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Ich bleib’ bei meiner Meinung

Ich bleib' bei meiner Meinung Im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung für Diplom-Psychologen steht das Thema „Intellektuelle Entwicklungsdiagnostik“ an, was zwangsläufig zur psychometrischen Erfassung von Intelligenz, also den Intelligenz-Tests, führt. In der Regel haben Diplom-Psychologen gute Grundlagenkenntnisse, was testtheoretische und psychodiagnostische Inhalte betrifft. Sie wissen um Stärken und Schwächen testpsychologischer Messungen. Diese führen dazu, dass verschiedene Kennwerte ins Psychologenblut übergegangen sind. Ob Reliabilität, Validität oder auch Konfidenzintervall und Stabilitätskoeffizienten – ein bisschen oder auch ein bisschen mehr weiß jeder Diplom-Psychologe dazu zu ... weiter

 

Neurotransmitter für Physiker

Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unsere sieben Neurotransmitter. Statt der Planeten. Wäre das so abwegig?  Planeten gehören zwar nicht in die Rumpelkammer nutzlosen Wissens. Ihre Bewegung steht für den bemerkenswertesten wissenschaftlichen Wandel, den Übergang von der Kinetik zur Dynamik durch Newton. Damit wurde erstmals nicht mehr bloß beschrieben sondern erklärt, wie etwas funktioniert. Doch allein die Diskussion um Pluto ist Beleg dafür, dass dies als Sinnbild für den bis heute physiker_innenherzerwärmenden Wandel irgendwann in Vergessenheit geraten sein muss und selbst ... weiter

 

Stephen Hawking, das Gottesteilchen und der Weltuntergang

Nachdem im März schon fälschlich behauptet wurde, dass die NASA das Ende der Zivilisation berechnet habe, kursiert seit einigen Tagen wieder eine apokalyptische Warnung, die sich auf eine anerkannt seriöse Quelle beruft. Diesmal geht es sogar um mehr: Um die Vernichtung des gesamten Universums. Die Warnung stammt angeblich von Stephen Hawking, einem der besten Physiker unserer Zeit. Steht also diesmal wirklich das Ende der Welt bevor? Auch wenn es in den Zeitungen anders steht: Der Weltuntergang ist genauso weit entfernt ... weiter

 

Getting up to date with the community: A PhD student´s view on the Bernstein Conference

I really enjoyed this year’s BCCN conference—just as much as I did the last year. For someone like me, who has done her masters within the BCCN framework in Germany and is now abroad for her PhD, the conference provides a fantastic opportunity to come back once a year and get up to date with the German community—both scientifically as well as personally. Not just the German community though, I felt very strongly during this year’s conference that the scope ... weiter

 

Zwischen Überforderung und Inspiration

Mist... Ich bin raus. Die Ausgangsfrage war nachvollziehbar und auch
 den ersten Formeln konnte ich folgen. Doch dann kamen die
 Wissenslücken. Was war das nochmal für ein Abstandsmaß? Warum nochmal
 das Doppelintegral? Nach zehn Minuten bin ich abgehängt. Trotz des
 engagierten Vortragenden verstehe ich nur noch Bahnhof. Es dauert nich
t lange bis mir die Augen zu fallen. Erst zum Ende des Vortrags werde 
ich abrupt durch Applaus geweckt. Wo war ich nochmal? Ach ja, auf der Bernstein Konferenz in Göttingen.
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Hochbegabte Hochsensible?

Der heutige Gastbeitrag geht um eins der großen Themen, die Hochbegabte bewegen – die Forschung über Hochbegabte allerdings eher weniger, das ist doch erstaunlich. Dr. Michael Jack aus Dortmund ist 33-jähriger Jurist und Chef des Informations- und Forschungsverbundes Hochsensibilität e.V., des größten und ältesten Vereins in Deutschland, der sich um das Thema Hochsensibilität kümmert. Er weiß seit 2003, dass er eine Hochsensible Person (HSP) ist; inzwischen ist er auch als hochbegabt diagnostiziert. Und zum Thema Hochbegabung und Hochsensibilität hat er ... weiter

 

Entwicklung zentraler Mustergeneratoren als physiologisches Modell der Migräne

Über das, was ich drei Monate am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden mache. Man muss nicht Migräneforschung als Physik oder Ingenieurwissenschaft begreifen. Aber man kann. Ich bin gerade Gast am besagten MPI in Dresden in der Abteilung Biologische Physik. In dieser Zeit kann ich ein zeitlich begrenztes Projekt durchführen. Vorgenommen habe ich mir die Entwicklung zentraler Mustergeneratoren vom Arbeitsmodell zum physiologischen Modell der Migräne. Das sind die ersten zwei Schritte eines größeren Projektes. Das Teilziel dieses begrenzten Projektes ist ein minimales physiologisches ... weiter

 

Flipped Conference: Erste Erfahrungen

Das Wichtige an Tagungen sind nicht die Vorträge, sondern die Kaffeepausen. Diese Feststellung geistert durch die Wissenschaftswelt, und das auch nicht ohne Grund: Während oftmals lieblos gehaltene Vorträge "ertragen" werden müssen, dabei ca. 50% der Anwesenden ihre E-Mails beantworten und anschließend zu wenig Zeit für Diskussionen bleibt (weil aus den für den Vortrag vorgesehenen 20 Minuten dann doch 28 Minuten geworden sind), dann sind die Kaffeepause und der Gesellschaftsabend die einzigen Möglichkeiten, das zu tun, wofür man eigentlich den oft recht langen Weg zu ... weiter

 

Die Grenzen der Physik aus Sicht eines vergessenen Physiologen

Der Ignorabimus sollte auch unter dem Aspekt des Wandels der Physiologie des 19. Jahrhunderts und dessen politischen Kontext gehen werden. So schrieb ich vor vier Jahren hier. Diese Einschätzung mag ja meine persönliche Ignoranz gewesen sein. Umso mehr freute mich, als Ende letzten Jahres ein Buch erschien (MIT Press, 26,25€, Link zum Verlag), dass endlich in der gebührenden Tiefe Emil du Bois Reymond uns wieder ins Gedächtnis ruft. .. the long-awaited "Emil du Bois-Reymond—Neuroscience, Self, and Society in 19th-century Germany" by @gabridli ... weiter

 

Verschollen geglaubtes Manuskript des Nobelpreisträgers Alan Hodgkin

Es wird einwenig mühselig doch die Kopie einer Kopie reicht, um die Handschrift aus dem Jahr 1959 zu transkribieren.  Es ist eine digitale Kopie einer alten Fotokopie. Nun liegt sie auf meiner Festplatte. Das Original wird entweder irgendwo in den Archiven der amerikanischen Gesundheitsbehörde “National Institutes of Health” (NIH) Staub sammeln oder wo immer der Nachlass des Empfängers, Wade H. Marshall, verwaltet wird. Lange fürchtete ich jede Kopie und das Original des bis heute noch unveröffentlichten Manuskriptes seien für immer verschollen. Der ... weiter

 

Arbeitsgebiete II: Protokolle zur Neuromodulation bei Migräne

Das zweite übergeordnete Thema meiner Arbeitsgebiete ist die Entwicklung neuer Protokolle zur elektromagnetischen Stimulation des Gehirns bei Migräne. Das ist zunächst gar nicht so zukunftsorientiert wie es klingt. Solch ein Protokoll lautete z.B. im 1. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung so: man nehme einen Zitterrochen und lege ihn (lebendig) auf den eigenen Kopf. Der römische Arzt Scribonius Largus hat es sich ausgedacht. Und noch zu Zeiten der Erfindung der Leidener Flasche war die einzige praktische Anwendung der Elektrizität eine medizinische zur ... weiter

 

Arbeitsgebiete I: Vom Membranprotein zu Schmerz und Halluzinationen

In welche Fragestellungen meine Forschung eingebunden ist, zeigt anschaulich eine Abbildung, die ich für einen geplanten Buchartikel und für meine Webseite zusammengestellt habe. (A) Auf der molekularen Ebene betrachten wir Funktionsveränderungen der Zellmembran, die u.a. durch genetische Mutationen hervorgerufen werden können. (B) Darauf aufbauend wird auf der zellulären Ebene die Elektrophysiologie und deren Einfluss auf den Ionenhaushalt des Gehirns modelliert. (C) Gehirnzellen formen kortikale Netzwerke und definieren so nicht nur Schaltkreise sondern auch Gewebeeigenschaften in den verschiedenen Schichten der Hirnrinde (Kortex). (D) Nervenzellen ... weiter

 

Das wertvolle Geheimnis wirksamer Menschen

Michaela Brohm Ja, wertvoll ist es. Und so schlicht. Wirksam wollen wir sein. Wirkungsvoll. Neue Aufgaben angehen und dranbleiben - auch wenn es heikel wird. Nicht aufgeben. Sich auch von hohen Hürden nicht schrecken lassen. Dinge voran bringen. Und wie das? Eine wichtige Antwort liefert unser Maß der „Selbst-Wirksamkeits-Erwartung“ (SWE). Sie zeigt sich darin, wie viel Vertrauen wir in die eigenen Fähigkeiten haben und wie sehr wir davon ausgehen, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. So weiß der Eine, ... weiter

 

Eine Analyse der russischen Weltsicht

Welche Sicht hat Russland auf den Westen und sich selbst? In meinem Beitrag zum Ukraine-Konflikt hatte ich versprochen, den russischen Blickwinkel nachzuliefern. Hier ist er, und er ist fremder, als man annehmen würde. In der Sicht vieler europäischer Intellektueller (Beispiele: Leon de Winter oder Alice Schwarzer) entstammen die Probleme mit Russland und der Ukraine zum großen Teil dem Handeln westlicher Staaten. Das ist falsch, aber verständlich: Menschen neigen dazu, ihre eigene Gruppe zu überschätzen (Eigengruppenpräferenz), und anderen Gruppen stereotype Merkmale ... weiter

 

Vortrag morgen am MPI in Leipzig

Morgen halte ich am Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig einen Vortrag. Die Folien gibt es hier vorab. Der Titel lautet (übersetzt): „Langsam und groß: Dynamik während Migräne und Möglichkeiten der Intervention“ Weitere Informationen gibt es hier. Der Vortrag ist auf Englisch, Originaltitel und Abstract füge ich unten an. Der Vortrag besteht aus drei Teilen. Die erst zwei sind sehr kurz, ich führe knapp in einige Grundlagen der Computer gestützten Modellierung der Nervenaktivität  bei Migräne ein sowie in die ... weiter