Gesamtschau der Studien zur Homöopathie

27. April 2013 von Martin Ballaschk in Wissenswertes

Eigentlich als Kommentar zm Artikel zur unsäglich peinlichen Homöopathie-Apologie der BR-Sendung „Faszination Wissen“ begonnen, ist dieser Beitrag schnell ausgeufert – und eigentlich zu schade, um in der Kommentarspalte zu verschwinden.

Globuli

Homöopathische Globuli: Heilt Homöopathie sogar Krebs, wie der Bayerische Rundfunk letztens recht offen nahelegte, oder ist nichts drin außer Zucker und Dreck?

YouTube-Kommentator Yawnpawn hatte, wenn ich mich recht erinnere, einen besonders großen Einwand gegen die Studienlage zur Homöopathie: nämlich, dass die meisten Studien methodisch der Homöopathie nicht gerecht würden. Vor allem die Individualisierung fehlte. 

„Wer Homöopathiewirksamkeit aber widerlegen oder belegen will, der sollte sich ein Studiendesign wählen, das wie dieses auch wirklich nach homöopathischen Therapieregeln testet. […] Du hast geschrieben, dass man (ich nehme an, ausreichend gründlich) Homöopathie getestet hätte. Hast Du mir ein paar Studien? “

Wie steht es also um die Beleg für eine Wirksamkeit der Homöopathie?

Man muss voraus schicken, dass die Homöopathie keine gute Ausgangsposition hat: Sie widerspricht den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die wir seit ihrer Erfindung durch Samuel Hahnemann vor mehr als 200 Jahren gewonnen haben. Hier gilt der Grundsatz „Außergewöhnliche Behauptungen bedürfen außerordentlicher Belege“ – eine leichte positive Tendenz reicht hier kaum aus, um einen Paradigmenwechsel im Kuhnschen Sinne herbeizuführen. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Homöopathen hier die Beweislast tragen. Wir müssen ihnen so lange nicht glauben, wie sie keine überzeugenden Belege vorgelegt haben. Und widerlegen kann man nichtexistente Phänomene ja sowieso nicht.

Wenn man versucht, alle Metastudien („Studien über Studien“) zur Homöopathie zusammen zu puzzlen, kommt man schnell ins schwimmen. Das ist eine echte Mammutarbeit. Ich habe im folgenden versucht, eine knappe Übersicht, basierend auf den Schlussfolgerungen aus den Abstracts der bekanntesten Arbeiten, zu erstellen.

Klaus Linde et al.

Linde et al. publizierten 1997 im Lancet mit „Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials“ den eigentlichen Klassiker, der immer noch gern von Homöopathen zitiert wird, um ihre Wundertherapie zu verteidigen. Dabei schreiben die Autor/innen schon damals:

„The results of our meta-analysis are not compatible with the hypothesis that the clinical effects of homoeopathy are completely due to placebo. However, we found insufficient evidence from these studies that homoeopathy is clearly efficacious for any single clinical condition.“ [Hervorhebung von mir]

Erstautor Klaus Linde schrieb 2005 im Lancet:

„Our 1997 meta-analysis has unfortunately been misused by homoeopaths as evidence that their therapy is proven.“

Wenn der wüsste, wie sein eher zurückhaltendes Interview-Statement in „Faszination Wissen“ für die BR-Sendung missbraucht wurde! 

1998 schauten sich Linde et al. auch rein individualisierte Studien an und schlossen mit einem leicht positiven, aber nicht überzeugenden Ergebnis:

„The results of the available randomized trials suggest that individualized homeopathy has an effect over placebo. The evidence, however, is not convincing because of methodological shortcomings and inconsistencies.“

1999 überprüften Linde et al. auch den Einfluss der Qualität der Studien auf die Effektgröße. Hier wurde erstmals festgestellt: Je besser die Studie, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man keine Wirksamkeit von Homöopathika jenseits des Placeboeffekts feststellen kann.

„In the cumulative meta-analyses, there was a trend for increasing effect sizes when more studies with lower-quality scores were added. […] We conclude that in the study set investigated, there was clear evidence that studies with better methodological quality tended to yield less positive results.“

In Bezug auf ihre ursprüngliche Arbeit von 1997 schrieben sie dort auch:

„The evidence of bias [in the original primary studies] weakens the findings of our original meta-analysis. […] It seems, therefore, likely that our meta-analysis at least overestimated the effects of homeopathic treatments.“

Edzard Ernst (2002): Eine Studie über Studien über Studien

Bereits 2002 waren so viele Metastudien aufgelaufen, dass Edzard Ernst ein systematisches Review von systematischen Reviews machen konnte. Das Gesamturteil fiel vernichtend aus:

„Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo.“

Keine Spur von „außergewöhnlich starken Belegen“.

Das proklamierte Ende der Homöopathie: Aijin Shang et al. (2005) im Lancet

Shang et al. 2005: Die wohl von den Homöopathiekritikern am häufigsten zitierte Arbeit.

„[W]hen account was taken for these biases in the analysis, there was weak evidence for a specific effect of homoeopathic remedies, but strong evidence for specific effects of conventional interventions. This finding is compatible with the notion that the clinical effects of homoeopathy are placebo effects.“

Linde hat die Studie – wie in der Sendung – kritisiert, schreibt aber bemerkenswerterweise in einem Kommentar: „We agree that homoeopathy is highly implausible and that the evidence from placebo-controlled trials is not robust.“

Die Autoren-Antwort findet man hier:

„We followed the approach of Klaus Linde and colleagues in assuming that, if the clinical effects of homoeopathy are placebo effects, the positive results seen in placebo-controlled trials of homoeopathy must be explained by bias in the conduct and reporting of trials. When these biases were taken into account in the analysis, little evidence remained for a specific effect of homoeopathy.“

Hier zeigen die Autoren auch, dass es weitestgehend egal ist, ob man nur individualisierte Therapien betrachtet, oder alle. Der Aussage, dass höherqualitative Studien schlechter für die Homöopathen ausfallen, hat sich 1999 nicht geändert.

„In response to Flavio Dantas and to Walach and colleagues, the pattern seen for trials of classic, individualised homoeopathy was closely similar to that seen for all trials of homoeopathy (figure).“

Funnelplot

Funnel plot der 110 Homöopathie-Studien aus Shang et al. (2005). Eigentlich sollten die Punkte annähernd eine Pyramidenform ergeben. Rote Punkte: klassisch homöopathisch individualisierte Therapien, schwarze Punkte: andere homöopathische Therapien. Die Linien sind Regressionslinien. Diese sollte annähernd senkrecht stehen. (Quelle)

Womit die Frage nach den Auswirkungen des „korrekten“ Studiendesigns auch beantwortet wäre.

Der Statistiker Rainer Lüdtke von der alternativmedizinischen Carstens-Stiftung und der niederländische Homöopath Lex Rutten werteten 2008 die oben genannten Daten neu aus und folgerten messerscharf „Die Schlussfolgerungen zur Effektivität der Homöopathie hängen stark von der Wahl der analysierten Studien ab“. Ulrich Berger von der GWUP schreibt hier unten in den Kommentaren:

Zur Frage nach Studien, die "der Homöopathie gerecht werden", also klassische, individualisierte Homöopathie: Laut der Lüdtke-Rutten (2008) Reanalyse von Shang et al. (2005) finden sich unter den 21 hochqualitativen Studien 6 zu klassischer Homöopathie. Das Resultat der Metaanalyse dieser 6 Studien: OR = 0.78, CI = 0.46-1.32, p-value = 0.36. Also FAIL.

 

Markus C. Schulte von Drach merkte weiters an

Die zwei schrieben im Abstract: "Homöopathie hat eine signifikante Wirkung über Placebo hinaus." [Das schließt alle 110 Studien, auch die von minderer Qualität, in die Analyse ein. M.B.] Das hat die Homöopathen natürlich gefreut. In der Studie selbst heißt es allerdings: "Unsere Ergebnisse belegen weder, dass homöopathische Mittel Placebos überlegen sind, noch belegen sie das Gegenteil." Tja, was denn nun?

Chochrane Collaboration und Edzard Ernst

Die Cochrane Collaboration gilt als eine der zuverlässigsten Quellen für Meta-Analysen. Hier gibt es jede Menge Reports zur Homöopathie, die ich unmöglich alle durchforsten will, zumal alle stichpunktartig geklickte Meta-Analysen weit entfernt sind von eindeutigen Ergebnissen zugunsten der Homöopathie (im Sinne von „außerordentlichen Belegen“). Glücklicherweise hat sich Edzard Ernst 2010 der Cochrane-Studien angenommen, und kommt zu einem wenig überraschenden Ergebnis:

„The findings of currently available Cochrane reviews of studies of homeopathy do not show that homeopathic medicines have effects beyond placebo.“

Edzard Ernst hat im letzten Jahr zusammen mit Paul Posadzki und Amani Alotaibi noch eine andere, ziemlich ungewöhnliche Metastudie publiziert – nämlich unter der Prämisse, dass Homöopathie wirkt! Es ist nämlich ungerecht, dass stets nur die positiven Wirkungen der Homöopathie zugeschrieben werden, und nicht etwa Verschlechterungen des Zustands der Patient/in. Die Autoren bewerten die Studienlage so:

„Homeopathy has the potential to harm patients and consumers in both direct and indirect ways. Clinicians should be aware of its risks and advise their patients accordingly.“

Dass der Hobby-Quantentheorethiker Harald Walach und Leiter von Hogwarts des IntraG der Europa-Universität Viadrina daraufhin so viel Gift und Galle verspritzte, kann als Qualitätsindikator für die Studie gewertet werden.

Fazit

Natürlich gibt es immer wieder vereinzelt positive Resultate, das ist bei der üblichen statistischen Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% normal. Jede zwanzigste Studie ist falsch-positiv, und dann kommt natürlich noch der Publikationsbias dazu.

Aber in der Gesamtschau ergibt sich ein finsteres Bild für die Homöopathie und ein noch finstereres für die investigativen und wissenschaftsjournalistischen Fähigkeiten für die Redaktion von „Faszination Wissen“.

***

Was hab ich vergessen?


38 Kommentare zu “Gesamtschau der Studien zur Homöopathie”

  1. Stefan Antworten | Permalink

    Was kostet das?

    Du schreibst: "Man muss voraus schicken, dass die Homöopathie keine gute Ausgangsposition hat: Sie widerspricht den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen..."

    Das ist für mich (und für die Autoren von "Die Homöopathie-Luge") der entscheidende Punkt. Diese Studien kosten doch sicherlich sehr viel Geld und binden viel Manpower. Warum müssen wir überhaupt Studien durchführen um zu zeigen, dass etwas nicht funktioniert, von dem wir noch nicht einmal ein funktionierendes Modell haben, also keinen Wirkmechanismus kennen, der nicht elementaren Naturgesetzen widerspricht? Müssen wir jetzt mit teurem Geld Studien finanzieren, um jeden Humbug zu widerlegen?

    Wäre es nicht besser das Geld und die Manpower zu verwenden, um Wirksamkeit und Nebenwirkungen echter Medikamente zu erforschen. Ist den Homöopathiegläubigen und anderen Vodoomedizinern eigentlich klar, wie viel Schaden sie anrichten mit ihrem ständigen Ruf nach neuen Studien? Ganz arm wird es, wenn hierfür auch noch Gelder aus den Sozialkassen verwendet werden.

  2. Robert Kühn Antworten | Permalink

    Lobbyismus

    Das Problem ist, dass mit der HP und auch anderen esoterischen Verfahren viel Geld zu verdienen ist. Außerdem haben mittlerweile die meisten (fast alle?) Redaktionen, auch leider die ö. r., ihre kompetenten Fachleute und damit ihr Fachwissen reduziert.
    Es ist also einfacher und billiger, vorformulierte Beiträge ungeprüft zu verbreiten anstatt selbst zu recherchieren.

  3. Kathrin Siebert Antworten | Permalink

    HP-System

    Es ist erstaunlich mit welcher Hartnäckigkeit sich der Mythos HP hält, gerade auch unter akademisch Ausgebildeten. Wahrscheinlich spielen ein ganzes Geflecht von Gründen und Phantasien eine Rolle - von guter-natur-versus-boeser-chemie/technik, sanfte-Heilung (auch bei Krebs), ich-liefere-mich-nicht-dem-medizin-system-aus/autonomie bis hin zur Blindheit gegenüber dem realen Fortschritt , den die moderne Medizin (bei allen Risiken und Nachteilen) gebracht hat.
    Hier gäbe es vielleicht ein gewisses 'Aufklaerungspotential' - sozusagen Medizingeschichte.
    Leider scheint abgesehen von den Mitteln, die fuer immer neue Studien ausgegeben werden, um dann von den "Gläubigen" nicht zur Kenntnis genommen zu werden, HP aber letztlich doch aufwerten, diese Anwendungspraxis ja bei Ärzten und Apotheken so weit zu etablieren, dass es zur wichtigen Nebeneinnahmequelle geworden ist, die dann niemand mehr missen möchte - ein wichtiger systemerhaltender Faktor. Eben das liebe Geld.

  4. Bachmann Antworten | Permalink

    Studien zur Homöopathie

    Hallo Herr Ballaschk,

    auf Ihre Frage, ob Sie etwas vergessen haben, möchte ich Sie auf die Studienübersicht zur Homöopathieforschung 2013 des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte hinweisen.

    Viele Grüße

  5. Horst Antworten | Permalink

    Das Problem mit der Homöopathie ist, daß sie nicht kompatibel ist, mit der zeitgeistlichen Bewußtseinsbetäubung, bzw. mit dem menschenunwürdigen System in Ausbeutung und Unterdrückung - Bewußtseinsentwicklung, bzw. B-Erweiterung, findet aus systemrational-gepflegter Bewußtseins- und Glaubenschwäche in Angst, Gewalt und "Individualbewußtsein" nicht statt!

    Der Hauptwirkstoff der Homöopathie ist Wasser und Wasser hat in der Naturwissenschaft eben kein Bewußtsein ;-)!?

    Gestern habe ich ein Interview im Radio verfolgt, wo ein Mensch seine Erfahrung mit Bewußtsein und Naturwissenschaft geschildert hat - er hatte sich den zweiten Halswirbel gebrochen und galt als Querschnittsgelähmt, doch nach einem Jahr Bettruhe und nie in Akzeptanz zur Diagnose, lief er wieder als wenn nie etwas passiert war.

    Die Ärzte damals: "Spontan-Heilung (unerklärlich), bzw. die Diagnose war schlicht falsch." ;-)

    Sein Glück: das passierte zu einer Zeit als man noch nicht so schnell unters Messer eines Chirurgen kam, so konnte Bewußtsein wirken, wo Homöopathie sicher eine Unterstützung sein kann! :-)

  6. Holger Antworten | Permalink

    Walach

    In internationalen Journalen kommt Walach durchaus auch anders rüber:
    Walach H, Lewith G.: “Homoeopathic remedies and drug-regulatory authorities”, Lancet 2010 Jan 23;375(9711):279 :
    "We agree with Silvio Garattini and Vittorio Bertelé (Nov 7, p 1578)1 that homoeopathy is a nuisance. But instead of shelving it, as suggested, we suggest thinking twice: why do perfectly rational people continue to use irrational science and seem to find it effective?”...Homoeopathy is a scientific anomaly." - siehe auch den Artikel zu Walach bei psiram.com (http://psiram.com/ge/index.php/Harald_Walach - das Zitat habe ich daneben auch im Original-Artikel schon vor mir liegen gehabt).
    Am Ende des Kommentars im Lancet bekommt er dann zwar doch noch irgendwie die Kurve, um zu argumentieren, dass man Homöopathie weiter untersuchen muss - aber alles andere wäre ja an seiner Stelle auch vorsichtig formuliert ungeschickt - da würde er ja den Ast absägen, auf dem er sitzt (da würde ihm sein Finanzier Heel ziemlich sicher das Geld auf Null zusammenstreichen...).

  7. Martin B. Antworten | Permalink

    @alle

    Vielen Dank für die Kommentare und die Ergänzungen.

    @Bachmann

    Eine Übersicht des DZVhÄ passt hier nicht rein. Nein, ich meinte "richtige" Metastudien, die nicht von einem Lobby-Verein verfasst wurden. Peer-Review ist Minimum, oben werden auch ausschließlich begutachtete Studien (und ggf. Korrespondenzen) zitiert.

  8. DrNI Antworten | Permalink

    Was Du vergessen hast? Etwas ganz Offensichtliches: Homöopathie ist ein Glaube. Und deswegen wirst Du mit Studien niemand überzeugen können. So wie die Zeugen Jehovas mir die Sonderausgabe Wachturm für Wissenschaftsinteressierte geben, in der alles dennoch auf der Bibel basiert - nimmt man die Bibel als unumstößliche Wahrheit aus der "Gleichung" raus, kollabiert das ganze Gebilde. Der Gläubige wird immer sagen: Die Studien sind alle Humbug, denn bei mir wirkt es! Du wirst sagen: OK, dann mach mal bitte mit dir selber einen doppelten Blindtest. Und dann wird der Gläubige sagen: Die Wissenschaft lügt doch sowieso, ich glaube nicht an eure Methoden!

    Wieso soll man die Leute nicht einfach machen lassen? Schließlich ist doch jeder für sein Leben und Sterben selbst verantwortlich!

    (Da gibt es nur einen Nachteil: Wenn Schutzbefohlene mit Homöopathie "geheilt" werden sollen, dann landet man in der ethischen Zwickmühle.)

  9. Konfuse Antworten | Permalink

    Einwand

    @DrNI
    Gläubige gibt es ganz bestimmt, an die wird man auch kaum ran kommen. Ob das jetzt aber die Mehrzahl der Anwender oder potentiellen Kunden betrifft, wage ich zu bezweifeln. Wenn allerdings gerade in den Medien der Eindruck erweckt wird, die Wirkung der HP sei wissenschatlich bestätigt, dann nimmt die Aktzeptanz natürlich zu.
    Deshalb ist die Arbeit, die Martin hier leistet, ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung. Und dass er auch wahrgenommen wird, ist an der Kausa BR zu sehen.
    PS: Super Übersichtsarbeit!

  10. Horst Antworten | Permalink

    @DrNI

    "Und dann wird der Gläubige sagen: Die Wissenschaft lügt doch sowieso, ich glaube nicht an eure Methoden!"

    Ja, das wird der Gläubige in gebildeter Suppenkaspermentalität für den "freiheitlichen" Wettbewerb sagen - Konfusion in Überproduktion von systemrationalem Kommunikationsmüll: "Bist du nicht dafür, bist du dagegen", anstatt fusionierende und alles befriedende Bewußtseinsentwicklung mit allen Seiten des Lebens ;-)

  11. Ulrich Berger Antworten | Permalink

    @ Yawnpawn

    Zur Frage nach Studien, die "der Homöopathie gerecht werden", also klassische, individualisierte Homöopathie: Laut der Lüdtke-Rutten (2008) Reanalyse von Shang et al. (2005) finden sich unter den 21 hochqualitativen Studien 6 zu klassischer Homöopathie. Das Resultat der Metaanalyse dieser 6 Studien: OR = 0.78, CI = 0.46-1.32, p-value = 0.36. Also FAIL.

    (siehe Tabelle 3 in http://www.anthromed.org/...LuedtkeRuttenJCE08.pdf)

  12. M. C. Schulte von Drach Antworten | Permalink

    Linde, Shang und Lüdke

    Klaus Linde hat mir gegenüber betont, dass eine spezifische Wirksamkeit der Homöopathie eigentlich unplausibel ist, aber "angesichts der vielen positiven Befunde halte ich die Wirksamkeit nicht für völlig ausgeschlossen".
    Der Statistiker Rainer Lüdke von der Carstens-Stiftung hat eine von Homöopathie-Anhängern häfig zitierte Studie mit dem niederländischen Homöopath Lex Rutten angefertigt, um Shang zu widerlegen (Journal of Clinical Epidemiology 2008): Die zwei schrieben im Abstract: "Homöopathie hat eine signifikante Wirkung über Placebo hinaus." Das hat die Homöopathen natürlich gefreut. In der Studie selbst heißt es allerdings: "Unsere Ergebnisse belegen weder, dass homöopathische Mittel Placebos überlegen sind, noch belegen sie das Gegenteil." Tja, was denn nun?

  13. Holger Antworten | Permalink

    Vielleicht noch diese Studie dazu?

    Hatte ich schon im Kommentar zu dem anderen Artikel hinterlassen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/...rticles/PMC3093927/ - die erfüllt auch in aller Regel nach Homöopathen-Meinung alle Randkriterien, die angeblich notwendig sind, um Homöopathie zu untersuchen - und kommt dennoch zum Ergebnis: Homöopathika wirken nicht (was entsprechend im Editorial von Edzard Ernst zusammengefasst wurde).

  14. Ulrich Berger Antworten | Permalink

    @ M. C. Schulte von Drach

    Das Lüdtke-Rutten-Zitat "Homöopathie hat eine signifikante Wirkung über Placebo hinaus" aus dem Abstract ihrer Reanalyse bezieht sich auf ALLE 110 Studien der Shang-Metaanalyse, also inklusive die 89 low-quality studies.

  15. M. C. Schulte von Drach Antworten | Permalink

    @ Ulrich Berger

    Danke für den Hinweis. Mein Kommentar sollte übrigens nicht etwa Ihren korrigieren ... der war noch nicht da, als ich auf die Seite geschaut hatte. (Offenbar habe ich mehr als 11 Minuten gebraucht für meinen kurzen Text ...)

  16. Martin B. Antworten | Permalink

    @Ulrich @ M.C.

    Danke für eure Hinweise auf die Reanalyse. Die hatte ich in der Tat vergessen. Ich habe jetzt oben noch ein wenig dazu ergänzt.

  17. Yawnpawn1 Antworten | Permalink

    @Martin Gesamtschau Studien Homöpathie

    Dieser Kommentar wurde von hier verschoben.

    Hallo Martin,
    nachdem Du mich zum Vorbeischauen angeregt hast, habe ich mir heute früh schon mal Deine Zusammenfassung

    http://www.scilogs.de/...r-studien-zur-hom-opathie

    angesehen.

    Mein Problem ist, dass ich das dort Beschriebene nicht gut bewerten kann, da dort ja "nur" Behauptungen stehen. Das ist bitte nicht falsch zu verstehen. Es mag oberflächlich gesehen stimmen, aber trotzdem für mich nicht aussagekräftig genug sein. Beispielhaft die von Andreas genannte Studie, die ich mal angelesen habe, siehe mein Kommentar dazu.

    Insgesamt finde ich, dass die genannten Aussagen Lindes so genommen werden sollten, wie er sie tätigt, nämlich zurückhaltend skeptisch bzgl. Homöopathie. Wenn diejenigen, die die Wirksamkeit von Homöopathie überzeugend nach Goldstandard darlegen wollen, dann sollen sie es machen. Bisher scheint das nicht überzeugend gelungen zu sein. Mir persönlich erscheint das aber schwer möglich, da es verschiedene Probleme gibt: Die Homöopathen untereinander sind alles andere als einig, was "die richtige", erfolgreiche Homöopathie ist. Welcher Homöopath soll also für die Studie behandeln? Sollte sich ein wirklich deutlicher Beleg zeigen, wäre dann die gesamte Homöopathie als wirksam belegt? Nein, nur die dieses einen Homöopathen, genauer gesagt, die der Wirkung der von ihm jeweils individuell verordneten Arzneien. Würden sich keine Belege finden, kann das an zahlreichen Dingen liegen: Problematisches Design oder auch unfähiger Homöopath. Daher kann eine Goldstandardhomöopathiestudie nur relevant belegen, dass potenzierte Arzneien wirksam sind. Wenn das der Fall ist, muss überprüft und wiederholt werden. Bleibt es positiv, muss man forschen, wie das sein kann. Bislang scheinen Goldstandardhomöopathiestudien nur negativ auszufallen, was erhebliche therapeutische Auswirkungen der Arzneien angeht. Das kann man voreingenommen so interpretieren, dass einfach nicht richtig getestet wurde (z.B. wenn man aufgrund eigener wiederholter Erfahrungen sich nicht vorstellen kann, dass hom. Arzneien nicht wirksamer als Placebo sind). Man kann es voreingenommen so interpretieren, dass Homöopathie Käse ist (z.B. wenn man sich nur mit der Theorie dazu und mit ein paar wirren Anhängern (Therapeuten oder Patienten) befasst). Oder man macht es (wie mir scheint) wie der von Dir zitierte Linde, und sagt: bisherige Studien liefern keinen Beleg, das heißt weder das eine noch das andere.

    Schulmedizinische Arzneien werden nach unendlich viel einfacherem Schema verordnet: Hast Du essentielle Hypertonie, gibt's einen Blutdrucksenker. Kein Problem, das nach Goldstandard bei vielen Probanden zu erproben. In der Homöopathie: Ogottogott.

    Entschuldige den schlechten Schreibstil, Frau und Kinder reißen mich dauernd raus. Wenn was unklar oder diskussionswürdig ist: Bitte nachhaken.

  18. Martin B. Antworten | Permalink

    Hallo Yawnpawn1,

    danke für deine Antwort.

    Mein Problem ist, dass ich das dort Beschriebene nicht gut bewerten kann, da dort ja "nur" Behauptungen stehen. Das ist bitte nicht falsch zu verstehen. Es mag oberflächlich gesehen stimmen, aber trotzdem für mich nicht aussagekräftig genug sein.

    „Behauptungen“? Das sind die Schlussfolgerungen, die die Forscher/innen in den jeweiligen Untersuchungen gezogen haben.

    Dass es „dir“ nicht reicht, kann ich nachvollziehen, wenn es für dich eine reine Glaubenssache ist. Viele Menschen glauben an etwas, und können das nicht rational begründen. Emotionale Erfahrungen (etwa ein persönlich „gefühlter“ Erfolg) sind auch viel prägender als rationale Überlegungen. Das alles will ich dir gar nicht wegnehmen. Allerdings muss dir klar sein, dass der Stand der Wissenschaft (wie oben dargestellt) keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit der HP liefert.

    Insgesamt finde ich, dass die genannten Aussagen Lindes so genommen werden sollten, wie er sie tätigt, nämlich zurückhaltend skeptisch bzgl. Homöopathie. [...] Die Homöopathen untereinander sind alles andere als einig, was "die richtige", erfolgreiche Homöopathie ist. Welcher Homöopath soll also für die Studie behandeln?

    Es gibt nur eine klassische Homöopathie, und das ist die nach Samuel Hahnemann. Wie Ulrich Berger weiter oben erkläutert hat, und wie Shang et al festgestellt haben, macht es kaum einen Unterschied, ob man die Regeln des Organons streng befolgt.

    Stimmt schon – wer sagt denn, ob die Homöopathen, die die Studien durchgeführt haben, nicht einfach zu dämlich für ihren eigen Beruf sind. Die „reine Lehre“ durchzuhalten ist auch ziemloch schwierig. Zu den Substanzen, die laut Hahnemann inkompatibel mit Homöopathie sind, zählen:

    „Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräutertee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z.B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Übermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben u.s.w.“ –– §284 des Organons.

    Stellt sich in der Tat die Frage, ob überhaupt eine praktizierbare Homöopathie existiert.

    Das kann man voreingenommen so interpretieren, dass einfach nicht richtig getestet wurde (z.B. wenn man aufgrund eigener wiederholter Erfahrungen sich nicht vorstellen kann, dass hom. Arzneien nicht wirksamer als Placebo sind). Man kann es voreingenommen so interpretieren, dass Homöopathie Käse ist (z.B. wenn man sich nur mit der Theorie dazu und mit ein paar wirren Anhängern (Therapeuten oder Patienten) befasst). Oder man macht es (wie mir scheint) wie der von Dir zitierte Linde, und sagt: bisherige Studien liefern keinen Beleg, das heißt weder das eine noch das andere.

    Einfach mal angenommen, es gäbe keinen Effekt – was bedeutet das für die Studien? Wie viele müsste man durchführen, um die Abwesenheit des Effekts hinreichend zu belegen? Natürlich wird man nie zweifelsfrei wissenschaftlich belegen können, dass *keine* Wirkung vorhanden ist, aber die Studien sagen: „Je besser die Methodik, desto weniger Bias, desto weniger Effekt“. Spricht eher für die Abwesenheit von spezifischer Wirksamkeit.

    Mal darüber nachgedacht: Bei einer normalen „schulmedizinischen“ Therapieform würde man diese Art der Argumentation nicht gelten lassen. Keiner würde mit Steuergeldern mehr als 200 Jahre an einem Medikament herumforschen lassen, und nach über hundert Studien, in denen sich insgesamt praktisch kein Effekt zeigt, weitere Studien fordern.

    Schulmedizinische Arzneien werden nach unendlich viel einfacherem Schema verordnet: Hast Du essentielle Hypertonie, gibt's einen Blutdrucksenker. Kein Problem, das nach Goldstandard bei vielen Probanden zu erproben. In der Homöopathie: Ogottogott.

    Man könnte sich darauf einigen, dass sich homöopathische Arzneien nicht mit wissenschaftlichen Methoden detektieren lassen. Damit entziehen sie sich allerdings rein prinzipiell einem Wirksamkeitsnachweis und ist im Endeffekt nur noch Glaubenssache. Auch dann könnte man sich jede Art von Studien sparen.

    Entschuldige den schlechten Schreibstil, Frau und Kinder reißen mich dauernd raus. Wenn was unklar oder diskussionswürdig ist: Bitte nachhaken.

    Keine Sorge, ist bei mir nicht anders ;)

    Zusammengefasst halte ich Homöopathie für wissenschaftlichen Maßstäben für gescheitert, weil sich nach harten wissenschaftlichen Kriterien keine positiven Belege finden lassen, oder weil sich die Homöopathie durch ihre „Magie“ einem wissenschaftlichen Nachweis entzieht. Dass man dieser Therapieform immer und immer wieder eine neue Chance gibt, liegt an der Tradition und ihrer Popularität. Das belegt aber nicht ihre Wirkung.

  19. Klaus Blömeke Antworten | Permalink

    Nichts vergessen aber...

    Das grundsätzliche Problem ist doch, dass für die meisten Menschen der Überblick schlicht feht. Ich bekomme immer wieder von irgendwelchen leuten zu hören (Apotheker!) Dass es Studien gäbe, die die h belegen (vorzugsweise mit Hinweis auf Hunde udn kleine Kinder -> unterlassene Hilfeleistung)

    Jedem halbwegs in der Materie steckende braucht sich die Studien doch nicht einmal anzuschauen. Wenn jemand eine Wirkung von hochpotenz-Homöopathie zweifelsfrei nachweisen kann, hagelt es Nobelpreise. Daraus folgt: kein Nobelpreis, keine nachgewiesene Wirkung.

    Traumhaft wäre aus meiner Sicht ein Portal, in dem Wiki-mäßig alle Studien zum Thema eingetragen sind, so dass die Community diese nach und nach bewerten kann.

    Z. B:

    Titel,
    Author
    Abstract
    Studienart
    Randomisierung OK?
    Sample-Größe
    Ergebnis
    Signifikanz

    usw.

    Mit dem Ziel, bei den regelmäßigen Diskussionen schnell nachschauen zu können, wo denn der Fehler in der entsprechenden Studie liegt.

    Insgesamt dürfte das eine wachsende Metastudie werden, die mit jeder neuen Studie aktualisiert wird.

    Bei den vielen Leuten, die zu dem Thema in jedem Blog sinnvolle Dinge sagen, sollte die Arbeit händelbar sein.

    Programmieren könnte ich so ein Portal...

    Viele Grüße,

    Klaus Blömeke

  20. Yawnpawn1 Antworten | Permalink

    Fortsetzung Diskussion

    Hallo Martin,

    entschuldige die späte Antwort, durch das Verschieben habe ich keine Nachricht über Deine Antwort erhalten. Jetzt kommt sie aber:

    Zitat:
    "„Behauptungen“? Das sind die Schlussfolgerungen, die die Forscher/innen in den jeweiligen Untersuchungen gezogen haben. "

    Genau. Und Schlussfolgerungen können richtig oder falsch sein. Und viele (auch um Wissenschaftlichkeit bemühte) Homöopathiebefürworter oder -gegner suchen Belege für ihre These statt unvoreingenommen zu prüfen.

    Zitat:
    "Dass es „dir“ nicht reicht, kann ich nachvollziehen, wenn es für dich eine reine Glaubenssache ist. Viele Menschen glauben an etwas, und können das nicht rational begründen. Emotionale Erfahrungen (etwa ein persönlich „gefühlter“ Erfolg) sind auch viel prägender als rationale Überlegungen. Das alles will ich dir gar nicht wegnehmen. Allerdings muss dir klar sein, dass der Stand der Wissenschaft (wie oben dargestellt) keinen Hinweis auf eine Wirksamkeit der HP liefert."

    Also ich schildere Dir eine Erfahrung:
    Ich hatte als Kind und Jugendlicher oft Mittelohrentzündungen. Bis ich in den frühen 20er Jahren meines Lebens war, bestimmt sechs Mal. Diese wurden stets antibiotisch behandelt, sowie mit Wärme und Inhalationen, mehrmals wurde der eitrige Erguss durch Durchstechen des Trommelfells und in die Nase Blasen entfernt. Ich hatte anfangs immer sehr starke Schmerzen auch nach Einsetzen der antibiotischen Behandlung nur langsam (innerhalb von Tagen) abklingend. Meistens war das dann gefolgt von ein bis drei Wochen empfindlichen Ohren, mit Fremdkörpergefühl, Ohrgeräusch, verminderter Hörleistung.
    Ab dann habe ich meine Mittelohrentzündungen homöopathisch behandeln lassen. Das erste Mal erfolglos, das war eine eher schwache Mittelohrentzündung, eher ein anhaltender Mittelohrerguss mit mäßigen Schmerzen von Zeit zu Zeit. Dann habe ich die Homöopathin gewechselt, weil ich ihr keine 2. Chance in Form einer anderen Arznei geben wollte. Unter einer anderen homöopathischen Arznei klangen die Beschwerden langsam ab. Vielleicht Zufall. Danach habe ich noch drei oder vier Mal akute Mittelohrentzündungen gehabt, alle homöopathisch behandelt. Alle mit sehr starken Schmerzen. Alle innerhalb von 0,5-2 Stunden so schmerzarm, dass ich wieder normal weiter schlafen konnte (ich habe schlimme Mittelohrentzündungen immer nachts). Am nächsten Morgen jeweils keine Schmerzen mehr, oder nur ein leichtes Gefühl, dass das Ohr nicht ganz ok ist. Ein (vielleicht auch zwei mal) kam es zum Trommelfelldurchbruch, mit eitriger Füssigkeit auf dem Kopfkissen.
    Meine Kinder sind auch jeweils mit ca. 2 Jahren nachts mit starken Schmerzen am Ohr schlimm weinend erwacht, mit hohem Fieber. Beide Male mit einem homöopathischen Kügelchen innerhalb von 15 min wieder schmerzarm oder -frei, weitergeschlafen, am nächsten Tag vollkommen gesund wirkend.
    Aufgrund dieser Erfahrungen vermute (wenn Du willst: glaube) ich, dass Homöopathie sehr wirksam sein kann, und zwar in Fällen, die sehr schlecht nachhaltig mit Suggestion beeinflussbar sind.
    Ich finde diese Überlegung rational und finde es nicht angemessen, wenn solche Beobachtungen als reine Glaubenssache abgekanzelt werden.
    Mir ist klar, dass der Stand der Wissenschaft entsprechend Deiner Ausführungen keinen Hinweis auf die Wirksamkeit der Homöopathie liefert. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass Du fremde Beobachtungen nicht „für voll“ nimmst. Ich tue das auch nicht, meine Beobachtung ist, dass fast alle Verfechter der Homöopathie ihre Erlebnisse extrem schön reden.
    Jedenfalls gehe ich davon aus, dass der Ansatz der Studien bzgl. Homöopathie entweder fehlerhaft ist, oder dass Homöopathie anders wirkt. Solange Homöopathie aber eine Erfolgsquote in meiner Familie hat, die die der Schulmedizin übertrifft, werde ich sie anwenden. Und ich finde, dass das die einzig vernünftige Vorgehensweise ist.

    Zitat:
    "Es gibt nur eine klassische Homöopathie, und das ist die nach Samuel Hahnemann. Wie Ulrich Berger weiter oben erkläutert hat, und wie Shang et al festgestellt haben, macht es kaum einen Unterschied, ob man die Regeln des Organons streng befolgt. "

    Wie Du schon andeutest, darf sehr bezweifelt werden, dass die Studienautoren nach klassischer Homöopathie gefahndet haben. Es ist lediglich von individualisierter Einzelmittelhomöopathie die Rede, und ich würde mich oder meine Kinder niemals wahllos in die Hände von jemandem geben, bloß weil er individualisierte Einzelmittelhomöopathie betreibt.

    Zu Deinem Zitat aus dem Organon Hahnemanns:
    "Stellt sich in der Tat die Frage, ob überhaupt eine praktizierbare Homöopathie existiert. "
    … in chronischen Fällen zumindest, denn um solche geht es in dem von Dir genannten Zitat.
    Aber: Ja, man darf mit großer Sicherheit annehmen, dass mindestens 99,9% aller klassisch homöopathischen Kuren in chronischen Fällen nicht streng nach den Regeln Hahnemanns erfolgen. Ich sage ja: es ist nicht allgemein bewertbar, was unter dem Titel Homöopathie betrieben wird.

    Zitat:
    "Einfach mal angenommen, es gäbe keinen Effekt – was bedeutet das für die Studien? Wie viele müsste man durchführen, um die Abwesenheit des Effekts hinreichend zu belegen? Natürlich wird man nie zweifelsfrei wissenschaftlich belegen können, dass *keine* Wirkung vorhanden ist, aber die Studien sagen: „Je besser die Methodik, desto weniger Bias, desto weniger Effekt“. Spricht eher für die Abwesenheit von spezifischer Wirksamkeit. "

    Das bedeutet: Entweder ist „bessere Methodik“ zum Nachweis (unterstellt!) vorhandener Wirksamkeit von Homöopathie schlechter geeignet, oder der Ansatz aller Studien ist falsch, und bei den einen kommt nur Bias raus und bei den anderen entsteht kein Effekt aufgrund der Studienanordnung.
    Ich weiß, dass das ein schräger Ansatz ist, aber die Homöopathie an sich ist schräg, und es ist für mich vorstellbar, dass man sie nur mit schrägen Methoden nachweisen kann.
    Ich versuche nur sehr bemüht, mir eine Hypothese zurechtzuschustern, die erklären könnte, wieso meine Beobachtungen nicht mit den Studien übereinstimmen. Wenn ich meine Beobachtungen nicht hätte, würde ich Dir aber zustimmen: "Spricht eher für die Abwesenheit von spezifischer Wirksamkeit."

    Zitat:
    "Mal darüber nachgedacht: Bei einer normalen „schulmedizinischen“ Therapieform würde man diese Art der Argumentation nicht gelten lassen. Keiner würde mit Steuergeldern mehr als 200 Jahre an einem Medikament herumforschen lassen, und nach über hundert Studien, in denen sich insgesamt praktisch kein Effekt zeigt, weitere Studien fordern."

    Nicht wenn es nicht auch wiederholbare Beobachtungen gäbe, die gegen die Ergebnisse der Studien sprächen.
    Wenn Brillenbenutzer zu 50% Augenkrebs kriegen würden, aber seltsamerweise in keiner Studie der Effekt nachweisbar wäre, dann würde man über hundert Studien bemühen.
    Wie hoch schätzt Du denn die Kosten, die das den Steuerzahler kostet?
    Aber egal wie hoch: Mit dem gleichen Ansatz nochmal 100 oder auch nur 10 Studien durchzuführen wäre auch nach meiner Meinung Unsinn. So lange niemand einen anderen plausiblen Grund als Nichtwirksamkeit für den schwachen Effekt homöopathischer Mittel findet und eine Technik entwickelt, mit der er diesen Grund ausschließen könnte, braucht keine weitere Studie angestrengt werden, klar. Das selbe würde für die wissenschaftliche Erforschung brillenkrebsinduzierten Augenkrebses gelten.

    Zitat:
    "Man könnte sich darauf einigen, dass sich homöopathische Arzneien nicht mit wissenschaftlichen Methoden detektieren lassen. Damit entziehen sie sich allerdings rein prinzipiell einem Wirksamkeitsnachweis und ist im Endeffekt nur noch Glaubenssache. "

    Darauf könnte man sich einigen, ich wäre dabei. Wobei ich weiterhin nach Gründen forschen würde, wieso die Homöopathie nach meiner Erfahrung so häufig bemerkenswerte Erfolge hat. Nicht öffentlich finanziert, versteht sich.

    Zitat:
    "Zusammengefasst halte ich Homöopathie für wissenschaftlichen Maßstäben für gescheitert, weil sich nach harten wissenschaftlichen Kriterien keine positiven Belege finden lassen, oder weil sich die Homöopathie durch ihre „Magie“ einem wissenschaftlichen Nachweis entzieht."

    Wenn Du jemanden treffen würdest, der 50% nach gründlicher medizinischer Untersuchung attestiert aufgegebene, schwer Krebskranke heilen würde, indem er rückwärts das Alphabet aufsagt, wenn es aber unter harten wissenschaftlichen Kriterien nicht funktionieren würde, wäre dieser Wunderheiler für Dich nach wissenschaftlichen Kriterien gescheitert? Wenn ja, dann stimme ich Dir in Deiner Aussage zu.

    Zitat:
    "Dass man dieser Therapieform immer und immer wieder eine neue Chance gibt, liegt an der Tradition und ihrer Popularität. "

    Das ist eine unbewiesene Behauptung. Es könnte auch daran liegen, dass es mehr Menschen wie mich gibt.
    Tradition rettet nicht vor Aussterben. Haarseile, Quecksilberkuren und Aderlass gegen jede Krankheit waren auch Tradition und sind von der medizinischen Bildfläche verschwunden.
    Und Popularität erringt sich in der Regel nicht von selbst.

    Zitat:
    "Das belegt aber nicht ihre Wirkung. "

    Das ist mir klar. Darum sollte Homöopathie auch genausowenig von den Krankenkassen erstattet werden wie andere nicht nachweisbare oder nicht nachgewiesene Methoden.

  21. Yawnpawn1 Antworten | Permalink

    Klarstellung streng klassische HP

    Sorry, ich habe das nicht klar genug geschrieben:
    Ich wollte mit meinen 99,9% sagen, dass eine Homöopathie streng nach den Regeln Hahnemanns zumindest in Deutschland nicht durchführbar sein dürfte.

  22. Yawnpawn1 Antworten | Permalink

    Nachtrag subjektive Erfahrungen mit HP

    Wollte noch dazu erwähnen, dass längst nicht alle meine Erfahrungen mit Homöopathie so überzeugend waren. Insbesondere bei chronischen Beschwerden sind die Verläufe oft so schleichend, dass ich mir nicht zutrauen würde, sie sicher einer Mittelwirkung zuzuschreiben.
    Banale Beschwerden übrigens lasse ich vollkommen unbehandelt.
    Außerdem ist mir wichtig hier nochmals klar zu stellen, dass ich niemanden bekehren will. Ich nehme Euch auch mittlerweile ab, dass die Studienlage bzgl. Homöopathie sehr für Wirkungslosigkeit spricht. Wenn aber heftige Akutbeschwerden, die schlecht auf Placebobehandlung ansprechen (wie die genannten Mittelohrentündungen und zahlreiche andere, ungenannte Krankheiten) so extrem erfolgreich behoben werden, dann kann man das nicht mit Placeboeffekten erklären, auch wenn es bequemer wäre. Es ist rätselhaft, zumindest für mich.
    Deshalb würde ich auch, wenn ich eine Studie anfertigen würde, solche Akutfälle randomisiert und doppelblind auswerten. Dann könnte ich aber natürlich nicht 1000 Studienteilnehmer vorweisen, also würde sie nicht in eine Metastudie wie die von Shang et al einfließen.

  23. Kathrin Siebert Antworten | Permalink

    @Yawnpawn

    Was ja immer gerne übersehen wird, ist, dass selbst wenn im Einzelfall eine Art einer eher der Esoterik zuzuordnenden Behandlung mal funktioniert, dies einem Behandler keine Handlungssicherheit gibt. Das ist ja auch das Problem mit den Placeboeffekten, der Arzt kann sich nicht darauf verlassen, dass sie funktionieren.
    Auch wenn es bei der evidenzbasierten Medizin auch keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, bei manchen Erkrankungen sogar nur eine geringe Chance, wäre das Mittel der Wahl immer dasjenige, das den höchsten Erfolg verspricht. Ein Arzt kann ja schlecht sagen: Sie scheinen mir ein Typ zu sein, der gut auf Placebos anspricht, probieren wir es doch mal mit Homöopathie.....dann gibt es wenigstens keine Nebenwirkungen (bei hohen Potenzen)

  24. derXan Antworten | Permalink

    Subjektive Erfahrungen:
    bis dato Top drauf, dann, eines Tagen wurde bei mir eine schwerwiegende Verstimmung diagnostiziert:
    Hypertonie(Bluthochdruck) ab zum Arzt- was folgte war auch klar, nach 5 Min. Blabla Pillen verschrieben und nach Hause geschickt.
    zu Hause bißchen nachgedacht und festgestellt so geht es nicht: du bist noch zu jung um ab jetzt lebenslang Pharmazeug und Chemiepampe zu schlucken.
    Also nach Alternativen gesucht.
    1) ab zum Chinesen meines Vertrauens, einige Akkupunktursitzungen durchgeführt und unzählige China-Teechen getrunken
    Die Ergebnisse waren bescheiden, nämlich gleich 0,
    2) Lebenswandeln umgestellt, mehr Sport(3xWoche), gesundere Ernährung-viel Gemüse etc., Spaziergänge, stark verminderter Alk-konsum
    Die Ergebnisse waren bescheiden, nämlich gleich 0,
    3) Homöopathie
    Bei 2 unterschiedlichen HP gewesen (jeweils eine Empfehlung), der eine war sogar ein homöopathischer Arzt, den nunmehr nur noch HP praktiziert.
    einige Mittel wie (Aurum, Belladonna, Glonoinum, Lyccopodium, Sulphur, Alium etc.) eingenommen, während der Zeit dann kein Kaffee, keine Pfefferminze
    HP-Zahnpaste etc.
    Die Ergebnisse waren bescheiden, nämlich gleich 0,

    Die Phase erstreckte sich über 2 Jahre! nichts aber auch gar nicht hat geholfen! So lange Zeit ein Risiko auf mich genommen, trotzdem muß man
    irgendwann mal die Wahrheit akzeptieren

    Nun schlucke ich also ACE-Hemmer und habe ich einen BD wie eine Baby (120-125 zu 80-85)
    jedoch mit vielen NW: Beim Sport eine schnelle Erschöpfung, Muskelkrämpfe, der Johannes will auch nicht mehr hoch
    na toll!

    Also wenn jemand irgendetwas hat, dann bitte melden - ich kann doch die Sch**** die nächsten 30 Jahre nicht schlucken

  25. Maria Antworten | Permalink

    Guten Tag, also nur mal so. Es hatt mit Quantenmechanik zu tuen wie alles Andere auch. Also ich finde man sollte die farma Industrie abschaffen!!!! Denn wenn Jeder mal den Beipackzettel lesen würden und mal die ganzen Fachbegriffe, sowie die Inhaltsstoffe näher betrachtet der hört schnell auf Medikamente zu nehmen. Es ist ausserdem erwiesen das man mit der richtig Ernährung jeden Krebs bekämpfen kann, bis er nicht mehr vorhanden ist. Man muss ihm ja nur das entziehen wo von sich der Krebs ernährt, natürliche Ursache ist, der Krebs stirbt. Und das ist belegt. Ist aber klar das die Farmas das nicht wollen das Alternative heilmetohden Fußfassen können, DENN ES GEHT NUR UMS GELD um nichts Anderes. Die Farmas hätten dadurch dan enorme Verluste. Es liegt auf der Hand das die alternativen Methoden günstiger sind und erfolgreicher, als die meisten auf Chemie bassierenden Mittel. Den meist brauch man ja dann für die starke Chemie ein konter Mittel dafür dann auch wieder usw..... Naja man wird sehen was die Zeit bringt. MfG. Maria

    • Herr Senf Antworten | Permalink

      Ah'ja, so einfach, dem Krebs das Phytoplankton entziehen :-)
      Dann mit Quanten behandeln, so so, wo gibt's die zum Schlucken?
      Schon mal gemerkt, daß Biologie auch Chemie ist?
      Die meisten Krebsmittel sind pflanzenbasiert, also "gute" Chemie, oder was nun?
      Mit Quacksalberei kann man keinen Patienten helfen!

    • Spritkopf Antworten | Permalink

      @Maria

      Es hatt mit Quantenmechanik zu tuen wie alles Andere auch.

      Genau. Wirkstofffreie Zuckerkügelchen haben genausoviel mit Quantenmechanik zu tun wie Gummienten in der Badewanne oder Weihnachtsmänner aus Schokolade. Jetzt meine Frage: Wenn Sie schwerkrank sind, essen Sie dann einen Schokoladenweihnachtsmann, um geheilt zu werden? Oder nehmen Sie eine Gummiente in die Hand und drücken sie, bis sie quietscht (und Sie gesund sind)?

      Also ich finde man sollte die farma Industrie abschaffen!!!! Denn wenn Jeder mal den Beipackzettel lesen würden und mal die ganzen Fachbegriffe, sowie die Inhaltsstoffe näher betrachtet der hört schnell auf Medikamente zu nehmen.

      Aha, Sie möchten also wieder zurück ins Mittelalter, als die Menschen im Durchschnitt nicht älter als 30 oder 40 Jahre wurden? Meinen Sie das ernst?

      Es ist ausserdem erwiesen das man mit der richtig Ernährung jeden Krebs bekämpfen kann, bis er nicht mehr vorhanden ist.

      Wenn das erwiesen ist, dann haben Sie sicherlich keine Probleme, für diese Behauptung tragfähige Belege anzuführen, oder?

      Man muss ihm ja nur das entziehen wo von sich der Krebs ernährt, natürliche Ursache ist, der Krebs stirbt.

      Quatsch.

      Und das ist belegt.

      Nein.

      Ist aber klar das die Farmas das nicht wollen das Alternative heilmetohden Fußfassen können, DENN ES GEHT NUR UMS GELD um nichts Anderes.

      Die Pharmaunternehmen wollen Geld verdienen, aber genauso wollen das auch die Hersteller von komplementärmedizinischen Mitteln. Und nun?

      Wissen Sie übrigens, bei wem die Gewinnspannen am größten sind? Bei den Herstellern von Homöopathika. Die müssen nämlich keine umfangreichen Zulassungsverfahren durchführen wie herkömmliche Pharmahersteller, sondern sie verkaufen einfach reinen Zucker, der mit magischen Ritualen behandelt wurde, zu vier- und fünfstelligen Kilopreisen. Geiles Geschäftsmodell, nur leider unethisch hoch zehn.

      Es liegt auf der Hand das die alternativen Methoden günstiger sind und erfolgreicher, als die meisten auf Chemie bassierenden Mittel.

      Wissen Sie, wie der Erfolg eines Medikaments gemessen wird? Mit medizinischen Studien, bei denen eine möglichst große Gruppe von Probanden getestet wird. Dabei bekommt eine Teilgruppe das Medikament und eine andere ein Placebo, um ein wirksames mit einem unwirksamen Mittel vergleichen zu können. Und weder die Probanden noch die das Mittel bzw. das Placebo verabreichenden Ärzte wissen, wer was bekommt, um psychologische Voreingenommenheit durch den Placeboeffekt bestmöglich ausschließen zu können.

      Eine solche Studie nennt man RCT (randomized controlled trial), oder zu deutsch: Randomisierte Doppelblindstudie. Sie stellt die beste Möglichkeit dar zu erfahren, ob und wie gut ein Medikament wirksam ist. Unwirksame Medikamente schneiden nicht besser ab als das Placebo.

      Und jetzt raten Sie, wie es um die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln (oder andere alternativmedizinische Mittel) bestellt ist, wenn man sie auf diese Art testet. Antwort: Wie ein Placebo. Oder anders gesprochen: Sie sind unwirksam. Was niemanden verwundert, der weiß, dass in Homöopathika ab einer D8-Potenz kein Wirkstoff mehr nachzuweisen ist.

      Naja man wird sehen was die Zeit bringt.

      Die Homöopathie hat 200 Jahre Zeit gehabt, ihre angeblichen physikalischen Grundlagen zu erklären und den Nachweis für ihre Wirksamkeit zu erbringen. Beides hat sie bis jetzt nicht geleistet. Wie lange wollen Sie noch warten? Nochmal zweihundert Jahre? Oder länger?

      • Joz Antworten | Permalink

        Gut gekontert! Ich möchte aber anmerken, dass ein Krebs durchaus stirbt, wenn man ihm die Nährstoffe entzieht. Das Problem hierbei liegt nur darin, dass ein Patient selber ja auch Nährstoffe braucht – was die Behandlungsmethode des schlichten Nicht-Essens für den praktischen Einsatz ungeeignet erscheinen lässt.
        Wir alle sehen: Auch alternative Behandlungsmethoden haben Nebenwirkungen! (Wie zum Beispiel Verhungern)

  26. Spritkopf Antworten | Permalink

    @Joz

    Ich möchte aber anmerken, dass ein Krebs durchaus stirbt, wenn man ihm die Nährstoffe entzieht. Das Problem hierbei liegt nur darin, dass ein Patient selber ja auch Nährstoffe braucht – was die Behandlungsmethode des schlichten Nicht-Essens für den praktischen Einsatz ungeeignet erscheinen lässt.

    Vollkommen richtig. Ich habe das in der Tat etwas verkürzt dargestellt, hob aber dabei auf Marias Vorstellungen ab, man müsse nur irgendein geheimnisvolles, krankmachendes Lebensmittel weglassen und schon würde der Tumor wie von Zauberhand verschwinden.

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