auch den richtigen Flughafen findet, wenn er in seiner Transall oder seiner A400 einschwebt. Was ich hier aber meine ist richtiges, schmutziges Hardcore-Militär. Ich meine hier die Vernichtung eines militärischen Ziels durch ein Cruise-Missile oder eine Drohne. Mit einer Genauigkeit von 10 Zentimetern und dem Ergebnis, dass danach Menschen tot sind. Ich möchte die politisch einflussreiche Gruppierung in Deutschland (aber auch im sonstigen Europa) sehen, die sich genau dazu bekennt und dies ausdrücklich von Galileo fordert. Es gibt sie nicht, und jeder wird derlei Ansinnen meilenweit von sich weisen. Aber die Amerikaner fordern genau das von GPS, die Russen fordern genau das von Glonass und die Chinesen fordern es von Compass.

    Ben: 5 Milliarden sind ein Haufen Holz. Damit könnte Europa endlich – und zwar in ziemlich großem Stil - in die bemannte Raumfahrt einsteigen. Und das ist nun wirklich viel, viel überfälliger als das viertbeste Satellitennavigationssystem der Welt zu haben.

    Und nochmal Michael: Dieser Tage ging die Ausschreibung für weitere Galileo-Satelliten (über 18 hinaus) an die Industrie. Ob sie tatsächlich beauftragt werden, steht in den Sternen (obwohl ich der Meinung bin, dass man es am Ende aller Tage tatsächlich tun wird).

  10. Kai Antworten | Permalink

    Militär und Drohnen

    „Ich meine hier die Vernichtung eines militärischen Ziels durch ein Cruise-Missile oder eine Drohne. Mit einer Genauigkeit von 10 Zentimetern und dem Ergebnis, dass danach Menschen tot sind. Ich möchte die politisch einflussreiche Gruppierung in Deutschland (aber auch im sonstigen Europa) sehen, die sich genau dazu bekennt und dies ausdrücklich von Galileo fordert.”

    Sorry, aber was ist das für eine Logik? Mir ist kein einziger Mitgliedstaat der EU bekannt, der momentan Cruise Missiles und oder Drohnen zur gezielten Tötung einsetzt oder überhaupt einsetzen _kann_ — diese Kapazität ist schlicht in der EU nicht vorhanden. Warum soll das dann eine Anforderung an Gallileo sein? Wie soll der Staatenbund EU denn bitte Kapazitäten vorhalten, die nichtmal in den Mitgliedstaaten erwünscht sind?

  11. Astra Antworten | Permalink

    Militär und Drohnen

    Ich will jetzt hier nicht pingelig sein, aber beispielsweise in Frankreich entwickelt Dassault genau das (bewaffnete Drohnen) und in Großbritannien ist die Tomahawk Cruise Missile im Einsatz, arbeitet aber derzeit mangels europäischer Alternativen mit US-GPS-Daten.

  12. Mona Antworten | Permalink

    Kampfdrohnen @Kai

    Sie schreiben: "Mir ist kein einziger Mitgliedstaat der EU bekannt, der momentan Cruise Missiles und oder Drohnen zur gezielten Tötung einsetzt oder überhaupt einsetzen _kann_ — diese Kapazität ist schlicht in der EU nicht vorhanden."

    Noch nicht, aber vielleicht in naher Zukunft, denn die Bundesregierung will sich Kampfdrohnen anschaffen.

    "Die Absicht der Bundesregierung, sich Kampfdrohnen anzuschaffen, dürfte sicherlich auch vor dem Hintergrund der Verabschiedung des neuen strategischen Konzepts auf dem NATO-Gipfeltreffen in Lissabon vom 19. bis 21. November 2010 sowie im Kontext der Reform der Bundeswehr zu sehen sein. Da angesichts des offensichtlichen Scheiterns des massiven NATO-Truppeneinsatzes in Afghanistan die künftige Strategie des Bündnisses darauf hinauslaufen dürfte, die eigenen Truppen sukzessive aus diesem Krieg herauszulösen und im Gegenzug die dortige Regierung von Hamid Karsai durch finanzielle, nachrichtendienstliche, ausbildungstechnische und punktuelle Spezialoperationen auch militärisch zu unterstützen, gewinnt die Möglichkeit, über Drohneneinsätze einzugreifen, enorm an Attraktivität. Diese Fähigkeit dürfte deshalb von der Bundesregierung auch hinsichtlich ihrer machtpolitischen Bedeutung im Rahmen des Bündnisses von gewaltigem Interesse sein, um sich damit als attraktiver Partner der USA im »Kampf gegen den Terror« anbieten zu können und ihren Anspruch auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu untermauern."

    Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/...rohnen7.html

  13. Astra Antworten | Permalink

    Mona

    Das ist eine wirklich interessante Recherche. Die Motivation für die drei bisher stationierten Navigationssatellitensysteme wird im wesentlichen durch militärische Überlegungen getragen mit den zivilen Anwendungen als nützlicher aber sekundärer Nebeneffekt. Das mag einem gefallen oder nicht, es ist einfach so. Für eine exakte militärische Zielerfassung braucht es hochpräzise und vor allem vollständige Systeme. Aber auch viele zivile Anwendungen (Flugführungsdaten für Anflüge in engen Gebirgstälern, Hafennavigation, Binnenschifffahrt, Indoor-Navigation für Logistik und Rettungsdienste etc) brauchen hochgenaue Komplettsysteme. Für den Autofahrer oder den Wanderer im Gebirge sind dagegen 10 Meter Abweichung eher bedeutungslos. Da mag es ein 18-Satelliten-Rumpfsystem tun. Aber dafür kann man auch auf GPS, Glonass oder Compass (sobald es im Westen genutzt werden kann) zurückgreifen, dafür brauchen wir nicht extra Galileo aufzubauen. Galileo macht nur Sinn, wenn es erstens seine politische Dimension voll ausspielt (militärisch einsetzbar, komplette Unabhängigkeit von anderen Nationen) und zum anderen derart genau ist, dass es im zivilen Bereich einen Mehrwert gegenüber anderen Systemen generiert (störungsfreier, abschaltsicherer und hochgenauer Betrieb).

  14. Hans Antworten | Permalink

    Militärische Drohnen

    Es mag zur Zeit vielleicht noch stimmen, das die EU nicht wirklich in der Lage ist, mit Kurzstreckeraketen und Kampfdrohnen in den Krieg zu ziehen. Aber sie arbeitet daran. Passend dazu z.B. auch:

    "Ein "Meilenstein in der Luftaufklärung", der "eine neue Ära in der Aufklärung" einläute, tönte hierzu die Hauszeitung der Bundeswehr. Gemeint war die Lieferung des ersten "Euro Hawk" mit einer Länge von fast 15 Metern und einem Abfluggewicht von 14,5 Tonnen. Weitere vier Langstrecken-Drohnen sollen folgen und, nach Ausrüstung mit den nötigen Sensoren des EADS-Ablegers Cassidian im Sommer 2012 an die Luftwaffe übergeben werden. Geflogen werden die Langstrecken-Flugroboter dann durch "Luftfahrzeugführer unbemannter Luftfahrzeuge" vom Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" im schleswig-holsteinischen Jagel, wo im Mai die Fertigstellung einer eigenen "Instandsetzungshalle" beendet und der Drohnen-Betrieb an "NATO-Standards" angepasst wurde."

    Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/35/35391/1.html

  15. Mona Antworten | Permalink

    Kriegsspiele

    In dem von mir verlinkten Artikel ging es nicht nur um Aufklärung, sondern um Drohnen die mit Waffen aufgerüstet werden können um dann gezielte Tötungen vorzunehmen, auch in Ländern mit denen man sich nicht im Krieg befindet. Ich sehe es nicht als Fortschritt an, dass sich die Länder der EU jetzt auch an dieser moralisch bedenklichen Praxis beteiligen. Die Gewalt in der Welt wird dadurch nicht geringer werden, das Gegenteil wird der Fall sein, insbesonders wenn dadurch ein Haufen Unschuldiger zu Schaden kommt.

    Laut dem EU-Verfassungsvertrag sollen die Mitgliedsstaaten ihre militärischen Fähigkeiten langfristig immer mehr verbessern. Es war daher abzusehen, dass es eine "erweiterte" Anwendung des Navigationssatellitensystems geben würde. Nach dem Vorbild der USA schafft man auch bewusst zivil-militärische Grauzonen um kostengünstiger arbeiten zu können. Leider ist dadurch eine klare Trennung von militärischen und zivilen Projekten unmöglich geworden.

    Siehe dazu auch:
    http://www.wissenschaft-und-frieden.de/...lID=0350

  16. Michael Khan Antworten | Permalink

    Einsatzzweck für Galileo

    Zum einen: Ich halte es für wenig sinnvoll, wenn westliche Länder in anderen Staaten verdeckte oder offene kriege führen oder unterstützen, um dort Bedingungen herbeizuführen, die ihnen in irgendeiner Form genehm erscheinen. Allein schon deswegen, weil ich das für wenig erfolgversprechend halte.

    Nicht nur Afghanistan, auch die aktuellen Geschehnisse in Libyen zeigen, dass bei so etwas nicht das herauskommt, was man sich vorstellt, ganz abgesehen davon, und dass das Blutvergießen dazu führt, dass westliche Werte eher diskreditiert und nicht erstrebenswert gemacht werden.

    Ich halte es für falsch, solche Aktivitäten als Rechtfertigung für die Notwendigkeit eines Infrastrukturprojekts wie Galileo heranzuführen. Ich halte es ebenso für falsch, Galileo nur deswegen abzulehnen, weil damit Ferneinsätze des Militärs unterstützt werden.

    Galileo ist notwendig. Aber nicht, weil es auch vom Militär genutzt werden kann, sondern weil der zivile Nutzen derart wichtig, zentral und fundamental für unsere vernetzte Industriegesellschaft sein wird ist, dass diese Infrastruktur - im wahren Wortsinn eine Schlüsseltechnologie - nicht unter der Kontrolle des Militärs anderer, uns nicht verpflichteter Nationen stehen sollte.

    Dass das Militär auch daran interessiert ist, mag sein, aber dies sind auch an Nachrichtensatelliten, Wettersatelliten, Erdbeobachtung und allem Anderen interessiert. Sollten wir das deswegen auch unterlassen? Natürlich nicht.

    Ob wir militärische Auslandseinsätze als Flickschusterei nach verfehlter Außenpolitik zulassen oder nicht, ist eine politische Entscheidung. Wenn wir das nicht wollen - und ich meine, wir sollten lieber die Finger davon lassen und dafür die Außenpolitik so ausrichten, dass die militärischen "Notreparaturen" nicht notwendig sind.

    Wir sollten aber nicht die Diskussion über dieses Infrastrukturprojekt damit verquicken. Wenn wir keine Kampfdrohnen mit der Fähigkeit wollen, irgednwo auf der Welt gezielte Tötungen vorzunehmen, dann sollten wir solche Kampfdrohnen eben nicht entwickeln und nicht beschaffen. Das ist die sauberste und ehrlichste Entscheidung.

  17. Mona Antworten | Permalink

    Galileo @Michael Khan

    Die Verquickung von militärischen und zivilen Anwendungen ist, wie ich oben schon darlegte, bereits beschlossene Sache, auch wenn es uns nicht gefällt. Eine Diskussion darüber hätte bereits im Vorfeld stattfinden müssen, aber Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig versicherte noch 2002 im Bundestag: "Galileo ist ein ziviles Projekt unter ziviler Kontrolle. Das ist die Grundvoraussetzung."
    Anscheinend hat man diese Zusicherung dann später einfach vergessen.

    Quelle: http://www.bits.de/public/pdf/blaetter1206.pdf

    Sie schreiben: "Galileo ist notwendig. Aber nicht, weil es auch vom Militär genutzt werden kann, sondern weil der zivile Nutzen derart wichtig, zentral und fundamental für unsere vernetzte Industriegesellschaft sein wird ist, dass diese Infrastruktur - im wahren Wortsinn eine Schlüsseltechnologie - nicht unter der Kontrolle des Militärs anderer, uns nicht verpflichteter Nationen stehen sollte."

    Den zivilen Nutzen sehe ich durchaus. Beispielsweise wird Galileo auch von den Blinden- und Sehbehinderten Verbänden begrüßt, da es den Blinden helfen kann sich genauestens in fremder Umgebung zurechtzufinden. Und Karlsruher Studenten haben sogar einen digitalen Blindenstock entwickelt, der das Navigationssystem Galileo nutzen soll.

    http://www.boulevard-baden.de/...ndenstock-436038/

  18. Mona Antworten | Permalink

    Noch eine Frage:

    In einem älteren Beitrag auf "Astrotreff" ist u. a. zu lesen: "Galileo wird auf einer Frequenz arbeiten, die für das amerikanische Militär jederzeit leicht zu beeinflussen ist." Auch sollen die Amis in "Krisenzeiten- und Konfliktfällen" das Satellitennavigationssystem Galileo sogar abschalten können. Und sie würden verlangen, dass das offene Signal von Galileo abgeschwächt und qualitativ verschlechtert wird. Es wird aber doch immer damit geworben, dass uns das System von den Amerikanern unabhängig machen soll. Was stimmt denn nun?

    Quelle: http://www.astrotreff.de/...true&TOPIC_ID=6421

  19. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Mona

    Soweit mir bekannt, ging es nicht darum, dass die USA Galileo abschalten wollen oder dürfen. Die US-Seite hatte Sorgen, dass jemand mit Lenkwaffen, die mit kommerziell erwerbbaren Galileo-Receivern ausgerüstet sind. Ziele in den USA angreifen könnten.

    Wie Sie wissen, besteht das System Galileo aus verschiedenen Diensten verschiedener Güteklassen, wobei selbst das frei verfügbare schon eine höhere Positionsgenauigkeit gestattet als das frei verfügbare des US-GPS.

    Das frei verfügbare Signal kann aber schon jeder Hans und Franz nutzen (wobei es den USA wohl weniger um die Hänse und Fränze als um die Jong-Ils und Mahmuds ging). Ursprünglich vorgesehen war, dass hierfür eien Frequenz sehr nahe an der von GPS genutzen Frequenz liegt. Wenn die USA nun im Falle eines unmittelbar drohenden Angriffs auf ihr Land das Galileo-Signal lokal hätten stören wollen - das frei verfügbare GPS-Signal hätten sie dann wohl selbst schon abgeschaltet - hätte das unmittelbar auch eine Störung ihres eigenen GPS bewirkt. Deswegen zwang ... äh, überredete man die Europäer, mit diesem Dienst auf eine andere Frequenz auszuweichen, die die Amerikaner im Verteidigungsfall ohne Auswirkung für ihr GPS stören bzw "jammen", also blockieren können, allerdings nur lokal.

  20. Mona Antworten | Permalink

    @Eugen Reichl @Michael Khan

    Vielen Dank für die Antworten! Wie es scheint hat man sich mit den Amerikanern dann doch noch geeinigt, indem man auf eine andere Frequenz ausgewichen ist, wo es keine Überschneidungen mit den von Galileo verwendeten Frequenzen und denen des US-Militärs gibt. Auf Reuters las ich, dass man nun mit den Amerikanern zusammenarbeiten wolle und die beiden Satelliten-Navigationssysteme GPS und Galileo ihre Informationen auf derselben Frequenz senden sollen, so dass die Empfänger wiederum beide Signale empfangen und kombinieren können. Hans und Franz können damit nun also auch auf der Alm genau navigieren, falls ihnen eine Kuh abhanden gekommen ist. Aber was soll`s, man gönnt sich ja sonst nichts!

    http://www.reuters.com/...us-idUSL1674424620070716

  21. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Mona

    Wie es scheint hat man sich mit den Amerikanern dann doch noch geeinigt, indem man auf eine andere Frequenz ausgewichen ist, wo es keine Überschneidungen mit den von Galileo verwendeten Frequenzen und denen des US-Militärs gibt.

    Ja, wie von mir beschrieben. Was ich allerdings nicht weiß ist, wieso es überhaupt zu diesem Konflikt kommen musste. Denn der war doch eigentlich vorhersehbar. Das Ganze ist aber etwas ganz anders als die lancierte Meldung, die USA könnten Galileo nach Belieben abschalten.

    Auf Reuters las ich, dass man nun mit den Amerikanern zusammenarbeiten wolle und die beiden Satelliten-Navigationssysteme GPS und Galileo ihre Informationen auf derselben Frequenz senden sollen, so dass die Empfänger wiederum beide Signale empfangen und kombinieren können.

    Die Frequenzbelegungen werden nicht geändert, aber das mit der kombinierten Nutzung geht trotzdem und ist auch vorgesehen. User hätten damit effektiv ein doppelt so großes System zur Verfügung, was sich in der Positionsgenauigkeit deutlich bemerkbar macht.

    Wohlgemerkt, das ist wahrscheinlich etwas, wovon Hans und Franz (und Michael und Mona) mit ihren privaten Navis kaum profitieren, aber für Anwendungen, die über das bloße Finden der richtigen Straß hinausgehen, macht das schon einen Unterschied.

  22. DrMetti Antworten | Permalink

    Podcast Empfehlung Satellitennavigation

    Ich kann euch allen hier die Ausgabe #8 des Raumzeit-Podcasts empfehlen: http://www.raumzeit-podcast.de/...litennavigation/

    Hier gibts sehr interessante technische Details zu GPS und Gallileo sowie Infos, warum Europa unbedingt Gallileo benötigt. Die Industrie muss nicht erst von der Nutzung Gallileos überzeugt werden - in vielen Bereichen wartet man bereits sehnsüchtig auf den Start.

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